ROBIN WOOD überzeugt Metro

Konzern verbannt Produkte von APP aus dem Sortiment

Wir erinnern uns: ROBIN WOOD war bereits Ende des vergangenen Jahres auf den Metro Konzern aufmerksam geworden. Bei Galeria Kaufhof, der auch zur Metro-Gruppe gehört, fanden AktivistInnen farbiges Kopierpapier des indonesischen Raubaukonzerns Asia Pulp & Paper (APP). Daraufhin war die Metro mehrfach schriftlich von ROBIN WOOD aufgefordert worden, sämtliche Produkte von APP sofort aus dem Sortiment zu nehmen.

Als die Metro nach einem halben Jahr immer noch Papier von APP verkaufte, entschloss sich ROBIN WOOD aktiv zu werden: Der Handelsriese bekam ungebetenen Besuch auf seiner Aktionärs-Hauptversammlung in Düsseldorf (wir berichteten im Magazin 82/3.2004). ROBIN WOOD-AktivistInnen kletterten der Metro aufs Dach und befestigten riesige Protest-Transparente über dem Eingang und stellten Metro Vorstandschef Körber auf der Hauptversammlung zur Rede. Außerdem wurde ein E-Mail-Protest Online gestellt.

Metro beugt sich dem Druck von ROBIN WOOD und verpflichtet sich , auf Papier aus Raubbauwirtschaft zu verzichten

Jetzt ist in der Metro Konzernzentrale in Düsseldorf doch noch Vernunft eingekehrt – zu mindestens teilweise. Der Handelsriese, zu dem auch die Ketten Real, Comet/Extra, Media Markt, Saturn, Praktiker und die Metro Großmärkte gehören, will keine weiteren APP-Papiere einkaufen. In einer schriftlichen Erklärung der Metro an ROBIN WOOD heißt es unter anderem: „Wie in den vorherigen Schreiben an Sie bereits erwähnt, hat die METRO Group zunächst die Forderungen von Robin Wood geprüft und APP um Stellungnahme gebeten.

Den Dialog mit APP hat die METRO Group zum Anlass genommen, von allen ihren Papierlieferanten den schriftlichen Nachweis zu verlangen, dass die verwendeten Rohstoffe nicht aus schutzwürdigen Waldgebieten stammen. Dieser schriftliche Herkunftsnachweis ist in Zukunft Voraussetzung der Lieferanten zur Teilnahme an Papierausschreibungen. APP hat den Nachweis nicht geliefert und konnte damit auch nicht mehr an den letzten Ausschreibungen zur Lieferung von Papierwaren teilnehmen.“

Diese Erklärung der Metro bedeutet nicht, dass es ab sofort keine Papierprodukte von APP in den Geschäften der Metro geben wird. Die vorhandenen Lagerbestände müssen erst noch verkauft werden und das kann nach Angaben der Metro noch mindestens ein halbes Jahr dauern. Bei Kaufhof sind z.B. noch folgende Schulhefte von APP erhältlich:


Hände weg!
Noch bietet Kaufhof diese Schulhefte aus Raubbaupapier an

Außerdem empfiehlt ROBIN WOOD der Metro dringend, verbindliche Umwelt- und Sozialstandards für alle Papierprodukte einzuführen und in Zukunft deutlich mehr Recyclingpapier-Produkte zu verkaufen. Trotzdem ist dies ein wichtiger Schritt der Metro in die richtige Richtung und deshalb auch ein Erfolg für ROBIN WOOD.

Wir bedanken uns bei allen, die uns dabei unterstützt haben. Unser Dank geht insbesondere an unsere FörderInnen, denn ohne ihre Spenden wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen und an alle die aktiv gewesen sind und sich z.B. an unserem Online-Protest beteiligt haben. Jetzt kommt es darauf an, dass wir gemeinsam weiter machen, damit Raubau-Papier auf dem deutschen Markt keine Chance hat.

Peter Gerhardt ist Tropenwaldreferent bei ROBIN WOOD und in der Pressestelle in Hamburg zu erreichen: Tel.: 040/38089218, tropenwald@robinwood.de