Aktion, Energie, Klima
25. Februar 2010

Gute Aussichten – Nachrichten aus dem Gählerpark

Erst heute kommen wir, die Baumbesetzer_innen von ROBIN WOOD im Hamburger Gählerpark, dazu, etwas zu schreiben. Gestern haben wir noch ein wenig mit der Bürgerinitiative und dem BUND gefeiert, waren aber alle auch müde, nachdem die Anspannung abfiel.
Noch gestern hatten wir ja damit gerechnet, dass Polizei und Angestellte von Vattenfall mit Kettensäge um die Ecke springen, um die Bäume hier zu fällen. Wir waren ruhig, aber angespannt – nun konnten wir lang ausgeschlafen und nett frühstücken.
NDR und RTL waren dann noch hier und brachten uns auf den politischen Boden der Tatsachen zurück. Auch Mitglieder der BI kamen vorbei und wir schmiedeten einige Pläne. Doch nun einige Worte zur politischen Situation, die Grund zur Freude bietet, aber diese ist noch mit einigen Vorbehalten behaftet:

1. Das Gericht hat in einem Eilverfahren den Bau der Fernwärmetrasse von Vattenfall gestoppt.
2. Die Chancen, auch im Hauptsacheverfahren zu gewinnen, sind durch die OVG-Entscheidung erheblich gestiegen.
3. Wir kennen die Urteilsbegründung des OVGs noch nicht. Was genau das Gericht entschieden hat, wissen wir voraussichtlich erst Mitte nächster Woche.
4. Wir bleiben noch hier vor Ort, bis wir Genaueres wissen, freuen uns also weiter über Besuch.
5. Vattenfall hat es schwerer, das Kohlekraftwerk Moorburg in Betrieb zu nehmen.
6. In dem Rechtsstreit ging es darum, ob Naturschutzverbände bei Vorhaben wie dem Trassenbau im Planverfahren beteiligt werden müssen und klageberechtigt sind. Dies ist insofern wichtig, als dass Interessen von Anwohner_innen oft nur über Umweltklagen und -beteiligungsverfahren gewahrt werden können.
7. Diese Entscheidung macht Mut, wir haben die Baumfällungen hier aufgehalten.
8. Das Signal an eine Klimabewegung von unten, nach dem Versagen der Politik in Kopenhagen, lautet: Widerstand lohnt sich!

Und weil es so schön ist, hier ein Link zu einem Vattenfall-Mitarbeitenden-Motivationsvideo. Uns stellt sich die Frage: Würden sie diesen Menschen ein Atomkraftwerk anvertrauen?

Aktion
24. Februar 2010

Bau-Stopp für Moorburgtrasse

Die Beschwerde des BUND vor dem Hanseatischen Oberverwaltungsgericht hatte heute Erfolg! Bis zur Entscheidung in der Hauptsache (vom BUND ist noch eine Klage gegen die Plangenehmigung für die Trasse anhängig) gilt ein Bau-Stopp für die Trasse. Es dürfen vorerst keine Bäume gefällt werden. Das ist ein Riesen-Erfolg für den Widerstand gegen die Trasse und gegen die Klimakillerpolitik von Vattenfall!

Energie, Klima
22. Februar 2010

Deutschlands neue Kohle-Kanonen

Das Wasser steht der Welt dank Klimawandel schon bis zum Hals. Die Klimakatastrophe ist keine weit entfernte Fiktion mehr, sondern wird langsam aber sicher Realität. Schon heute mehren sich Naturkatastrophen und Dürren, vor allem in der südlichen Hemisphäre — dort wo es den Menschen ohnehin schon schlecht genug geht.

Und was machen die Politiker? Sie treffen sich einmal im Jahr unter großem Tamtam und vielen Versprechungen, die sich nach jedem neuen Klimagipfel wieder in Luft auflösen. Die deutsche Politik geht sogar noch weiter: Gleich 25 neue Kohlekraftwerke sollen gebaut werden. Und das obwohl Kohleverstromung als eine der klimaschädlichsten Technologien überhaupt zählt.

Wen dieser energiepolitische Wahnsinn zuerst und auch am härtesten trifft, veranschaulicht der neue Kino-Spot der Entwicklungs-Organisation Oxfam und der Heinrich-Böll-Stiftung:


Website zum Film

Wer den Vergleich zwischen CO2-Emmissionen und Kanonen, zwischen Klimawandel und Krieg für zu drastisch hält, dem ist nur zu empfehlen, mal einen Blick auf die Folgen des Klimawandels auf Madeira zu werfen oder die europäischen Außengrenzen zu betrachten, wo die Flüchtlingsströme stetig anwachsen.

Diese Entwicklungen und Bilder werden uns in Zukunft noch weitaus öfter aufschrecken — und eine nicht zu unterschätzende Mitschuld tragen auch die deutschen Kohle-Kanonen.

Aktion, Energie
22. Februar 2010

Protest-Aktion auf der Alster gegen Vattenfall-Trasse in Hamburg

AktivistInnen der Initiative „Moorburgtrasse-stoppen“ und AnwohnerInnen enterten heute Mittag (22.2.2010) per Schlauchboot einen Ponton auf der Hamburger Binnenalster und hissten ein Transparent mit der Aufschrift: „Moorburgtrasse – stoppen. de“.
Der Protest richtet sich gegen den Bau einer Fernwärmetrasse für das neue extrem klimaschädliche Kohlekraftwerk Moorburg.

Das Hamburger Oberverwaltungsgericht wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch über eine Beschwerde des BUND gegen die Genehmigung für die Trasse entscheiden. Sollte das Urteil des Verwaltungsgerichts bestätigt werden, hätte Vattenfall freie Bahn, in Altona über 300 Bäume zu fällen. Die vereinfachte Genehmigung dafür gab es von der „grün“ geführten Umweltbehörde.

Der Beginn der Baumfällungen oder die Räumung der von AnwohnerInnen und ROBIN WOOD-AktivistInnen besetzten Bäume im Gählerpark wäre dann auch der Startschuss für TAG X. Bereits 1.500 Menschen stehen auf der SMS-Alarmkette.
Sie/Du auch? Zum Eintragen einfach eine SMS “go trasse” an 84343 senden.

Energie, Klima, Wald
11. Februar 2010

In Hamburg nichts neues?

Während AnwohnerInnen und Aktive von ROBIN WOOD nach wie vor bei eisigen Temperaturen die Bäume in Gählerpark in Hamburg besetzt halten, kam es gestern (Mittwoch) zu einer Aussprache in der Hamburgischen Bürgerschaft.

Doch von dort war nichts neues zu hören. Die Grüne Verantwortliche Hajduk erklärte, dass andere Möglichkeiten zum Trassenverlauf bereits geprüft seien und keine Alternativen bestünden.

Am Rande war zu erfahren, dass es seit zwei Wochen immer noch zu keinen Gesprächen mit Vattenfall gekommen sei. Solche Gespräche hatte der grüne Staatsrat Maß angeboten und Vattenfall war interessiert, nur ist eben der Verantwortliche Herr Schubach bei Vattenfall gerade im Urlaub.

Lichtblicke in der Sitzung der Bürgerschaft waren einerseits die Aussagen der Linkspartei, welche sich aber hauptsächlich dem Trassenverlauf und nicht der Problematik des Klimakillerkraftwerkes Moorburg widmeten und andererseits  Bürger_innen, die zwei Transparente aufspannten und skandierten “Vattenfall und Senat – Klimakillersyndikat”. Die Sitzung wurde für fünf Minuten unterbrochen und die Aktiven von der Bürgerinitiative “Moorburgtrasse-stoppen” wurden wegen Störung eines Gesetzgebungsorgans angezeigt.

Transparent der BI Moorburgtrasse-stoppen

Transparent der BI Moorburgtrasse-stoppen

Das Thema war in der Bürgerschaft auch deswegen schon auf den gestrigen Termin verschoben worden, weil in der letzten Sitzung andere Themen sehr lang behandelt wurden. “Filibustern” wird dies genannt, wenn über “belanglosere” Themen gezielt so lange gesprochen wird, bis “wichtigere” von der Tagesordnung fallen.

Vattenfall will nun noch die Beschwerde des BUND vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) abwarten, dann aber mit dem Bau der Trasse scheinbar wie gehabt fortfahren. Der BUND wehrt sich vor dem OVG dagegen, dass es keinerlei Bürgerbeteiligung im beschleunigten Genehmigungsverfahren gab und er auch keine Klagerechte gegen den Trassenbau haben solle. Alle bisherigen Verfahren hatten aber eigentlich keinerlei aufschiebende Wirkung gegen die Bau- oder Fällungsarbeiten.

Sollte die Moorburgtrasse gebaut werden, dann ist die (wärme)energiepolitische Zukunft Hamburgs auf knapp 40 Jahre an das Klimakillerkraftwerk Moorburg gebunden. Dezentrale Blockheizkraftwerke und Biomassekraftwerke können die Fernwärmetrasse aus technischen Gründen nicht nutzen.

In den nächsten Tagen muss und wird es zu einer politischen Entscheidung kommen. Nicht zu handeln ist nicht zu entschuldigen – denn dann passiert, was der Energiekonzern möchte – gegen den Willen der Anwohner_innen und vieler Menschen in Hamburg.

Energie, Klima, Welt retten
4. Februar 2010

Schrei nach Wahrheit: Energie-Rap für den Klimaschutz

Die Rap-Formation „Gebrüder Tiefenrausch“ stellt ihr neues Album „Schrei nach Wahrheit“ kostenlos zur Verfügung und bittet dafür um Spenden für ROBIN WOOD.

Die 13 Songs behandeln neben gesellschaftskritischen Inhalten auch ein Lied gegen Atomkraft. Wenn die Brüder sich nicht ihrer Musik widmen, beschäftigen sie sich beruflich mit dem Thema „Erneuerbare Energien“. Daher ist ihnen das Handeln gegen den Klimawandel ein wichtiges Anliegen:
“Wir stellen euch unser neues Album „Schrei nach Wahrheit“ kostenfrei zur Verfügung! Na ja nicht ganz, denn: Wir fordern euch gleichzeitig damit auf, für die Umweltorganisation ROBIN WOOD zu spenden, um etwas in dieser Welt zu bewegen und ein Zeichen zu setzen. Der Klimaschutz ist unserer Meinung nach die Überlebensfrage im 21. Jahrhundert! Ganz gleich wie hoch die Summe auch sein mag – jeder Beitrag hilft. Denn der Wohlstand dieser Welt, die Menschenrechte und das gesamte Leben auf unserem Planeten hängen unmittelbar von dem Umweltschutz ab.”

Download der Lieder unter www.gebrueder-tiefenrausch.de

Spenden – auch mit Aktionsfoto-Urkunde – unter www.robinwood.de/spenden

Klima, Verkehr, Wald
3. Februar 2010

Offener Brief an VW und Film zum Querumer Forst

In einem von ROBIN WOOD initiierten offenen Brief fordern acht Umweltverbände von VW, die Arbeiten im Querumer Forst bei Braunschweig zu stoppen.

Der Querumer Forst soll für eine Verlängerung der Start- und Landebahn des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg gefällt werden. Dies ist für VWs Firmenjet nötig, damit die Manager nicht mehr wie bisher ca. 60km fahren müssen, um im voll betankten Flugzeug um die Welt zu reisen.

Der NABU Niedersachsen hatte versucht, auf gerichtlichem Weg einen Baustopp zu erzwingen, leider ohne Erfolg. Vom Flughafenausbau betroffen ist ein Naturschutzgebiet mit mehr als 200 Jahren alten Eichen und Hainbuchen gibt. Noch können die sinnlosen Arbeiten gestoppt werden, auch wenn bereits einige Hektar Wald gefällt wurden.

Auch extra3 nahm sich des Problems an und kommentierte das Projekt in gewohnt ironischer Weise.

Mitunterzeichner des offenen Briefes zur Rettung des Querumer Forsts sind u.A. der BUND Niedersachsen  und das Forum für Umwelt und Entwicklung.

Aktion
3. Februar 2010

Kohlekraftwerk in Stade verhindert

Gestern wurde bekannt, dass das Kohlekraftwerk in Stade vom Energieunternehmen GDF Suez nicht gebaut werden soll.

Dies ist das 7. Klimakiller-Projekt in diesem Jahr, welches durch Proteste verhindert werden konnte. Weitere 24 Kohlekraftwerke befinden sich aber noch in Bau oder Planung. “Neue Kohlekraftwerke haben keine Zukunft. Sie sind weder gesellschaftlich durchsetzbar noch dauerhaft wirtschaftlich.” erklärte dazu Elias Perabo, Energieexperte der Klima-Allianz.

Aktion, Blog, Verkehr
2. Februar 2010

Stuttgart verscherzt es sich – Zug um Zug

Proteste zum symbolischen Baubeginn von Stuttgart 21 / Foto ROBIN WOOD: Christian Grodotzki

Proteste zum symbolischen Baubeginn von Stuttgart 21 / Foto ROBIN WOOD: Christian Grodotzki

Heute haben Aktive von ROBIN WOOD gegen den (Um-)Bau des milliardenteuren Prestigebahnhofs Stuttgart 21 protestiert.
Am Tag des symbolischen Beginns der Umbauarbeiten forderten sie, dass die 4,1-8,7 Milliarden, die das Projekt kostet, in den Nahverkehr investiert werden sollen.

Das investierte Geld wird derzeit keinen Nutzen für die Fahrgäste bringen. Weder die Finanzierung noch die Umweltfolgen des Projekts sind bisher geklärt. Eine große Mehrheit der Menschen in Stuttgart lehnt das Projekt ab.

Ein Bürgerbegehren von mehr als 60.000 Menschen gegen das Projekt wurde abgeschmettert. Unter anderem deshalb auch folgender Flyer von ROBIN WOOD:

Flyer gegen das Projekt Stuttgart21