Gundremmingen C (KRB-C)
Allgemeine Daten
| Reaktortyp/Baureihe: | Siedewasserreaktor, Baulinie 72 |
| Hersteller: | KWU |
| Nennleistung: | 1344 MW Brutto / 1288 MW Netto |
| Inbetriebnahme (Erstkritikalität): | 26.10.1984 |
| Standort: | Gundremmingen, Landkreis Günzburg, Bayern |
| Zuständige Aufsichtsbehörde: | Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz |
| Brennstoff: | Uran bis. 4,6% Anreicherung, MOX bis 5,47% Plutoniumgehalt (max. 300 BE) |
| Reststrommenge lt. Atomkonsens zum 31.12.2005: | 109,55 TWh |
| Durchschnittliche Erzeugung 2000-2005: | 11,76 TWh pro Jahr |
| Prognose Stilllegung nach Atomkonsens: | 2015 |
energy_map_nuclearpower.jsp; BMU, Bekanntmachung nach §7 Abs. 1c Satz 4 AtG, Eigene Berechnungen
Betreiber
| Betreiber: | Kernkraftwerke Gundremmingen Betriebsgesellschaft mbH |
| Geschäftsführer: | Georg Büth |
| Eigentümer: | RWE Power (75%) E.ON Kernkraft GmbH (25%) |
nuclear-power-plant_locations/energy_nuclearpower_kkgundremmingen.jsp
Zwischenlager
Informationen zum Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente
Schwachstellen
Bauartbedingte Schwachstellen
Gundremmingen C ist ein Siedewasserreaktor. Dieses Reaktorkonzept weist einige grundlegende sicherheitstechnische Probleme auf: Da der Primärkreislauf den Sicherheitsbehälter verlässt und der gesamte Dampfkreislauf radioaktiv ist, kann ein Rohrbruch z.B. im Maschinenhaus zu direkter Freisetzung radioaktiven Dampfes und zu großem Kühlmittelverlust führen, ohne dass ausgetretenes Kühlmittel über die Notkühlsysteme zurück geführt werden kann - in diesem Fall droht eine Kernschmelze. Bei Lecks im Kondensator ist auch eine Freisetzung direkt in das Flusswasser denkbar. Zur Reaktorabschaltung müssen die Absorberstäbe, anders als bei Druckwasserreaktoren, gegen die Schwerkraft mittels Hydraulik in den Reaktor eingefahren werden, das Abschaltsystem ist also nicht "ausfallsicher". Auch das alternative Abschaltsystem, die Borsäureeinspeisung, verlässt sich auf aktive Systeme (Hochdruckpumpen).
Der Sicherheitsbehälter von Gundremmingen C ist zudem wie bei allen deutschen Siedewasserreaktoren so klein und schwach ausgelegt, dass er dem auftretenden Druck bei einem größeren Dampfleck innerhalb des Behälters nicht standhalten kann (kein Volldruckcontainment), statt dessen verlässt man sich auf ein sog. Druckabbausystem aus Kondensationskammern.
Auffällige Störfälle
1987: Knallgasexplosionen im Reaktor
Im Mai 1987 kam es bei einem Test zum Ausfall eines der sicherheitstechnisch bedeutsamen Sicherheits- und Entlastungsventile, es kam zum Druckabfall im Reaktor. Bei Untersuchungen wurden an insgesamt drei Ventilen Schäden festgestellt, die auf die Zündung von Knallgas (Radiolysegas) zurückgeführt wurden. Ähnliche Schäden wurden 1987 auch in Krümmel und 1988 in Isar-1 festgestellt. Knallgas, ein Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff, entsteht durch die Spaltung von Wassermolekülen durch die Strahlung und kann sich an verschiedenen Stellen der Anlage ansammeln und explosionsfähige Gemische bilden. 2001 in Brunsbüttel zerfetzte eine Knallgasreaktion sogar mehrere Meter einer Rohrleitung.