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Hamburg, den 14. März 2002

Redaktionen: Aktuelles/Umwelt/Wirtschaft

Atommüllzug aus Krümmel für nächste Woche geplant

ROBIN WOOD fordert Absage des Transports

Nach Recherchen der Umweltorganisation ROBIN WOOD wird voraussichtlich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kommender Woche ein Atommüllzug mit drei Risiko-Behältern des Typs NTL 11 aus dem Atomkraftwerk Krümmel in die britische Plutoniumfabrik Sellafield fahren. Angesichts der Unzuverlässigkeit des Anlagebetreibers HEW fordert ROBIN WOOD die Aufsichtsbehörden und das Bundesamt für Strahlenschutz dringend auf, den Transport abzusagen.

Im Dezember vergangenen Jahres war es im AKW Brunsbüttel zu einem der schwersten Störfälle gekommen, der sich jemals in einem deutschen Atomkraftwerk ereignet hat. Weil die Hamburger Elektrizitätswerke etwa zwei Monate nicht bereit waren, die Anlage für eine Inspektion herunterzufahren, bezweifeln inzwischen sowohl das schleswig-holsteinische Energieministerium als auch das Bundesumweltministerium die Zuverlässigkeit des Betreibers.

Es kann nicht angehen, dass ein Unternehmen, dessen Zuverlässigkeit von den zuständigen Behörden in Zweifel gezogen wird, von den gleichen Behörden nicht daran gehindert wird, hochgiftigen Atommüll quer durch die Republik zu transportieren“, erklärt Bettina Dannheim, Strahlenbiologin und Energiereferentin von ROBIN WOOD.

Die HEW betreiben nicht nur das AKW Brunsbüttel, sie sind aufgrund ihrer 50-Prozent-Beteiligung auch für das AKW Krümmel verantwortlich. Die dortigen Vorkommnisse belegen, dass es massive Mängel im Sicherheitsmanagment der HEW gibt. Ein Viertel aller meldepflichtigen Ereignisse, die zwischen April und Juni vergangenen Jahres in deutschen Atomkraftwerken passierten, geschahen im AKW Krümmel. Daher machte es die Landesaufsicht dem Betreiber bereits im Sommer zur Auflage, die „Mängel in der Sicherheitskultur“ zu beheben, bevor der Reaktor wiederangefahren werden durfte. Trotzdem folgte bereits am 19. November 2001 der nächste Störfall. Bei einer so genannten wiederkehrenden Prüfung ließ sich eine von zwei Armaturen der Entwässerungsleitung des Sicherheitsbehälters nicht schließen. Bei der Untersuchung zeigte sich, dass der Betreiber gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen hatte.

Die Kette an Störfällen allein bei der HEW zeigt, dass Atomkraftwerke in Deutschland nicht sicher betrieben werden können. Daher werden sich ROBIN WOOD-AktivistInnen an Protesten gegen den Atommülltransport nach Sellafield beteiligen und für einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie demonstrieren.

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Bettina Dannheim, Fachreferentin Energie und
Ute Bertrand, Pressestelle

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

 

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