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Bonn und Hamburg, 17. Oktober 2000
Gemeinsame Mitteilung von BBU und ROBIN WOOD
Bundesregierung ließ sich von Strom-Giganten offenbar reinlegen
Bei den langwierigen Verhandlungen um den so genannten "Atomkonsens" hat sich die
rot-grüne Bundesregierung offensichtlich reinlegen lassen von den Energiekonzernen, die offenbar seit
Monaten detaillierte Pläne zum Abbau von Überkapazitäten vorbereitet hatten. Von Erfolgen in
Richtung "Atomausstieg kann nach Ansicht von BBU und ROBIN WOOD bisher überhaupt
nicht die Rede sein.
Die Behauptung, ohne Atomstrom gingen in Deutschland die Lichter aus, gehörte in den vergangenen
Jahren zum Standardrepertoire der Energiemanager. Tatsächlich gibt es enorme Überkapazitäten: Rund
100.000 Megawatt könnten Kraftwerke hierzulande produzieren, knapp 71.000 wurden am Tag mit der
höchsten Auslastung 1999 benötigt. In seiner aktuellen Ausgabe Nr. 42/2000 berichtet das
Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL nun, was der rot-grüne Verhandlungspartner eigentlich hätte
wissen müssen: Die Pläne für den betriebswirtschaftlich lukrativen Kapazitätsabbau liegen seit
Monaten in den Schubladen der Konzerne. "In den Verhandlungen mit der Bundesregierung über
einen Atomausstieg", zitiert DER SPIEGEL einen E.on-Manager, "wären wir von
vornherein unglaubwürdig gewesen, wenn man gewusst hätte, dass wir allein aus wirtschaftlichen
Gründen in den nächsten Monaten eine große Anzahl von Kraftwerken schließen müssen."
"Diese Aussage bestätigt unsere Warnungen und Befürchtungen, die wir im Vorfeld der
Konsens-Verhandlungen immer wieder vorgebracht haben", erklären übereinstimmend Eduard
Bernhard. Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und Bettina
Dannheim, ROBIN WOOD-Energiereferentin. Bernhard bringt es so auf den Punkt: "Die
Bundesregierung hat sich bei den Verhandlungen um den Atomkonsens über den Tisch ziehen lassen,
entweder bewusst oder durch mangelnde Professionalität. Für beide Varianten gibt es keine
Entschuldigung." Mit Blick auf die jüngsten "Erfolgsmeldungen" aus dem
Bundesumweltministerium stellt Dannheim klar: "Auch das Abschalten des Atomkraftwerkes
Stade wird mit wirtschaftlichen Erwägungen begründet. Es gibt also keinen sachlichen Grund für
Jürgen Trittin, hier von einem Erfolg des Atomkonsenses zu sprechen".
"Chefsache" CASTOR-Transporte
Zu Meldungen, dass die Bundesregierung die
CASTOR-Transporte zur französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague jetzt zur
"Chefsache" gemacht habe, erklären Dannheim und Bernhard: "Dann muss jetzt eben
Bundeskanzler Schröder mit den Umweltverbänden über die CASTOR-Transporte reden. Wir erläutern
ihm gern, warum der Schutz der Bevölkerung Vorrang haben muss vor den Interessen der Betreiber.
Dass ihnen mit Hilfe riskanter Atommüll-Transporte der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke ermöglicht
werden soll, ist unverantwortlich."
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- Eduard Bernhard, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz e.V., Tel. 06027 / 8404
- Bettina Dannheim, ROBIN WOOD-Energiereferentin, Tel. 040 / 3909553
- Klaus-Peter Görlitzer, ROBIN WOOD-Pressesprecher, Tel. 040 / 3909556
- Christine Ellermann, BBU-Bundesgeschäftsstelle, Tel. 0228 / 214032
Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22
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