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Hamburg, den 15. April 2002

Redaktionen: Politik/Umwelt

Entschieden, effektiv und erfolgreich

Vor dem Strafprozess gegen CASTOR-Gegner der spektakulären Betonblock- Aktion betont ROBIN WOOD die Notwendigkeit von zivilem Ungehorsam

Am kommenden Mittwoch wird vor dem Amtsgericht in Lüneburg der Strafprozess wegen der wohl spektakulärsten Protestaktion gegen den CASTOR-Transport im März 2001 beginnen. Aus diesem Anlass hat ROBIN WOOD heute auf einer Pressekonferenz in Hamburg die massive Einschränkung von Bürgerrechten während Atommüll-Transporten kritisiert und bekräftigt, wie wichtig friedliche und entschiedene Aktionen für den Sofortausstieg aus der Atomenergie sind.

Im März 2001 hatten sich vier AktivistInnen von ROBIN WOOD und aus dem wendländischen Widerstand auf der Bahnlinie Lüneburg-Dannenberg an einem im Gleisbett liegenden Betonblock festgeschlossen. Ein fünfter Aktivist hatte sich an gleicher Stelle mit einem Rohr an einem Gleisstrang angekettet. Dadurch hatte sich die Weiterfahrt des Atommüllzuges um 16 Stunden verzögert. Nun wird den vier beteiligten Männern Nötigung und Störung öffentlicher Betriebe vorgeworfen.

Auf der Pressekonferenz unterstrich ROBIN WOOD-Vorstandssprecher Jürgen Sattari die herausgehobene politische Bedeutung des CASTOR-Transports vom März 2001. "Das Augenmerk der Weltöffentlichkeit galt diesem ersten Atommüll-Transport unter der rot-grünen Regierung. Er markierte das Ende des dreijährigen Transport-Stopps, der wegen des Skandals um verstrahlte Behälter verhängt worden war. Seitdem sind 75 weitere Atommüll-Behälter aus Deutschland in die Plutoniumfabriken nach Sellafield und La Hague geschafft worden. Die vielfältigen friedlichen Proteste haben gezeigt, dass die Anti-AKW-Bewegung sich entschieden dagegen wehrt und sich von Rot-Grün nicht auf einen Ausstieg am St. Nimmerleinstag vertrösten lässt."

"Uns war klar", erläuterte Mihai, einer der beteiligten Aktivisten, "dass sich der Transport des Atommülls nicht verhindern lässt. Das war auch nicht das Ziel unserer symbolischen Aktion. Wir wollten öffentlich zeigen, dass wir für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft sind. Das ist im Wendland angesichts der Belagerung durch die Polizei sowie weiträumigen Demonstrations- und Campverboten rund um Atomtransporte nicht gerade einfach."

Der Lüneburger Rechtsanwalt Wolfram Plener, der auch einen der Angeklagten vor Gericht verteidigt, begründete, warum das Liegen der AktivistInnen im Gleisbett als Protestaktion keine Nötigung darstellt. Zum zweiten Tatvorwurf erklärte er, dass kein öffentlicher Betrieb gestört wurde, weil auf der Bahnstrecke kein öffentlicher Verkehr herrschte. Die Verteidigung wird daher auf Freispruch plädieren.

Neben der strafrechtlichen Verfolgung werden die AktivistInnen mit Schadensersatzforderungen von der Deutschen Bahn und dem Technischen Hilfswerk überzogen. Ein weiterer Prozess steht vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig wegen Kostenansprüchen des Bundesgrenz-schutzes an. Das Strafverfahren gegen die an der Betonblock-Aktion beteiligte junge Frau wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Jugendgericht stattfinden.

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Jürgen Sattari, Vorstandssprecher, Tel. 0171 / 28 59 622
Ute Bertrand Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892-22, presse@robinwood.de

Hintergrund-Informationen und Fotos von der Aktion im Internet unter
http://www.robinwood.de/prozess

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

 

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