Energie
25. März 2010

Der Transformator brennt – in Brunsbüttel

Und täglich grüßt das Murmeltier: Wie dpa und verschiedene Medien melden, ist es heute zu einem kleineren Brand am Transformator des Atomkraftwerks (AKW) Brunsbüttel gekommen. An einem Überspannungsleiter außerhalb des Kraftwerks an einem Transformator brannte “kontrolliert” eine kleinere Menge Öl ab. Das Kraftwerk selbst ging 2007 nach Problemen vom Netz.

Mahnwache vor dem AKW Krümmel

Mahnwache vor dem AKW Krümmel

Bereits in den Jahre 2007 und 2009 kam es zu Problemen und Bränden an den Transformatoren des Pannenreaktors Krümmel, der ebenfalls von Vattenfall betrieben wird. Erst vor zwei Wochen war im still stehenden Krümmel ein Leck an einer Kühlwasserpumpe entdeckt worden.

Vattenfall spricht immer wieder von Defiziten in der Kommunikation der Zwischenfälle – wir sprechen von einer menschenverachtenden, unsicheren und gefährlichen Technologie.

Am 24. April wird es zu einer Menschenkette des Protestes zwischen den beiden Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel kommen. Und auch in anderen Regionen werden anlässlich des Tschernobyl-Jahrestages Demonstrationen stattfinden.

Vattenfall beweist: Es gibt kein sicheres Atomkraftwerk! Brunsbüttel und Krümmel bleiben aus!

Vereinsmeierei, Welt retten
24. März 2010

ROBIN WOOD 2.0

So und nun mal ein Kommentar in eigener Sache:

Der fleißigste aller Blogprogrammierer hat es nun möglich gemacht, Blogeinträge zu kommentieren. Einfach auf die Überschrift klicken und dann unter dem Artikel Aktionen gut oder die Atomkonzerne doof finden.

Unter diesem Eintrag könntet ihr ja vielleicht Ideen und Wünsche zum Blog äußern.

Auch an Facebook, Twitter und Youtube arbeiten wir weiter, der StudiVZ-account wird gelöscht, weil wir festgestellt haben, dass ROBIN gar nicht studiert hat.

Energie
23. März 2010

Hüttenbau gegen das Endlager Gorleben

Am vergangenen Sonntag protestierten mehr als 300 Menschen gegen die Ankündigung des Bundesumweltministers Norbert Röttgen, die Erkundungen im Salzstock Gorleben wieder aufzunehmen.

Sie errichteten einige Hütten in der Nähe des Bergwerks und im Verlaufe der Bauarbeiten kam es zu Rangeleien mit der Polizei. Mittlerweile hat der Landkreis eine Schutzhütte anerkannt und den Unterhalt übernommen. So kann diese als Treff- und Infopunkt der bäuerlichen Notgemeinschaft dienen.

Friede den Hütten / Video: graswurzel.tv

Aktion, Energie
21. März 2010

Der Würfel ist gefallen

Im Rahmen des großen Anti-Atom Frühlingsfestes haben heute zwei Robin Wood KletteraktivistInnen den EnBW-Werbewürfel vor dem Atomkraftwerk Neckarwestheim erklettert und ein Transparent mit der Aufschrift „Lächeln statt Strahlen“ entfaltet.

RobinWood am EnBW-Atomwürfel

Seit Wochen hatten Umweltverbände, Parteien und Kirchen für das Frühlingsfest und den Zwischenstopp des größten Anti-Atom-Banners der Welt in Neckarwestheim mobilisiert. Am gestrigen Samstag, einen Tag vor dem Frühlingsfest, stellte die EnBW, der Betreiberkonzern des AKW, auf der angemeldeten Kundgebungsfläche einen 10×10×10 Meter großen Propaganda-Kubus auf.

Für die Frühlingsfest-VeranstalterInnen eine Provokation — für unsere AktivistInnen eine Einladung.

Mit Transparenten an allen vier sichtbaren Seiten verkündet der Atom-Werbewürfel, dass erneuerbare Energien zwar gewollt seien, ohne Atomenergie jedoch das Stromnetz zusammenbrechen würde. Entgegen dieser Behauptung standen im Sommer 2007 jedoch zeitweise 7 der 17 deutschen Reaktoren reparaturbedingt still – und nirgends ging deshalb das Licht aus…

Während der Auftakt-Reden des „Endlich Abschalten“-Frühlingsfestes konnten zwei Aktive der Stuttgarter Robin Wood-Gruppe den Propaganda-Würfel erklettern und spannten ein Transparent über die EnBW-Werbebeschriftung. Der Spruch „Lächeln statt Strahlen“, verziert mit Radioaktivitäts-Warnsymbolen, erntete breites Gelächter und zustimmenden Jubel aus den Reihen der knapp 5000 DemonstrantInnen.

Die EnBW ist offensichtlich davon ausgegangen, dass in der kurzen Zeit von Samstag Nachmittag bis Sonntag niemand mehr etwas gegen diese Provokation auf die Beine stellen kann. Doch so wie es aussieht sind wir schneller als die denken…“ freute sich Kei von Robin Wood Stuttgart. „So kurzfristig haben wir noch nie eine Aktion auf die Beine gestellt!“ erklärt die Aktivistin weiter.

Das AKW Neckarwestheim ist einer der ältesten und störfallreichsten Reaktoren Deutschlands.

Aktion, Wald
20. März 2010

Keine Beschneidung des Baumschutzes in Sachsen

Am Freitag protestierten Aktive von ROBIN WOOD gegen die von der sächsischen Staatsregierung geplanten Änderungen von Umwelt- und Baumgesetzen. Besonders dramatisch ist die Absicht, den Kommunen das Recht zu nehmen, in Satzungen wie bisher den Baumschutz auch für Wohngrundstücke zu regeln.

Proteste zur Änderung der Baumsatzung in Dresden

Proteste zur Änderung der Baumsatzung in Dresden

Unter anderem soll es Privatpersonen so möglich sein, Bäume auf privatem Grund einfach zu fällen. Bäume sind aber kein Privateigentum, sondern gehören der Allgemeinheit, argumentieren unsere Aktiven.

Und gerade dies ist auch ein Beispiel zu verpflichtendem Eigentum in jedem Jura-Kurs: Ein Baum auf einem Privatgrundstück kann eben nicht einfach gefällt werden, sondern er gehört auch der Allgemeinheit. Dies will die Staatsregierung in Sachsen nun ändern.

Dagegen stemmen sich nicht nur die sächsischen Naturschutzverbände, sondern auch kommunale Spitzenverbände, die die Kommunen und Landkreise vertreten, wie der Sächsische Städte- und Gemeindetag und der Sächsische Landkreistag. Auch  Naturparkverwaltungen, Landschaftspflegeverbände und Baumschulen wenden sich gegen die Aufhebung des Baumschutzes.

Mit einem großen Transparent verliehen die Aktiven vor dem Sächsischen Landtag Ausdruck. Zu den von der Staatsregierung geplanten Änderungen von Umweltgesetzen hatten die Oppositionsparteien Linke, SPD und Grüne eine  Sachverständigenanhörung durchgesetzt.

Klima, Tropenwald
19. März 2010

Video-Spot(t): Rama – Urwald auf’s Brot!

ROBIN WOOD-Aktive haben im Rahmen der Palmölkampagne einen Anti-Werbe-Spot gemacht, der die aktuelle “Rama”-Werbung auf die Schippe nimmt. Hintergrund ist, dass in “Rama” nicht nur vielbeworbene Nährstoffe stecken, sondern auch viele Tausend Hektar gerodeter Tropenwald. Ach so gesund ist die Unilever-Margarine also weder für den Tropenwald noch für seine Bewohner_innen…

Mehr Infos auf unserer Webseite.

Klima
18. März 2010

Proteste und Aktionen zur Bonner Klimakonferenz 2010

Vom 31. Mai bis zum 11. Juni findet in Bonn die nächste UN-Klimakonferenz nach Kopenhagen statt.

Der Klimagipfel in Kopenhagen ist gescheitert. Statt einem verbindlichen,
ausreichenden und fairen Abkommen haben die politischen Repräsentanten eine unverbindliche Erklärung abgegeben.

Gegen die regierungspolitische Tatenlosigkeit hat sich ein Bündnis mit dem Namen “Klimawelle” zusammengeschlossen.  Dies ist ein Zusammenschluss von regionalen und überregionalen Gruppen und Einzelpersonen. Die Erwartungen der EU-Kommission an den in Bonn vorbereiteten Gipfel in Cancun sind gering.

Zu der UN Klimakonferenz  in Bonn wird es bunte und kreative Proteste geben und es werden dezentrale Aktionen zu verschiedenen Aspekten des Klimawandels auf die Straße gebracht. Ebenfalls wird ein Camp mit Klimaforum organisiert!

Wie viele andere Organisationen werden auch wir von ROBIN WOOD im Umfeld der Vorbereitungskonferenz zum nächsten COP aktiv werden. Wir wollen die Konferenz aber lediglich zum Anlass nehmen, dezentrale Aktionen in der ganzen Republik auf die Straße zu bringen. Sich selbst lediglich an der Konferenz abzuarbeiten ist uns zu wenig und in den Medien wird sicher wieder nur ein Gemurmel von “Mehr Klimaschutz” wahrzunehmen sein.

Die COP-Vorbereitungs-Konferenz, in der die Lobbyverbände der Industrie wieder arbeiten werden, wirksamen Klimaschutz zu verhindern können wir aber eben auch nicht einfach geschehen lassen.

Wir bleiben bei einer unserer konkreten und leicht umzusetzenden Forderung, internationale Treibstoffe für Flugzeuge und Schiffe, so genannte Bunker-Fuels zu besteuern und davon wirksamen Klimaschutz im globalen Süden zu finanzieren. Das reicht natürlich nicht aus, aber Klimaschutz setzt sich eben aus vielen kleinen Mosaiksteinen zusammen.

Bisher stehen folgende der Proteste in Bonn Termine fest:

Samstag, 5. Juni: zentrale Demonstration

Samstag, 30. Mai: dezentraler Aktionstag

in der Woche vom 31. Mai — 6. Juni:  direkte Aktionen

3. und 4. Juni:  Klimaforum mit Vorträgen und Workshops

29. Mai – 6. Juni: Durchführung eines Klimacamps für Übernachtungen, Workshops, Kultur und Aktionsplanung

Aktion, Energie, Klima
15. März 2010

Feier und Abschied im Gählerpark

Am Samstag feierten wir gemeinsam mit der BI “Moorburgtrasse-stoppen” und hunderten Anwohner_innen unseren Teilerfolg gegen die Moorburgtrasse und das Kohlekraftwerk in Hamburg.

Mit Schnupperklettern, Lagerfeuer, Musik und vegetarischem Essen der VoKü verbrachten wir einen regnerischen und dennoch schönen Nachmittag im Gählerpark.

Die Plattformen, auf denen die Baumbesetzer_innen monatelang lebten, wurden von 10m Höhe auf einen Meter herabgelassen, so dass alle einen Einblick in unsere zwei Quadratmeter Privatsphäre bekommen konnten.

Am Abend spielten verschiedene Bands und Künstler auf der Bühne, begleitet von Redebeiträgen einiger Beteiligten.

Die Freude war groß, können wir doch nun unseren Protest auf den Bäumen im Park aussetzen und diesen auf andere Ebenen verlagern. Die Wochen und Monate der Kälte und Entbehrungen haben sich also gelohnt und auch etwas Wehmut lag in der Luft, haben wir doch den Ort und die Menschen lieb gewonnen, die uns hier so unterstützten.

Heute, am Sonntag, haben wir begonnen, unsere Baumbesetzung abzubauen. Hunderte Meter Seil, verschiedene Transparente und die letzte Plattform mussten wieder auf den Boden gebracht werden. Unser Transparent “Trassenstopp heißt Moorburgstopp” wird bleiben.

Auch die AnwohnerInnen Jürgen, Kay und Olivia haben angefangen, ihre Sachen zu packen, ihre Bäume langsam zu räumen (das klingt für die meisten Baumbesetzer_innen von uns irgendwie merkwürdig).

Die Frage ist nun, was als Zeichen des Widerstandes hier vor Ort bleiben soll. Das Widerstands-X, ein großer Baumstumpf, weitere Transparente?

An der Stelle der Feuertonne, die 105 Tage eine Anlaufstelle für Interessierte und Unterstützer_innen war, soll ein öffentlicher Grillplatz entstehen. Und auch dies ist ein Effekt der Baumbesetzung: Es ist klar, dass es mehr Mitbestimmung für die AnwohnerInnen in den Parks des Grünzuges Altona geben wird.

Auch auf anderer Ebene gibt es Bewegung: Vattenfall und der Senat verhandeln scheinbar gerade über die zukünftige Wärmepolitik. Dezentrale erneuerbare Kraftwerke stehen gegen ein einziges Großkraftwerk zur Debatte.

Wir haben also für Bewegung gesorgt, für Mehr Recht auf Stadt, für weniger Klimachaos – gemeinsam mit den Leuten der BI und allen anderen, die uns hier unterstützten und die wir mit unserer Aktionsform unterstützen konnten. An all diese noch ein paar Worte:

“Das war toll, vielen Dank, dass es Euch gibt! Tschüss Vattenfall!”

UPDATE:

Auch wenn die Bildzeitung scheinbar anderes behauptet, unsere Baumbesetzung ist abgeräumt und Jürgen und Olivia bauen weiter ab. Unser Transparent hat sich heute nacht leider vertüddelt (Bildmitte) und so wird es erst nachher wieder “ordentlich” aufgehangen.

Der Park nach der Baumbesetzung, das Transparent wird demnächst wieder "ordentlich" aufgehangen. Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD

Aktion, Energie, Welt retten
9. März 2010

Proteste zum Tschernobyl-Jahrestag

“Totale Sicherheit” war die Überschrift eines Artikels in der Zeitschrift Soviet Live im März 1986, der über das Atomkraftwerk Tschernobyl berichtete. Am 26. April 1986, kaum einen Monat später, kam es zum Super-Gau, dem größten anzunehmenden Unfall in dem Atomkraftwerk. Große Mengen radioaktiver Stoffe wurden freigesetzt, eine große unbekannte Menge von Menschen verstrahlt.

In Deutschland sollen nun, nach Jahren der Auseinandersetzungen, einige der ältesten Atomkraftwerke (AKWs) abgeschaltet werden. Doch die Bundesregierung verhandelt mit den Atomstromkonzernen über Laufzeitverlängerungen und möchte den Ausstieg vom Ausstieg einleiten.

Dies ist ein wichtiger Zeitpunkt, die Regierungspolitiker daran zu erinnern, dass die Mehrheit der Gesellschaft einen Ausstieg aus der menschenverachtenden Atomenergie will.

Über ganz Deutschland verbreitet wird es deshalb zu verschiedenen Protesten kommen. So in Ahaus, Biblis, Krümmel und mit einer Menschenkette im Norden. An vielen sind ROBIN WOOD-Aktive beteiligt.

Aus der Region Gorleben, wo die Region zur Atommüllkippe werden soll, gibt es einen Trecker-Treck nach Krümmel, in dem in kurzer, aber kraftvoller Fahrt der sofortige Ausstieg aus der Atomenergie gefordert wird. Der Treck wird sich am 21. April in Bewegung setzen und am 24. am Atomkraftwerk Krümmel zu einer Demonstration eintreffen.

In Ahaus wird am 24. April um 12.30 Uhr am Bahnhof die zentrale NRW-Atomausstiegs-Demo zum Zwischenlager Ahaus beginnen. Dort wird es einen bunten und lauten Demozug zum Atomlager in Ahaus-Ameln geben (ca. 4 km), wo eine Abschlußkundgebung stattfinden wird. In Kürze sollen in Ahaus mehr als 1.800 Behälter mit schwach- und mittelradioaktiven Müll “zwischengelagert” werden.

Die zentrale Aktion für den “südlichen Raum” findet beim Atomkraftwerk Biblis statt. In einer “Kettenreaktion” soll das Atomkraftwerk umzingelt werden.

Unter der gleichen Bezeichnung “KetteReAktion” findet zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel eine Menschenkette statt. Hier soll ein spektakuläres Signal an Bundesregierung und Stromkonzerne zu gerichtet werden: Auf Atomkraft setzen? Nicht mit uns!

Wir finden, dass für jeden und jede etwas dabei sein sollte, ein Zeichen zu setzen: Atomkraft abschalten, hier jetzt und überall!

Energie, Klima
5. März 2010

“Die Verbindung von Hamburg und Vattenfall stand nie unter einem guten Stern”

Die öffentliche Kritik am Konzern Vattenfall wird schärfer. Das zum Springer-Konzern gehörende Hamburger Abendblatt veröffentlichte diese Woche einen Artikel mit der Überschrift „Die gescheiterte Privatisierung eines Stromversorgers“. Seit dem Verkauf der HEW nach Schweden, so der Tenor des Artikels, gab es nur Ärger und Verdruss. Zu den schwerwiegenden Fehlern zählen insbesondere Pannen in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel sowie der Bau des Kohlekraftwerks Moorburg.
„Die Verbindung von Hamburg und Vattenfall stand nie unter einem guten Stern“, schreibt Autor Olaf Preuss. Und er zitiert Bürgermeister Ole von Beust mit seinem negativen Fazit des Verkaufs der HEW an Vattenfall: „Im Nachhinein und mit dem heutigen Wissen war es ein Fehler. Heute würde ich die HEW nicht mehr verkaufen.“

Vattenfall dagegen versucht immer krampfhafter, sich in der Öffentlichkeit als „Partner der Stadt“ zu verkaufen und mit Vattenfall-Lesetagen und den Vattenfall-Cyclassics vom eigenen Missmanagement abzulenken. So richtig überzeugend wirkt das nicht. Gleichzeitig war es noch nie so einfach, Vattenfall den Stecker zu ziehen. Gut so! Wer noch nicht zu einem Ökostromanbieter gewechselt ist, tut’s am besten gleich. Aktuelle Infos zu empfehlenswerten Ökostromanbietern und einen praktischen Stromtarifrechner gibt’s in unserem Stromwechselbereich.