Gundremmingen B (KRB-B)
Allgemeine Daten
| Reaktortyp/Baureihe: | Siedewasserreaktor, Baulinie 72 |
| Hersteller: | KWU |
| Nennleistung: | 1344 MW Brutto / 1284 MW Netto |
| Inbetriebnahme (Erstkritikalität): | 9.3.1984 |
| Standort: | Gundremmingen, Landkreis Günzburg, Bayern |
| Zuständige Aufsichtsbehörde: | Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz |
| Brennstoff: | Uran bis. 4,6% Anreicherung, MOX bis 5,47% Plutoniumgehalt (max. 300 BE) |
| Reststrommenge lt. Atomkonsens zum 31.12.2005: | 100,33 TWh |
| Durchschnittliche Erzeugung 2000-2005: | 12,12 TWh pro Jahr |
| Prognose Stilllegung nach Atomkonsens: | 2014 |
energy_map_nuclearpower.jsp; BMU, Bekanntmachung nach §7 Abs. 1c Satz 4 AtG, Eigene Berechnungen
Betreiber
| Betreiber: | Kernkraftwerke Gundremmingen Betriebsgesellschaft mbH |
| Geschäftsführer: | Georg Büth |
| Eigentümer: | RWE Power (75%) E.ON Kernkraft GmbH (25%) |
energy_map_nuclearpower.jsp
Zwischenlager
Informationen zum Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente
Schwachstellen
Bauartbedingte Schwachstellen
Gundremmingen B ist ein Siedewasserreaktor. Dieses Reaktorkonzept weist einige grundlegende sicherheitstechnische Probleme auf: Da der Primärkreislauf den Sicherheitsbehälter verlässt und der gesamte Dampfkreislauf radioaktiv ist, kann ein Rohrbruch z.B. im Maschinenhaus zu direkter Freisetzung radioaktiven Dampfes und zu großem Kühlmittelverlust führen, ohne dass ausgetretenes Kühlmittel über die Notkühlsysteme zurück geführt werden kann - in diesem Fall droht eine Kernschmelze. Bei Lecks im Kondensator ist auch eine Freisetzung direkt in das Flusswasser denkbar. Zur Reaktorabschaltung müssen die Absorberstäbe, anders als bei Druckwasserreaktoren, gegen die Schwerkraft mittels Hydraulik in den Reaktor eingefahren werden, das Abschaltsystem ist also nicht "ausfallsicher". Auch das alternative Abschaltsystem, die Borsäureeinspeisung, verlässt sich auf aktive Systeme (Hochdruckpumpen).
Der Sicherheitsbehälter von Gundremmingen B ist zudem wie bei allen deutschen Siedewasserreaktoren so klein und schwach ausgelegt, dass er dem auftretenden Druck bei einem größeren Dampfleck innerhalb des Behälters nicht standhalten kann (kein Volldruckcontainment), statt dessen verlässt man sich auf ein sog. Druckabbausystem aus Kondensationskammern.
In deutschen Siedewasserreaktoren, auch im baugleichen Reaktor Gundremmingen C, kam es schon mehrmals zur Beschädigung von Anlagenkomponenten durch kleinere oder mittelgroße Explosionen von angesammeltem Knallgas (Radiolysegas).
Auffällige Störfälle
2003: Kühlwassermangel
Im Mai 2003 war beim Anfahren des Reaktors plötzlich der Waserfüllstand im Reaktordruckbehälter zu niedrig, aufgrund von "nicht ausreichender Speisewasserförderung", die Schnellabschaltung wurde ausgelöst. Ein Trockenfallen der Brennelemente kann jedoch auch nach Abschalten des Reaktors noch zu einer Kernschmelze führen - trotzdem wurde das "Ereignis" als Lappalie betrachtet. Was die Ursache des Wassermangels war, darüber machte der Betreiber in seiner Störfallmeldung keine Angaben - und auch die Aufsichtsbehörde, das Bayerische Umweltministerium, hakte offenbar nicht nach.