Emsland (Lingen II, KKE)
Allgemeine Daten
| Reaktortyp/Baureihe: | Druckwasserreaktor 4.Generation (Konvoi) |
| Hersteller: | KWU |
| Nennleistung: | 1400 MW Brutto / 1329 MW Netto |
| Inbetriebnahme (Erstkritikalität): | 14.4.1988 |
| Standort: | Lingen, Kreis Emsland, Niedersachsen |
| Zuständige Aufsichtsbehörde: | Niedersächsisches Umweltministerium |
| Brennstoff: | Uran mit höherer Anreicherung (bis 4,4% 235U), MOX (4% Uran-Reaktivitätsäquivalent) |
| Reststrommenge lt. Atomkonsens zum 31.12.2005: | 163,96 TWh |
| Durchschnittliche Erzeugung 2000-2005: | 13,22 TWh pro Jahr |
| Prognose Stilllegung nach Atomkonsens: | 2018 |
(Quelle: Bericht der Regierung der Bundesrepublik Deutschland für die Dritte Überprüfungstagung im April 2005
http://www.bfs.de/kerntechnik/cns2005_deu.pdf S.127ff.; E.ON Kernkraft, http://www.eon-kernkraft.com; Niedersächsiches Umweltministerium, http://www.mu1.niedersachsen.de/master/C739708_L20_D0_I598_h1.html; Quelle: BMU, Bekanntmachung nach §7 Abs. 1c Satz 4 AtG, Eigene Berechnungen)
Betreiber
| Betreiber: | Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH |
| Geschäftsführer: | |
| Eigentümer: | RWE Power (87,5%) E.ON Kernkraft GmbH (12,5%) |
(Quelle: E.ON Kernkraft, http://www.eon-kernkraft.com)
Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente
| Erstantrag: | 22.12.1998 |
| Atomrechtliche Genehmigung: | 6.11.2002 (ohne Sofortvollzug, Verfahren nicht abgeschlossen) |
| Baugenehmigung: | 27.9.2000 |
| Kapazität: | 1250 Tonnen Schwermetall, 6,9×1019 Becquerel Aktivität, 4,7 MW Wärmefreisetzung |
| Behälter: | 125 Behälter, Castor/V19, plus 5 Behälter für Inventar mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung. Zusätzlich wurde Einlagerung von MOX-Brennelementen beantragt. |
| Lagerdauer: | 40 Jahre ab Einlagerung des ersten Behälters |
| Bauart: | STEAG-Konzept |
| Baubeginn: | |
| Inbetriebnahme: | 10.12.2002 |
Kein Interimslager.
Quellen: BFS, Dezentrale Zwischenlager - Bausteine zur Entsorgung radioaktiver Abfälle, 2005; BFS, Statusbericht zur Kernenergienutzung in der Bundesrepublik Deutschland 2003; http://www.nadir.org/nadir/initiativ/sand/SAND-Dateien/Atommuellager.html
Störfälle
Größere Störfälle sind im AKW Emsland bisher nicht bekannt geworden. Das AKW Emsland, ein Reaktor der 4. Generation, gilt sicherheitstechnisch als vorbildlich. Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass auch hier ein "Super-GAU" - ein Kernschmelzunfall mit massiven Freisetzungen von Radioaktivität - nicht ausgeschlossen werden kann. Technik und Menschen sind auch in Lingen niemals perfekt - davon zeugen die 40 kleineren Pannen, die allein zwischen 1998 und September 2005 gemeldet wurden. Trotz des vergleichsweise hohen Sicherheitsstandards muss man davon ausgehen, dass auch hier mit zunehmendem Alter der Anlage das Risiko zunehmen wird.
Quellen: BMU, Meldepflichtige Ereignisse in Anlagen zur Spaltung von Kernbrennstoffen in der Bundesrepublik Deutschland, Jahresberichte 1998-2004 und Quartalsberichte 1-3/2005
Stand: März 2006