Pressemitteilung

Pressemitteilung   Bundesgeschäftsstelle
Langemarckstr. 210
28199 Bremen

Tel.: 0421 / 598 28 8
Fax.: 0421 / 598 28 72

Pressestelle
Nernstweg 32
22765 Hamburg

Tel.: 040 / 390 95 56
Fax.: 040 / 392 84 8

Pressemitteilung  

Hamburg, den 16.10.2000

Redaktionen: Politik/Umwelt/Wirtschaft

CASTOR-Alarm: Transporte behindern, Atomkraftwerke endlich abschalten!

ROBIN WOOD protestiert gegen die beabsichtigte Wiederaufnahme der CASTOR-Transporte - AktivistInnen des Umweltverbandes stellen sich in Philippsburg quer

Schon in dieser Woche werden die ersten Transporte abgebrannter Brennelemente aus dem Atomkraftwerk Philippsburg in der französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague erwartet. Weitere atomare Ladungen aus den Atomkraftwerken Biblis und Stade sollen bis Ende des Jahres folgen. AtomkraftgegnerInnen haben den CASTOR-Alarm ausgerufen und mobilisieren seit Tagen ins badische Philippsburg, um den angekündigten Brennelemente-Transport wirkungsvoll zu behindern.

"Wir wissen, dass diese Aktion den Transport nicht grundsätzlich verhindern wird, wir sind allerdings fest entschlossen, ihn zu erschweren", sagt Jürgen Sattari, Vorstandssprecher von ROBIN WOOD. "Der Atomkonsens ermöglicht den Stromkonzernen, bis Mitte 2005 rund 2.000 Tonnen radioaktiven Atommüll zu den Wiederaufarbeitungsanlagen ins englische Sellafield oder ins französische La Hague zu überführen", erläutert Sattari. "Mit der Genehmigung dieser Transporte knüpft Rot-Grün nahtlos an die grundsätzlich atomfreundliche Politik der Kohl-Regierung an", sagt der ROBIN WOOD-Vorstandssprecher.

1998 hatte die damalige Umweltministerin Angela Merkel angeordnet, die CASTOR- Transporte bis auf weiteres zu stoppen. Ein Skandal hatte die CDU-Politikerin dazu veranlasst: Zuvor war bekannt geworden, dass AKW-Betreiber über zehn Jahre massive, Grenzwert überschreitende Kontaminationen an Atommüllbehältern verschwiegen hatten. Besonders häufige und besonders hohe Strahlenverseuchungen waren an französischen Behältern vom Typ TN gemessen worden. Trotzdem werden sie jetzt wieder zum Einsatz kommen.

"Bis heute ist ungeklärt, wie es zu den Kontaminationen hat kommen können. Damit ist auch immer noch unklar, ob und wie diese riskanten Belastungen vermeidbar sind", sagt Bettina Dannheim, Strahlenbiologin und Energieexpertin von ROBIN WOOD. "Die rot-grüne Regierung", stellt Dannheim klar, "verzichtet auf eine sorgfältige Ursachenklärung und gibt statt dessen dem Drängen der Betreiber nach. Der Schutz der Bevölkerung bleibt wieder einmal auf der Strecke. Völlig unverständlich ist zudem, dass Konstruktionsmängel der Behälter, die schon seit Jahren bekannt sind, von den zuständigen Behörden weiterhin einfach ignoriert werden."

Die einzige angemessene Reaktion auf die Gefahren der Atomenergie und der Atommülltransporte ist die Sofortige Stilllegung aller Atomanlagen!

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung

Bettina Dannheim
ROBIN WOOD-
Energie-Referentin
Jürgen Sattari
ROBIN WOOD-
Vorstandssprecher
Klaus-Peter Görlitzer

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre Klimaschutz durch Atomausstieg, anzufordern in der ROBIN WOOD-Pressestelle.

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

 

Pressemitteilung

ROBIN WOOD Startseite

©ROBIN WOOD