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ROBIN WOOD - Floßtour 2000

Digitales Logbuch der Robina Wald

unser Floss Dieses digitale Logbuch soll Euch über den Verlauf unserer Tour informieren. Die Einträge werden täglich erneuert, nur Bilder brauchen etwas länger.
Wir wollen Euch aber nicht nur über Vergangenes, sondern auch über Bevorstehendes informieren. Daher gibt es noch einmal einen link zu unserem Veranstaltungskalender . Er enthält auch einen Zeitplan der Tour.

Nun aber viel Spaß beim Schmökern, wünscht Euch

Die Crew der Robina Wald .


24.-27. Mai, Duisburg, Maiderichter Schiffswerft
Bei Sonne und Regen sanieren Robin Woodler, das arg gebeutelte Floß im Trockenlager einer Duisburger Werft. In den vier Tagen werden die Stämme neu verspannt und abgeschliffen, die Tonnen, die als zusätzlicher Auftrieb unter dem Floß angebracht sind ausgewechselt und befestigt.
Mit dabei: Johanna, Alex (Stuttgart), Manfred, Anita, Ingo, Alex (Berlin), Judith und Philipp.

Floß-Reparatur Floß-Reparatur

13.-15. Juli, Transport des Floßes nach Würzburg


Floß-Transport Floß-Transport

16.-20. Juli, Würzburg, Aufbau

Ankunft der ersten Flößer und der Robina Wald, die mit dem Kohlefrachter MS Providentia nach Würzburg transportiert worden war. Während des Transportes hatten sich die als Schwimmkörper am Floß angebrachten Plastiktonnen gelöst und mussten noch auf dem Frachter, inmitten der Kohle, wieder befestigt werden.

ROBIN WOOD-Floßtour 2000
Rudi beim "Deckschrubben"
ROBIN WOOD-Floßtour 2000
Horst beim "Innenausbau"

Die Robina Wald wird ohne weitere Beschädigungen im alten Würzburger Hafen zu Wasser gelassen. Wir bringen den Aufbau mit dem Dach an. Schwimmend müssen Christian, Horst und Philipp dann noch die drei letzten Schwimmkörper unter dem halb hochgehievten Floß montieren.
Der Sondergutacher erweist sich als pingelig und gibt das Floß erst nach einer kunstvollen Schleppfahrt mit dem Schlauchboot frei. Leinen los... Stopp! Erst muss ein Radarreflektor her. Was das ist? Naja, wer unsere Transparente übersieht, kann uns damit wenigstens auf dem Radarbildschirm entdecken. Der verordnete Reflektor wird erst am Freitag bei uns eintreffen. So müssen wir ein paar hundert Meter zum Pressetreffpunkt ohne ihn fahren. Das verschafft uns gleich die erste Verwarnung - trotz klarer Sicht.

21. Juli, Würzburg, Start der Robin Wood Floßtour 2000 ( zur Pressemitteilung )
11 Uhr: Presseabfahrt mit einem wasserscheuen dpa-Fotografen im Schlauchboot. Knapp fünf Stunden später sind wir dann auch "schon" in der 300m entfernten Schleuse... Trotzdem erreichen wir schließlich Karlstadt, wo die Aussicht auf ein Freibier den Blick des Steuermannes trübt, und das Floß dreimal den Anleger rammt.
Mit dabei: Philipp, Alex, Robert und unser 71jähriger "Oldie" Rudi aus Berlin, Maurice und Willfried aus Mainz, Hanna aus Büsum/SH, Anna aus Lörrach/BaWü, Horst und Kaja aus Hamburg.

ROBIN WOOD-Floßtour 2000
Beiboot / Presseschlauchboot
ROBIN WOOD-Floßtour 2000
Schleuse Würzburg

Sa, 22.7. Lohr
Die Solaranlage geht in Betrieb, Transparente entstehen. Christian und Alex verlassen uns, dafür kommen Andi und Anita aus Mainz und feiern auf dem Floß gemeinsam Geburtstag. Sie bleiben bis zum nächsten Tag.

So, 23.7. Marktheidenfeld
Kaja, Horst und Rudi gehen von Bord, Felix aus Rosenheim und Andreas aus Mainz kommen dazu. Bei einem Seenotmanöver fällt Robert mit Schwimmweste ins Wasser. Er wird zum Glück erfolgreich gerettet. Die Nacht in Marktheidenfeld ist feucht aber weniger fröhlich. Um 4.30 Uhr werden wir "wachgeregnet" - mutig hatten wir auf dem offenen Floß geschlafen.

Mo, 24.7. Wertheim
Dank neuer Impulse wird die Floßmannschaft zu Höchstleistungen angetrieben. Schon um 9.30 Uhr legen wir ab. Zwei Schleusen zwingen uns, die rasante Fahrt kurzzeitig zu unterbrechen. Beim zweiten Halt macht Anna wegen Gleichgewichtsproblemen Bekanntschaft mit dem Mainwasser. Zudem besuchen uns zwei Wasserschutzpolizisten, die wir auf ein holländisches Passagierschiff hinweisen, das im hohen Bogen Fäkalien in den Fluss leitet. Die Polizisten sind davon auch nicht begeistert, müssen das Ganze jedoch als legal einstufen. Das nötige Gesetz liege noch in Brüssel, heißt es. Bei Sonnenschein laufen wir in Wertheim ein, wo die Presse schon auf uns wartet.

Mo, 24.7. Karlstadt (Ergänzung)
Wir versuchen vergeblich mit einem taubstummen Angler Kontakt aufzunehmen, der sich in seinem Schlauchboot mit einem Motorschaden rumschlagen muss.
Nach Infoständen in Karlstadt, übernachten wir im Bootshaus. Ralf spendiert zum Abschied ungewohnt warme Delikatessen.

Di, 25.7. Miltenberg
Wir fahren nach Miltenberg. Schon wieder erwischen wir den holländischen Frachter beim Entwässern seines Fäkalientanks. Anne stürzt beim Anblick der Wasserschutzpolizei in das Schleusenvorbecken.
Nachmittags erreichen wir Miltenberg und besuchen den Naturland-Hof der Familie Freg. Wir bekommen eine Hof-Führung und genießen ein pompöses Abendmahl mit ökologischem Alkohol. Anschließend: Romantische Nacht in der Heuscheune.

Mi, 26.7. Miltenberg
Vorbereitung der Transparentaktion in Aschaffenburg. Bis 2 Uhr nachts fertigen wir zwei
50 m2 große Transparente mit der Aufschrift "Güter auf Schiff und Bahn, statt Laster ohne Ende" an.
Ankunft von Viola.

Do, 27.7. Wörth
Vernieten der Transparente, später Aufbruch bei strömendem Regen. Aber: Das Wetter soll besser werden.
Abends kommen wir in der Geisterstadt Wörth an. Es folgt eine vergebliche Suche nach einer Dusche und dem Pfarrer. Nacht in Nässe auf dem Floß.

Fr, 28.7. Aschaffenburg
Fahrt nach Aschaffenburg. Der Kapitän terrorisiert die Crew mit niederen Diensten.
In Ermangelung einer Dusche nimmt Viola ein unfreiwilliges Bad im Main.
Ankunft im alten Flößerhafen.

Fr, 28.7 und Sa, 29.7. Aschaffenburg
Informationsstand mit abendlichem Film, Titel: Todeszone nach dem Supergau in Biblis. Wir übernachten auf dem Floß und im Kanu-Verein Poseidon.
Mit dabei: Christian, Alex, Viola, Robert, Hanna, Anne, Dagmar, Hans, Juri, Willfried, Maurice und Philipp

Sa, 29.7. und So, 30.7. Aschaffenburg/Seligenstadt
Morgens Abfahrt mit Kletter- und Abseilübung von der Willingsbrücke. Wir müssen den Außenmotor reparieren. Nachmittags erreichen wir Seligenstadt, wo wir erneut einen Infostand aufbauen. Genächtigt wird heute auf dem Floß und auf der städtischen Uferwiese.
Judith kommt zur Crew dazu.

So, 30.7. und Mo, 31.7. Seligenstadt/Hanau
Langes Aktionsvorbereitungsplenum. Ist das Chaos zu bewältigen? Wir versuchen es mal mit Zuständigkeitsverteilungen.
Abends erreichen wir Hanau und werden sehr herzlich von Angelika aus der örtlichen ROBIN WOOD -Gruppe empfangen. Wir malen das Transparent für die bevorstehende Aktion. Geschlafen wird diesmal im Ökobüro und - mal wieder - auf dem Floß. Das liegt heute direkt am Ufer des Schlosses Philippsruh. Die Wasserschutzpolizei stattet uns einen nächtlichen Besuch ab.

Mo, 31.7. und Di, 1.8. Hanau/Offenbach
Es ist viel zu tun: Infostände betreuen, die Presse empfangen und so ganz nebenbei noch Handys und Kampfhunde aus dem Wasser fischen.
Währenddessen läuft die symbolische Blockade der stillgelegten Nukem-Fabrik . In Deutschland wegen schwerwiegender Sicherheitsmängel außer Betrieb genommen, will Siemens sie nun nach Russland exportieren.
Mitglieder der Flößer-Crew und von ROBIN WOOD-Hanau ketten sich mit Handschellen und Transparent ans Werkstor. Forderung: "Keine Plutoniumfabrik nach Russland!"
Die symbolische Blockade endet um fünf vor Zwölf - friedlich. Von Seiten der Polizei kommen keine Aufforderungen, die Aktion zu beenden. Trotzdem werden die AktivistInnen z.T. in Handschellen aufs Revier gebracht und dort mehrere Stunden festgehalten.
Nach der Freilassung: Duschen und Abschiednehmen vom Ökobüro, später Aufbruch mit dem Floß. Abends kommen wir in Offenbach an.
Viola verlässt die Gruppe.

Di, 1.8. und Mi, 2.8. Offenbach/Frankfurt
Wir nehmen uns vor, am Mittwoch früh aufzubrechen und bereiten die Frankfurter Abseilaktion vor. Der Pressetermin ist für 12 Uhr angesetzt. Um 11.30 Uhr wartet das Floß noch auf stürmischer "See" vor der Schleuse Offenbach. Eine Stunde später sind wir in Frankfurt. Von der Brücke Eiserner Steg aus seilen sich AktivistInnen mit dem Transparent ab (das übrigens in der Miltenberger Scheune hergestellt wurde). Aufschrift: "Güter auf Schiff und Bahn - statt Laster ohne Ende". Die Aktion verläuft erfolgreich.
In Frankfurt liegt die Robina Wald an der Untermainbrücke.
Hans, Dagmar und Juri gehen, Andi und Philipp aus Mainz und Anika kommen hinzu.

Do, 3.8. Frankfurt
Wie verbringt man nur einen Tag ohne Aktion? Wir erklären den Donnerstag kurzerhand zum "Flößersonntag". Mit Blick auf unseren zerbrochenen Infotisch und Frankfurts Bankentürme lesen wir Zeitung.
Willfried ist inzwischen auf dem Weg nach Mainz, um die erste Fassung des Floßtour-Films zu schneiden.
Besondere Anmerkung: Die Sonne scheint! Mutig nehmen wir die Regenplane ab...
Eine 200-Liter-Tonne treibt am Floß vorbei, das an der Untermainbrücke angelegt hat. Die Wassserschutzpolizei sammelt die Tonne ein.
Wir besichtigen den riesigen Commerzbank-Tower, informieren an unseren Info-Ständen über den alarmierenden Zustand des Waldes und bereiten eine neue Aktion für den nächsten Tag vor, Thema: Flugverkehr.
Nicht mehr an Bord ist Rudi, Andi und Philipp aus Mainz steigen zu.

Fr, 4.8. Frankfurt/Mainz
Die Floßcrew teilt sich in zwei Gruppen. Während eine Notbesatzung das Gefährt nach Mainz überführt, sind andere im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens aktiv. Dort verhüllen sie, beobachtet von zahlreichen Reisenden, MedienvertreterInnen und Wachleuten, die zentrale Abflugtafel mit einem Transparent. Die Aufschrift macht die ROBIN WOOD-Position gegen die Erweiterung des Rhein-Main-Airports weit sichtbar klar: " Flugverkehr vermindern - den Ausbau verhindern ".
Am Abend erreicht die Robina Wald "Kilometer Null" des Mains und die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz. Die Crew hat sich an diesem Freitag ganz schön ins Zeug gelegt und sensationelle 35 Tageskilometer geschafft.
Das Floß legt am Fort Malakoff an. Dort wird es schon erwartet - unter anderem von aufgeregten Polizisten und Abteilungsleitern, die überall im Stadtgebiet ROBIN WOOD-Aktionen auf sich zukommen sehen. Lange Verhandlungen zwischen Ordnungshütern und FlößerInnen folgen.

Sa, 5.8. Mainz
Die Robina Wald muss, begleitet von der Polizei, in den Winterhafen verholt werden. Dadurch soll sicher gestellt werden, dass die Anlandungsboote der Armee im Rahmen des "Rheinland-Pfalz-Tages" ungestört auffahren können. Die Präsenz der Kriegsschiffe begleiten wir kritisch und lautstark, dabei hilft uns ein Megaphon.
Einige ROBIN WOODler werden auf Schritt und Tritt von der Polizei verfolgt. Irgendwann schaffen es Christian und Alex, die Zivilbeamten abzuhängen. Die hatten wohl irgendeine Aktion gewittert, die in Mainz überraschenderweise gar nicht stattfinden sollte.
Am Abend steigt die Floßparty. Auf einer Leinwand unter der Winterhafenbrücke lassen wir unsere bisherigen Reiseerlebnisse öffentlich und per Film Revue passieren.
Derweil bleibt die Crew unverändert, Ab- und Zugänge gibt es in Mainz nicht.

So, 6.8. Mainz/St. Goarshausen
Der Reisetag beginnt mit spritzigen Kilometern auf dem Rhein. Mit der neun Kilometer schnellen Strömung haben wir keine Probleme. Das Bingener Loch und die Loreley machen nur der Wasserschutzpolizei Sorgen, die allgegenwärtig ist. Wir müssen wieder mal das Schlauchboot reparieren, das wir als Begleitboot mitgenommen haben.
Abends legen wir am städtischen Steiger in St. Goarshausen an.
Ulrike ist neu dabei. Andi und Ulrike steigen abends wieder aus.

Mo, 7.8. St. Goarshausen/Boppard
Am Nachmittag treffen wir in Boppard ein. Dort treffen wir auf KreuzfahrerInnen im Rentenalter. Sie prüfen sogleich unsere Sprachkenntnisse, mal auf englisch, mal auf niederländisch. Das Hotel Ebertor sponsert uns heute auf erfrischende Weise - es bietet uns eine kostenlose Möglichkeit zum Duschen. Wir übernachten auf dem Floß.
Andi ist wieder dabei. Unsere neue Mitfahrerin heißt Antje. Sie ist aus Hamburg angereist und recherchiert für eine Reportage über unsere Floßtour, die demnächst im ROBIN WOOD-Magazin erscheinen wird.

Di, 8.8. Boppard/Koblenz
Am Morgen besucht Lokal-Prominenz unser Floß. Auf der Robina Wald geben sich die Ehre: Boppards Bürgermeister Bersch, Naturland- Forstamtsleiter Loskant sowie Förster aus dem Naturland-Forstbetrieb der Stadt Wiesbaden. Aufmerksam beobachtet werden alle von diversen MedienvertreterInnen, darunter auch ein Team des Koblenzer TV-Senders Kanal 10.
Am frühen Abend erreichen wir Koblenz. Den gewünschten Liegeplatz am Deutschen Eck müssen wir leider aufgeben - die Wasserschutzpolizei zeigte sich schlicht und einfach stur. Da wir die Beamten nicht nötigen wollen, ihre Schreibstube zwecks Anzeigeerstattung zu betreten, suchen wir uns einen anderen Ort.
Eine schöne Aktion gibt es in Koblenz auch: Spontan seilen sich einige ROBIN WOODler vom Wilhelmsdenkmal ab. Auf dem Transparent steht das Motto der Floßtour 2000: "Wald statt Asphalt" .
Schon wieder gibt es an Bord einen Neuzugang aus Hamburg: Steffi ist da.

Do, 10.8. Koblenz/Oberwinter
Die Robina Wald verlässt bei stürmischer See den geschützten Liegeplatz am Moselufer. Dank der guten Vorsorge richten meterhohe Wellen nur geringfügige Spritzwasserschäden an. Handtuchbenutzer outen sich...
Während das Floß mit der Strömung gegen den Wind ankämpft, nutzt das Busteam einen Campingwagen als Fender. Am Abend freundliche Aufnahme am "Pfannenkuckenschiff" im Hafen von Oberweiler. Nächtliche Vorbereitung auf die Aktion in Bonn und den Vortrag in der Klosterschule Nonnenwert.
Neu dabei: Marco und Evelyn

Fr, 11.8. Oberwinter/Inselschule Nonnenwert/Bonn
Chaostag auf der Robina Wald. Um 10.00 Uhr legt das Floß am Ufer der Inselschule an. Lehrer und Schüler stürmen das Gefährt. Erste Informationen per Megafon und Infostand. Anschließend versammelt sich die Oberstufe zu einem Vortrag in der Aula. Wir zeigen den Film über unsere Reise, stellen ROBIN WOOD vor und halten einen Diavortrag über ökologische Waldnutzung. Während des Vortrags legt das Floß ab, um pünktlich um 11.30 Uhr den Pressetreffpunkt in Bonn zu erreichen.
Noch auf der Höhe von Nonnenwert läuft das Floß auf Grund. Das Schlauchboot wird als Schlepperhilfe eingesetzt. Dabei reißt der Starterzug des Motors. Daraufhin funktionieren wir ihn zu einer Grundsteinmühle um, was aber auch nicht den erhofften Erfolg bringt. Wir sitzen immer noch fest. Mit schwimmender Muskel- und Motorkraft kommt das Floß letztendlich doch noch frei. Währenddessen warten Kletterer und Fernsehteams ungeduldig auf die Ankunft der Robina Wald. Auf dem Floß müssen aber erst mal die abgetriebenen Schwimmer in Empfang genommen werden. Johanna, Marco und Philipp schaffen es, bis auf das schnell davonströmende Floß zu kommen. Anne läßt sich und das Vortragsmaterial mit einem fremden Schlauchboot nachbringen. In Bonn versuchen die Kletterer, die wartende Presse zu vertrösten und beginnen sich abzuseilen.
Beim Anlanden an den Steg wird die Achterleine unlösbar verknotet, während die Vorderleine nicht mehr zu halten ist. Das Floß wird mit Heck und Motor gegen den Anleger gedrückt und kann nur durch das Kappen des letzten festgespannten Taus gelöst werden. Dabei bleibt Marco (noch mit nasser Hose) am Ufer zurück. Ein paar Kilometer weiter wird der "nackte Jogger" wieder aufgenommen.
Die Kletterer haben sich inzwischen abgeseilt und die Presse muss schauen, was sie ohne Floß aus den Bildern macht. Erst als alle JournalistInnen bereits weg sind, trifft das Floß am Ort des Geschehens ein.
Das "Ach-ich-kann-das-Seil-schon-halten-Manöver" wird wiederholt. Der Motor scheuert wieder kräftig am Anleger. Erneut muss die Achterleine losgeworfen werden und nur mit Anne und Philipp besetzt, wird das Floß auf die Spitze des nächsten Steigers gespült. Am Ende rettet uns die Wasserschutzpolizei und schleppt uns zum ersten Steiger zurück.
Judith verläßt das Floß, Dirk aus Köln kommt dazu

Sa, 12.8. Bonn/Köln
Heute gibt es mal wieder eine kleine Lektion Knotenkunde und Tipps für den Umgang mit langen Leinen. Am frühen Abend erreichen wir Köln. Die Köln-Düsseldorfer Fährgesellschaft (KD) will uns so kurzfristig keinen Steiger geben. Wir wollen aber gerne am Altstadtufer liegen. Eine Zeit lang dümpeln wir im Schutzhafen dahin und beschließen dann, das Floß zwischen den zentralsten KD-Anlegern festzumachen. Aktion erfolgreich.
Die Informationsarbeit klappt heute hervorragend und wir freuen uns über einen regen Zulauf an interessierten PassantInnen. Die Floßfaltblätter werden immer knapper. Wir setzen uns erfolgreich gegen die Landpolizei durch, die nach einer Genehmigung für unseren Infostand verlangt.
Während der Filmvorführung am Abend streiken abwechselnd Kabel und Solarbatterie.
Zu Besuch: Die Kölner und Wuppertaler ROBIN WOOD-Regionalgruppe sowie Andi und Uli.

So, 13.8. Köln
Aufenthalt in Köln und erneut reger Zulauf an BesucherInnen bei strahlendem Sonnenschein. Leider auch schon am frühen Morgen. Wir frühstücken unter lebhafter Anteilnahme des Kölner Publikums.
Nachts bereiten wir die frühmorgendliche Aktion vor. Die Wasserschutzpolizei kommt mal wieder zu Besuch und möchte wissen, was wir alles so vorhaben.
Wieder dabei: Alex (Berlin) und Philip (Mainz)
Nicht mehr dabei: Evelyn, Marco, Wilfried, Dirk
Neu dabei: Susanne (Greenpeace) und Steffen

Mo, 14.8. Köln
Aktion von der Deutzer Brücke. Das 80 qm große Transparent ("Güter auf Schiff und Bahn - statt Laster ohne Ende") wird noch einmal eingesetzt, während das Floß Mühe hat, sich gegen die Strömung dem Aktionsort zu nähern. Die Presse ist zahlreich erschienen.
Beinahekatastrophe am Rande: Der Bus bleibt mit den Transparenten und den Pressemappen fast im Stau stecken.
Nach der Aktion: Zurück zum alten Liegeplatz und erste Vorbereitungen für die Düsseldorfer Abschlussaktion. Wir leisten uns und der Wäsche noch einmal ein letztes Bad. Nachts versuchen wir erneut, den Film vorzuführen.
Neu dabei: Jochen (Köln und Lüneburg)

Di, 15.8. Köln/Düsseldorf

Wieder einmal ein später Aufbruch. Auf dem Fluss haben wir mit einem hohen und regen Schiffsverkehr zu kämpfen. Sehnsüchtig warten wir auf das Trocknen der frischgewaschenen Wäsche. Die 'Land'-Crew kümmert sich um den Einkauf von superleichtem Transparentstoff für die morgige Abschlussaktion.
Am späten Abend erreichen wir die Rheinpromenade in Düsseldorf. Des Nachts muss noch das Transparent gemalt werden. Es ist um ca. 3:30 fertig: "Atempause für den Wald – Verkehrswende jetzt".
Es ist eine kurze Nacht, wir schlafen auf dem Floß.
Neu dabei: Jule und Marco aus der Schweiz, Isabella kommt zu Besuch.

Mi, 16.8. Düsseldorf

Frühes Erwachen. Das Floß wird aufgeklart und wir bereiten die angekündigte Pressekonferenz vor. Um 10:00 schwebt der für diese Abschlussveranstaltung organisierte ROBIN WOOD-Aktionszeppelin über dem Rhein. Leider ist der Wind so stark, dass auf das Anhängen des nächtlich fertiggestellten Transparents zunächst verzichtet werden muss. Aber auch die Presse bleibt vorerst aus. In der windgeschützten Altstadt kann der Zeppelin mit seiner Botschaft dann doch noch in die Luft gehen. Danach ist endlich einmal Zeit für einen Stadtbummel.
Das vollbesetzte Floß wird am Abend von zwei nervenden und später auch mit Gewalt drohenden Störenfrieden besucht. Letztendlich bekommen wir sie mit unserer 'flößischen Zwangsmaßnahme von Bord: Abführen mit unseren Spielzeughandschellen und Übergabe an die Polizei.
Ausklang des Abends bei Wein, Regen und Gitarrenmusik - und leider auch einem nächtlichen Einbruch in den Begleitbus.
Nicht mehr dabei: Philipp Hochdörfer (Mainz), zu Besuch: Judith.

Do, 17.8. Düsseldorf

Heute soll abgetakelt werden. Die Info-Blätter sind ausgegangen und in Erwartung des Endes werden selbst Ausstellung und Info-Stand nicht mehr aufgebaut. Es erfolgt ein Marsch durch die polizeilichen Institutionen, um die Einbruchsanzeige aufzugeben. Währenddessen wird auf dem Floß die persönliche Habe zusammengepackt und es erfolgt ein mühsames Aus- und Aufräumen.
Alex und Christian beschließen am Abend, das am Vortage wegen des Windes kaum zum Einsatz gekommene Transparent doch noch medienwirksam einzusetzen und klettern mit ihm am Fernsehturm auf 30 Meter Höhe. Der WDR hat's in seinen Spätnachrichten gezeigt.
Noch dabei: Alex, Christian, Hanna, Philipp

Fr, 18.8. Düsseldorf/Duisburg

Heute soll das Floß aus dem Wasser kommen. Die günstigen Angebote, die wir aus Düsseldorf erhalten haben, werden leider zurückgezogen. Die angefragte Duisburger Werft verlangt nicht bezahlbare Preise. So entscheiden wir uns am Ende wieder für die Maiderichter Schiffswerft, wo das Floß nach der letzten Tour überwintert hat.
Hanna und Philipp starten mit dem Floß am Nachmittag nach Duisburg, während Alex heute schweren Herzens den Bus fährt und erst später zusteigt.
400 Meter vor der Hafeneinfahrt: Motorschaden. Die arg beanspruchte Maschine streikt und das Floß treibt am Rand der Schiffahrtsrinne. Wir müssen ein Notankerung vornehmen. Der Anker hält. Wir sehen uns gezwungen, die Polizei herbeizuwinken und längsseits geschleppt läuft die Robina Wald gegen 21:00 in den Hafen Ruhrort ein. Alle sind müde, die Fahrt ist zu Ende.
Alex bleibt allein zurück, er organisiert das Auskranen des Motors und den Abbau der Reling.

Dank

ROBIN WOOD lehnt Sponsoring ab. Um unabhängig zu bleiben, finanzieren wir uns fast ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Um so herzlicher bedanken wir uns bei all denen, die uns unterstützt und geholfen haben und für ihre Hilfe keine Gegenleistung verlangten.

Bei Regina und Uli Frey bedanken wir uns für die freundliche Aufnahme auf ihrem Naturland-Hof in Miltenberg. Sie haben uns herzlich aufgenommen und wundervoll entspannte Stunden auf dem Heulager in idyllisch abgeschiedener Ländlichkeit geschenkt, Anschauliche Einblicke in die Praxis der ökologischen Landwirtschaft gegeben und ihre Scheune für nächtliche Transparentmalaktionen zur Verfügung gestellt.

Bei der Firma Wagner und Co. aus Cölbe bedanken wir uns für die zur Verfügung gestellte Solaranlage.

Dank auch an die meisten Wasserschutzpolizisten für größere und kleinere Hilfen und ein alles in allem freundliches Auge, mit dem sie unsere Tour begleiteten.

Besonderer Dank gilt allen Förderinnen und Förderern, die die Fahrt für die Wälder durch ihre Spende erst möglich gemacht haben.

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