ROBIN WOOD Wald-Seiten
Bärendienst - auf dem Weg zum Erfolg
Dieter Gade, Bragg Creek/Alberta
Der kanadische Premierminister Jean Chretien verkündete am 3. Oktober 2002, dass seine Regierung beabsichtigt, im Rahmen eines größeren Nationalparkerweiterungsprogramms auch den Waterton Lakes Nationalpark in das Flathead Valley im südöstlichsten Zipfel der Provinz British Columbia auszudehnen.
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Photo: Wayne Lynch
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Die Unterschutzstellung dieses Gebietes, das die höchste Dichte an Grizzlys im Landesinneren Nordamerikas hat, ist für die Population dieser Bären in den gesamten Rocky Mountains entscheidend. Die von höchster Regierungsstelle kommende Absichtserklärung ist der erste große Erfolg der internationalen Peace Park Plus-Kampagne, an der sich in Deutschland auch Robin Wood beteiligt. Im Juni wurden die LeserInnen des Robin Wood-Magazins und der Robin Wood-Internetseiten gebeten, für die Erweiterung dieses Nationalparks und für die Einrichtung eines großen Wildschutzgebietes in den Rocky Mountains aktiv zu werden. Das geforderte Wildschutzgebiet würde die bereits im Grenzgebiet von Kanada und USA existierenden Nationalparks mit den Parks in den zentralen kanadischen Rocky Mountains verbinden.
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Copyright: Canadian Parks and Wilderness Society
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Weltweit haben mehr als 10 000 Personen Briefe an die zuständigen kanadischen Landes- und Provinzregierungen geschrieben. In Deutschland folgten bislang über 1100 Bürger diesem Aktionsaufruf. Renommierte Medien wie die New York Times haben inzwischen dieses Thema aufgegriffen. In Deutschland berichtete das ZDF Anfang Oktober über die Gefährdung der Grizzlybären in der Region des Waterton Lakes Nationalparks und zeigte, wie eine Erweiterung dieses Parks dem Überleben der braunen Riesen helfen kann. Dieser Beitrag wurde später auch in leicht gekürzter Fassung von der Deutschen Welle TV international verbreitet.
Noch ist das Ziel nicht ganz erreicht. Die Erweiterung des Waterton Lakes Nationalparks kann nur im Einvernehmen mit der Regierung der Provinz British Columbias und mit den First Nations erfolgen, die in diesem Gebiet traditionelle Landrechte haben. Leider steht die Regierung British Columbias nach wie vor einer Parkerweiterung ablehnend gegenüber. Sie fürchtet noch immer die starke Opposition lokaler Jägergruppen und der Kohlebergbauindustrie. Vorbehalte hat die Regierung auch gegen die Einrichtung des Wildschutzgebietes, das sich im Norden an die geplante Nationalparkerweiterung anschließen soll.
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Photo: George Smith
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Robin Wood wird Sie über weitere Entwicklungen auf dem Laufenden halten. Wenn Sie weitere Informationen benötigen, können Sie sich an Rudolf Fenner in der ROBIN WOOD-Pressestelle wenden: wald@robinwood.de; Tel.: 040/380 892-11, Fax: -14.
Dieter Gade, der vor 12 Jahren seine Heimatstadt Hamburg verließ, um in Kanada zu leben, ist Mitarbeiter der Canadian Parks and Wilderness Society (CPAWS). Er koordiniert die Schutzkampagnen in der Region von Calgary und Banff (Provinz Alberta) und ist unter dgade@cpawscalgary.org zu erreichen.
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