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7.9.2002 Berlin
(siebenundfünfzigster Tag) Einige Partygäste ...
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... schauen sich morgens noch die idyllische, kunstvoll gestaltete Wagenburg an. Gegen 11.00 aber müssen wir unseren Liegeplatz verlassen und fahren mit vollbesetztem Floß durch die Innenstadt spazieren. Immer wieder nehmen wir Gäste mit. Plaudern, Chill-Outen und Fun bestimmen den Tag nach dem Ende der Floßtour. Und wir sind uns sicher: Auch im nächsten Jahr geht die "Robina Wald" wieder auf Reisen.
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6.9.2002 Berlin
(sechsundfünfzigster Tag) Wir hängen ...
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... nahe der Museumsinsel das Transparent mit der Aufschrift "Der Kanal ist voll Flussausbau jetzt stoppen" exklusiv für Reuters TV an einer Brücke auf. Es ist recht windig, daher müssen wir es mit einem Rucksack und Steffi beschweren.
Unsere Weiterfahrt zum Kanzleramt wird gestoppt. Ein Boot der Wasserschutzpolizei stellt sich uns quer in den Weg. Frau Braun beharrt darauf, das wir eine Demonstration sind und weist uns darauf hin, daß wir das "Freie Ufer Lebendige Flüsse" Transparent abnehmen müssten, falls wir in den "befriedeten Bereich" (Regierungsviertel) zu fahren gedenken. Wir drehen das Transparent um, so daß die anstößigen Worte auf dem Kopf stehen und fahren in den "befriedeten Bereich" hinein.
Niemand hält uns mehr auf.
Mit umgedrehtem Transparent sind wir keine Demonstration mehr.
Auf dem Rückweg vom Kanzleramt setzen wir Christian, der auf dem Weg von Neuseeland nach Stuttgart mal eben auf dem Floß vorbeigeschaut hat, am Bahnhof Friedrichstr.ab. Dann geht es weiter zur Wagenburg Lohmühlenstrasse am Landwehrkanal, wo die Floßtour 2002 Abschlussparty steigt. Viele Flößer und solche, die es mal waren, sind bereits dort. Dagmar, jedes Jahr mit Sohn Juri mit auf Tour, trommelt mit ihrer Combo "Percussonia". Danach spielt eine Band aus dem überfluteten Magdeburg. Es gibt Floßfilme und Floßdias. Gegen 3.00 sinken die letzten erschöpft auf die Stämme.
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5.9.2002 Berlin
(fünfundfünfzigster Tag) Morgens haben ...
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... wir keinen Termin und können ausschlafen und in Ruhe frühstücken. Nachmittags ist am Potsdamer Platz eine offene Bühne vom Schwarzen Kanal organisiert. Wir demonstrieren gemeinsam mit unseren Gastgebern für Wagenplätze und alternative Wohnformen. Es gibt ein supergutes Künstlerprogramm (Jongleure, Pantomime, Musik, Puppenspiel) und viel allgemeines Jonglieren auf dem Platz zwischen Betonburgen und glatt geflasterten Plätzen. Einen vereinzelten Baum gibt´s auf dem Platz. Der Potsdamer Platz steht einer offiziellen Umfrage unter Berlinern zufolge auf Platz eins der Bauten, die abgerissen werden sollten. Andrea und Annika sind aus Lüneburg noch mal angereist für die letzten Tage und die Party. Als wir vom Potsdamer Platz zurückkommen, erwartet uns wieder mal Soya mit dem Abendessen. Ein Hoch auf die Chefköche!!!! Alex und Alexa waren endlich mal wieder Duschen (nach 7 Tagen!). Ein ungewohnt frischer Duft weht auf dem Floß. Abends nehmen wir 4 Bootsfahrer auf ´ne Spritztour mit aufs Floss und kriegen dafür frische Fischsuppe. Lecker, lecker. Kulinarisch geht´s uns echt gut. Später am Abend legen wir noch mal im Flutgraben bei der Kneipe "Club der Visionäre" an. Es gibt Rote Rosen und Caipirinha
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4.9.2002 Berlin
(vierundfünfzigster Tag) Morgens ist Fototermin ...
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... für den Spiegel. 2 Stunden und 4 belichtete Filme später ist die Session beendet. Wie jeden Tag fahren wir vorbei an Bundestag und Kanzleramt. Gerade als ein Kamerateam da ist, kommt die Wasserschutzpolizei noch mal. Danke, Frau Braun.
Unser Infostand und die Unterschriftenliste sind ständig umstellt von Leuten. Mittlerweile können wir Touristen auch auf Englisch und Spanisch informieren ohne zu stottern. Mittags erfahren wir, dass abends eine Pressekonferenz im Anschluß an die Sonderkonferenz der Umweltminister der Elbeanrainerländer und Jürgen Trittin sein wird. Wir überlegen kurzerhand, unser seit Beginn der Tour mittransportiertes Elbequellwasser an Trittin zu überreichen, verbunden mit der Aufforderung, die Ausbauvorhaben der letzten naturnahen Flüsse endgültig auf den Müllhaufen der Geschichte zu werfen. Nicht nur ein Moratorium, keine inhaltsleeren Beschlüsse, keine faulen Kompromisse mehr endgültig basta! Alexa, Alex, Christiane und Frank gingen mit rein in die Pressekonferenz, acht andere begrüßen die rauskommende Presse mit 2 großen Transparenten. Trittin versuchte entgegen vorheriger Absprachen, die Übergabe so lange herauszuzögern bis die anwesenden Journalisten den Raum verlassen haben. Irgendwann gingen wir einfach hin und gaben ihm Wasser und Forderungen vor laufender Kamera.
Abends kommen drei neue Crewmitglieder: Remmi, Aline und Hund Yuma. Die waren in Potsdam beim Flosskino gewesen und hatten Lust bekommen, mitzufahren.
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3.9.2002 Berlin
(dreiundfünfzigster Tag) Morgens sind ...
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... wir mit Undine Kurth von den Grünen am Bundespresseamt verabredet. Während sie da ist, kriegen wir wieder Besuch von der Wasserschutzpolizei. Einsatzleiterin Frau Braun klärt uns auf, dass wir eine unangemeldete Versammlung darstellen, weil wir mehr als 3 Personen an Bord sind, die einer Meinung sind und diese auch nach Außen darstellten in Form eines Transparentes mit der Aufschrift: Freie Ufer Lebendige Flüsse. Daß der Schriftzug "Robin Wood" nicht ebenfalls eine politische Äußerung ist, sondern der Name des Eigners des Floßes (der ja auch dran stehen muß), können wir der eifrigen Beamtin grade noch vermitteln. Alexa bekommt von Frau Braun eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Und das auch noch rückwirkend ab Dresden (so jedenfalls die erste Intention der Einsatzleiterin). Merkwürdig, dass wir während unser 7 wöchigen Fahrt immer wieder kontrolliert wurden und noch nie als illegale Versammlung enttarnt worden sind. Interessant auch, dass unser Floß (als Holzsondertransport genehmigt) nur fahren darf, wenn mindestens 4 Leute an Bord sind es ist folglich nur durch eine illegale Versammlung bedienbar. Darüberhinaus droht jedem von uns eine Ordnungsstrafe, weil wir schon mehrfach (auch das genehmigt durch die Wasser- und Schiffahrtsämter) durch das Kanzleramtsviertel gefahren sind. Später werden wir von anderer Stelle darüber aufgeklärt, dass einem Antrag auf eine solche Genehmigung zuerst das Bundesinnenministerium und dann der Bundestagspräsident zustimmen muss! Bei einer Restdauer unserer Tour von 3 Tagen ein unsinniges Unterfangen. Wir lehnen die Antragstellung daher aus prinzipiellen und praktischen Gründen ab. Dennoch war Frau Brauns Einsatz nicht vergeblich: Das Medieninteresse an unserer Kampagne jetzt gewürzt mit einem allseits belächelten Polizeieinsatz - nahm noch mehr zu, Abendschau, Tagesspiegel, taz berichteten über die Posse, der Spiegel illustrierte einen Artikel über die Elbflut mit dem Floß vorm Reichstag. Selbst die Bild-Zeitung, sonst mit Umweltthemen eher sparsam, interessierte sich für das Geschehnis.
Abends legen wir in Kreuzberg am Urbanhafen an. Nette Leute laden uns zur Geburtstagsparty ein und schenken uns die Reste des Buffets. Stephan wird indessen aktiv: Taxiservice mit dem Ruderboot für Flossinteressierte vom anderen Ufer zum Floss. Ganz unauffällig erwähnt er dabei die Unterschriftenlisten
Nachts fahren wir wieder zum Schwarzen Kanal. Wieder sitzen wir gemütlich am Lagerfeuer, Heike, die zwischenzeitlich in Itoiz/Baskenland war, ist wieder zurück.
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2.9.2002 Berlin
(zweiundfünfzigster Tag) Inzwischen hat ...
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... auch die Land-Polizei gemerkt, daß wir in der Stadt sind und hält uns besorgt mit 5 Beamten auf. Ihre Kollegen von der Wasserschutzpolizei treffen wenig später ein und beruhigen sie, kontrollieren aber bei der Gelegenheit noch ein weiteres Mal unsere Ausweise. Die interne Kommunikation ist erschütternd schlecht, in der selben Stadt werden wir teilweise mehrmals täglich kontrolliert.
Wir fahren einmal um die Innenstadt rum über Spree und Landwehrkanal. Maureen, Anke und deren Nachbarn kommen noch mal zu Besuch. Im Sonnenuntergang kommen wir an romantischen Hausbooten vorbei und Stephan sammelt Unterschriften bei den BewohnerInnen. Das sind die schönen Seiten Berlins: Wasser, viel grün, Hausboote, Wagenplätze
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Jürgen verläßt das Floß, dafür kommen 4 neue Crewmitglieder hinzu: Olli und Soya vom Wagenplatz und die 2 Hunde Ginger und Luvis. Olli und Soya machen sich sofort beliebt, als sie Mittags einkaufen gehen und super lecker kochen. So gut haben wir noch nicht gegessen auf´m Floss und Mittagessen gab´s auch noch nie. Die beiden werden von da an nur noch "die Chefköche" genannt.
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1.9.2002 Berlin
(einundfünfzigster Tag) Die Nacht ...
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... endet für uns früh morgens, als Henrike, Andreas und Timm noch im Dämmerlicht zu ihren Zügen aufbrechen und danach Jogger und Hunde im Park unseren Bordhund Finn ab 6.00h Bellen und herzzerreißend Jaulen lassen. Wir vermissen das allmorgendliche, erfrischende Baden. Wir haben schon so viele tote Fische und tote Ratten gesehen, dass ich noch nicht mal meinen kleinen Zeh freiwillig reinhalten würde. Stuffi und Stefan schmeißen sich während einer wilden Rangelei dennoch gegenseitig über Bord. Hoffentlich gibt das keine gesundheitlichen Spätfolgen.
Wieder machen wir uns auf den Weg und tuckern über die Spree, müssen immer wieder Touristenschiffen ausweichen und fröhlich winken, was die Touristen hellaufbegeistert mit noch mehr Winken beantworten. Am Schwarzen Kanal nehmen wir 6 Kinder und ein paar Erwachsene auf eine Spritztour mit. Vielen Dank, Anke, für den tollen Nusskuchen!
An der Weidendammer Brücke, nahe dem Bahnhof Friedrichstraße, legen wir kurz an und informieren Scharen von Passanten an unserem Stand zu Elbe- und Havelausbau. Stephan ist zeitweise umringt von Leuten, die gegen den Flußausbau unterschreiben wollen und muß noch Kugelschreiber nachfordern. Wie überall erregt der Anblick unseres Floßes viel Aufmerksamkeit und wir erfahren regen Zuspruch für unsere Arbeit.
Abends verläßt Maureen uns, weil sie Montag in die Schule muß. Wir lassen sie nur gehen mit dem Versprechen, uns täglich zu besuchen. Wir übernachten auf dem Wagenplatz Schwarzer Kanal, genießen das Lagerfeuer und die netten Leute. Wir kommen jetzt jede Nacht zum Nachtquartier an den Schwarzen Kanal. Wir sind wenige geworden an Bord: Stephan, Miriam (sie ist kurzentschlossen angereist, nachdem sie in Potsdam beim Floßkino war), Alex, Alexa, Jürgen und Britta. Auch während der folgenden Tage sind wir eher weniger an Bord, die vielen Tagesgäste mal ausgenommen. Wo sind eigentlich die vielen Ex-Flößer, die in Berlin nochmal dazustoßen wollten?
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31.8.2002 Berlin - Mitte
(fünfzigster Tag) Nachmittags kommt ...
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... das Floss endlich am Schwarzen Kanal an (ein wunderschön-idyllischer Wagenplatz direkt am Spreeufer auf dem früheren Todesstreifen am Ostbahnhof. Er muß jetzt unerhörter Weise nach 12jährigem Bestehen dem Neubau der Ver.di-Zentrale weichen. Beton und Parkplätze statt bunten Wägen und Apfelbäumen. Alternative Lebensweisen werden in dieser Möchtegern-Metropole konsequent aus der Innenstadt vertrieben, das bunte soziale Spektrum und die Vielfalt an Projekten, für die Berlin einmal bekannt war, wird immer mehr von trister Eintönigkeit abgelöst.
Stuffi und Britta steigen dazu, dafür bleibt Jan an Land, nachdem er noch mal einen der Flosshits auf Gitarre schmetterte. Stefan besucht einmal kurz seine Eltern in Brandenburg und sammelt auf dem Weg Unterschriften von allen Zugmitreisenden. Unglaublich, dieser Elan. "Guten Tag, wir sammeln Unterschriften gegen den Elbeausbau
." Wir tuckern weiter durch Berlin, unter der Oberbaumbrücke durch, sammeln Unterschriften bei den Hausboot-Restaurants am Flutgraben und suchen uns ein Nachtquartier am Landwehrkanal/Görlitzer Ufer. Die Stimmung ist gemütlich, überall Kerzen und Fackeln und Gruppen von feiernden Leuten im Park.
Am Speicher sind Tina aus Bremen und Jürgen aus Braunschweig aufs Floß gestiegen.
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30.8.2002 Berlin
(neunundvierzigster Tag) Wir starten ...
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... früh, um rechtzeitig zum Pressetermin am Schloss Charlottenburg zu sein. In Spandau werden wir von
der WaPo gestoppt. Ungläubiges Kopfschütteln, als wir unsere mehrseitige Genehmigung mit zahlreichen
Auflagen vorzeigen. Am Zusammenfluß von Havel und Spree kippen wir etwas Elbequellwasser
in letztere zur Begrüßung. An Industrieanlagen und dem Heizkraftwerk Reuter vorbei, durch die Charlottenburger Schleuse,
fahren wir zum vereinbarten Pressetreffpunkt an der Schlossbrücke, wo uns ein dpa-Fotograf erwartet. Frank, Isa, Maureen,
Andi und Anke steigen zu. Wir tuckern durch Charlottenburg und Tiergarten nach Mitte. Der Spreebogen mit Kanzleramt
und Regierungsbauten: Ein architektonisches und städtebauliches Verbrechen, eine kalte, protzende Beton-Öde.
Vor einigen Jahren gab es hier noch Liegewiesen, Kleingärten, Open-Air.Konzerte. Unser Floß bringt für kurze Zeit etwas
Farbe hinein. An der Museumsinsel machen wir kurz Halt und geraten mitten in ein Konzert von Keimzeit. Ein paar Leute fahren
spontan mit zur Mühlendamm-Schleuse nahe Alexanderplatz. Dahinter, im Spreekanal an der Fischerinsel, im historischen
Zentrum Berlins, machen wir für eine Nacht fest. Ein etwas trister Platz zwischen hohen Häusern und Spundwänden, aber ruhig.
Nebenan im Museumshafen wird noch ein Hafenfest gefeiert.
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29.8.2002 von Potsdam nach Berlin
(achtundvierzigster Tag) Uns bleibt ...
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... gerade noch Zeit Danke nachzurufen, als wir wieder frische Brötchen mit Herzen drauf bekommen. Dabei hätten wir nun doch gerne mal den Namen des netten Spenders mit Sohn erfahren.
Alexas Blechtasse mit hohem ideellen Wert wird nach vielen Tauchgängen mehrerer Verrückter aus der Havel unter dem Floß geborgen. Dem glücklichen Finder (Alex) winkt dafür eine Reise in die Karibik.
Alex und Andreas fahren los und kommen um einen nagelneuen Anlasser reicher, dafür um ca. 1000 Euro ärmer wieder. Der Anlasser wird eingebaut, der Floßmotor springt gutwillig an dafür verabschiedet sich der Schlauchboot-Außenborder. Das lange Schleppen scheint dem Getriebe des Oldtimers den Rest gegeben zu haben.
Am Nachmittag verlassen wir Potsdam und fahren durch die Glienicker Brücke, vorbei an Wannsee und Pfaueninsel in den Abend hinein. Wir übernachten in einem Yachtclub auf Pichelswerder.
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26.8.2002 endlich in Potsdam?
(fünfundvierzigster Tag) Unsere Anlegestelle ...
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... in Caputh gleicht einer Insel auf den Bahamas mit Sandstrand, Lagerfeuerstelle, Sonnenschirmen, Cocktailbar und einem gestrandeten Piratenschiff im Wasser. Heike und Christian fahren heute Lastenrad. Eine nette Dame am Kiosk hat bereits einen Zeitungsartikel vom Floss im Fenster und nimmt weiteres Infomaterial für Interessierte entgegen. Das Floss steuert auf Potsdam zu. Ab und zu werden Stimmen von Passanten laut, die es konsequenter fänden, wenn die Crew den Weg bis zum Bestimmungsort gegen die Strömung paddeln würde. Schade, dass sie nicht mitfahren und es selbst ausprobieren. Dennoch, für konstruktive Anregungen sind wir immer wieder dankbar. Zwei Journalistinnen erwarten das Floss bereits in Potsdam. Es dauert noch etwas, bis wir die Insel umrundet haben, um an der alten Fahrt anzulegen. Der Infostand ist bereits aufgebaut. Passanten werden von Schweinchen und Ratte unseren Handpuppen mal mehr, mal weniger unaufdringlich über die Flossfahrt mit ihren Zielen und dem Flosskino am Abend informiert. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Die gute Resonanz am Abend spricht jedoch insgesamt für unsere charmanten Puppenspieler und natürlich für die Brisanz des Themas. Wir können viele Kontakte knüpfen. Aufs Floss kommen Arno mit Finni und Thomas.
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25.8.2002 von Werder doch nur bis Caputh
(vierundvierzigster Tag) Weil das Floss ...
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... so voll ist, haben wir heute einige Tagesbesucher, die nur bis Potsdam mitfahren wollen. Zu schade, dass wir trotz genialem Zeitplan doch nicht um 14:00 Uhr fahren können, weil der Anlasser streikt. Bei der Hitze wird viel gebadet. Juri kann inzwischen perferkt Schwimmwestenpaddeln. Henrike rettet eine Sukkulente aus dem Wasser. Wir taufen sie Else Calanchoe und sie darf noch eine zeit lang mit uns baden. Kommentar von Ralf: Naja, andere Leute führen ihren Hund spazieren. Nach vielen mehr oder weniger hoffnungsvollen Versuchen den Motor zur reparieren und das Floss weiterzubringen entscheiden wir, per Anhalter mit unserem Schlauboot mitzufahren. Sabine mit Kindern, die schon seit Freitag auf die Flossfahrt warten und heute nach Hause müssen, halten tapfer bis zum Ende durch und kommen so doch noch in den Genuß einer etwas ungewöhnlichen Flossfahrt.
Die Wasserschutzpolizei kreuzt unseren Weg. Es werden nette Worte gewechselt. Unsere Flosskinder rufen im Chor: Polizeiboot, Polizeiboot bis es fast nicht mehr zu sehen ist. Heute schaffen wir es nur bis Caputh. Der Ortsname ist in Anbetracht unserer Situation einen Lacher wert. Abgereist sind Dagmar mit Juri (das hat Tränen gekostet), Moritz, Lothar (wer repariert jetzt unseren Motor?), Sabine mit Pia und Mattis, Ute mit Luzi und Sylvester mit Jana, für die sich der enorme Aufwand für einen Tag Flossfahrt so doch noch gelohnt hat.
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24.8.2002 Werder
(dreiundvierzigster Tag) Dazugekommen ist ...
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... früh morgens bereits Lothar. Werder zeigt sich von seiner sonnigsten Seite. Die Einwohner (sowohl Werderaner als auch die Werderschen) sind sehr nett und aufgeschlossen. Wir bekommen sogar Bioprodukte aus dem Reformhaus und leckere Obstsäfte vom Marktstand. Es gibt gutes Eis und das Fischlokal Arielle ist ein Eldorado. Am Abend machen wir Flosskino. Schade, dass zu wenig Leute von unserer Ankunft wissen. Mundpropaganda ist noch der beste Weg für Mitteilungen. Abgereist sind Judith und Jürgen (nach drei statt einer Woche) und Alexa will zum ersten mal eine Nacht fern der Heimat verbringen. Irgendwie trennt sie sich nur schwer.
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23.8.2002 von Ketzin nach Werder
(zweiundvierzigster Tag) Heute ist ...
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... schon wieder gutes Wetter, und wir können im benachbarten Bootsverein duschen. Die Zeit, die wir zum Einkaufen, Tanken, Abwaschen, Duschen usw. brauchen ist durchschnittlich, und Wasseruntersuchungen finden auch noch statt. Um 14:30 legen wir ab.
Unterwegs wird klar Floß gemacht, weil eine ganze Reihe Leute heute kommen wollen. Ein Frachtschiffkapitän versteht unser Kampagnenmotto leider gegen sich gerichtet, was ja gar nicht so ist, und winkt nur ab auf unseren Gruß. Das Schwimmen in der Havel wird jetzt schon leicht unheimlich. Beim gegenseitigen ins Wasser schmeißen sieht man schon einen halben Meter unter der Wasseroberfläche das Sonnenlicht kaum noch so viele Blaualgen treiben hier rum.
An einem Anleger in Phoeben, den wir ansteuern wollten, um mal kurz an Land gehen zu können, wird uns der Hitlergruß entgegen gerichtet.
In Werder wartet schon Sabine mit ihren Kindern Mattis und Pia, Heike kommt mit Henrike, Jan mit Andreas und spät nachts auch wieder Moritz.
Der Ort ist ein voller Touriort mit vielen kleinen Fischlokalen und Segelbooten. Die Leute sind ganz nett, wir haben einen regen Zulauf und viele interessierte Besucher.
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22.8.2002 von der Pampa nach Ketzin
(einundvierzigster Tag) In dem Altarm ...
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... ist es so extrem idillisch, und vor Sonne geschützt, daß es heute eine ganze Weile dauert, bis alle aufgewacht sind und gefrühstückt haben. Besonders Alex und Alexa erkunden die Gegend: Ja, wir versuchten, uns den Auwald anzusehen, aber ein mit Erbsensuppe dicht bedeckter Graben hält uns davon ab aber nicht Fin. Der macht uns vor, wie man im Dschungel Hiundernisse überwindet. Waschbärenspuren, uralte Ulmen und ein dichter Wald unter Wasser faszinieren aber allein schon durch ihren Anblick:
Wir gehen weiter und plötzlich öffnet sich der Wald zu einer Art Parklandschaft. Ein alter Eibenhain verbirgt ein halb verwittertes Rittergrab. Unter den Eiben münden zwei Ausgänge eines Geheimgangs, der vermutlich vom nahegelegenen Gut herführt. Philipp (oder Phillip) fährt mit Tim und Karl wieter in den Altarm und macht ein paar botanische Untersuchungen.
Am späten Mittag kommen wir endlich los. Wir haben immerhin 14 Kilometer vor uns, und wollen uns zusätzlich noch den einen oder anderen Altarm anschauen. Dort wird die Weiterfahrt teilweise durch Auflaufen noch verzögert. Es ist brüllend heiß, und stinkt nach Kadaver. Weil heute die Havel aber netterweise sehr langsam fließt, evtl. durch das Hochwasser der Elbe kommen wir doch schon um ca. 19:00 bei beginnendem leichtem Regen, und begleitet von einen Regenbogen in Ketzin an, und dürfen sogar am Fähranleger anlegen.
Alex und Alexa sind nachmittags mit dem Schlauchboot zum Einkaufen gefahren und haben dabei wieder viel entdeckt:
Wir wollten das Floß noch vor dem Gewitter einholen, waren dann aber, naja, wie magisch angezogen von einer weiteren Wasserstraße, die, wie in Nrandenburg, als eigentlicher Verbindungsweg genutz wird. Diesmal war das Kanalgewirr aber so weitläufig, dass wir uns verfahren haben. Kleine Fischerhäuser, Datscha-ähnliche Ferienhäuser und auch ein Viertel der schon reicheren Berliner Gesellschaft, die sich hier mit ihren Feriendomizilen niedergelssen haben. Dazwischen aber immer wieder richtiger Auwald.
Judith kommt an.
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21.8.2002 von Brandenburg in die Pampa
(vierzigster Tag) Dagmar und Juri ...
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... kommen an, auch Karl findet sich wieder ein. Und wir bekommen einen neuen Gast Steffan aus Brandenburg wird ein paar Tage mitfahren.
Kelly, Kamran, Carsten und Thomas fahren weg und auch Steffi und Josh.
Doch zuerst ist heute Action angesagt. Also erstmal ein Transpi malen, und davor die schwere Geburt eines möglichst guten Transpispruches den alle gut finden. Außerdem muß noch der Ort, und "wer macht was" geklärt, und der Presse Bescheid gesagt werden. Um ca. 18:00 ist alles klar. 4 AktivistInnen seilen sich mit einem Transparent: "Der Kanal ist voll, Flussausbau jetzt stoppen" von der Jahrtausendbrücke aufs Floß, und direkt ins Wasser ab.
Es macht vor allem Mords-Spaß. Wir werden weder gestört, noch aufgehalten und eine ganze Menge Leute auf der Brücke können noch mit Infoblättern versorgt werden. Es ist das volle Gewusel. Ein Floß, gleich mehrere Banner, die mit den vieren von der Brücke hängen, etliche Betreuer oben auf der Brücke, die die Bevölkerung infornmieren und dann noch das Schlauchboot, das unter und zwischen dem ganzen kreuzt.
Mit dem Ablegen müssen wir uns dann etwas beeilen, schaffen es aber doch noch rechtzeitig durch die Schleuse. Sogar Alex und Alexa, die mit Dagmar und Juri im Schlauchboot hinterhergedüst kommen, kriegen noch die letzte Schleuse. Nach einer romantischen Nachtfahrt kommen wir in einen Altarm, der uns als Liegeplatz für die Nacht geeignet scheint. Überhängende Zweige verbergen uns und der fast volle Mond scheint ducrh die Weiden.
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20.8.2002 Brandenburg
(neununddreißigster Tag) Manchmal meinen ...
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... ja Bootsfahrer, uns morgens - ich weiß nicht wie früh - unbedingt wecken zu müssen, weil wir vom Wasser aus schlafend zu sehen sind. Aber wenn wir dann schonmal alle wach sind, springen wir auch gleich in den Fluss.
Mittlerweile geht keiner mehr ohne min. 10 kg Zusatzgepäck von Bord, daß auf der ROBINA nicht mehr gebraucht wird; wie z.B. Stichsäge, Flex, lange Bretter und ähnlichen Kram. Also Viel Spaß für alle, die jetzt noch aufs Floß kommen.
Der Liegeplatz ist nach wie vor sehr gut. Die Leute unterschreiben, diskutieren und fragen nach, ob es auch heute wieder Kino gäbe. Alte Bekannte, die wir schon aus anderen Häfen wie etwas Rathenow kennen, fahren vorbei.
Steffi und Josh versuchen sich ans Floß anzuschleichen, werden aber dabei von Alexa überfallen. Alex und sie wollten gerade losgehen, sich mal ein paar nette Punkte in der Stadt anzuschauen.
Und Steffi, die ja von hier kommt macht 'ne kleene Stadtführung. Abends gibt es noch was leckeres zu futtern und dann zeigt Stefan Gunkel noch vor dem Kino seine 5 Tage alten Bilder von Dresden und den Überschwemmungen dort. Steffis Eltern sind für den Abend auch auf dem Floß.
Annette geht vom Floß, wird aber auch bald wiederkommen. Spät abends kommen Philipp und Thomas (neben Felix einer der beiden, die das Floß virtuell ins Netz bringen).
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19.8.2002 Brandenburg
(achtunddreißigster Tag) Der Pegel steigt, ...
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... aber das Floß schwimmt noch nicht auf dem Bürgersteig!
Der Infostand wird extrem gut frequentiert. Die Leute unterschreiben und wollen sich engagieren auch hier an der Havel gegen den Elbeausbau. Sie sehen es als ausgemachten Blödsinn an, dass die Flüsse weiter ausgebaut werden sollen. Sie wissen es wir wissen es aber Bodewig ist immer noch auf Tauchstation das sehen sie auch als typisch an.
Das Wetter ist so unglaublich heiß, auch hier im Stadtgebiet gehen wir ständig baden was anderes hilft nicht mehr.
Heike macht sich auf den Weg nach Spanien zum Widerstand gegen ein anderes Flussausbauprojekt den Staudamm von Itoiz. Schade ist das für uns, sie war die Nummer drei der ständien Floßmitfahrer und so eine kreative Kraft. Theater, Floßkino, Plakate, Aktionen, Presse, Infostand und das Floßlied und und und
Nachmittags wird mit dem Schlauchboot mittlerweile zum sechsten Mechaniker gefahren, um ihn mal checken zu lassen weil er leider immer wieder neue und seine alte Zicken hat das olle Ding. Auf der anschließenden Testfahrt erkunden wir die Wasserstraßen von Brandenburg. Wo inj anderen Städten die Autos am Straßenrand parken, sind hier an den Gärten und den ans Wasser angrenzenden Hinterhöfen jede Menge kleiner und alter Boot festgemacht. Super idyllisch und von der Zeit vergessen.
Für das Floßkino haben wir heute mal ein Vorabendprogramm. Bodo vom NABU Brandenburg hält einen Diavortrag über die durch den Ausbau gefährdete Natur an der Havel und zeigt Veränderungen, die jetzt schon erkennbar sind. Es ist ein guter Einstieg in die Bedeutung, die ausgefdehnte Auenlandschaften und weitläufige Feuchtwiesen für den Hochwasserschutz bedeuten.
Das Kino ist für unsere Verhältnisse super gut besucht und es gibt auch eine rege Diskussion.
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17.8.2002 Kirchmöser - Brandenburg
(siebenunddreißigster Tag) Weil die ...
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... Kleber-Hol-aus-Brandenburg-Aktion gestern leider mehrere Stunden gedauert hatte (Samstags und Straßenbahnen und so), wird leider aus dem Reparieren vorerst nichts. Also wieder aufpumpen, Floß klar machen und so langsam alles wieder zusammenraffen. Alles wartet noch auf Christian Offer, der mit einem Freund noch an Bord kommen wollte. Kurz bevor er ankommen soll, ruft er an, dass er den Bus verpaßt hat. Dabei hatte er den richtigen Busfahrer im richtigen Bus nur gefragt, ob er der Busfahrer sei. Dieser schloß daraufhin die Türen vom richtigen Bus und fuhr in die richtige Richtung davon. Da stand nun der arme Christian aber mal so richtig. O.k., wir legen ab. Alex würde ihn mit dem Schlauchboot abholen. Plötzlich kommt gerade noch im richtigen Momnent - ein Anruf von Christian Offer (bekannt aus `Pleiten, Pech und Pannen`), dass er doch da sei, er könne uns schon sehen. Also legen wir noch einmal an und nehmen ihn und seinen Freund, der sich dann als seine Freundin heraus stellt, an Bord.
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16.8.2002 Kirchmöser
(sechsunddreißigster Tag) Das Schlauchboot ...
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... wird abgebaut und aus dem Wasser gezogen eine Reperatur steht an. Die Floßkinozettelverteilergruppe zieht in den Ortskern, Alexa macht sich nach Brandenburg auf, um einen Spezialkleber zu holen, der Rest kann nebenbei die heute stattfindende Schwadron-Regatta auf dem Plauer See miterleben.
In der Zeitung verfolgen wir, wie sich die Meldungen um das Hochwasser häufen. Orte, an denen wir bis vor wenigen Tagen noch waren, saufen ab. Auch bei uns im Yachthafen und das an dem riegigen Plauer See können wir zusehen, wie das Wasser steigt. Außerdem werden wir umzingelt von Millionen Blaualgen. Die sind zwar quitschgrün, aber auch egal. Die werden vom Wind in unsere Bucht getrieben und abends sieht es so aus, als schwimme das Floß in einem grünen Farbeimer.
Abends kommt Frank zum Floß quasi dirket aus Kroatien am Floß vorbei auf dem Weg nach Berlin. Mal so gucken, ein bißchen surfen und seinen alten Freund Alex besuchen.
Und sonst, tja Leute, was soll ich euch erzählen es gab einen fantastischen Sonnenuntergang, mal wieder ein super Essen von der Crew, tolle Ideen für die nächsten Tage, gute Stimmung und eine schöne Sommernacht.
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16.8.2002 Pritzerbe nach Kirchmöser
(fünfunddreißigster Tag) Im Morgengrauen ...
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... stieg Stuffi wieder vom Floß. Das superheiße Wetter macht den ersten zu schaffen. Da helfen nur zwei Sachen: ins Wasser springen und Eis essen. Neue Plakate für´s Floßkino wurden erstellt, der Dachfirst ausgebessert,
Zimmermann Jan bekam, wie auch schon die Freireisende Caro, in sein Reisetagebuch ein Stück vom Floß, und wurde dann von uns verabschiedet. Leider ging auch unsere Sonne Britta von Bord. Na, in Berlin spätestens
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Wir fuhren los, auf der dschungelartig bewachsenen Havel in Richtung Kirchmöser. Judith war schon da, als wir ankamen. Und der Hafenmeister wies uns den idyllisten Platz in einem Yachthafen zu, den wir bisher hatten. Wir lagen unter einer Weide, ihre Zweige hingen bis auf´s Floß und um uns rum schwammen Seerosen.
Abends gabs mit Hans (dem Hafenmeister) wieder schöne Geschichten von hier, aus DDR-Zeiten und wie das hier alles so war und ist und wieder werden könnte. Und wieder erfuhren wir die volle Solidarität und Unterstützung für uns und die Kampagne Freie Ufer Lebendige Flüsse. Die Leute hier wollen den Ausbau nicht weder an der Elbe noch an der Havel.
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15.8.2002 Pritzerbe
(vierunddreißigster Tag) Stuffi kam ...
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... auf eine kurze Stippvisite aus Berlin vorbei, Annegret ging leider aus uns unbekannten Gründen von Bord, dabei hatte sie ihren Aufenthalt doch erst spontan um einen Tag verlängert. Und auch Sylvia wurde nachmittags zum Bahnhof gebracht, während im Eiscafe kraetivst das Floßlied gedichtet, komponiert und eingeübt wurde (jetzt auch auf der Homepage runterzuladen). Und - wir glaubten es kaum - in Pritzerbe gab es ein Internetcafé! Einige von uns verbrachten viel Zeit dort, um euch hier die Bilder zu schicken, andere ordneten weiter die Unmengen an Pressemitteilungen, die wir mittlerweile haben, machten Wasseruntersuchungen für Kinder und wieder andere besorgten Essen, bauten am Steg und verfolgten das auch hier merkbar steigende Wasser. Eine Hafenrundfahrt wurde organisiert und abends auf einem riesigen von bunten Wimpeln umrahmten Segel, das am öffentlichen Steiger angebracht ist, zeigten wir unser Floßkino.
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14.8.2002 Milow nach Pritzerbe
(dreiunddreißigster Tag) Eine ganze Armada ...
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... von Rasenmähern weckte uns am Morgen - und dröhnte dann mal eben für zwei Stunden. Der Käpt`n aus Rathenow kam auch noch mal vorbei ihm gehörte nicht nur der Anleger in Rathenow sondern auch dieser. Und heute sollte das Bootshaus neueröffnet werden zur Ankunft eines großen Wikingerschiffes, das wir aber leider verpassen würden. Und überhaupt konnte er sich halt auch nicht so richtig von uns trennen!
Maureen konnte ihre Eltern überreden, nochmal einen Tag dranzuhängen ja ja das typische Floßfahrersyndrom griff wieder um sich. Die Crew hatte in Abwesenheit von Alex ratz fatz (!) beschlossen, zügig abzulegen. Und da keiner das Lastenrad an diesem Tag fahren wollte, wurde es kurzerhand schon aufs Floß geschafft. Das war wie `ne kleine Meuterei. Das Rad mußte aber wieder runter. Alexa fuhr es dann, Fin hatte somit auch was davon und Ablöse sollte auf halber Strecke kommen.
Da es an der Havel leider keine Radwege mehr so wie an der Elbe gibt, blieb nur die Bundesstraße. Feierabendverkehr und wilde Hupkonzerte machten das ganze zu einem echt schönen Erlebnis. Alle Waldwege, auf die man hätte ausweichen können waren wegen dem vielen Regen der letzten Tage zu Schlammpisten geworden. Und als es Fin dann schließlich zu heiß und zu eng wurde, wurde er einfach auf das Lastenrad gewuppt. Und plötzlich winkten alle Autofahrer einem zu.
In Premnitz stieg Annette dazu, und in Pritzerbe warteten schon Sylvia, Harry mit Freundin Andrea und ihrem Kind Mathilda aus Berlin. Wir schafften es noch, sie mit dem Schlauchboot abzuholen, damit sie noch ein wenig Floß fahren konnten. Im lauschigen Hafen zwischen Schilf und Seerosen legte Jürgen in unvergleichlicher Weise an. Abends kam Jens aus Berlin und Zimmermann Jan las uns südamerikanische Gruselgeschichten zum einschlafen vor. Nur komisch, dass dabei aber die Hälfte der Leute dank der lustigen Übersetzung vor Lachkrämpfen am Boden hing.
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13.8.2002 Rathenow/Milow
(zweiunddreißigster Tag) Robina Wald alias M.S. Vierkant
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Eine Ferienbetreuung für einen ganzen Haufen Kinder kam früh morgens also noch vor unserem Frühstück (oh ha) auf unser Floß, als es gerade mal nicht regnete ein Gewusel ohne Ende von 25 Fünfjährigen. Heike Lüneburg erklärte ganz ausführlich, wie unsere Petroleumlampe funktioniert und wofür man sie so brauchen kann, unsere gemeingefährlichen ausgetrockneten Wollhandkrabben wurden vorgeführt und Britta erklärte dem kleinen interessierten Publikum, dass die Robina Wald aus Holzstämmen gebaut wurde. Vom liebenswürdigen Hafenmeister, der ein echter Seebär mit über 30 Jahren Seefahrerei Erahrung ist, bekamen wir unseren Berg Brötchen zum Frühstück gesponsort. Dann wurden alle wichtigen Dinge eingekauft, so zum Beispiel ein neues Spielzeugauto für Kamran, Kekse für den Käpt`n und die Capitana und endlich wieder mal wat Frisches aus dem Bioladen!
Als der Regen dann endlich aufhörte, stachen wir mit zwei einhalb Stunden Verzögerung aber nur wegen dem Regen wieder in die Binnensee.
Kaum hatten wir abgelegt und die erste Kurve der Havel hinter uns, der ein schwimmendes Café hat mit 120 PS! Das war echt klasse. Alexa stieg als erste auf das Geschoß um und durfte mit dem Schiff der Robina vorausfahren. Dann wurden Kamran, Kelly, Alex und die 10-jährige Maureen an Bord geholt, die dann auch mal steuern durfte.
Abends legten wir in Milow an.
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12.8.2002 Rathenow
(einunddreißigster Tag) Es regnet in Strömen.
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Da fällt es uns (Heike und Laura) etwas leichter das Floss mit all seinen liebenswerten Leuten zu verlassen. Wir haben eh bereits einen Tag verlängert, weil es einfach noch nicht zu ende sein konnte. Und was kann diese Zeit hier und mit euch schon aufwiegen? Wir werden euch sehr vermissen.
Die ganze Nacht prasselte der große Regen auf unsere liebgewordene teure Plane. Am Morgen blieben alle ganz still und selig in ihren warmen trockenen Schlafsäcken, sogar die sonst so früh schon "nervenden" kleinen Monster + Finn. So kam es, daß die Presse etwas leicht verschüchtert unter die Plane blinzelte, und scheu anmerkte "Aber ich war doch angemeldet". Nachdem wir den schönen Frieden unserer warmen und trockenen Schlafsäcke erklärt hatten, gaben in wohlvertrauter Frische Alex, Alexa und Jürgen ein flottes Interview und strahlten in die Kamera.
Campingladen, Altstadt und Besorgungen bescherten uns den weiteren Tag, und es wurde gemütlich bequem weiter unter der Plane verbracht.
Anke, Andy und Maurien und Lieselotte Huber (der Hund), die sich aus ihrem abgesoffenen Zelt nur auf eine Zigarette zu uns flüchten wollten, blieben für die nächsten 3 Tage. Heike kam wieder von ihrem kurzen Landurlaub und
Alexas wurde spät abends spontan vom Hafenmeister und seiner marinen Mannschaft auf mehrere Runden eingeladen - ebenos die im Stundentakt in der Kneipe eintreffende Abholdelegation Britta, Heike und schließlich Alex - während auf dem Floß Reggae aus Kamrans Cassettenrecorder lief.
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11.8.2002
(dreißigster Tag) Strahlender Sonnenschein.
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Ein gemeinsames Bad im See noch vor dem Frühstück. Beste Laune bei allen. Der Tag hat Urlaubscharakter. Jan verläßt das Floss. Unsere Tour bis Rathenow ist kurz. Sie wird begleitet von Gitarrenmusik, Gesang und Motorengeräuschen. Durch den Weg der Havel kommen wir in den Genuss einer kleinen Stadtrundfahrt. Noch eine Schleuse und wir sind an unserem Anleger. Dort treffen wir auch wieder auf Jürgen, der heute das Lastenrad fuhr und bereits den Infostand aufgebaut hat. Viele Menschen beobachten unsere Ankunft. Martin verläßt uns. Ein aus der Crew rekrutiertes Spezialteam wechselt mit ausgeklügelten Techniken die Motorschraube. Das muss am Abend im anliegenden Biergarten begossen werden. 0.00 Uhr. Eigentlich wollten alle schon schlafen. Aber ein Pfiff und Mädchenstimmen locken Moritz trotz einsetzenden Regens doch nochmal aus dem Schlafsack. Unglaubliche Ernergie!!!
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10.8.2002
(neunundzwanzigster Tag) Wir werden vom Schnattern ...
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... der Gänse, die auf dem Weg zum Morgenbad sind, und Storchengeklapper geweckt. Unser Anlegehafen ist ein idyllischer Ort mit netten Bewohnern, sowohl Menschen als auch den Störchen, die dieses Jahr 19 Jungtiere aufziehen. Die Ankunft des Flosses hat sich herumgesprochen. Immer wieder kommen Leute, um es anzusehen und sich ein wenig zu unterhalten. Wir erledigen gemeinschaftlich einige anstehende Arbeiten am Floss. Mittags kommt eine Gruppe von Kindern aus dem Tagungshaus in Molkenberg (kultureller Mittelpunkt des Ortes) und besichtigt unser Floss. Ein kleiner Frosch ist besonders interessant. Alexa ist früh mit dem Rad zum Boot zurück gefahren um es zu holen und inzwischen wieder zurück. Um 14.30 Uhr legen wir ab. Alex fährt das Lastenrad. Hohennauen ist das nächste Ziel. In Grütze müssen wir tanken. Unterwegs sehen wir, wie sich Gänse und waren es Kraniche? über den Weiden am Himmel formieren. Die Landschaft ist atemberaubend schön. Kann es sein, dass diese Bilder, hautnah erlebt, einfach glücklich machen? Martin wartet an einer Schleuse auf uns um für einen Tag mitzufahren. Um 18.30 Uhr erreichen wir Hohennauen. Claudia wartet am Steg. Schön zu sehen, wie sehr Kamran sich vor Freude fast überschlägt. Wir begleiten gemeinsam Alicia und Diego zum Zug, der mit Pflanzenöl betrieben wird und irgendwie gemütlich aussieht.
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9.8.2002
(achtundzwanzigster Tag) Endlich wieder schönes Wetter.
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In der Nacht hat es die letzten Tropfen geregnet und wir werden mit Sonnenschein belohnt. Morgens haben wir noch Besuch von einigen Interessierten. Vier Kinder kommen und sind auch auf unserer Inselumrundung mit dem Floss dabei. Eine Fahrradfahne wird uns von einem netten Fahrradladenbesitzer geschenkt, der uns tags zuvor auf dem Floss besucht hatte. Spät in anbetracht der Strecke brechen wir um
auf. Dafür dürfen wir uns über Jan freuen, der uns nur so in letzter Minute erreicht. Alex und Alexa bleiben noch in Havelberg, um einiges zu erledigen. Sie wollen mit dem Boot nachkommen. Moritz fährt trotz Verletzung tapfer das Lastenrad, zieht sich unterwegs noch eine zweite hinzu und kann nur mit Überredungskunst einen Autofahrer zur Versorgung mit dem Erste-Hilfe-Kasten bewegen. Auf dem Floss lädt während der Fahrt Wetter und Fluss zu einem Bad ein. Wären die Füße doch nur größer, dann könnte man fasst Wasserski fahren. Am Abend schaffen wir gerade noch die Schleuse vor Molkenberg, unser Boot verpaßt die letzte Einschleusung knapp. Spät und im Dunkeln kommen wir im Hafen von Molkenberg an.
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8.8.2002
(siebenundzwanzigster Tag) Wir beobachten fasziniert ...
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... Havelbergs Biber von der Brücke aus, die ungestört ihre Zweige knabbern. Alexa und Alex kommen erst abends vom Elbe-Saale-Camp zurück und verpassen diese kleine Sensation. Um uns herum blitzt und donnert es. Von den heftigen Gewitterschauern mit Hagel werden wir glücklicher weise verschont. Dazugekommen sind Heike mit Laura (3) und????. Jetzt gibt es jede Menge Kinderquatsch. Es darf getobt und verglichen, gespielt und gestritten aber auch immer wieder vertragen werden.
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7.8.2002
(sechsundzwanzigster Tag) das letzte Stück auf der Elbe
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Die letzte Fahrt auf der Elbe, die letzte Strecke ohne Motorgeknatter. Ein superschöner Sonnenaufgang mit Morgennebel.
Und dann musste es einfach noch einmal sein eine Aktion mit Bagger. Schnell mit dem Schlauchboot und dem Banner los und auf die neugebaute Buhne. Heike und Micha springen in RoWo-Anzügen raus, halten das Banner quer und versuchen so, mit dem Baggerfahrer kurz zu reden. Zwei andere Aktivisten machen Fotos und steuern das Schlauchboot.
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6.8.2002 Tangermünde/Havelberg
(fünfundzwanzigster Tag) Alex und Alexa sind ...
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... noch einmal in die Stadt, Besorgungen erledigen, die anderen holen Treibstoff, Essen und machen das Floss schon mal klar. Für die Presse gibt es bei der Abfahrt noch einmal eine Ehrenrunde im Hafen.
Alex bleibt noch, weil Steffen, der schon gestern kommen wollte, nun endlich in der Nähe ist und mit dem Schlauchboot dann dem Floss hinterhergefahren werden kann.
Wir haben heute eine lange Strecke vor uns. Hier fällt auf, dass an besonders vielen Stellen Schotter versenkt wird. Mehrere Bagger sind in Betrieb.
Tim meldet sich von unterwegs und wird über Handy und mit viel gutem Willen in der Gegend rumgelotst, weil das Fahrrad noch abgeholt werden musste, schlief dann aber doch auf einem Campingplatz aus Solidarität umsonst.
Und wir suchten uns ein schönes Buhnenfeld und waren verzaubert von einem Sternenhimmel mit einem ganz deutlichen Milkyway und genossen die letzte Nacht auf der Elbe
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5.8.2002 Tangermünde
(vierundzwanzigster Tag) Die Regenfront bleibt.
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Wie sollen wir da die Touristen anlocken?? Vielleicht mit einem "Überlebenstraining auf dem Floß" einmal die Viersterne-Urlauber zum Tausch mit ihren Federbetten bewegen? (Sorry, is nur ein Gedanke einer schon 3-Wochen-Mitfahrerin).
Die Crew ist gerade unvorhersehbar geschrumpft: 6 große und 2 kleine Menschen und 1 Hund zähle ich, 3 von ihnen packen gerade ihren Rucksack. Unglaublich, "so ruhig war es seit 3 Wochen nicht"(Zitat Alex).
Wir starten jetzt mal los zum Rathaus, unsere Präsenz zeigen
.
Abends war unser Floßkino unerwartet gut besucht. Und wir konnten zum ersten mal den Film von Wilfried anschauen.
Nach dem Kino ist Nebel aufgestiegen die uralten Türme der Stadt verschwinden für einen Moment, das Schloss scheint in einem mystischen Licht und ein kalter Wind
erhebt sich
.. das war Tangermünde.
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4.8.2002 Niegripp/Tangermünde
(dreiundzwanzigster Tag)
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...mein Papa!!!
meine Mütze!!!
Sonntag morgen 6.15 Uhr wir brechen mal wieder einen Früh-Aufsteh-Rekord. Aber das ist notwendig, weil bis Tangermünde noch rund 45 Km vor uns liegen. Eigentlich müssen ja nur diejenigen aufstehen, die im Zelt übernachtet haben und die das Floß steuern werden. Aber dann stehen doch fast alle auf. Wir gönnen uns noch einen guten Kaffee und schaffen es tatsächlich schon um kurz nach 7.00 abzulegen. Leider ist der Himmel heute bewölkt aber das ist bei einer langen Fahrstrecke ja auch eher angenehm. Das Wetter hält sich dann auch bis zum Nachmittag doch gegen 16:00 Uhr fängt es dann auch erst langsam, dann immer heftiger an zu regnen. Wahrscheinlich lag´s daran, dass wir kurz zuvor ein Bauwerk der technischen Gigantomanie unterfahren haben nämlich den Mittellandkanal.
Die Fahrt verläuft ohne größere aufregende Ereignisse außer, dass wir bei einem Zwischenstopp unterwegs Davids (9) Vater an Land vergessen und Kamrans (4) gerade in Magdeburg neu erworbene Baseball-Cap über Bord geht.
In Tangermünde angekommen, informiert Alexa die Presse über unsere Ankunft und ist geplättet ob des unerwarteten Chauvinismus: "
da kommt gleich eine süße Kollegin" kündigt der Pressemann die Journalistin an.
Derweil wärmen wir uns im Clubhaus auf, deren Betreiber allerdings dem Ansturm von 16 Erwachsenen, zwei Kindern und zwei "großen" Hunden nicht ganz gewachsen sind. Die "Ankunft der Umweltschütze die gar kein Fleisch essen" macht vom Clubhaus schnell die Runde in dem kleinen Ort.
Später genießen wir die Zivilisation, besichtigen das schöne mittelalterliche Städtchen, in dem drei (!) Störche zu hause sind und verzichten abends aufs Kochen und essen stattdessen beim griechischen Italiener oder war´s doch ein italienischer Grieche?
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3.8.2002 Magdeburg/Niegripp
(zweiundzwanzigster Tag) Das Wetter ist ...
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... immer noch traumhaft. Nachdem wir gemütlich ausgeschlafen haben, widmen wir uns beim Frühstück den ausführlichen Berichten in der "Magdeburger Volksstimme" über unsere gestrige Aktion am Domfelsen. Zwar ist einer der beiden Berichte etwas oberflächlich (siehe Hinweise auch 2. August), aber dafür gibt´s schöne Bilder von der Aktion.
Gegen Mittag machen sich Stefan, Eva, Heike, Britta, Tobias und Annette mit dem Lastenfahrrad auf in die Magdeburger Innenstadt. Zunächst peilen wir den Domplatz an, um über den Elbausbau zu informieren. Leider sind am Dom nicht gerade die Menschenmassen, dafür sind die meisten Leute sehr aufgeschlossen für unser Anliegen und freuen sich richtig, dass wir uns gegen den Flussausbau einsetzen. Nachdem wir uns den Dom angesehen haben und Britta mit einem kleinen Acapella-Solo in einer Seitenkapelle die Anwesenden verzaubert hat, ziehen wir mit unserem Info-Mobil in die Fußgängerzone um.
Auch hier sind die Leute sehr aufgeschlossen und viele haben am Vormittag von unsere Aktion in der Zeitung gelesen das ist natürlich eine Super-Motivation für uns. Heike und Eva ernten mit ihren Handpuppen "Schweinchen" und "Kanalratte" , die über das Pro und Contra des Elbausbaus diskutieren, viel Aufmerksamkeit und vor allem viel Unterstützung für "Schweinchen", das die Elbe in ihrem unverbauten Zustand erhalten will, damit es weiterhin gemütlich mit einem Floß auf der Elbe unterwegs sein kann.
Der Rest der Crew repariert inzwischen den Motor fürs Schlauchboot und kauft ausreichend Verpflegung ein, weil wir heute in der Pampa übernachten werden.
Gegen 17.00 Uhr verlassen wir Magdeburg, nachdem die Crew des "Mückenwirts" noch ein Abschiedsfoto mit uns gemacht hat. Gegen 21.00 Uhr legen wir an unserem Übernachtungsplatz in der Nähe von Niegripp an TamTam (Evas Hund) ist uns dabei eine große Hilfe, weil ich sich schwanzwedelnd im Seil verbeißt und so das Floß fast alleine festhält)
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2.8.2002 Magdeburg
(einundzwanzigster Tag) Unser Floß steht ...
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... weiter vor der sonntäglichen Stadt, die Fahrradfahrer und sonnigen Spaziergänger kreisen ihre Runden, und im Mückenwirt-Elbegasthaus wird für das morgen startende "Down by the River" Festival eingestimmt.
Bei uns herrscht aktive Vorstimmung um 11 Uhr wollen wir uns abseilen von der Brücke! Direkt beim Anbringen der Seile an die blauen Stahlkonstruktionen hält ein Polizeiwagen. Unsere "Verbindungsfrau" Britta beruhigt die Verkehrspolizisten.
"Ja, darüber sollten Sie uns doch vorher informieren" antworten sie, und da "wir ja die Wasserstraße nicht behindern", finden sie unsere Aktion auch o.k., und düsen wieder ab.
Unsere Aktion bleibt nicht ganz und gar ohne Pannen, was mensch auch in der Zeitung bei freundlicher Presse nachlesen kann unter dem Titel "Körpereinsatz für die Elbe" "
vier Frauen
seilten sich waghalsig ab, versicherten aber: "Wir sind geübte Kletterer".
Aber wir bekamen weitreichende Resonanz, drei Fotos alleine in der Magdeburger Zeitung, Artikel auch in anderen und eine Aufnahme im Fernsehen. Nein, nein, wer wir waren, sagen wir nicht, denn selbst die Zeitung hat erfahren: "Ihre Nachnamen wollen die illegalen Brückenkletterer besser nicht in der Zeitung sehen".
Einige von uns haben Bekanntschaft geschlossen mit der Magdeburger Hausprojekt- und Hausbesetzer-Szene, und auch Thomas hatte mit Megaphon und Robin Wood-T-Shirt in der Stadt für den Abend Werbung gemacht: Heute! 21 Uhr! Floßkino!
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1.8.2002 Schönebeck/Magdeburg
(zwanzigster Tag) ...und sie scheint immer noch
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Ja die Sonne, die Sonne. Wir wissen auch nicht, womit wir das verdient haben, aber bei uns scheint sie immer noch und das seit Tagen!!!!!
Auch wenn uns die Nicht-Flößer-Welt per Telefon von Regen und Gewittern erzählt. Bei uns ist blauer Himmel, unaufhörliches Baden und der Kampf um die paar Schattenplätze auf´m Floß angesagt.
Soeben haben wir abgelegt in Schönebeck, verabschiedet von einigen schaulustigen Leuten am Anleger, einem Kameramann vom Lokalsender und ohne ein paar von unserer Crew: Tobias und Götz, die die undankbare Aufgabe übernommen haben, bei 50 Grad gefühlter Temperatur im Schatten die beiden Fahrräder nach Magdeburg zu treten; und Heike und Eva, die schon mal vorfahren per Auto, und im Elektroladen hören: "Das Megaphon hier reparieren?
Oh, Robin Wood. Nein, das kann ich nicht reparieren. Ich bin Sportbootfahrer. Von Brücken abhängen usw., solche Gewalt unterstütze ich nicht." Dafür haben wir aber auch 3 sehr nette Tramper aufgegriffen, die kurzzeitig das Floßleben mit uns erleben wollen.
Bald ist die Ankunft in Magdeburg. Die Telefone laufen heiß, um die Presse noch mal anzutreiben, auch wirklich bei unserer Ankunft vor Ort zu sein.
.....und jetzt geh ich noch mal schnell ins Wasser.......
Oh, oh, die Regenwolken hängen tief! Wir verkriechen uns samt Eis und Pressefrau unter die Plane, und auch das Floßkino beim Mückenwirt fällt heute abend ins Wasser. Dafür läuft die Planung auf heißen Touren für den morgigen aktiven Tag.
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31.7.2002 Schönebeck
(neunzehnter Tag) ...im schönen Schönebeck
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Der Ort Schönebeck macht seinem Namen alle Ehre: von allen Seiten wird uns geholfen.
Mit einer phänomenalen Selbstverständlichkeit kriegen wir alte Bettlaken für´s Transparent geschenkt, können einen Raum für´s Malen über Nacht in Beschlag nehmen, werden beim Motorreparieren fachmännisch unterstützt, auch die Kopien für die Floßkino-Werbung werden uns spendiert, und einige kriegen Eis spendiert.
Morgens früh stoßen noch 5 neue Flößer dazu: Lüneburg Anne plus 2 (zum verwechseln ähnlich aussehende) Schwestern aus Chemnitz plus deren 2 Hunde, so dass wir insgesamt 13 plus 4 Hunde sind. Außerdem taucht der fröhliche redefreudige Schönebecker Thomas auf und packt kräftig mit an und beschließt, mit nach Magdeburg zu fahren.
Wir nutzen den Tag für alle möglichen Erledigungen, Ausbesserungen am Schiff und schaffen es, aus 6 alten und neuen Bettlaken ein 7*3 Meter langes Transparent zusammen zu nähen, welches wir für die Magdeburgaktion fett mit "DOMFELS BLEIBT - NEIN ZUM ELBEAUSBAU" bemalen.
Abends setzen wir das Floß die paar Kilometer weiter an den Anleger direkt in der City von Schönebeck, wo ab 21.oo Uhr das Floßkino beginnt. So ca. 15 Leute waren da, es wird gemütlich 2 Stunden Filme geguckt (Über Robin Wood, Elbeausbau, Stausee Itoiz) und danach kräftig diskutiert (über mögliche Aktionsformen, die Situation in Schönebeck und wie sich die gekommenen Schönebecker Polit-Joungsters engagieren können).
Leider hatten wir keine Zeit zum Einkaufen gehabt und waren auch nicht zum Kochen gekommen, so dass ein paar Kartoffeln irgendwann nachts als Nachtmahl reichen müssen. Ja, ja erst am Leiden-können erkennt man die wahren Aktivisten. Alex und Alexa waren abends noch mal aufgebrochen, um das Lastenrad in Aken abzuholen und e-mails abzuschicken. Es wurd' wieder mal ´ne Nachtaktion... Wann holen die beiden eigentlich all die verpaßten Schlafstunden mal nach???
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30.7.2002 Aken
(achtzehnter Tag) ...that´s paradise
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Die Nacht an unserem wunderbaren Buhnenfeld mit kilometerlangem Strand mit Palmen und Longdrinks (naja, so 20 Meter waren´s ungefähr und weder Palmen noch Longdrinks gab´s und ohne dancing-man on the tables, aber es war wirklich wunderschön) verbracht. Es ist so idyllisch, daß wir erst nachmittags weiter nach Schönebeck - in die Zivilisation fahren wollen. Reparaturen am Schiff, Abwasch, etc. erledigen wir in aller Ruhe. Und es ist so idyllisch, dass viel Zeit zum Diskutieren bleibt. Soll man nun lieber jetzt sofort weiterfahren oder erst später? Soll man schon am Mittwoch weiter nach Magdeburg fahren oder erst am Donnerstag? Welcher Spruch ist der beste für´s Transparent für die Aktion in Magdeburg an der Brücke vor´m Domfels? (da wären z.B. "Laßt den Fels in der Brandung" oder "Lieber ´nen Spatz in der Hand als den Felsen im Arsch"....Letztendlich entschieden wir uns doch für die simple Politversion: "Domfels bleibt - Nein zum Elbeausbau")
Iss vielleicht gar nicht schlecht, dass wir meistens nicht so viel Zeit zum Grübeln und Diskutieren haben...Womit man sich auf dem Floß übrigens auch so Tag ein Tag aus beschäftigen kann und was wir alle auch mit Begeisterung ständig tun, ist das Sachen in Kisten verpacken und dann alle Kisten durchsuchen müssen, um irgendwas wieder zu finden....
Als alles Trinkwasser aufgebraucht ist bringen wir´s über´s Herz und brechen gemütlich auf in Richtung Schönebeck. Alex macht sich zu Fuß auf nach Aken, um das Lastenrad abzuholen und endlich Fotos für die Homepage per mail loszuschicken. Leider braucht er irgendwie so viele Stunden, um sich durch die Auwälder den Weg zurückzubahnen, dass er um 22.00 Uhr erst in Aken ist und dann nicht mehr mit dem Lastenrad die Strecke fahren kann, sondern mit ´nem Auto, was eh in Aken stand, nach Schönebeck fährt und um 2.30 Uhr ankommt. Und er sagte noch, der Diplomgeograph: "das sind nur ein paar Kilometer, das ist kein Problem".
Auf dem Weg nach Schönebeck begegnen wir einigen netten Paddlern vom SSC Schönebecker Sportclub, wo wir am Abend anlegen wollen und die voraus fahren, um unsere Ankunft dort anzukündigen. Dementsprechend freundlich und hilfsbereit werden wir aufgenommen.
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29.7.2002 Aken
(siebzehnter Tag) Heute sind ...
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... wir fleißig. Stehen früh auf, gehen ohne Frühstück einkaufen, Benzin holen, und räumen das Boot tiptop auf.
Dann geht's floß! 30 Grad, und ganz viel Schwimmen! Gerade fahren wir am Biosphärenreservat entlang, und rechts
und links begleiten uns Auwälder. Der Seeadler kreiste vor uns, und auch ein Schwarzmilan sagte uns schon
"Guten Morgen", so nah war er. Störche und Milane begleiteten uns schon mehrfach in den letzten Tagen, und Götz
sah gestern den Fischadler, wie er mit der Krähe stritt. Gerade haben wir an einem der weißen Sandstrände gehalten,
die die Bunen produzieren. Oh, hätten wir doch nur einen großen Laster dabei, wir könnten all die vielen Schottersteine,
die hier gerade angekippt wurden, wieder einschaufeln!
abgereist: Wilfried verläßt uns.
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28.7.2002 Aken
(sechzehnter Tag) Der Köthener Kanuclub ...
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... weckt uns an diesem Sonnenmorgen - alle 20 Wochenendurlauber wollen unbedingt noch unsere Infofilme sehen! Und diskutieren über den Elbeausbau sogar auch, all dies morgens um 10 Uhr! Die beiden Punks verlassen uns, ihre schwarz-rote Fahne aber wird uns weiter erinnern an sie. Bei unserer Auwaldexkursion begegnen wir dem Förster im Landrover. "Sie haben aber Mut! Dieses ist doch keine befahrbare Strecke!" erklärt er uns - und auf die Anfrage, ob die Forstverwaltung Exkursionen anbietet "Wir machen alles möglich". Eva und ich (Heike) wollen jeden Tag Schweden-Eisbecher!
abgereist: Lüneburg-Stefan, Christian aus Hagen, Arne und Anna, unsere Punks (Lüneburg)
dazugekommen: Britta aus Lüneburg, Tobi aus Hamburg (aber eigentlich Spanien)
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27.7.2002 Dessau/Aken
(fünfzehnter Tag) Dieser Tag ...
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... wurde sehr gemächlich begonnen, bzw. hatte Alex noch viel zu tun. Z.B. holte er in einer spektakulären
Taucheraktion den abgefallenen und untergegangenen Maschinenkastendeckel wieder herauf. Deshalb
starteten wir erst zwischen 14 und 15 Uhr und weil die heutige Etappe sehr kurz war, wurde ein von Christian
absichtlich provoziertes Stranden gleich noch zu einem ausgiebigen Bad benutzt. Wir finden eine Flaschenpost
von Marius, 6 Jahre, aus Chemnitz - und schreiben ihm einen netten Brief. Bei einem Zwischenstopp am Restaurant
"Elbterrassen" wurde an alle Wochendausflügler Flugblätter verteilt, und Puppentheater gespielt.
Der Sonnenuntergang wurde von einigen noch für einen Ausflug in den Auenwald genutzt.
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26.7.2002 Dessau
(vierzehnter Tag) Wir wurden ...
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... von Wind und Dauerregen geweckt. Soon Fotograf wurde mit Regenschirm auf dem Schlauchboot ums
Floß gefahren, aber hat es verschmäht Arne mit Haßkappe und Schwarz/roter Fahne zu fotografieren. Ansonsten wurde
der Tag für private Angelegenheiten genutzt und Christians Geburtstag weitergefeiert. Die Waschpo kam vorbei und
klärte uns darüber auf, daß wir hier nicht zelten dürften. Und die "Besichtigung" oder Besetzung? einer alten Lagerhalle
scheitert am Willen der Platzwächter. Am Abend gab es Floßkino auf dem Floß, 5 Außerflößige kamen zu Besuch.
dazugestoßen: Stephan und Sophie aus Berlin und Prießeck, Hans und Juri aus Berlin, Wilfried und Camera aus Mainz
und weggefahrn sind Arno und Finnie und Heike und Laura und Ulli und Alexa (aber nur zum Ausflug bis Samstag)
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25.7.2002 Wittenberg/Dessau
(dreizehnter Tag) 7:30 Uhr ...
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... wurden alle geweckt, das Fernsehteam vom MDR war schon da, und konnte nur mit Mühe davon abgehalten
werden mit seiner Camera in die noch gefüllten Schlafsäcke zu kriechen.Beim Frühstück konnten sie dann
endlich unsere verschlafenen Gesichter filmen, und nachdem wir ablegten, stellten sie sich vor: Claudia,
die Redaktörin, mit blonden Zöpfen, Thomas, der Cameramann, und Sven , der Mann mit dem Puschel, der
unseren Ton aufnehmen wollte. Besonders Claudia war engagiert, las Märchen für unsere beiden Kleinkinder vor,
und verteilte prima Hustenbonbons. Als Höhepunkt des Tages seilten sich drei unserer Frauen mit einem
Transparent mit der Aufschrift: "Mit dem Floß für die Flüsse" von der Roßlauer Autobrücke direkt auf das Floß ab.
Abends feierten wir mit einem Grillabend am "Kornhaus" von Dessau Christians Geburtstag.
abend zuvor angereist: Arno und Finnie ausm Wendland, Heike und Laura aus Mainz, Dagmar aus Berlin, Lüneburg-Stefan und abgereist: Lüneburg-Stuffi ("Kiste")
an diesem Tag abgereist: Lüneburg-Andrea, Hamburg-Annika und dazugestoßen: Maren und Götz aus Hannover/Bonn, Klein-Bünsdorf-Eva
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24.7.2002 Wittenberg
(zwölfter Tag) Der Tag startet ...
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... morgens um halb 8 mit einem Umlegemanöver. Der Dampferanleger an dem wir liegen muss für
die MS Dresden geräumt werden. Da vorgesehen war, dass der Dampfer erst um 8 Uhr eintrifft,
müssen wir uns mit dem Aufwachen ein bißchen beeilen. Aber auf die Art haben die
Schiffspassagiere endlich auch mal etwas Interessantes zu sehen. Eine gut gelaunte Frühaufsteherin
feuert uns vom Sonnendeck an: Avanti, avanti, presto, presto, dalli, dalli.", was uns unglaublich motiviert.
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23.7.2002 Torgau/Wittenberg
(elfter Tag) Frühaufsteherrekord!
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Wir werfen um 7:15 die Leinen los und brechen
zu unserer wohl längsten Fahrt nach Witterberg auf. Unterwegs untersuchen
wir Buhnenfelder und endlich auch die chemische Wasserqualität (Ergebnisse).
Am Mittag haben wir die Hälfte der 60 KM Tour geschafft. Die
Strassentheatergruppe probt neue Lieder.
Es lässt sich nicht leugnen, dass bei der Ankunft im Hafen von Wittenberg um 20:40 Uhr eine allgemeine Floßflucht" stattfindet, aber nach knapp 14 Stunden zusammengepfercht sein mit einem guten Dutzend Leuten ist das nicht verwunderlich.
Die beiden Begleit-Radlerinnen strampeln die kürzere Strecke auf der Landstraße und können auf die Art erstens ausschlafen und zweitens in Wittenberg schon mal gemütlich im (unbedingt besuchenswerten) Café Alte Hundertwasserschule" sich stärken.
Den Abend verbringen wir größtenteils in der Stadt und genießen typisches Nicht-Floß-Essen: Pizza. Die auf dem Floß zur Wache gebliebenen bekommen die Pizza sozusagen frei-Floß geliefert und dann wird nur noch geschlafen. Nachts platzt ordentlich Regen vom Himmel, Leute flüchten von ihren ungeschützten Schlafplätzen auf dem Land und im Schlauchboot unter die Floßplane, aber trotzdem werden manche nass.
Neu dabei: Arno mit Fini (Wendland), Heike mit Laura (Idstein) und Dagmar (Berlin)
Nicht mehr dabei: Logbuchschreiber Philipp
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22.7.2002 Torgau
(zehnter Tag) Heute machen wir ...
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... für einen Tag in Torgau Station. An den Elbwiesen bauen
wir unseren Infostand auf und empfangen am Morgen den örtlichen Reporter.
Alex organisiert für Wittenberg eine Veranstaltung mit Paul-Ernst
Dörfler. Philipp hält einen kleinen Vortrag über Gewässergüte der Flüsse
und Insektenlarven. Am Abend zeigen wir auf unserem Floßkino einen Film
über die ökologischen Folgen des Elbausbaus.
Neu dabei: Ulli (Mainz), Anna
(Lüneburg), Maike Lüneburg
Nicht mehr dabei: Steffan (Dresden)
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21.7.2002 Mühlberg
(neunter Tag) Nach einem Baumklettertraining ...
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... und Akrobatikübungen in Mühlberg brechen
wir am Mittag von Sonne und Wind verwöhnt auf. Unterwegs untersuchen wir
verschiedene Gewässerabschnitte (Ergebnisse) und werden von
Fischadlern, Rotmilanen, Storchen und Reihern begleitet. Am Abend kommen
wir in Torgau an und machen unser Floß mit Blick auf die berühmte Burg
fest. Am späten Abend untersuchen wir die Insektenlarven unter dem
Stereomikroskop und schlafen bei Gitarrenmusik ein. Nina (Wendland)
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18.7.2002 Meißen
(sechster Tag) Die Tischlerinnung ...
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14.7.2002 Dresden
(zweiter Tag) Elbebadetag ...
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13.7.2002 Dresden
(erster Tag) Alberthafen ...
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