Papier aus Tropenholz...

Die Papierhersteller dieser Welt haben Mühe, genügend Holz für ihre Zellstoffwerke zu beschaffen. Deshalb dehnt sich diese Industrie immer mehr in die Tropen aus, die scheinbar viele Vorteile bieten: Das Holz wächst schneller als in kälteren Klimaten, die Arbeitskräfte sind meist billig und Umweltschutzauflagen existieren nicht oder werden nicht beachtet. Große Teile der tropischen Regionen drohen deshalb zu bloßen Holzlieferanten für den steigenden Papierkonsum zu verkommen.

Für ihre Zellstoffproduktion betreibt die Papierindustrie, insbesondere auf Sumatra, brutalen Raubbau mit Kahlschlagwirtschaft in den Wäldern. Zahlreiche Dokumentationen belegen, dass die Papiergiganten selbst vor illegalen Brandrodungen nicht zurückschrecken und die lokale Bevölkerung teils unter Gewaltanwendung von ihrem Land vertreiben.

ROBIN WOOD arbeitet dabei mit internationalen Umweltschutzorganisationen zusammen und recherchiert auf dem deutschen Markt. Nachdem Papier von APP (Asia Pulp & Paper) , einem der schlimmsten Raubbaukonzerne, bei Karstadt verkauft wurde, entschlossen sich die UmweltschützerInnen zu einem bundesweiten Aktionstag. Ergebnis: Karstadt verzichtet ab sofort auf Tropenholzpapier aus Indonesien.

... dafür Recyclingpapier

Eine Alternative zum Rohstoff Holz für die Herstellung von Papier ist die Verwendung von Altpapier. Die Produktion von Recyclingpapier spart Energie, Wasser, entlastet das Abwasser und verringert Emissionen. Produkten aus Recyclingpapier wird von unabhängigen Prüfinstituten und vielen VerbraucherInnen eine gute Qualität bescheinigt. Bei steigendem Papierverbrauch in Deutschland gibt es trotzdem Bereiche, in denen der Anteil an Recyclingpapier stagniert oder stark gesunken ist. Bei den Schulmaterialien liegt der Anteil mittlerweile unter zehn Prozent.

Damit sich das ändert, arbeitet ROBIN WOOD seit 1999 in der „Initiative 2000 plus – Schulmaterialien aus Recyclingpapier“ in NRW mit und hat 2001 in Brandenburg einen weiteren Schwerpunkt der Initiative gesetzt. Zusammen mit sieben Kooperationspartnern wollen wir in Brandenburg mindestens 250 Schulklassen überzeugen, sich bei der Aktion „Wir setzen Zeichen – Schulen pro Recyclingpapier“ zu verpflichten, Recyclingpapier zu benutzen.

Peter Gerhardt, Hamburg, tropenwald@robinwood.de und Angelika Krumm, Schwedt, papier@robinwood.de