Digitales Logbuch der Robina Wald
Dieses digitale Logbuch soll Euch über den Verlauf unserer Tour
informieren. Die Einträge werden täglich erneuert, nur Bilder
brauchen etwas länger.
Wir wollen Euch aber nicht nur über Vergangenes, sondern auch über
Bevorstehendes informieren. Daher gibt es noch einmal einen link zu unserem
Veranstaltungskalender
. Er enthält auch einen Zeitplan der Tour.
Nun aber viel Spaß beim Schmökern, wünscht Euch
Die Crew der Robina Wald
.
24.-27. Mai, Duisburg, Maiderichter Schiffswerft
Bei Sonne und Regen sanieren Robin Woodler, das arg gebeutelte Floß im
Trockenlager einer Duisburger Werft. In den vier Tagen werden die Stämme
neu verspannt und abgeschliffen, die Tonnen, die als zusätzlicher Auftrieb
unter dem Floß angebracht sind ausgewechselt und befestigt.
Mit dabei: Johanna, Alex (Stuttgart), Manfred, Anita, Ingo, Alex (Berlin),
Judith und Philipp.
13.-15. Juli, Transport des Floßes nach Würzburg
16.-20. Juli, Würzburg, Aufbau
Ankunft der ersten Flößer und der Robina Wald, die mit dem
Kohlefrachter MS Providentia
nach Würzburg transportiert worden war. Während des Transportes
hatten sich die als
Schwimmkörper am Floß angebrachten Plastiktonnen gelöst und
mussten noch auf dem
Frachter, inmitten der Kohle, wieder befestigt werden.
Rudi beim "Deckschrubben"
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Horst beim "Innenausbau"
|
Die Robina Wald wird ohne weitere Beschädigungen im alten Würzburger
Hafen zu Wasser
gelassen. Wir bringen den Aufbau mit dem Dach an. Schwimmend müssen
Christian, Horst und
Philipp dann noch die drei letzten Schwimmkörper unter dem halb
hochgehievten Floß
montieren.
Der Sondergutacher erweist sich als pingelig und gibt das Floß erst nach
einer kunstvollen
Schleppfahrt mit dem Schlauchboot frei. Leinen los... Stopp! Erst muss ein
Radarreflektor her.
Was das ist? Naja, wer unsere Transparente übersieht, kann uns damit
wenigstens auf dem
Radarbildschirm entdecken. Der verordnete Reflektor wird erst am Freitag bei
uns eintreffen.
So müssen wir ein paar hundert Meter zum Pressetreffpunkt ohne ihn fahren.
Das verschafft
uns gleich die erste Verwarnung - trotz klarer Sicht.
21. Juli, Würzburg, Start der Robin Wood Floßtour 2000 (
zur Pressemitteilung
)
11 Uhr: Presseabfahrt mit einem wasserscheuen dpa-Fotografen im Schlauchboot.
Knapp fünf
Stunden später sind wir dann auch "schon" in der 300m entfernten
Schleuse...
Trotzdem erreichen wir schließlich Karlstadt, wo die Aussicht auf ein
Freibier den Blick des
Steuermannes trübt, und das Floß dreimal den Anleger rammt.
Mit dabei: Philipp, Alex, Robert und unser 71jähriger "Oldie"
Rudi aus Berlin,
Maurice und Willfried aus Mainz, Hanna aus Büsum/SH, Anna aus
Lörrach/BaWü, Horst und
Kaja aus Hamburg.
Beiboot / Presseschlauchboot
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Schleuse Würzburg
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Sa, 22.7. Lohr
Die Solaranlage geht in Betrieb, Transparente entstehen. Christian und Alex
verlassen uns,
dafür kommen Andi und Anita aus Mainz und feiern auf dem Floß
gemeinsam Geburtstag. Sie
bleiben bis zum nächsten Tag.
So, 23.7. Marktheidenfeld
Kaja, Horst und Rudi gehen von Bord, Felix aus Rosenheim und Andreas aus Mainz
kommen
dazu. Bei einem Seenotmanöver fällt Robert mit Schwimmweste ins
Wasser. Er wird zum
Glück erfolgreich gerettet. Die Nacht in Marktheidenfeld ist feucht aber
weniger fröhlich. Um
4.30 Uhr werden wir "wachgeregnet" - mutig hatten wir auf dem offenen
Floß
geschlafen.
Mo, 24.7. Wertheim
Dank neuer Impulse wird die Floßmannschaft zu Höchstleistungen
angetrieben. Schon um 9.30
Uhr legen wir ab. Zwei Schleusen zwingen uns, die rasante Fahrt kurzzeitig zu
unterbrechen.
Beim zweiten Halt macht Anna wegen Gleichgewichtsproblemen Bekanntschaft mit dem
Mainwasser. Zudem besuchen uns zwei Wasserschutzpolizisten, die wir auf ein
holländisches
Passagierschiff hinweisen, das im hohen Bogen Fäkalien in den Fluss
leitet. Die Polizisten sind
davon auch nicht begeistert, müssen das Ganze jedoch als legal einstufen.
Das nötige Gesetz
liege noch in Brüssel, heißt es. Bei Sonnenschein laufen wir in
Wertheim ein, wo die Presse
schon auf uns wartet.
Mo, 24.7. Karlstadt (Ergänzung)
Wir versuchen vergeblich mit einem taubstummen Angler Kontakt aufzunehmen, der
sich in
seinem Schlauchboot mit einem Motorschaden rumschlagen muss.
Nach Infoständen in Karlstadt, übernachten wir im Bootshaus. Ralf
spendiert zum Abschied
ungewohnt warme Delikatessen.
Di, 25.7. Miltenberg
Wir fahren nach Miltenberg. Schon wieder erwischen wir den holländischen
Frachter beim
Entwässern seines Fäkalientanks. Anne stürzt beim Anblick der
Wasserschutzpolizei in das
Schleusenvorbecken.
Nachmittags erreichen wir Miltenberg und besuchen den Naturland-Hof der Familie
Freg. Wir
bekommen eine Hof-Führung und genießen ein pompöses Abendmahl
mit ökologischem
Alkohol. Anschließend: Romantische Nacht in der Heuscheune.
Mi, 26.7. Miltenberg
Vorbereitung der Transparentaktion in Aschaffenburg. Bis 2 Uhr nachts fertigen
wir zwei
50 m2 große Transparente mit der Aufschrift "Güter auf Schiff
und Bahn, statt Laster
ohne Ende" an.
Ankunft von Viola.
Do, 27.7. Wörth
Vernieten der Transparente, später Aufbruch bei strömendem Regen.
Aber: Das Wetter soll
besser werden.
Abends kommen wir in der Geisterstadt Wörth an. Es folgt eine vergebliche
Suche nach einer
Dusche und dem Pfarrer. Nacht in Nässe auf dem Floß.
Fr, 28.7. Aschaffenburg
Fahrt nach Aschaffenburg. Der Kapitän terrorisiert die Crew mit niederen
Diensten.
In Ermangelung einer Dusche nimmt Viola ein unfreiwilliges Bad im Main.
Ankunft im alten Flößerhafen.
Fr, 28.7 und Sa, 29.7. Aschaffenburg
Informationsstand mit abendlichem Film, Titel: Todeszone nach dem
Supergau in Biblis. Wir übernachten auf dem Floß und im Kanu-Verein
Poseidon.
Mit dabei: Christian, Alex, Viola, Robert, Hanna, Anne, Dagmar, Hans, Juri,
Willfried, Maurice und Philipp
Sa, 29.7. und So, 30.7. Aschaffenburg/Seligenstadt
Morgens Abfahrt mit Kletter- und Abseilübung von der Willingsbrücke.
Wir
müssen den Außenmotor reparieren. Nachmittags erreichen wir
Seligenstadt,
wo wir erneut einen Infostand aufbauen. Genächtigt wird heute auf dem
Floß
und auf der städtischen Uferwiese.
Judith kommt zur Crew dazu.
So, 30.7. und Mo, 31.7. Seligenstadt/Hanau
Langes Aktionsvorbereitungsplenum. Ist das Chaos zu bewältigen? Wir
versuchen es mal mit Zuständigkeitsverteilungen.
Abends erreichen wir Hanau und werden sehr herzlich von Angelika aus der
örtlichen ROBIN WOOD -Gruppe empfangen. Wir malen das Transparent
für die bevorstehende Aktion. Geschlafen wird diesmal im Ökobüro
und -
mal wieder - auf dem Floß. Das liegt heute direkt am Ufer des Schlosses
Philippsruh. Die Wasserschutzpolizei stattet uns einen nächtlichen Besuch
ab.
Mo, 31.7. und Di, 1.8. Hanau/Offenbach
Es ist viel zu tun: Infostände betreuen, die Presse empfangen und so ganz
nebenbei noch Handys und Kampfhunde aus dem Wasser fischen.
Währenddessen läuft die
symbolische Blockade der stillgelegten Nukem-Fabrik
. In Deutschland wegen schwerwiegender Sicherheitsmängel außer
Betrieb genommen, will Siemens sie nun nach Russland exportieren.
Mitglieder der Flößer-Crew und von ROBIN WOOD-Hanau ketten sich mit
Handschellen und Transparent ans Werkstor. Forderung: "Keine
Plutoniumfabrik nach Russland!"
Die symbolische Blockade endet um fünf vor Zwölf - friedlich. Von
Seiten
der Polizei kommen keine Aufforderungen, die Aktion zu beenden. Trotzdem
werden die AktivistInnen z.T. in Handschellen aufs Revier gebracht und dort
mehrere Stunden festgehalten.
Nach der Freilassung: Duschen und Abschiednehmen vom Ökobüro,
später
Aufbruch mit dem Floß. Abends kommen wir in Offenbach an.
Viola verlässt die Gruppe.
Di, 1.8. und Mi, 2.8. Offenbach/Frankfurt
Wir nehmen uns vor, am Mittwoch früh aufzubrechen und bereiten die
Frankfurter Abseilaktion vor. Der Pressetermin ist für 12 Uhr angesetzt. Um
11.30 Uhr wartet das Floß noch auf stürmischer "See" vor
der
Schleuse Offenbach. Eine Stunde später sind wir in Frankfurt. Von der
Brücke Eiserner Steg aus seilen sich AktivistInnen mit dem Transparent ab
(das übrigens in der Miltenberger Scheune hergestellt wurde). Aufschrift:
"Güter auf Schiff und Bahn - statt Laster ohne Ende". Die
Aktion verläuft erfolgreich.
In Frankfurt liegt die Robina Wald an der Untermainbrücke.
Hans, Dagmar und Juri gehen, Andi und Philipp aus Mainz und Anika
kommen hinzu.
Do, 3.8. Frankfurt
Wie verbringt man nur einen Tag ohne Aktion? Wir erklären den Donnerstag
kurzerhand zum "Flößersonntag". Mit Blick auf unseren
zerbrochenen Infotisch und Frankfurts Bankentürme lesen wir Zeitung.
Willfried ist inzwischen auf dem Weg nach Mainz, um die erste Fassung des
Floßtour-Films zu schneiden.
Besondere Anmerkung: Die Sonne scheint! Mutig nehmen wir die
Regenplane ab...
Eine 200-Liter-Tonne treibt am Floß vorbei, das an der Untermainbrücke
angelegt hat. Die Wassserschutzpolizei sammelt die Tonne ein.
Wir besichtigen den riesigen Commerzbank-Tower, informieren an unseren
Info-Ständen über den alarmierenden Zustand des Waldes und bereiten eine
neue Aktion für den nächsten Tag vor, Thema: Flugverkehr.
Nicht mehr an Bord ist Rudi, Andi und Philipp aus Mainz steigen zu.
Fr, 4.8. Frankfurt/Mainz
Die Floßcrew teilt sich in zwei Gruppen. Während eine Notbesatzung das
Gefährt nach Mainz überführt, sind andere im Terminal 1 des Frankfurter
Flughafens aktiv. Dort verhüllen sie, beobachtet von zahlreichen Reisenden,
MedienvertreterInnen und Wachleuten, die zentrale Abflugtafel mit einem
Transparent. Die Aufschrift macht die ROBIN WOOD-Position gegen die
Erweiterung des Rhein-Main-Airports weit sichtbar klar: "
Flugverkehr vermindern - den Ausbau verhindern
".
Am Abend erreicht die Robina Wald "Kilometer Null" des Mains
und die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz. Die Crew hat sich an
diesem Freitag ganz schön ins Zeug gelegt und sensationelle 35
Tageskilometer geschafft.
Das Floß legt am Fort Malakoff an. Dort wird es schon erwartet - unter
anderem von aufgeregten Polizisten und Abteilungsleitern, die überall im
Stadtgebiet ROBIN WOOD-Aktionen auf sich zukommen sehen. Lange
Verhandlungen zwischen Ordnungshütern und FlößerInnen folgen.
Sa, 5.8. Mainz
Die Robina Wald muss, begleitet von der Polizei, in den Winterhafen verholt
werden. Dadurch soll sicher gestellt werden, dass die Anlandungsboote der
Armee im Rahmen des "Rheinland-Pfalz-Tages" ungestört
auffahren können. Die Präsenz der Kriegsschiffe begleiten wir kritisch und
lautstark, dabei hilft uns ein Megaphon.
Einige ROBIN WOODler werden auf Schritt und Tritt von der Polizei
verfolgt. Irgendwann schaffen es Christian und Alex, die Zivilbeamten
abzuhängen. Die hatten wohl irgendeine Aktion gewittert, die in Mainz
überraschenderweise gar nicht stattfinden sollte.
Am Abend steigt die Floßparty. Auf einer Leinwand unter der
Winterhafenbrücke lassen wir unsere bisherigen Reiseerlebnisse öffentlich
und per Film Revue passieren.
Derweil bleibt die Crew unverändert, Ab- und Zugänge gibt es in Mainz
nicht.
So, 6.8. Mainz/St. Goarshausen
Der Reisetag beginnt mit spritzigen Kilometern auf dem Rhein. Mit der neun
Kilometer schnellen Strömung haben wir keine Probleme. Das Bingener
Loch und die Loreley machen nur der Wasserschutzpolizei Sorgen, die
allgegenwärtig ist. Wir müssen wieder mal das Schlauchboot reparieren, das
wir als Begleitboot mitgenommen haben.
Abends legen wir am städtischen Steiger in St. Goarshausen an.
Ulrike ist neu dabei. Andi und Ulrike steigen abends wieder aus.
Mo, 7.8. St. Goarshausen/Boppard
Am Nachmittag treffen wir in Boppard ein. Dort treffen wir auf
KreuzfahrerInnen im Rentenalter. Sie prüfen sogleich unsere
Sprachkenntnisse, mal auf englisch, mal auf niederländisch. Das Hotel
Ebertor sponsert uns heute auf erfrischende Weise - es bietet uns eine
kostenlose Möglichkeit zum Duschen. Wir übernachten auf dem Floß.
Andi ist wieder dabei. Unsere neue Mitfahrerin heißt Antje. Sie ist aus
Hamburg angereist und recherchiert für eine Reportage über unsere
Floßtour, die demnächst im ROBIN WOOD-Magazin erscheinen wird.
Di, 8.8. Boppard/Koblenz
Am Morgen besucht Lokal-Prominenz unser Floß. Auf der Robina Wald
geben sich die Ehre: Boppards Bürgermeister Bersch, Naturland-
Forstamtsleiter Loskant sowie Förster aus dem Naturland-Forstbetrieb der
Stadt Wiesbaden. Aufmerksam beobachtet werden alle von diversen
MedienvertreterInnen, darunter auch ein Team des Koblenzer TV-Senders
Kanal 10.
Am frühen Abend erreichen wir Koblenz. Den gewünschten Liegeplatz am
Deutschen Eck müssen wir leider aufgeben - die Wasserschutzpolizei zeigte
sich schlicht und einfach stur. Da wir die Beamten nicht nötigen wollen, ihre
Schreibstube zwecks Anzeigeerstattung zu betreten, suchen wir uns einen
anderen Ort.
Eine schöne Aktion gibt es in Koblenz auch: Spontan seilen sich einige
ROBIN WOODler vom Wilhelmsdenkmal ab. Auf dem Transparent steht das
Motto der
Floßtour 2000: "Wald statt Asphalt"
.
Schon wieder gibt es an Bord einen Neuzugang aus Hamburg: Steffi ist da.
Do, 10.8. Koblenz/Oberwinter
Die Robina Wald verlässt bei stürmischer See den geschützten Liegeplatz am
Moselufer. Dank der guten Vorsorge richten meterhohe Wellen nur geringfügige
Spritzwasserschäden an. Handtuchbenutzer outen sich...
Während das Floß mit der Strömung gegen den Wind ankämpft, nutzt das Busteam
einen Campingwagen als Fender. Am Abend freundliche Aufnahme am
"Pfannenkuckenschiff" im Hafen von Oberweiler. Nächtliche Vorbereitung auf die
Aktion in Bonn und den Vortrag in der Klosterschule Nonnenwert.
Neu dabei: Marco und Evelyn
Fr, 11.8. Oberwinter/Inselschule Nonnenwert/Bonn
Chaostag auf der Robina Wald. Um 10.00 Uhr legt das Floß am Ufer der
Inselschule an. Lehrer und Schüler stürmen das Gefährt. Erste Informationen per
Megafon und Infostand. Anschließend versammelt sich die Oberstufe zu einem
Vortrag in der Aula. Wir zeigen den Film über unsere Reise, stellen ROBIN WOOD
vor und halten einen Diavortrag über ökologische Waldnutzung. Während des
Vortrags legt das Floß ab, um pünktlich um 11.30 Uhr den Pressetreffpunkt in
Bonn zu erreichen.
Noch auf der Höhe von Nonnenwert läuft das Floß auf Grund. Das Schlauchboot
wird als Schlepperhilfe eingesetzt. Dabei reißt der Starterzug des Motors.
Daraufhin funktionieren wir ihn zu einer Grundsteinmühle um, was aber auch
nicht den erhofften Erfolg bringt. Wir sitzen immer noch fest. Mit schwimmender
Muskel- und Motorkraft kommt das Floß letztendlich doch noch frei.
Währenddessen warten Kletterer und Fernsehteams ungeduldig auf die Ankunft der
Robina Wald. Auf dem Floß müssen aber erst mal die abgetriebenen Schwimmer in
Empfang genommen werden. Johanna, Marco und Philipp schaffen es, bis auf das
schnell davonströmende Floß zu kommen. Anne läßt sich und das Vortragsmaterial
mit einem fremden Schlauchboot nachbringen. In Bonn versuchen die Kletterer,
die wartende Presse zu vertrösten und beginnen sich abzuseilen.
Beim Anlanden an den Steg wird die Achterleine unlösbar verknotet, während die
Vorderleine nicht mehr zu halten ist. Das Floß wird mit Heck und Motor gegen
den Anleger gedrückt und kann nur durch das Kappen des letzten festgespannten
Taus gelöst werden. Dabei bleibt Marco (noch mit nasser Hose) am Ufer zurück.
Ein paar Kilometer weiter wird der "nackte Jogger" wieder aufgenommen.
Die Kletterer haben sich inzwischen abgeseilt und die Presse muss schauen, was
sie ohne Floß aus den Bildern macht. Erst als alle JournalistInnen bereits weg
sind, trifft das Floß am Ort des Geschehens ein.
Das "Ach-ich-kann-das-Seil-schon-halten-Manöver" wird wiederholt. Der Motor
scheuert wieder kräftig am Anleger. Erneut muss die Achterleine losgeworfen
werden und nur mit Anne und Philipp besetzt, wird das Floß auf die Spitze des
nächsten Steigers gespült. Am Ende rettet uns die Wasserschutzpolizei und
schleppt uns zum ersten Steiger zurück.
Judith verläßt das Floß, Dirk aus Köln kommt dazu
Sa, 12.8. Bonn/Köln
Heute gibt es mal wieder eine kleine Lektion Knotenkunde und Tipps für den
Umgang mit langen Leinen. Am frühen Abend erreichen wir Köln. Die
Köln-Düsseldorfer Fährgesellschaft (KD) will uns so kurzfristig keinen Steiger
geben. Wir wollen aber gerne am Altstadtufer liegen. Eine Zeit lang dümpeln wir
im Schutzhafen dahin und beschließen dann, das Floß zwischen den zentralsten
KD-Anlegern festzumachen. Aktion erfolgreich.
Die Informationsarbeit klappt heute hervorragend und wir freuen uns über einen
regen Zulauf an interessierten PassantInnen. Die Floßfaltblätter werden immer
knapper. Wir setzen uns erfolgreich gegen die Landpolizei durch, die nach einer
Genehmigung für unseren Infostand verlangt.
Während der Filmvorführung am Abend streiken abwechselnd Kabel und
Solarbatterie.
Zu Besuch: Die Kölner und Wuppertaler ROBIN WOOD-Regionalgruppe sowie Andi und
Uli.
So, 13.8. Köln
Aufenthalt in Köln und erneut reger Zulauf an BesucherInnen bei strahlendem
Sonnenschein. Leider auch schon am frühen Morgen. Wir frühstücken unter
lebhafter Anteilnahme des Kölner Publikums.
Nachts bereiten wir die frühmorgendliche Aktion vor. Die Wasserschutzpolizei
kommt mal wieder zu Besuch und möchte wissen, was wir alles so vorhaben.
Wieder dabei: Alex (Berlin) und Philip (Mainz)
Nicht mehr dabei: Evelyn, Marco, Wilfried, Dirk
Neu dabei: Susanne (Greenpeace) und Steffen
Mo, 14.8. Köln
Aktion von der Deutzer Brücke. Das 80 qm große Transparent ("Güter auf Schiff
und Bahn - statt Laster ohne Ende") wird noch einmal eingesetzt, während das
Floß Mühe hat, sich gegen die Strömung dem Aktionsort zu nähern. Die Presse ist
zahlreich erschienen.
Beinahekatastrophe am Rande: Der Bus bleibt mit den Transparenten und den
Pressemappen fast im Stau stecken.
Nach der Aktion: Zurück zum alten Liegeplatz und erste Vorbereitungen für die
Düsseldorfer Abschlussaktion. Wir leisten uns und der Wäsche noch einmal ein
letztes Bad. Nachts versuchen wir erneut, den Film vorzuführen.
Neu dabei: Jochen (Köln und Lüneburg)
Di, 15.8. Köln/Düsseldorf
Wieder einmal ein später Aufbruch. Auf dem Fluss haben wir mit einem hohen und
regen Schiffsverkehr zu kämpfen. Sehnsüchtig warten wir auf das Trocknen der
frischgewaschenen Wäsche. Die 'Land'-Crew kümmert sich um den Einkauf von
superleichtem Transparentstoff für die morgige Abschlussaktion.
Am späten Abend erreichen wir die Rheinpromenade in Düsseldorf. Des Nachts
muss noch das Transparent gemalt werden. Es ist um ca. 3:30 fertig:
"Atempause für den Wald Verkehrswende jetzt".
Es ist eine kurze Nacht, wir schlafen auf dem Floß.
Neu dabei: Jule und Marco aus der Schweiz, Isabella kommt zu Besuch.
Mi, 16.8. Düsseldorf
Frühes Erwachen. Das Floß wird aufgeklart und wir bereiten die angekündigte
Pressekonferenz vor. Um 10:00 schwebt der für diese Abschlussveranstaltung
organisierte ROBIN WOOD-Aktionszeppelin über dem Rhein. Leider ist der Wind so
stark, dass auf das Anhängen des nächtlich fertiggestellten Transparents
zunächst
verzichtet werden muss. Aber auch die Presse bleibt vorerst aus. In der
windgeschützten Altstadt kann der Zeppelin mit seiner Botschaft dann doch noch
in
die Luft gehen. Danach ist endlich einmal Zeit für einen Stadtbummel.
Das vollbesetzte Floß wird am Abend von zwei nervenden und später auch mit
Gewalt drohenden Störenfrieden besucht. Letztendlich bekommen wir sie mit
unserer 'flößischen Zwangsmaßnahme von Bord: Abführen mit unseren
Spielzeughandschellen und Übergabe an die Polizei.
Ausklang des Abends bei Wein, Regen und Gitarrenmusik - und leider auch einem
nächtlichen Einbruch in den Begleitbus.
Nicht mehr dabei: Philipp Hochdörfer (Mainz), zu Besuch: Judith.
Do, 17.8. Düsseldorf
Heute soll abgetakelt werden. Die Info-Blätter sind ausgegangen und in Erwartung
des Endes werden selbst Ausstellung und Info-Stand nicht mehr aufgebaut. Es
erfolgt ein Marsch durch die polizeilichen Institutionen, um die
Einbruchsanzeige
aufzugeben. Währenddessen wird auf dem Floß die persönliche Habe
zusammengepackt und es erfolgt ein mühsames Aus- und Aufräumen.
Alex und Christian beschließen am Abend, das am Vortage wegen des Windes
kaum zum Einsatz gekommene Transparent doch noch medienwirksam einzusetzen
und klettern mit ihm am Fernsehturm auf 30 Meter Höhe. Der WDR hat's in seinen
Spätnachrichten gezeigt.
Noch dabei: Alex, Christian, Hanna, Philipp
Fr, 18.8. Düsseldorf/Duisburg
Heute soll das Floß aus dem Wasser kommen. Die günstigen Angebote, die wir aus
Düsseldorf erhalten haben, werden leider zurückgezogen. Die angefragte
Duisburger Werft verlangt nicht bezahlbare Preise. So entscheiden wir uns am
Ende
wieder für die Maiderichter Schiffswerft, wo das Floß nach der letzten Tour
überwintert hat.
Hanna und Philipp starten mit dem Floß am Nachmittag nach Duisburg, während
Alex heute schweren Herzens den Bus fährt und erst später zusteigt.
400 Meter vor der Hafeneinfahrt: Motorschaden. Die arg beanspruchte Maschine
streikt und das Floß treibt am Rand der Schiffahrtsrinne. Wir müssen ein
Notankerung vornehmen. Der Anker hält. Wir sehen uns gezwungen, die Polizei
herbeizuwinken und längsseits geschleppt läuft die Robina Wald gegen 21:00 in
den
Hafen Ruhrort ein. Alle sind müde, die Fahrt ist zu Ende.
Alex bleibt allein zurück, er organisiert das Auskranen des Motors und den Abbau
der Reling.
Dank
ROBIN WOOD lehnt Sponsoring ab. Um unabhängig zu bleiben, finanzieren wir uns
fast ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Um so herzlicher
bedanken
wir uns bei all denen, die uns unterstützt und geholfen haben und für ihre
Hilfe keine
Gegenleistung verlangten.
Bei Regina und Uli Frey bedanken wir uns für die freundliche Aufnahme auf ihrem
Naturland-Hof in Miltenberg. Sie haben uns herzlich aufgenommen und wundervoll
entspannte Stunden auf dem Heulager in idyllisch abgeschiedener Ländlichkeit
geschenkt, Anschauliche Einblicke in die Praxis der ökologischen Landwirtschaft
gegeben und ihre Scheune für nächtliche Transparentmalaktionen zur Verfügung
gestellt.
Bei der Firma Wagner und Co. aus Cölbe bedanken wir uns für die zur Verfügung
gestellte Solaranlage.
Dank auch an die meisten Wasserschutzpolizisten für größere und kleinere Hilfen
und ein alles in allem freundliches Auge, mit dem sie unsere Tour begleiteten.
Besonderer Dank gilt allen Förderinnen und Förderern, die die Fahrt für die
Wälder
durch ihre Spende erst möglich gemacht haben.
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