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Hamburg, den 18. Februar 2002

Redaktionen: Aktuelles/Umwelt/Wirtschaft

Atomtransport aus dem AKW Unterweser für Mittwochmorgen angekündigt

Der geplante Atomzug mit Risikobehältern aus dem AKW Krümmel wurde aus bisher nicht bekannten Gründen verschoben

Recherchen der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD haben ergeben, dass in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (19./20. Februar) ein Transport abgebrannter Brennelemente aus dem niedersächsischen AKW Unterweser in die britische Plutoniumfabrik Sellafield rollen wird. Die zwei Atommüll-Behälter vom Typ CASTOR S 1 sollen in den frühen Morgenstunden das Werksgelände verlassen und über Bremen oder Oldenburg zuerst Richtung Frankreich transportiert werden.

ROBIN WOOD protestiert gemeinsam mit Anti-Atom-Gruppen aus Bremen, Oldenburg und der Wesermarsch gegen diesen Transport. „Durch die so genannte Wiederaufarbeitung der abgebrannte Brennelemente wird sich die Menge der radioaktiven Abfälle um ein Vielfaches erhöhen“, kommentiert Bettina Dannheim, Energiereferentin von ROBIN WOOD den geplanten Transport. „Die Bevölkerung rund um die WAA ist der Strahlenbelastung ausgeliefert, die Leukämierate bei Kindern ist erhöht und Messungen haben gezeigt, dass das Gefieder von Tauben aus Sellafield so hoch belastet ist, dass es in Deutschland als hochradioaktiver Atommüll klassifiziert werden müsste.

Der ebenfalls für den 19./20. Februar geplante Atom-Transport aus dem schleswig-holsteinischen AKW Krümmel nach Sellafield wurde dagegen verschoben. Dieser Transport war ins Gerede gekommen, da nach mehrjähriger Pause erstmals wieder ein Transportbehälter vom Typ NTL 11 zum Einsatz kommen soll. Dieser Behälter hatte im Jahr 1998 mehrere Falltests nicht überstanden und war daher aus dem Verkehr gezogen worden. Inzwischen wurde der Behälter geringfügig überarbeitet und von den Behörden wieder zugelassen. Diese Zulassung basiert aber lediglich auf Versuchen mit maßstäblich verkleinerten Modellbehältern und Computer-Berechnungen. ROBIN WOOD hatte die Aufsichtsbehörden, die Deutsche Bahn und den Anlagenbetreiber HEW aufgefordert, den Transport abzusagen, da ein stichhaltiger Nachweis darüber fehlt, dass der NTL 11 einem Unfall wirklich standhält.

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