- Logbuch -


Fahrt Köln-Düsseldorf 1.9.03
Industriekulissen am Ufer
Morgens wurden wir von einem Schiff geweckt, das an den von uns gekaperten Anleger wollte. In kaum 2 Minuten waren Planen eingerollt, Schlafsäcke beiseite geschoben Motor gestartet und Leinen los. Wir legten an einem benachbarten Steiger der KD Köln-Düsseldorfer (Schiffahrtsgesellschaft) an. Kurze Zeit später kam Frau Apel von der KD vorbei und schloss uns das Tor des Anlegers auf. Sowohl KD als auch Viking River Cruises hatten uns schon oft unkompliziert ihre Anlegestellen zur Verfügung gestellt.

Nachmittags gegen 16 Uhr fuhren wir los nach Düsseldorf. Schon nach ein paar Kilometern wurden wir von heftigem Wind und Regen überrascht und einige von uns klatschnass. Aber zum Ausgleich gab es noch einen schönen sonnigen Abend. Die Ufer zieren jetzt immer öfter Industrieanlagen. Kurz vor Düsseldorf fuhren wir uns auf einer Kiesbank fest, konnten uns aber mit den Schlauchbooten freiziehen. Noch während der Fahrt fingen einige an, das Abendessen zu kochen. Wir kamen spät in Düsseldorf an der Rheinterrasse an. Es war kühl und feucht. Christian hat schon seit Tagen Grippe, Abreisen kommt aber für ihn nicht in Frage. Erst wenn die die Robina Wald im Hafen ist, lässt sich mit ihm darüber reden.

 
Köln 31.8.2003
Floßtour (fast) zu Ende
Gegen Mittag mußten wir unseren Liegeplatz an der Deutzer Brücke räumen. Ein großes Passagierschiff legte dort an. Kurzerhand und aus Mangel an Alternativen kaperten wir einen anderen Steiger unterhalb der Altstadt, in bester City-Lage und im Bewußtsein, dort jederzeit wieder verschwinden zu müssen. Aber es kam kein Schiff. Und so konnten wir die wahrscheinlich zentralste Anlegestelle Kölns den Rest des Tages für unsere Öffentlichkeitsarbeit nutzen - direkt am Büchermarkt unterhalb der Altstadt. Es war einer der am besten besuchten Liegeplätze der ganzen Tour. Wieder machten Floß, Infostand und Kletterer viele Besucher neugierig. Wir hatten alle Hände voll zu tun, Gäste zu betreuen. Der Marktbetreiber lud uns ein, weiterhin Infostände auf seinen Märkten zu machen.

Leider mußten viele heute abreisen. Ingo ist krank, Susanne muß zur Schule, Tim zum Zivildienst, Tina arbeiten, und auch die seit längerem mitfahrenden Greenpeacer mußten weg. Wir sind nur noch zu fünft. Aber die Stimmung ist gut. Es wird langsam kühler. Zwischendurch regnet es immer wieder mal.

 
Köln 30.8.2003
Floßparty
Das Wetter ist wieder besser. Den ganzen Tag haben wir viele Besucher auf dem Floß. Ein Redakteur des Kölner Express kam vorbei um eine spontan organisierte Abseilaktion von Christian und Alex an der Deutzer Brücke zu fotografieren. Unter den beiden verfolgte währenddessen eine Menschenmenge neugierig das Geschehen.

Abends war Floßtour-Abschlußparty. Einige Kölner Robin WoodlerInnen und Greenpeacer kamen. Das Floßkino fand großen Anklang bei Partygästen und Passanten. Wilfried hatte einen Film über die Floßtour und das Klettercamp gegen den Frankfurter Flughafen-Ausbau dabei. Außerdem im Programm: Ein Film über die Betonblock-Castorblockade 2001 und viele Bilder von der Floßtour.

 
19.8.03 St. Goarshausen
(Tag 32) Kämmende Blondinen
Wir wachten im trüben Morgenlicht auf - der Regen war vorbei, die Nacht einigermaßen trocken überstanden. Mit 14 Leuten auf dem Floß. Das funktioniert so: jeweils 6 Leute schlafen links und rechts der Kisten, die in der Mitte vom Floß mit unserem Material aufgereiht sind: zu dritt nebeneinander und zu zweit hintereinander. Auf den Kisten schlafen noch mal zwei hintereinander. Das ist eng, aber es geht. Wir fuhren am späten Vormittag ab. Kaub war ohnehin nicht als Haltepunkt eingeplant. Kurz vor St. Goarshausen passierten wir den Loreley-Felsen.

Und da passierte es: alle auf dem Floß befindlichen Blondinen fingen an, ihr Haar zu kämmen! Was würde geschehen? Läßt sich Steuermann Christian ablenken, kommt das Floß vom Kurs ab und zerschellt an den Felsen? Geistesgegenwärtig eilt einer herbei und verbindet Christian die Augen. Die Gefahr ist gebannt.

In St. Goarshausen beschlossen wir, über Nacht zu bleiben. Fährmann Hammerl, dessen Familie dieses Handwerk bereits seit fast 500 Jahren betreibt, stellte uns freundlicherweise seine Anleger in St. Goarshausen und St. Goar zur Verfügung. Christian und Rainer nutzten den Tag für Reparaturen und Verbesserungen an der Solaranlage. Bei Sonnenuntergang setzten wir über nach St Goar.

 
18.8.03 Mainz - Kaub
(Tag 31) Wind, Regen und toter Fisch
Die letzte Nacht in Mainz verbrachten wir unter widrigen Umständen. Ein toter Fisch hat sich unter dem Floß verfangen und gammelt dort vor sich hin. Vormittags kam die Wasserschutzpolizei ein paar mal vorbei um zu fragen, wann wir los fahren. Auf der Strecke von Bingen nach Koblenz mit ihrer stärkeren Strömung wird ja immer wieder vermutet, dass das Floß auseinander bricht. Auf dem ersten Teil der Strecke, Mainz bis Bingen, hatten wir starken Gegenwind und tolle Wellen. Es wurde ordentlich naß auf dem Floß. Das Geschirrspülen hatte sich nach den ersten Wogen erledigt. Ein Topf mit leckerem Essen auf dem Vordeck verwandelte sich flugs in Rheinwassersuppe. Beim Versuch, ihn auszukippen, ging er endgültig über Bord. Wir kamen viel langsamer voran als geplant. Erst hinter Bingen, im Windschatten der Berghänge, flaute der Wind ab - plötzlich waren wir doppelt so schnell. Zum Ausgleich fing es an zu regnen. In Kaub beschlossen wir, über Nacht zu bleiben, um nicht in die Dunkelheit zu kommen. Nachdem wir den Regen mit allerlei Planen, Spanngummis und Seil vom Floß verbannt hatten, wurde lecker gekocht und alsbald geschlafen.
 
11.8.03 Erfelden - Mainz
(Tag 24) Eine Woche Mainz
Früh morgens fingen wir an, nach dem Defekt am Floßmotor zu suchen. Peter und Daniel gelang es, den Fehler zu finden und zu reparieren. Zum Glück war es kein Motorschaden, wie wir zunächst befürchtet hatten.

Während der Reparatur fuhren wir langsam, vom Schlauchboot gezogen, Richtung Neu-Rhein. Am Ufer tauchten einige Störche auf, noch einmal genießen wir die schöne Flußlandschaft und die Ruhe. Kurz nach vier erreichten wir Mainz. Am Malakoff-Ufer erwarteten uns schon ein paar Presseleute. Hier bleiben wir jetzt bis nächsten Montag und bieten in dieser Zeit unser Info-Programm zum Thema Recyclingpapier und anderen Umweltthemen an. FloßbesucherInnen können aus gebrauchtem Papier neues machen, bei der Gestaltung des eigenen Blattes Papier können viele phantasievolle Möglichkeiten ausprobiert werden. Abends schließlich gibt es Floßkino und am Donnerstag einen Diavortrag.

 
7.8.2003 Worms - Erfelden
(Tag 20) Biblis vom Netz
Um 8.00 waren wir wach. Oder standen zumindest auf. Auf der heutigen Tagesetappe lag das AKW Biblis, und da wollten wir nicht einfach nur dran vorbeifahren. Schon seit gestern ruft auch immer wieder mal die Polizei an und will "aus reinpersönlichen Gründen" mal wissen, wann wir weiterfahren und uns "einfach nur kennenlernen". Und auch der Polizeihubschrauber, der früh morgens im Tiefflug an uns vorbeidröhnte, war "sowieso grade in der Luft". Es gab noch viel zu erledigen vor der Abfahrt. Einer unserer Außenbordmotoren braucht einen Checkup, Ballongas mußte besorgt und Presse betreut werden. Wir mieteten ein Auto, das sofort von der Polizei verfolgt wurde.

Der Plan war, vor dem AKW ein Transparent am Floß aufzuspannen und 100 Gasballons in den Farben des Radioaktivitäts-Zeichens (schwarze und gelbe) als symbolischen Fallout nach einer auch in Biblis möglichen Katastrophe steigen zu lassen. Mittags fuhren wir los. als Gast hatten wir unter anderem einen Wormser Stadtrat dabei. Während wir uns Biblis näherten, entstand auf dem Floß langsam eine große Ballon-Blase unter einer Plane. Zwei Polizei-Boote begleiteten uns. Vor Biblis warteten Zeitungsreporter und jemand vom Offenen Kanal Worms gemeinsam mit unseren Pressebetreuerinnen und Wilfried, unserem Kameramann. In dem Moment, als das Floß genau zwischen ihnen und den Kühltürmen von Biblis ankam, drehten wir es gegen den Strom und der Fallout stieg in den Himmel. Hinterher feierten wir die gelungene Aktion mit ausgiebigem Badespaß vor Biblis. Hinter dem Kraftwerk flußabwärts verzichteten wir darauf erst mal eine Weile. Gegen Abend erreichten wir die Einmündung des Erfelder Altrheins, eines Rhein-Altarms, der ein großes Auwald-Naturschutzgebiet umschließt - das größte Hessens. Hier wollen wir übers Wochenende bleiben und die Natur genießen. Langsam tuckern wir in den schmalen, kaum fließenden Flußarm hinein, hinter uns die untergehende Sonne, vor uns nur Wasser und Wald.

An den sandigen Ufern: Hartholzaue und entstehender Weichholz-Auwald. Hier und da liegen einzelne Boote vor Anker. Nach einigen Kilometern legen wir an und genießen die urige Atmosphäre. Kein elektrisches Licht in der Nähe, die Hitze, Geräusche und der modrige Geruch lassen fast vergessen, daß wir uns im dicht besiedelten Mitteleuropa befinden. Eine fast tropische Nacht.

 
6.8.03 Mannheim-Worms
(Tag 19) Ankunft auf dem Rhein
Wieder ist es brütend heiß. Trotz mehrerer Radio- und Zeitungsmeldungen kommen nur wenige Besucher zum Floß. Wahrscheinlich meidet die Hitze draußen wer irgendwie kann.

Wir warten mit der Abfahrt nach Worms, bis Christian aus Stuttgart ankommt. Weil wir wissen, daß er mit 35 kg Gepäck kommt, spekulieren wir, daß er irgendwo auf den Rücken gefallen ist und nicht mehr hochkommt. Schließlich ist er da, mit im Rucksack: ein Benzintank, ein Wechselrichter, Floß-T-Shirts, ein Taucheranzug und allerlei nutzloses aber interessant aussehendes Zeug. Wilfried filmt unsere Abfahrt von der Aussichtsplattform des Fernmeldeturms aus. Wir verlassen Mannheim, vorbei an Industrieanlagen, vor uns die Mündung in den Rhein mit der Kulisse von BASF, der größten Industrieansiedlung der Welt. Die Wasserschutzpolizei begleitet uns - wer weiß: vielleicht zerbirst das Floß ja in den mächtigen Fluten des Rheins...

Neckar-Km 0 - wir begrüßen den Rhein mit einer Flasche Kupferberg Gold aus Mainz. Es wird windiger und immer wieder mal spritzen die Wellen zwischen den Stämmen durch. Alle paar Minuten begegnen oder überholen uns große Frachter, gegen die die Robina Wald winzig wirkt. Aber wir können die Wasserschutzpolizei über Funk beruhigen: das Floß hält. Trotzdem begleitet man uns fürsorglich bis nach Worms.

Am Ufer winken uns immer wieder Leute zu, Badende, Angler, Camper. Gerade noch rechtzeitig vor der Stadt nimmt Alex das erste Bad im Rhein. Nach einigen Anlegemanövern für den Fotografen der Wormser Zeitung fahren wir zum Übernachten in den Floßhafen. Wir parken zwischen Yachten und Kränen ein. Ziemlich sicher sind wir seit einigen Jahrzehnten das erste Floß, dass hier festmacht. Während die anderen kochen, fahren Christian und Alex nochmal los, den Infostand an der Uferpromenade aufbauen. Vorsorglich warnt uns die Wasserschutzpolizei unterwegs vor Schlauchbootfahren nach Alkoholgenuss. Der Tag endet mit leckerem Essen und Gitarrenmusik.

 
4.8.03 Heidelberg
(Tag 17)
 
So. 3.8.03 Heidelberg
(Tag 16) Bei 34°C ...
... und strahlendem Sonnenschein liegt dass Floss weiter an der Neckarwiese in Heidelberg.
Und trotz der Hitze ist das Interesse der Leute an dem Thema groß. So wird auch ein sonniger Sonntag noch zu mehr als nur Flucht vor der Hitze
(Kurzzeitbesucher Andreas Kleinhans aus Mainz)
 
30.7.03 Neckargemünd
(Tag 12) Eine Schleuse und ...
... wenige Kilometer weiter machten wir heute abend in Neckargemünd fest. Sofort waren wieder KInder da, die mit Heikes Tochter Laura spielen wollten. Der Ort ist klein und eher beschaulich.

Langsam kommt Abschiedsstimmung auf: Fast die ganze bisherige Crew: Tim, Heike, Laura, Moritz und Sara-Ann geht in Heidelberg von Bord. Ein plötzlicher, starker Gewitterschauer bringt uns gegen Mitternacht nochmal richtig auf Trab: schnell alles nässeempfindliche sichern und mehr oder weniger koordiniert das Dach übers Floß ziehen. Wir wurden naß bis auf die Haut, aber immerhin - hinterher saßen wir im trockenen.

 
29.7.03 Neckarsteinach
(Tag 11) Der Neckar schlängelt ...
... sich weiterhin durch enge, bewaldete Täler. Obwohl wir eigentlich heute bis Neckargemünd fahren wollten, beschließen wir spontan, einen Tag in Neckarsteinach zu bleiben. Der Ort ist ein beliebtes und gut besuchtes Touristenziel wegen der 4 Burgen, die an den angrenzenden bewaldeten Steilhängen liegen. Mehrmals täglich legfen Touristenschiffe neben uns an, der Infostand ist gut besucht. Immer wieder berichten Leute, daß sie von unserer Tour schon aus Zeitung oder Fernsehen erfahren haben.
 
28.07.03 Hirschhorn
(Tag 12) Wir wachen von Brötchenduft ...
... auf, für den Hans und Dagmar gesorgt haben. Gegen Mittag beschließen wir, den Infostand in den Ortskern zu verlagern um mehr Publikum zu erreichen. Nachmittags kommen Besucher, auch wieder einige Kinder, zum Papierschöpfen, Floß besichtigen und natürlich auch zum Schlauchboot fahren. Es sind Ferien und das Floß ist - wie schon in Eberbach - der beliebteste Abenteuerspielplatz in town.

Abwechselnd besichtigen wir die Stadt und besteigen den Burgturm, von dem Hirschhorn und eine Neckarschleife gut überblickt werden können. Hirschhorn hat, wie viele der kleinen Orte, durch die wir kommen, einen mittelalterlichen Kern hutzeligen kleinen Häusern zu bieten, Mini-Vorgärten schmiegen sich in schmale Nieschen am steilen Hang zwischen den Häusern.
Die Bürgermeisterin von Hirschhorn kommt uns besuchen und bedauert, nicht früher von der Floßankunft erfahren zu haben. Wir bauen die Solaranlage um, so daß sie nach der Sonne ausgerichtet werden kann und so effektiver arbeitet. Leider haben wir heute durch den Regentag wenig Strom und können kein Floßkino veranstalten.

 
27.7.03 Eberbach - Hirschhorn
(Tag 9) Einige sind schon früh aufgewacht, ...
... haben den Stand aufgebaut und Kaffee gekocht. Es gibt Spekulationen darüber, wie eigentlich Ameisen auf das Floß kommen (etwa erst auf die Kiste gesprungen und dann runtergeklettert wie wir?). Die Kinder von gestern sind am Morgen wieder da um noch ein wenig Floßatmosphäre zu genießen. Es ist schon sehr warm.
Wir bereiten das Floß für die Abfahrt vor, waschen den Benzingestank aus unseren Schwimmwesten und genießen die letzten Sonnenstrahlen.
Rechtzeitig zur Abfahrt setzt ein heftiger Regen ein und zeigt uns auch gleich, dass die Plane nicht dicht ist. Gut, dass Christian eine neue mitgebracht hat.
Kurz vor Schleusen-Feierabend erreichen wir nach einer schönen Fahrt durchs enge bewaldete Neckartal Hirschhorn.
 
26.7.03 Eberbach
(Tag 8) Kinderprogramm im Odenwald.
Morgens um sieben fing es an zu regnen. Ganz gemütlich begann der Tag.
Einige haben Einkäufe erledigt, andere den Stand betreut, der heute gut besucht wurde. Einige Lokalzeitungen hatten das Floß angekündigt.
Von interessierten Familien wurde es besichtigt. Einige Kinder aus dem Ort schöpften begeistert Papier. Die Presse war da. Henrikes Papierherstellungsmodell fand großen Zuspruch (selbsterklärend und sehr anschaulich mit toten Tieren in den Abwässern). Gegen Mittag wurde das Wetter schön. Die Kinder bekamen eine Bootsrundfahrt (und wollten gleich noch eine). Einige gingen schwimmen oder besuchten den größten Baum Deutschlands. Christian, Tina und Jörg sind dazu gekommen.
Am Abend gelang nach anfänglichen technischen Problemen tatsächlich das Floßkino mit einem Imax-Film über den tropischen Regenwald mit seiner natürlichen Pflanzen- und Tiervielfalt und abschließend einem Film über Sumatra, der dortigen Umweltzerstörung, die durch deutsche Kredite seit über zehn Jahren ermöglich wird, und seinen ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen. Erst gegen 2:00 Uhr kehrte Ruhe auf dem Floß ein, bei sternenklarem Himmel und Sternschnuppenregen.
 
25.7.03 Eberbach
(Tag 7)
 
24.7.03 Bad Wimpfen - Zwingenberg
(Tag 6) Auf der Fahrt nach ...
... Zwingenberg passieren wir das AKW Obrigheim. Unvermittelt packt die Floßcrew das Verlangen nach einer Schlauchbootfahrt. Weil man ja nie wissen kann, was passiert, ziehen alle Robin Wood - Overalls und Klettergurte an. Die Bootsfahrt löst am Ufer hektische Betriebsamkeit aus.
 
23.7.03 Heilbronn - Bad Wimpfen
(Tag 5) Am späten Nachmittag ...
... verlassen wir Heilbronn. Zwei Gäste fahren mit und sind begeistert. In Bad Wimpfen wird klar, daß wir vor Sonnenuntergang nicht mehr weit kommen und so beschließen wir, über Nacht hier zu bleiben. Bad Wimpfen liegt malerisch auf einem bewaldeten Bergrücken. Bis es dunkel ist, ziehen wir durch die Gassen der Altstadt.
 
22.7.03 Heilbronn
(Tag 4) Wir werden von ...
... Herrn Sauter kriminalpolizeilich geweckt, leider ohne Kaffee und Brötchen.
Wir machen am Theaterschiff fest, in bester Innenstadt-Lage. Die Heilbronner Alk- und Junkiszene hat ebenfalls hier ihren Stützpunkt und stellt den Großteil unserer Besucher. Eine Schülergruppe bekommt eine Floßfahrt mit Umwelt-Infos geboten.
 
21.7.03 Besigheim - Heilbronn
(Tag 3) Auf der Fahrt nach ...
... Heilbronn passieren wir das AKW Neckarwestheim. Schon seit gestern werden wir argwöhnisch beobachtet. Gestern abend überflog uns mehrmals ein Polizeihubschrauber. Kriminalkomissar Sauter schaut morgens vorbei, weil er uns "mal kennenlernen soll". Ein Streifenwagen am anderen Ufer ermittelt unser Aufsteh- und Frühstücksverhalten. Gerührt von soviel Aufmerksamkeit drehen wir mit dem Floß eine Extrarunde vor dem AKW.

Wir kommen abends in Heilbronn an. Über schmale Kanäle kommen wir zum Württembergischen Motorbootclub, wo wir übernachten wollen. Die Fahrt durch die Innenstadt auf dem Alten Neckar ist spannend: Die Robina Wald paßt gerade so durch Brücken und Kanäle.

 
20.7.03 Besigheim
(Tag 2) In brütender Hitze ...
... fahren wir weiter. Die LastenradfahrerInnen haben heute einen ziemlich harten Job und nach ein paar Stunden laden wir das Rad aufs Floß. Wir sind zu wenige, um die Arbeit auf dem Floß zu machen und uns der Hitze entsprechend mit dem Lastenradfahren oft genug abzuwechseln. Die letzte Schleuse vor Lauffen erreichen wir nicht mehr rechtzeitig und übernachten daher in Besigheim. Sarah entdeckt uns und beschließt nach 5 Minuten, mitzufahren.
 
19.7.03 Stuttgart - Marbach
(Tag 1) Bei strahlendem Sonnenschein ...
... starten wir die Floßtour 2003. Eine handvoll Gäste aus Stuttgart und Umgebung fahren mit. Erste Station ist Marbach am Neckar, wo wir abends direkt an einem Biergarten anlegen. Alex und Heike fahren nochmal nach Stuttgart zurück, um Material abzugeben und den Videobeamer für Floß-Kinoabende abzuholen.
 
18.7.03 Stuttgart, Bad Cannstatt
(Tag -1) Ärger mit Post und Technik
Wir verbrachten den Tag mit Basteleien am Floß, Einkäufen, Transparente malen und anderen Tour-Vorbereitungen. Noch immer warten wir auf ein Paket mit unserem Floß-Handy und Info-Material, das von der Post auf eine Rundreise durch die Republik geschickt wurde, aus Gründen, die bislang im Dunkeln liegen.
Jens kommt aus Hamburg an und bringt ein Ersatz-Handy mit, das sich noch am selben Tag auf nimmerwiedersehen verabschiedet.
Einer unserer Außenbordmotoren hat uns den gestrigen Schleppversuch offensichtlich übel genommen und verweigert die Arbeit. Aber wir haben ja noch einen dritten. Immerhin scheint die Sonne.
 
17.7.03 Stuttgart, Max-Eyth-See
(Tag -2) Gutachter an Bord
Heute soll das Floß von einem Sachverständigen begutachtet werden.
Das Gutachten ist Vorraussetzung für die Genehmigung unserer Fahrt. Wir haben die Herren Lenz (Vater und Sohn) als Gutachter beauftragt. Sie haben schon 1999 ihren Sachverstand walten lassen, als wir an der Schleuse Feudenheim bei Mannheim auf unsere Weiterfahrt warteten.
Zur Erinnerung: Damals bekamen wir in Stuttgart nach langen Verhandlungen nur eine Teilgenehmigung für die Fahrt bis zur letzten Schleuse vor dem Rhein. Dort sollte der Zustand des Floßes noch einmal überprüft werden bevor wir die Fahrt auf dem Rhein fortsetzen konnten.

Es war ein regnerischer Tag, trotzdem schafften wir es bis zum Nachmittag, das Dach aufzubauen und das Floß abnahmefertig auszurüsten. Ein paar Bekannte aus Stuttgart und Umgebung halfen uns dabei. Und wie schon 1999 hatten wir die Werkstatt des Wassersportzentrums zur Verfügung.
Auch diesesmal ging die Abnahme unkompliziert vonstatten. Es war offensichtlich, daß die Robina Wald technisch in mindestens so gutem Zustand wie 1999 ist (von den oberflächlich modernden Stämmen mal abgesehen). Um die Schleppfähigkeit unserer Schlauchboote zu prüfen, wurde ein Schleppversuch durchgeführt, so daß Gutachter, Wasserschutzpolizei, ein RTL-Team und Gäste noch eine nette Floßfahrt durch Stuttgart geboten bekamen.
Am Abend ließen bestellten wir Pizza bei einem Pizza-Service. Die Lieferadresse führte zu verunsicherten Nachfragen und war offenbar ungewöhnlich. Aber wir bekamen die Pizza.
Und nach einem späten Besuch der Wasserschutzpolizei verbrachten wir unsere erste Nacht auf dem Floß.

 
16.7.03 "Robina Wald" ist in Stuttgart
(Tag -3) Nachts um 1.00 Uhr ...
... kam der Tieflader mit dem Floß in Stuttgart an. Nach verschiedenen organisatorischen Hürden konnte die Robina Wald mittags endlich gewassert werden. Weder beim Verladen noch beim Transport hatte es Probleme gegeben. Nach längeren Verhandlungen bekamen wir eine Sondergenehmigung, um das Floß mit Polizeibegleitung vom Hafen an den Liegeplatz am Stuttgarter Max-Eyth-See zu fahren. Einer der beiden Wasserschutzpolizisten hatte uns schon 1999 "betreut". Nach 1 Stunde, einem kräftigen Gewitterschauer ohne Dach und vielen erstaunten Blicken waren wir da. Die Leute vom Wassersportzentrum am Neckar staunten nicht schlecht, als die alte Robina bei ihnen einlief - 4 Jahre nachdem sie hier zum ersten mal startete. Die Robina Wald liegt jetzt genau an dem Platz, wo sie damals gebaut wurde.
 
14.7.03 Floß am Haken
(Tag -5) Das Floß wurde heute in Berlin verladen.
Wir haben die leeren Metallfässer in den Berliner Westhafen gefahren und stark verbeulte, beschädigte und vollgelaufene Fässer ausgetauscht. Es kostete einige Überzeugungsarbeit, den LKW-Fahrer und die Hafenmitarbeiter dazu zu bewegen, das Floß überhaupt anzuheben, geschweige denn zu transportieren. Nach vielen Worten und einem Probe-Hub ging dann aber alles gut über die Bühne. Die Robina wurde in 2 Nächten nach Stuttgart gefahren, während in Berlin, Hamburg und Stuttgart die letzten Vorbereitungen weitergingen.