Verkehr, Wald, Welt retten
14. Juni 2010

Schnupperklettern mit ROBIN WOOD gegen die A44

Am Sonntag (13. Juni) war im Kaufunger Stiftswald viel los. ROBIN WOOD hatte zu Waldspaziergang und Schnupperklettern geladen, und über 200 Leute waren gekommen.

Der Ort war mit Bedacht gewählt. Durch den Stiftswald im nordhessischen Bergland soll eine über 30 Meter breite Schneise für eine neue Autobahn geschlagen werden. Das zumindest wollen die Befürworter der A44, die mitten durch sieben Naturschutzgebiete und große Waldflächen von Kassel nach Wommen bei Eisenach führen soll. Der Widerstand dagegen ist groß – auch in Kaufungen.

Rot-weißes Flatterband markierte am Sonntag die Stelle, an der die Trasse den Wald zerschneiden würde. Klaus Schotte von der ROBIN WOOD-Regionalgruppe Kassel erläuterte, mit welcher Salamitaktik die Planer vorgehen, wie der aktuelle Stand ist und warum es derzeit noch gute Chancen gibt, die am Bedarf vorbei geplante Autobahn zu verhindern.

Schnupperklettern im Stiftswald

Ein Stück des Weges weiter oben im Wald waren drei Bäume mit Kletterseilen präpariert. Zwischen den Wipfeln leuchtete ein großes Transparent mit der Aufschrift „Wald statt Asphalt!“ in der Sonne. Wer wollte, konnte sich einen Gurt anziehen, einen Baum hochklettern und in mehreren Metern Höhe auf einer Seilbrücke zwischen den Stämmen hin und her wechseln. Es trauten sich viele, Erwachsene genauso wie Kinder. Am Infotisch bei Kaffee und Kuchen aus der nahe gelegenen Kommune Niederkaufungen kamen AnwohnerInnen und ROBIN WOOD-AktivistInnen schnell ins Gespräch und knüpften neue Kontakte. Bei einem gemeinsamen Spaziergang durch den Stiftswald konnte man mehr erfahren über die Vegetation des Waldes, die Möglichkeiten der ökologischen Waldbewirtschaftung – und auch über den Ruheforst, einer Art Waldfriedhof, der – wenn die Autobahn tatsächlich gebaut würde, diesen Namen sicher nicht mehr verdient hätte.

Was ist das für ein Wald, der für die A44 platt gemacht werden soll?

Was ist das für ein Wald, der für die A44 platt gemacht werden soll?

Später dann gab der Chor „Haste Töne“ ein Open-Air-Konzert inklusive Zugabe unter den Bäumen.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen – mitten im Wald und nicht an einer Autobahnböschung!

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Verkehr, Wald, Welt retten
8. Juni 2010

Autobahn durch Absurdistan

A44 Infografik

Die Infografik zur A44 (Sebastian Vollnhals / Robin Wood, Lizenz: CC BY-SA)

Quer durch Naturparks, FFH-Gebiete und das Grüne Band soll in Hessen und Thüringen die Autobahn A44 gebaut werden. Seit Jahren befindet sich die Trasse in absurden Schwebesituationen ungenehmigter, unplanbarer und unbezahlbarer Unmöglichkeiten. Das einzige, 2005 fertig gestellte Teilstück befindet sich abgeschnitten mitten in der Landschaft, immerhin kommen die Menschen so komfortabel von Hessisch-Lichtenau nach Walburg.

Anlässlich unseres Protestes im Wald bei Kaufungen am kommenden Sonntag haben wir die Situation rund um dieses widersinnige Verkehrsprojekt in einer wunderbaren Infografik (PDF) zusammengefasst. Natürlich sind alle herzlich eingeladen, sich vor Ort bei einer Waldbegehung (14:00 Uhr) selbst ein Bild vom Wald zu machen und das Klettern in Bäumen selbst auszuprobieren (12:00 Uhr). Wir treffen uns unweit der geplanten A44 auf dem Wanderparkplatz Ziegelhütte / Ruheforst und freuen uns über alle Menschen, die den Weg zu uns ins hessische Absurdistan finden.

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Papier, Tropenwald, Wald
20. April 2010

Wälder werden heruntergespült

Foto: Wikipedia/gemeinfrei

27.000 Bäume werden jeden Tag die Toilette herunter gespült, stellt ein Bericht des World-Watch-Instituts fest. Der Gebrauch von Toilettenpapier nimmt weltweit zu und erreicht dramatische Größenordnungen. Rund 10 Prozent des verwendeten Papiers werden einfach in der Toilette runtergespült und ist eben selbstverständlich nicht wieder zu verwenden.

ROBIN WOOD empfiehlt den Gebrauch von recyceltem Toilettenpapier, für das keine Frischfasern verwendet werden und was auch wesentlich weniger Wasser in der Produktion verbraucht.

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Aktion, Wald
20. März 2010

Keine Beschneidung des Baumschutzes in Sachsen

Am Freitag protestierten Aktive von ROBIN WOOD gegen die von der sächsischen Staatsregierung geplanten Änderungen von Umwelt- und Baumgesetzen. Besonders dramatisch ist die Absicht, den Kommunen das Recht zu nehmen, in Satzungen wie bisher den Baumschutz auch für Wohngrundstücke zu regeln.

Proteste zur Änderung der Baumsatzung in Dresden

Proteste zur Änderung der Baumsatzung in Dresden

Unter anderem soll es Privatpersonen so möglich sein, Bäume auf privatem Grund einfach zu fällen. Bäume sind aber kein Privateigentum, sondern gehören der Allgemeinheit, argumentieren unsere Aktiven.

Und gerade dies ist auch ein Beispiel zu verpflichtendem Eigentum in jedem Jura-Kurs: Ein Baum auf einem Privatgrundstück kann eben nicht einfach gefällt werden, sondern er gehört auch der Allgemeinheit. Dies will die Staatsregierung in Sachsen nun ändern.

Dagegen stemmen sich nicht nur die sächsischen Naturschutzverbände, sondern auch kommunale Spitzenverbände, die die Kommunen und Landkreise vertreten, wie der Sächsische Städte- und Gemeindetag und der Sächsische Landkreistag. Auch  Naturparkverwaltungen, Landschaftspflegeverbände und Baumschulen wenden sich gegen die Aufhebung des Baumschutzes.

Mit einem großen Transparent verliehen die Aktiven vor dem Sächsischen Landtag Ausdruck. Zu den von der Staatsregierung geplanten Änderungen von Umweltgesetzen hatten die Oppositionsparteien Linke, SPD und Grüne eine  Sachverständigenanhörung durchgesetzt.

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Energie, Klima, Wald
11. Februar 2010

In Hamburg nichts neues?

Während AnwohnerInnen und Aktive von ROBIN WOOD nach wie vor bei eisigen Temperaturen die Bäume in Gählerpark in Hamburg besetzt halten, kam es gestern (Mittwoch) zu einer Aussprache in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Doch von dort war nichts neues zu hören. Die Grüne Verantwortliche Hajduk erklärte, dass andere Möglichkeiten zum Trassenverlauf bereits geprüft seien und keine Alternativen bestünden.

Am Rande war zu erfahren, dass es seit zwei Wochen immer noch zu keinen Gesprächen mit Vattenfall gekommen sei. Solche Gespräche hatte der grüne Staatsrat Maß angeboten und Vattenfall war interessiert, nur ist eben der Verantwortliche Herr Schubach bei Vattenfall gerade im Urlaub.

Lichtblicke in der Sitzung der Bürgerschaft waren einerseits die Aussagen der Linkspartei, welche sich aber hauptsächlich dem Trassenverlauf und nicht der Problematik des Klimakillerkraftwerkes Moorburg widmeten und andererseits  Bürger_innen, die zwei Transparente aufspannten und skandierten “Vattenfall und Senat – Klimakillersyndikat”. Die Sitzung wurde für fünf Minuten unterbrochen und die Aktiven von der Bürgerinitiative “Moorburgtrasse-stoppen” wurden wegen Störung eines Gesetzgebungsorgans angezeigt.

Transparent der BI Moorburgtrasse-stoppen

Transparent der BI Moorburgtrasse-stoppen

Das Thema war in der Bürgerschaft auch deswegen schon auf den gestrigen Termin verschoben worden, weil in der letzten Sitzung andere Themen sehr lang behandelt wurden. “Filibustern” wird dies genannt, wenn über “belanglosere” Themen gezielt so lange gesprochen wird, bis “wichtigere” von der Tagesordnung fallen.

Vattenfall will nun noch die Beschwerde des BUND vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) abwarten, dann aber mit dem Bau der Trasse scheinbar wie gehabt fortfahren. Der BUND wehrt sich vor dem OVG dagegen, dass es keinerlei Bürgerbeteiligung im beschleunigten Genehmigungsverfahren gab und er auch keine Klagerechte gegen den Trassenbau haben solle. Alle bisherigen Verfahren hatten aber eigentlich keinerlei aufschiebende Wirkung gegen die Bau- oder Fällungsarbeiten.

Sollte die Moorburgtrasse gebaut werden, dann ist die (wärme)energiepolitische Zukunft Hamburgs auf knapp 40 Jahre an das Klimakillerkraftwerk Moorburg gebunden. Dezentrale Blockheizkraftwerke und Biomassekraftwerke können die Fernwärmetrasse aus technischen Gründen nicht nutzen.

In den nächsten Tagen muss und wird es zu einer politischen Entscheidung kommen. Nicht zu handeln ist nicht zu entschuldigen – denn dann passiert, was der Energiekonzern möchte – gegen den Willen der Anwohner_innen und vieler Menschen in Hamburg.

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Klima, Verkehr, Wald
3. Februar 2010

Offener Brief an VW und Film zum Querumer Forst

In einem von ROBIN WOOD initiierten offenen Brief fordern acht Umweltverbände von VW, die Arbeiten im Querumer Forst bei Braunschweig zu stoppen.

Der Querumer Forst soll für eine Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg gefällt werden. Dies ist für VWs Firmenjet nötig, damit die Manager nicht mehr wie bisher ca. 60km fahren müssen, um im voll betankten Flugzeug um die Welt zu reisen.

Der NABU Niedersachsen hatte versucht, auf gerichtlichem Weg einen Baustopp zu erzwingen, leider ohne Erfolg. Vom Flughafenausbau betroffen ist ein Naturschutzgebiet mit mehr als 200 Jahren alten Eichen und Hainbuchen gibt. Noch können die sinnlosen Arbeiten gestoppt werden, auch wenn bereits einige Hektar Wald gefällt wurden.

Auch extra3 nahm sich des Problems an und kommentierte das Projekt in gewohnt ironischer Weise.

Mitunterzeichner des offenen Briefes zur Rettung des Querumer Forsts sind u.A. der BUND Niedersachsen  und das Forum für Umwelt und Entwicklung.

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Aktion, Klima, Verkehr, Wald
18. Januar 2010

Galadiner und Kettensägen

Am Samstag, den 16. Januar, lud VW zum Galadiner “Gaumenfreude und Klassik” in die Gläserne Fabrik in Dresden. ROBIN WOOD-AktivistInnen verteilten Flugblätter “Kettensägen und Beton statt Gaumenfreude und Klassik” an die Gäste und spannten ein Transparent “Stoppt VW. Rettet 60.000 Bäume”. Sie protestierten damit gegen die Baumfällungen im Querumer Forst und forderten von VW:

  • Verzichten Sie sofort auf den Ausbau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg!
  • Stoppen Sie den Kahlschlag im Querumer Forst!
  • Machen Sie ernst mit Klima- und Umweltschutz!
Galadiner und Kettensägen

Aktion bei Volkswagen in Dresden: Galadiner und Kettensägen

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Aktion, Klima, Verkehr, Wald
16. Januar 2010

Rodungen im Querumer Forst blockiert

Im Querumer Forst haben mehr als 100 Menschen die Rodungsarbeiten für eine Verlängerung der Startbahn des Flughafens Braunschweig/Wolfsburg blockiert.

Die Umweltschützer, meist Anwohner_innen aus dem Nachbarort, gingen in das Gebiet und blockierten die sogenannten Harvester. Polizei und Waldarbeiter brachen darauf hin die Arbeiten ab.

In der Nähe ist auch ein Waldcamp entstanden, um gegen die Fällungen zu protestieren. Die Einwohner_innen blockierten unter anderem Baumaschinen durch eine Sitzblockade für mehr als eine Stunde.

Der Flughafen soll im Wesentlichen für VW ausgebaut werden. Ein gefällter Baum bindet im Übrigen die durchschnittlichen Jahresemissionen eines VW-Mittelklassewagens. 60.000 Bäume sollen gefällt werden.

Die Fällungen im Querumer Forst und der Bau der Moorburgtrasse zeigen einige Gemeinsamkeiten: Bei beiden Projekten wurden und werden die Interessierte ausgeschlossen. Eine Teilnahme an den Planungsentscheidungen ist bei beiden Projekten ausgeschlossen und Klagen der Umweltverbände wurden abgewiesen.

Um so wichtiger ist es zu zeigen: So nicht!

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Aktion, Verkehr, Wald
11. Januar 2010

Umweltschützer blockieren Rodungsarbeiten für den Ausbau des Braunschweiger Flughafens

Der Harvester im Querumer Forst legte am Sonntagmorgen (10.1.10) vorübergehend eine Zwangspause ein. Rund 30 Leute waren in den abgesperrten Bereich gelangt, in dem Bäume für die Verlängerung der Landebahn des Braunschweiger Flughafens gefällt werden sollen. Der Harvester stellte daraufhin bis zum Nachmittag seine Arbeiten ein. Bislang ist eine etwa fünf Fußballfelder große Fläche gerodet.
Weitere Hintergrund-Infos dazu gibt es hier.

Treffpunkt für alle, die die Proteste unterstützen wollen, ist täglich um 15 Uhr am Sportplatz in Waggum.

Aktion gegen die Landebahnverlängerung am Braunschweiger Flughafen am 10.1.2010

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Wald
17. Dezember 2009

Ein Kessel Bäume

Schön, dass auch BILD auf unsere Informationen zum umweltverträglichen Weihnachtsbaumkauf hinweist. In unseren Tipps findet sich der schöne wie sinnvolle Satz

Wer glaubt, es sei ökologisch besonders verantwortungsvoll, statt eines geschlagenen Weihnachtsbaums einen mit Wurzeln und Topf zu erstehen, der irrt gewaltig. Der größte Teil dieser Bäume überlebt das Weihnachtsfest nur wenige Wochen oder Monate

Und was empfiehlt das ökologische Gewissen der kleinen Leute namens BILD zum Thema ökologischer Weihnachtsbaum?

Noch länger hat man die Freude an frischen Nadeln allerdings, wenn der Baum samt Ballen ausgegraben und wieder eingepflanzt wird. Gärtnereien könnten auf dieser Basis sogar Bäume vermieten. Doppelter Umweltschutz, denn so entfallen auch die Belastungen einer Entsorgung.

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