Pressemitteilung

Pressemitteilung   Bundesgeschäftsstelle
Langemarckstr. 210
28199 Bremen

Tel.: 0421 / 598 28 8
Fax.: 0421 / 598 28 72

Pressestelle
Nernstweg 32
22765 Hamburg

Tel.: 040 / 390 95 56
Fax.: 040 / 392 84 8

Pressemitteilung  

Hamburg, 30. Oktober 2000

Redaktionen: Politik/Umwelt/Wirtschaft

Kein CASTOR-Lager am AKW Philippsburg

ROBIN WOOD fordert das Bundesamt für Strahlenschutz auf, die atomrechtliche Genehmigung nicht zu erteilen - Nichtöffentliche Erörterung beginnt Donnerstag

Hinter verschlossenen Türen beginnt am Donnerstag (2. November) in Philippsburg der atomrechtliche Erörterungstermin zur Errichtung eines CASTOR-Interimslagers auf dem Gelände des örtlichen Atomkraftwerks. Die Tatsache, dass dabei nur EinwenderInnen und ausgewählte MedienvertreterInnen zugelassen sind, die breite Öffentlichkeit aber draußen bleiben muss, ist nach Ansicht von ROBIN WOOD skandalös. Die Umweltschutzorganisation lehnt die Errichtung des Atommülllagers ab und fordert das Bundesamt für Strahlenschutz auf, die atomrechtliche Genehmigung nicht zu erteilen.

Die Betreiberin des Atomkraftwerks Philippsburg, die EnBW Kraftwerke AG, verfügt nicht über die gesetzlich vorgeschriebene Zuverlässigkeit und Sicherheitskompetenz im Umgang mit radioaktiven Stoffen. Bis heute ist es nicht gelungen, einen CASTOR- Behälter so zu beladen, dass die vorgeschriebenen Dichtheitsprüfungen bestanden wurden. Mehrere Versuche, abgebrannte Brennelemente einzulagern, mussten erfolglos abgebrochen werden. "Wie wollen die Betreiber eigentlich die Dichtheit der Behälter über Jahre gewährleisten, wenn es Ihnen nicht mal im Ansatz gelingt, die Dinger schon beim Beladen dicht zu bekommen?", fragt Bettina Dannheim, Strahlenbiologin und Energiereferentin von ROBIN WOOD.

Die EnBW Kraftwerke AG versichert in ihren Antragsunterlagen, trotz der strahlenden Behälter würden die vorgeschriebenen Grenzwerte für die Bevölkerung und das Betriebspersonal eingehalten werden, so dass von dem Interimslager keine Gesundheitsgefahr ausgehe. Tatsache ist: Die Lagerung hoch radioaktiven Materials in CASTOR-Behältern unter "Beton-Garagen" beschwört ein zusätzliches Gesundheitsrisiko herauf. "Die angeführten Strahlenschutzgrenzwerte entsprechen bei weitem nicht dem neuesten wissenschaftlichen Kenntnisstand. Insbesondere die Wirkung der Neutronenstrahlung, die den wesentlichen Anteil der Gesamtdosis ausmacht, wird um ein Vielfaches unterschätzt", erläutert Dannheim. "Bei einem Unfall sind gravierende gesundheitliche Schäden wahrscheinlich. Und auch gegen Hochwasser, Flugzeugabstürze und Erdbeben ist das Interimslager nicht ausreichend gesichert."

In dem beantragten Interimslager sollen maximal 24 Transport- und Lagerbehälter der Bauart CASTOR V/19 bzw. V/52 bis zu acht Jahren unter mobilen Umhausungen aus Stahlbetonfertigteilen aufbewahrt werden. Anschließend ist die Lagerung in einem dezentralen Standortzwischenlager geplant, welches bereits beantragt wurde. "Das Interimslager ist Teil eines unausgegorenen Entsorgungskonzeptes und hat keinen anderen Zweck, als der Betreiberfirma einen ungestörten Weiterbetrieb des Atomkraftwerks zu ermöglichen", betont Dannheim. "Ob das Standortzwischenlager jemals gebaut wird, ist noch völlig unklar. Und was nach acht Jahren mit dem Müll passieren soll, weiß derzeit niemand."

Die einzig angemessene Reaktion auf die Gefahren der Atomenergie ist die Sofortige Stillegung aller Atomanlagen!

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung

Bettina Dannheim
ROBIN WOOD-
Energie-Referentin
Klaus-Peter Görlitzer

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

 

Lesen Sie hierzu auch die ROBIN WOOD-Pressemitteilungen:
"Der atomrechtliche Erörterungstermin in Philippsburg gerät zur Farce" , vom 2. November 2000
Protest mit Worten und Taten gegen Atommüll-Lager am AKW Philippsburg , vom 2. November 2000
Stoppt das Atommüll-Lager in Lingen! , vom 17. Oktober 2000
"Kein CASTOR-Interimslager am Atomkraftwerk Neckarwestheim!" , vom 5. Oktober 2000
Auch dezentral ist katastrophal! - ROBIN WOOD-Aktion gegen Atommüll-Zwischenlager in Lingen , vom 17. September 1999
Pressemitteilung

ROBIN WOOD Startseite

©ROBIN WOOD