Berlin, 3. Juni 2002
Gemeinsame Pressemitteilung von BUND, NABU und ROBIN WOOD
Umweltverbände kündigen Zusammenarbeit mit Arbeitskreis Endlager auf
BUND, NABU und ROBIN WOOD gegen Genehmigung von Schacht Konrad
Die Umweltverbände BUND, NABU und ROBIN WOOD haben heute auf einer
Pressekonferenz in Berlin die Genehmigung für das Atommüllendlager Schacht
Konrad durch die niedersächsische Landesregierung scharf kritisiert. Damit
werde die Ankündigung der Bundesregierung unglaubwürdig, der Endlagersuche
eine neue Qualität zu verleihen. Als Konsequenz kündigten die Verbände
ihre weitere Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis "Auswahlverfahren
Endlagerstandorte" (AK End) auf.
"Die Genehmigung von Schacht Konrad stellt den Arbeitskreis Endlager
grundsätzlich in Frage", sagte Renate Backhaus, Atomexpertin im
BUND-Bundesvorstand. Aufgabe des Arbeitskreises sei es gewesen, ein
qualifiziertes und transparentes Suchverfahren für ein geeignetes
Atommüllendlager zu entwickeln. Diese Aufgabe werde hinfällig, wenn
unabhängig davon bereits ein Standort genehmigt werde. "Wie schon im Fall
Gorleben gelten auch bei der Auswahl von Schacht Konrad als Endlager
erneut nur politische und nicht fachliche Kriterien", sagte Backhaus.
Schacht Konrad sei nur deshalb ausgewählt worden, weil sich das
stillgelegte Eisenerzbergwerk zufällig angeboten habe, unterstrich
NABU-Atomexperte Frank Musiol: "Minimalvoraussetzung für eine sachgerechte
Endlagerauswahl ist doch eine vergleichende Suche nach dem bestmöglichen
Standort. Das hat bei Schacht Konrad aber niemals stattgefunden." Die
Genehmigung beruhe nun auf bald 20 Jahre alten Sicherheitsnachweisen, die
schon damals höchst umstritten waren. "In den vergangenen Jahren haben
sich die sicherheitstechnischen Bedenken gegen Schacht Konrad sogar noch
verdichtet, so dass seine Eignung bis heute völlig ungeklärt ist. Daran
ändert die angekündigte Mengenreduzierung überhaupt nichts", so Musiol.
Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD, kritisierte das doppelte
Spiel von Bundesumweltminister Trittin. Auf der einen Seite habe er immer
wieder betont, dass er am Ein-Endlager-Konzept festhalte und Schacht
Konrad nicht notwendig sei. Auf der anderen Seite hatte die
Bundesregierung den Energieversorgungsunternehmen aber schon im so
genannten Konsensvertrag zugesichert, Schacht Konrad zügig zu genehmigen.
"Die Bundesregierung hat sich von den Energiekonzernen bei den
Konsensverhandlungen über den Tisch ziehen lassen. Jetzt sollen Hinweise
auf die Verkleinerung und den Aufschub der Inbetriebnahme des Lagers die
Bevölkerung beruhigen", kommentierte Dannheim.
NABU-Pressestelle, Tel. 0228-4036-141
Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425
Bettina Dannheim, Energiereferentin
Ute Bertrand, ROBIN WOOD-Pressesprecherin
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22