Acht Tage Baumbesetzung in Lacoma, Rodungen im Naturschutzgebiet

Pressemitteilung der "Freunde von Lacoma"

Seit acht Tagen halten die Umweltaktivisten von „ROBIN WOOD“ die Arbeiten des Energiekonzerns Vattenfall in Lacoma auf. Die zwei Männer und eine Frau verhindern die Zerstörung des europäischen Naturschutzgebietes „Teichlandschaft von Lacoma“.

Vattenfall hatte am letzten Mittwoch die Genehmigung erhalten, Bautrassen und Rohrleitungen durch das Gebiet zu bauen, um das Grundwasser auf 60 Meter abzusenken. Stunden später wurden die Bäume besetzt.

Bagger, Baumaschinen und Schwerlaster bestimmen das Bild innerhalb des europäischen Naturschutzgebietes nahe Cottbus (FFH). Vor kurzem herrschte noch Ruhe in einer der schönsten Landschaften Deutschlands, welches von den Cottbusser Bürgern gern als Naherholungsgebiet genutzt wird. Derzeit werden Mitten im Gebiet Rodungen durchgeführt und Trassen werden mit der Schlacke des Kraftwerkes Jänschwalde gebaut, in dem auch hunderttausende Tonnen Müll verbrannt werden.

Dazu Daniel Häfner, Sprecher der „Freunde von Lacoma“: „Wir bedanken uns für das Engagement von „ROBIN WOOD“, welches nochmals die die bundesweite Bedeutung des Naturschutzgebietes Lacoma zeigt. Nur bundesweite Aufmerksamkeit kann eine mögliche Kungelei der Behörden und des Energieriesen hier vor Ort verhindern“.

Die Absenkung des Grundwassers im Gebiet ist umstritten. Die „Grüne Liga“ prüft rechtliche Schritte. „Jedes Kind versteht doch, dass es ohne Wasser kein Naturschutzgebiet geben kann, die Behörden des Landes Brandenburg scheinbar nicht.“, so Häfner.

Vattenfall baut im Landschaftsschutzgebiet Trassen, um mit Hilfe von Brunnen und Rohren das Grundwasser auf 60 Meter abzusenken. Dieses Vorhaben dient der Vorbereitung, das Gebiet mit dem Braunkohlebagger des Tagebaus Cottbus-Nord zu überfahren.

Um die Genehmigung hierfür streiten seit Jahren die Naturschutzverbände, der Energiekonzern, die Behörden des Landes und die EU-Kommission. Als damaliger Umweltminister hatte sich der heutige Ministerpräsident Platzeck, noch für den Erhalt des Gebietes ausgesprochen – heute schweigt er zum Thema.

Um die Bauarbeiten im Naturschutzgebiet aufzuhalten, haben die ROBIN WOOD-Aktivisten drei Pappeln am mehr als 400 Jahre alten Hammergraben besetzt. So wollen sie den Bau einer Brücke verhindern, auf der das Rohr verlaufen soll, welches das Wasser dem Gebiet entzieht.

Die Baumbesetzungen werden auf unbestimmte Zeit fortgesetzt.

Kontakt: Daniel Häfner 0179-6719016