Hamburg, den 16.10.2000
Redaktionen: Politik/Umwelt/Wirtschaft
CASTOR-Alarm: Transporte behindern, Atomkraftwerke endlich abschalten!
ROBIN WOOD protestiert gegen die beabsichtigte Wiederaufnahme der CASTOR-Transporte - AktivistInnen des Umweltverbandes stellen sich in Philippsburg quer
Schon in dieser Woche werden die ersten Transporte abgebrannter Brennelemente aus dem
Atomkraftwerk Philippsburg in der französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague erwartet.
Weitere atomare Ladungen aus den Atomkraftwerken Biblis und Stade sollen bis Ende des Jahres
folgen. AtomkraftgegnerInnen haben den CASTOR-Alarm ausgerufen und mobilisieren seit Tagen ins
badische Philippsburg, um den angekündigten Brennelemente-Transport wirkungsvoll zu behindern.
"Wir wissen, dass diese Aktion den Transport nicht grundsätzlich verhindern wird, wir sind
allerdings fest entschlossen, ihn zu erschweren", sagt Jürgen Sattari, Vorstandssprecher von
ROBIN WOOD. "Der Atomkonsens ermöglicht den Stromkonzernen, bis Mitte 2005 rund 2.000
Tonnen radioaktiven Atommüll zu den Wiederaufarbeitungsanlagen ins englische Sellafield oder ins
französische La Hague zu überführen", erläutert Sattari. "Mit der Genehmigung dieser
Transporte knüpft Rot-Grün nahtlos an die grundsätzlich atomfreundliche Politik der Kohl-Regierung
an", sagt der ROBIN WOOD-Vorstandssprecher.
1998 hatte die damalige Umweltministerin Angela Merkel angeordnet, die CASTOR- Transporte bis
auf weiteres zu stoppen. Ein Skandal hatte die CDU-Politikerin dazu veranlasst: Zuvor war bekannt
geworden, dass AKW-Betreiber über zehn Jahre massive, Grenzwert überschreitende Kontaminationen
an Atommüllbehältern verschwiegen hatten. Besonders häufige und besonders hohe
Strahlenverseuchungen waren an französischen Behältern vom Typ TN gemessen worden. Trotzdem
werden sie jetzt wieder zum Einsatz kommen.
"Bis heute ist ungeklärt, wie es zu den Kontaminationen hat kommen können. Damit ist auch
immer noch unklar, ob und wie diese riskanten Belastungen vermeidbar sind", sagt Bettina
Dannheim, Strahlenbiologin und Energieexpertin von ROBIN WOOD. "Die rot-grüne
Regierung", stellt Dannheim klar, "verzichtet auf eine sorgfältige Ursachenklärung und
gibt statt dessen dem Drängen der Betreiber nach. Der Schutz der Bevölkerung bleibt wieder einmal
auf der Strecke. Völlig unverständlich ist zudem, dass Konstruktionsmängel der Behälter, die schon
seit Jahren bekannt sind, von den zuständigen Behörden weiterhin einfach ignoriert werden."
Die einzige angemessene Reaktion auf die Gefahren der Atomenergie und der Atommülltransporte ist
die Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen!
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