Neue Regierung Brasiliens mit dem Rücken zur Wand

Bei der Stichwahl Ende Oktober wurde Luiz Inácio „Lula“ da Silva, Linkskandidat der Arbeiterpartei, neuer Präsident Brasiliens. Sein seit langem vorhersehbarer Sieg und die Argentinienkrise lassen die brasilianische Währung abstürzen. Die Investoren misstrauen dem linken Kandidaten und der wirtschaftlichen Wetterlage in Südamerika und ziehen ihr Geld ab. Seit April verlor der Real die Hälfte seines Werts. Damit wird es immer aussichtsloser, die Auslandsschulden in Höhe von 260 Mrd. US-Dollar jemals abzubezahlen. Die Verschuldung beträgt bereits über 60% des Bruttoinlandsprodukts.

Um einem möglichen Offenbarungseid eines linken Präsidenten zuvorzukommen, erhielt Brasilien jüngst einen neuen Rekordkredit von 30 Mrd. US-Dollar vom Internationalen Währungsfonds. So kann das Land weiter die fälligen Raten zahlen. Wichtigste Auflage für den neuen Kredit ist wie üblich strengste Haushaltskonsolidierung, also Sparmaßnahmen, die vor allem die etwa 50 Millionen Brasilianer treffen werden, die bereits unterhalb der Armutsgrenze leben. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird weiter wachsen und die Ressourcen des Landes werden weiter für den Weltmarkt ausgebeutet - solange der IWF Brasilien zahlungsfähig hält. Dagegen wird auch ein linker Präsident kaum etwas tun können.

Unbeirrt halten die internationalen marktgläubigen Institutionen an ihren Rezepten fest. Ohne Limit und ohne einen Anflug von Zweifel treiben sie selbst große Wirtschaftsmächte weiter in die Schuldenfalle. Sie schützen damit vor allem die Profite der Banken und Investoren, die ebenfalls nie Zurückhaltung zeigen, wenn es um riskante Geschäfte auf Kosten von Mensch und Natur geht. Für die Kosten dieser Politik zahlen wir als Steuer- und somit Beitragszahler des IWF und der Weltbank. Unter zerstörter Umwelt, Armut und Krankheit leiden vor allem die Menschen in den Entwicklungsländern.


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