Energie, Klima
14. Juli 2010

CCS-Gesetz führt in die Sackgasse

Heute wurde in Berlin der Entwurf für ein CCS-Gesetz (Carbon Capture and Storage) vorgestellt. Das Gesetz soll die  Grundlage für Vattenfall schaffen, das bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe anfallende Kohlendioxid probehalber unterirdisch einzulagern. In den Regionen in Ostbrandenburg (Beeskow und Neutrebbin) regt sich dagegen massiver Widerstand.

Betroffene aus der Region Neutrebbin bei einem Festival Ende Juni in der Region Letschin/Neutrebbin, ROBIN WOOD Aktive unterstützen das Festival durch ein Schnupperklettern

Betroffene aus der Region Neutrebbin bei einem Festival Ende Juni, ROBIN WOOD Aktive unterstützen das Festival durch ein Schnupperklettern

Die Technologie ist wissenschaftlich nicht untersucht und gefährdet Mensch und Umwelt. Das Trinkwasser wird gefährdet und bei Austritt größerer Mengen des Gases besteht Erstickungsgefahr.

Der Grund für die Eile besteht neben Vorgaben aus Brüssel darin, dass sich die Landesregierung in Brandeburg darauf festgelegt hat, neue Braunkohletagebaue nur zuzulassen, wenn die Endlagerfrage geklärt sei. Vattenfall soll in der Lausitz weitere Dörfer für die Braunkohle abbaggern, Landschaften verwüsten, das Grundwasser absenken und Menschen vertreiben. Die Regierungspolitik in Bund und Land gibt dem Konzern dafür die Rückendeckung, indem sie den Einsatz einer noch unausgereiften CCS-Technik rechtlich absichert.

Protest bei dem ersten Spatenstich des CCS-Pilotkraftwerks in Spremberg 2008

Protest beim ersten Spatenstich des CCS-Pilotkraftwerks in Spremberg 2006

Noch ist offen, ob die CCS-Technologie jemals sicher funktionieren und bezahlbar sein wird. Bislang ist klar, dass sie viel Energie im eigenen Prozess verbraucht, riskant für Mensch und Umwelt ist – und überall, wo eingelagert werden soll, auf massiven Widerstand der Bevölkerung stößt.

Der Sprecher der BI aus Beeskow Mike Kess sagte hierzu: „Doch wenn das eingelagerte CO2 sich nicht verhält, wie von den Ministern gewünscht, ist selbst die als Erprobung deklarierte Endlagerung als gefährlich anzusehen. Damit legitimiert die Politik das größte jemals in Deutschland geplante Experiment mit Gefahr für Mensch, Umwelt und Wasserversorgung auf deutschem Boden.“

Auch das Marketing-Argument, die Technik werde zum Exportschlager und China sei sehr daran interessiert, wirkt wenig überzeugend – zumal Ende des Jahres bei Bejing das erste Kraftwerk mit chinesischer CCS-Abscheidetechnik probehalber in Betrieb geht.

Die Technologie die hier verfolgt wird ist nur ein Feigenblatt für die Fortführung der zentralistischen Strukturen der Energiewirtschaft, einer Energiewende stehen diese im Weg. Im wahrsten Sinne ist dies eine end-of-pipe-Technologie, an derem einen Ende Dörfer und Naturschutzgebiete abgebaggert werden und am anderen Ende unkalkulierbare Gefahren entstehen. Wichtig wäre es, die Energiewende herbeizuführen und die alten Technologiepfade zu verlassen, die in die Sackgasse führen.

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Aktion, Energie, Floßtour, Klima, Verkehr
13. Juli 2010

Floßtour “Klimaschutz selbst gemacht”

Am 20. Juli startet sie  – die Floßtour für “Klimaschutz von unten”. In Stuttgart geht es los und dann über Neckar, Rhein und Main bis nach Frankfurt.

An der Strecke gibt es verschiedene Orte, an denen ROBIN WOOD für den Klimaschutz aktiv ist: Stuttgart 21, das Kohlekraftwerk in Mannheim oder der Ausbau des Frankfurter Flughafens. Und da wollen die Aktiven von ROBIN WOOD Menschen für einen Klimaschutz von unten begeistern. Eine Energiesparlampe einzuschrauben und Ökostrom zu beziehen ist notwendig, aber es reicht eben nicht aus, sich dem Klimachaos entgegen zu stellen. Da müssen die Menschen selbst aktiv werden: z.B. für eine andere Verkehrs- und Energiepolitik. Was eben nicht selbst gemacht wird….

Protest gegen das Mittlerweile eingestellte Projekt des Kohlekraftwerks in Düsseldorf im Jahr 2007 / Foto : Daniel Häfner

Protest gegen das mittlerweile eingestellte Projekt des Kohlekraftwerks in Düsseldorf bei der Floßtour im Jahr 2007 / Foto : Daniel Häfner

Alle sind herzlich eingeladen, die Aktiven auf dem Floß zu besuchen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Mit einer Solaranlage und Solarladegeräten an Bord gibt es auch praktischen Gesprächsstoff, und Infomaterial gibt es natürlich auch. So kann an Bord direkt zu einem Ökostromanbieter gewechselt werden.

Weitere Informationen, z.B. zu den Anlegestellen gibt es unter www.flosstour.de

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Blog, Energie, Welt retten
7. Juli 2010

Unser Hamburg – Unser Netz

Ein breites gesellschaftliches Bündnis hat sich in Hamburg zusammengefunden, um die privatisierten Versorgungsnetze für Gas, Strom und Fernwärme in Hamburg wieder in die Öffentliche Hand zu nehmen. Hierzu starteten das Bündnis, dem unter andrem ROBIN WOOD, attac, die Verbraucherzentrale und die Evangelische Kircheangehören, eine Volksinitiative. Die entsprechenden Konzessionsverträge mit den Energiekonzernen Vattenfall und E.on laufen 2014 aus bzw. sind bis dahin kündbar.

Nachdem die Hamburger Electricitätswerke (HEW) im Jahr 2001 privatisiert wurden und Vattenfall Mehrheitseigentümer der Stadtwerke wurde, gibt es kaum noch Einflußmöglichkeiten auf die Politik von Vattenfall Hamburg. Der Konzern agiert eben profitorientiert und stieß die Menschen in Hamburg mit dem Baubeginn des Klimakillerkraftwerks Moorburg und der Fernwärmetrasse und den Unfällen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel vor den Kopf.

Weiter Informationen, die Unterschriftenlisten etc. finden sie hier…

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Aktion, Energie
25. Juni 2010

Anti-Atom-Flagge weht über Bielefeld

Die Sparrenburg wird geentert

Die Sparrenburg wird geentert (Foto: ROBIN WOOD)

Vor ihrer Aktion heute Morgen kauften die ROBIN WOOD-Aktivisten erst mal, ganz wie es sich gehört, Tickets für die Turmbesteigung. Dann besichtigten sie die Sparrenburg, Wahrzeichen von Bielefeld, von innen – und von außen. Sie seilten sich an der Fassade des 40 Meter hohen Turms ab und hängten ein riesiges Banner auf für den Ausstieg der Bielefelder Stadtwerke aus dem AKW Grohnde. Außerdem sorgten sie dafür, dass die Anti-Atom-Sonne über Bielefeld aufging: in Form einer Flagge, die sie direkt neben der Stadtflagge von Bielefeld oben auf der Burg hissten.

Anti-Atom-Sonne über Bielefeld

Anti-Atom-Sonne über Bielefeld

Die Botschaft an die Stadtwerke ist klar: Wenn ihr nicht aussteigt aus dem Atomstromgeschäft, werden die Bielefelder_innen bei euch aussteigen und zu einem Ökostromanbieter wechseln.

Wer mithelfen will, den Stadtwerken in Sachen erneuerbare Energien auf die Sprünge zu helfen, klickt am besten hier.

Der Frau an der Kasse der Sparrenburg hat die Aktion übrigens richtig gut gefallen. Sie hat vorgeschlagen, Fotos der Aktion ans Bielefelder Stadtarchiv zu schicken.

Und hier gibt’s erste Medienreaktionen inkl. Fotos:
nw-news.de/
Radio Bielefeld

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Energie, Klima
23. Juni 2010

Norddeutsche Wasserbetriebe gegen CCS

Die Verpressung von Kohlendioxid (CCS – Carbon Capture and Sequestration) stellt eine Gefährdung des Trinkwassers dar und ist deshalb abzulehnen. Zu dieser Schlußfolgerung kommt die Norddeutsche Wasserwirtschaft in einer Stellungnahme zu einem möglichen CCS-Gesetz, an dem die Bundesregierung arbeitet.

Die Norddeutsche Wasserwirtschaft im BDEW hat in ihrer Stellungnahme vom 08.06.2010 auf dieses Risiko im Zusammenhang mit CCS hingewiesen: Die Verpressung von CO2 in Salinen Aquiferen stellt im Norddeutschen Becken ein großes Risiko für die Trinkwasserversorgung dar. Durch das Einbringen von CO2 in den Untergrund droht extrem salzhaltiges Wasser verdrängt zu werden, wodurch es zu einer Versalzung von Trinkwasser kommen kann.

Des Weiteren weist die Organisation darauf hin, dass diese Technologie die Energieeffizienz senkt, nicht zum Klimaschutz beitragen kann und wahrscheinlich nur aus kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen genutzt werden soll.

Die vollständige Stellungnahme finden sie hier: Norddeutsche Wasserwirtschaft zu CCS

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Energie, Verkehr, Welt retten
27. Mai 2010

BP unter Twitter-Beschuss

Das aktuelle Robin Wood-Magazin trägt den Titel „Umwelt im Web 2.0“. Wie sich das Web 2.0 effektiv als kritisches Medium nutzen lässt zeigt sich gerade am Ölkonzern BP. Ein vermeintlich zu BP gehörendes Twitter-Profil nimmt eine gründliche “Imagekorrektur” des Unternehmens vor und kommentiert mit tiefschwarzer Satire die Ölpest im Golf von Mexico.

"Ein Vogel hat grade mein Sandwich geklaut! Du verdienst alles was du kriegst, Natur!!!" - Zwitschert da wirklich BP?

(weiterlesen…)

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Energie
25. Mai 2010

Krümmel-Chefin fehlt die Qualifikation!

AKW Krümmel bei Geesthacht (Foto: Rainer Zimmermann, Lizenz: cc:by-nc)

Keine ausreichende fachliche Qualifikation! Das ist das derzeitige Urteil der zuständigen Atomaufsicht über die von Vattenfall zur neuen Leiterin des AKW Krümmel benannten Frau Welte! Und wie es bei Vattenfall so üblich ist, hat das Unternehmen bei der Ankündigung dieser Personal­entscheidung schlicht vergessen, auf dieses Problem hinzuweisen.

Via taz.de

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Aktion, Energie
25. Mai 2010

Bericht über eine Aktivistin

Im NDR gab es in der letzten Woche einen Bericht über Cécile Lecomte, die mit ROBIN WOOD gegen die Nutzung der Atomenergie protestiert. Der Bericht ist Teil einer Serie über die Anti-AKW-Bewegung. In diesem Beitrag kündigt der Polizeipräsident Niehörster quasi die nächste präventive Ingewahrsamnahme von Cécile vor dem nächsten Castor-Transport an.
Vor dem letzten Castor-Transport wurde Cécile 3 Tage lang in präventive Haft genommen, um Ordnungswiedrigkeiten zu verhindern. Dagegen ist eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht anhängig.

Der nächste Castor-Transport wird im November erwartet.

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Energie
5. Mai 2010

Atomenergie ist überflüssig!

Heute hat der “Sachverständigenrat für Umweltfragen” (SRU) der Bundesregierung klar gemacht, dass es Atomenergie auch nicht als “Brückentechnologie” braucht und Laufzeitverlängerungen für gefährliche Atomkraftwerke überflüssig sind. Eine sichere, kostengünstige und klimafreundliche Stromversorgung ist mit erneuerbaren Energien bis 2050 möglich – so die Erkenntnisse der renommierten Wissenschaftler.

Der Energieexperte des Rates, Prof. Dr. Olav Hohmeyer, betonte: „Für die Übergangszeit sind weder Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke noch neue Kohlekraftwerke erforderlich. Die Brücke zu den erneuerbaren Energien steht bereits“. Mehr Informationen dazu gibt es hier….

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Aktion, Energie
29. April 2010

Vattenfall perspektivlos

Es ist wie bei Hase und Igel. Überall, wo Vattenfall auftaucht, sind Atom- und Kohlestromgegner_innen schon da. Heute erging es den Vattenfallern so bei einer Veranstaltung in der Hamburger Handelskammer mit dem Titel: “Die Zukunft der Kernenergie aus drei Perspektiven”.

Noch vor den Besucher_innen kamen die ROBIN WOOD-Aktivisten und hängten ein Banner zwischen die Säulen des historischen Gebäudes: “Für Ökostrom – Vattenfall abschalten”.

Vattenfall den Stecker ziehen geht ganz einfach, ist echt zukunftsweisend und voll schöner Perspektiven.

http://www.robinwood.de/stromwechsel/

ROBIN WOOD-Protest an der Hamburger Handelskammer

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