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Berlin, 15.5.2000

Ressorts: Umwelt, Ausland

Gemeinsame Pressemitteilung von ROBIN WOOD, Urgewald und der Gesellschaft für bedrohte Völker

Schwedens Ureinwohner kämpfen
um ihre Rechte

Solidaritätsaktion vor der schwedischen Botschaft in Berlin

Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen ROBIN WOOD, Urgewald sowie die Gesellschaft für bedrohte Völker haben heute vormittag gemeinsam für die Achtung der Rechte von Schwedens Urbevölkerung, der Saami, demonstriert. Die AktivistInnen zogen mit lebensgroßen Plüsch-Rentieren und Transparenten vor das Gebäude der Nordischen Botschaften in Berlin und übergaben dort eine an Schwedens Ministerpräsidenten Göran Persson gerichtete Petition. Darin fordern sie ihn auf, das Recht der Saami auf Rentierweide zu garantieren und die ILO-Konvention zum Schutz indigener Völker zu ratifizieren. Weitere Protestaktionen laufen heute in London und Amsterdam. Damit unterstützen die beteiligten Organisationen eine Informationswoche der Saami, die gestern mit dem Aufschlagen eines Zeltcamps mitten in Stockholm begonnen hat.

Anlass des Konflikts ist der Versuch schwedischer Privatwaldbesitzer und ihrer Verbände, den Saami die Rentierweide in ihren Wäldern gerichtlich verbieten zu lassen. Dadurch ist die Lebensweise der Saami, die seit Jahrhunderten von der Rentierzucht leben, massiv bedroht. Aller Voraussicht nach werden die Waldbesitzer die Prozesse gewinnen. Denn das schwedische Recht schreibt vor, dass die Saami das ihnen grundsätzlich zugestandene Recht auf Waldweidenutzung schriftlich belegen müssen. "Eine diskriminierende Vorschrift!", kritisiert Agnes Dieckmann von der Umweltorganisation Urgewald. "Solche bis ins letzte Jahrhundert reichenden Dokumente existieren bei halbnomadisch lebenden Völkern kaum."

Anders als Schweden haben Länder wie Norwegen und Dänemark den Schutz der Saami bereits entscheidend verbessert und die Konvention 169 der UN-Unterorganisation ILO (International Labour Organisation) zum Schutz der Rechte indigener Völker schon vor Jahren ratifiziert. Dieser Völkerrechtsvertrag verpflichtet die Unterzeichnerstaaten, die Rechte der UreinwohnerInnen auf eigenes Territorium, eigene Lebensweise, Kultur und Sprache zu respektieren. "Es ist höchste Zeit", so Theodor Rathgeber von der Gesellschaft für bedrohte Völker, "dass Schweden nun endlich nachzieht."

Als Großabnehmer schwedischer Holzprodukte ist Deutschland im Saami-Konflikt und im Streit um die Nutzung der Wälder nicht ohne Einfluss. Seit Jahren engagieren sich ROBIN WOOD und Urgewald für eine Waldwirtschaft, die sozial gerecht und ökologisch verträglich ist. Mit Erfolg! Zahlreiche Forstunternehmen und Waldbesitzer in Schweden haben sich nach den Richtlinien des Forest Stewardship Council (FSC) zertifizieren lassen, den die Umweltorganisationen unterstützen. "Das weltweit gültige FSC-Siegel ist bislang das einzige Holz-Gütezeichen, dass auch die Interessen der indigenen Bevölkerung sicherstellt", erläutert Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD. "Wir fordern daher Unternehmen und VerbraucherInnen auf, ihren Einfluss geltend zu machen und beim Holzkauf auf das FSC-Siegel zu achten."

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Fachreferent Wald

Kontakt:
Ute Bertrand, Pressesprecherin, presse@robinwood.de, 040 - 380 892 22

 

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