Hamburg, den 21. Februar 2002
Redaktionen: Aktuelles/Umwelt/Wirtschaft
ROBIN WOOD kritisiert Gerede von der Renaissance der Kernenergie
Unter dem Motto: "Atom Global - Wir strahlen überall" und "Freie Grenzen
für Menschen, nicht für Atom" werden AktivistInnen der Umweltorganisation
ROBIN WOOD heute Abend in Berlin gegen eine Veranstaltung des
"Informationskreises Kernenergie" protestieren, auf der der
baden-württembergische Umweltminister Ulrich Müller (CDU) über eine
"Renaissance der Kernenergie" sprechen wird.
ROBIN WOOD begreift es als Provokation, dass ausgerechnet Ulrich Müller
von einer "Zurückbesinnung auf die Kernenergie" fabuliert. Schließlich ist
es gerade in Baden-Württemberg wiederholt zu schweren Pannen im
Sicherheitsmanagement von Atomanlagen gekommen. Eine kurze Übersicht:
- Plutoniumschmuggel mit hochgiftigen Substanzen aus der ehemaligen
Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe. Die Sicherheitseinrichtungen hatten
versagt. Einige Personen erlitten schwere Strahlenschäden.
- Im AKW
Philippsburg war nach einer Revision aufgefallen, dass im Not- und
Nachkühlsystem nicht die vorgeschriebene Konzentration an Borsäure
vorhanden war. Nur wenige Wochen später wird bekannt, dass die vier
Flutbehälter für den Notkühlfall nicht in dem vorgeschriebenen Umfang mit
Kühlmittel gefüllt war. Und nicht genug: Diese Praxis wurde seit 16 Jahren
vorgenommen.
- Im AKW Obrigheim und AKW Neckarwestheim werden ähnliche
gelagerte Störfälle bei der Befüllung der Flutbehälter des Not- und
Nachkühlsystems bekannt.
"Die letzten Wochen und Monate haben mehr als deutlich gezeigt, dass die
Atomaufsicht in Baden-Württemberg - unter der Verantwortung von Minister
Müller - versagt hat", erklärt Hannes Stein, ROBIN WOOD-Aktivist aus
Berlin. "Offenbar versteht sich die Behörde mehr als Sachverwalter von
Betreiberinteressen, denn als Instanz zur Überwachung atomrechtlicher
Anforderungen.
Bettina Dannheim, Fachreferentin Energie und Ute Bertrand, Pressestelle
Hannes Stein, ROBIN WOOD- Regionalgruppe Berlin
Pressetermin: 21. Februar 2002, 17 Uhr 15 vor dem
Friedrichstadtpalast gegenüber Ecke Friedrichstasse / Rheinhardtstraße.
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22