Aktion, Energie, Klima
25. Dezember 2009

Weihnachten auf dem Baum

In Hamburg-Altona halten zwei AnwohnerInnen seit dem 3. Dezember eine Eiche im Gählerpark besetzt, um gegen den Bau der sogenannten Moorburgtrasse  zu protestieren. Seit dem 18. Dezember haben die Beiden Unterstützung durch Aktive von ROBIN WOOD. Diese haben zwei Plattformen auf einer Linde und einer Kastanie besetzt, um das Kohlekraftwerk Moorburg zu verhindern. Das Klimakillerkraftwerk von Vattenfall soll mehr als 9 Millionen Tonnen CO2 ausstoßen.

Die Aktiven auf den Bäumen wechseln sich ab und auch schon die ersten Krankheitsfälle gab es. Dennoch wird die Besetzung fortgesetzt und die Aktiven erhalten Unterstützung durch die Anwohner_innen, zum Beispiel durch warme Suppe, Rotkohl mit Klößen, allerlei Kleinigkeiten und eben auch moralische Unterstützung.

Baden für das Klima in Dresden am 18. Dezember
Baden für das Klima in Dresden am 18. Dezember

Auch in Dresden waren unsere Aktiven nicht untätig und gingen bei Minus 14 Grad für das Klima baden.

Welt retten
22. Dezember 2009

Auf zum 17. Jugendumweltkongress

Wie in jedem Jahr findet auch diesmal zwischen den Jahren der Jugendumweltkongress statt. Zwischen dem 25. Dezember 2009 und dem 3. Januar 2010 trifft sich die Jugendumweltbewegung, diesmal in der Freien Waldorfschule in Elmshorn. Neben veganer Bio-Verpflegung vom Kochkollektiv Le Sabot werden wieder zahlreiche spannende Workshops zu diversen Umweltthemen geboten. ROBIN WOOD ist unter anderem mit Schnupperklettern und einem Presseworkshop dabei.

Energie, Klima, Verkehr
19. Dezember 2009

Alles für die Weltrettung

In Kopenhagen haben unsere Politiker alles getan, um die Welt vor dem Klimawandel zu bewahren. Selbst nach ihren eigenen Ansprüchen haben sie es nicht geschafft.

China will Wirtschaftswachstum, in den USA blockieren die Kohlelobbyisten wirksame Klimaschutzmaßnahmen. Aber warum immer auf die anderen schauen?

40% Reduktionen der Treibhausgasemissionen bis 2020 wären notwendig, um das 2 Grad-Ziel zu erreichen, bevor sich selbst verstärkende Klimaveränderungen eintreten. Angeboten hat die EU 20% und 30%, wenn die anderen auch stärkere Verpflichtungen eingehen.

Das würde also schon mal nicht reichen. Bei uns werden mehr als 20 neue Kohlekraftwerke geplant oder gebaut, neue Braunkohle-Tagebaue sollen aufgeschlossen werden und im Rahmen des Konjunkturpakets wurden Milliarden für Klimaschädliche Infrastruktur und Produkte (Autobahnen, Straßen, Opel) ausgegeben.

Dass die Verhandlungen in Kopenhagen scheitern werden, selbst vor dem geringen Anspruch der Politiker, haben viele geahnt. Es ist also nicht der Zeitpunkt, diesem Versagen nachzutrauern.

Das Scheitern ermöglicht auch einen neuen politischen Spielraum für eine globale Klimabewegung von unten. Dafür müssen wir handeln – nicht hätte, haben, können und noch Ideen, was alle anderen Menschen und Staaten tun könnten.

Einige Tipps, hatten wir ja schon in einem Flyer zusammengefasst, wie ohne Verlust von Lebensqualität von Lebensqualität jeder und jede etwas für das Klima tun kann. Aber! das ist nicht genug und es wäre falsch, diese kollektive Aufgabe immer nur auf Individuen abzuwälzen. Ja, jeder und jede kann etwas tun, aber es ist auch an der Zeit, kollektiv etwas zu ändern.

Vier große gewinnorientierte Energiekonzerne helfen uns da wenig. Und so haben Aktive von ROBIN WOOD und Anwohner_innen Bäume im Gählerpark in Hamburg besetzt, um gegen das Kohlekraftwerk Moorburg zu protestieren.

Ich schicke meiner Familie heute noch einmal die dringende Aufforderung, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.

Und dann arbeite ich in und an der neuen globalen Klimabewegung, die eines ihrer Erweckungserlebnisse unter den Polizeiknüppeln vor dem Verhandlungsgebäude hatte, in dem die Politiker die Welt retteten – äh, retten wollten.

Tropenwald
18. Dezember 2009

Unilever wird seiner Verantwortung bislang nicht gerecht

Obwohl Unilever von ROBIN WOOD auf die skandalösen Zustände bei seinem Palmöl-Lieferanten Wilmar hingewiesen wurde, ist die Reaktion des Konsumgüter-Konzerns bislang enttäuschend.

Wilmar ist einer der größten Palmölkonzerne der Welt und verfolgt in Indonesien einen aggressiven Expansionskurs – auf Kosten der Naturflächen in Indonesien. Dies ist ein Desaster für das Weltklima und die Menschen in Indonesien.

Bislang hat Unilever Wilmar nicht erkennbar in seinen Expansionsplänen gestoppt. Konkret geht es um mehr als 130 000 ha Naturflächen, die Wilmar bald zur Palmöl-Wüste umwandeln will. Unilever (Knorr, Rama, Langnese) muss Wilmar bei seinen Expansionsplänen in die Schranken weisen.

Die Öffentlichkeit erwartet von Unilever, dass sich das Unternehmen durch Taten seiner Verantwortung für den Klimaschutz und die Menschenrechte stellt. Unilever muss endlich selbst eine aktive Rolle bei der Lösung der – durch seine Nachfrage verursachten – Probleme übernehmen. ROBIN WOOD wird gemeinsam mit seinen indonesischen Partner-NGOs die weitere Entwicklung genau beobachten und die Öffentlichkeit durch geeignete Aktivitäten informieren.

Aktion, Energie, Klima
18. Dezember 2009

Baumbesetzung gegen die Moorburg-Trasse

Was wäre ROBIN WOOD nur ohne Baumbesetzungen? Da Vattenfall gerade eine Fernwärmetrasse vom Kohlekraftwerk Moorburg nach Hamburg baut, und da den Bauarbeiten zufällig ein kleiner Park im Weg stand, haben Kletter_innen die Initiative ergriffen und die Bäume besetzt.

Baumbesetzung gegen Klimakiller Vattenfall

Baumbesetzung gegen Klimakiller Vattenfall

Klima
18. Dezember 2009

Neues vom Klimachaos

Eine genaue Einschätzung der Ergebnisse in Kopenhagen ist noch nicht möglich, aber, sollte es zu einer Einigung kommen, stehen einige Outlines schon so gut wie fest. Insgesamt sind die Themen aber sehr komplex und auch kompliziert. Das 2 Grad Ziel der globalen Erwärmung scheint derzeit aber außer Reichweite, gestern lagen die Schätzungen bei 3 Grad:

Gerade dies ist das Problem, viele NGOs und auch Delegierte wurden heute vom Gipfel ausgeschlossen und so ist es schwer Informationen zu bekommen. Die Verhandlungen liefen aber zum Teil wie folgt:

  • Die Solidarität der afrikanischen Länder bei der Forderung nach Ausgleichszahlungen wurde schnell gebrochen
  • Die Schwellenländer (z.B. Indien und China) wurden gegen die Entwicklungsländer ausgespielt. Schuld am Untergang von Tuvalu bei Anstieg des Meeresspiegels sind nicht die Emissionen der Industriestaaten seit 200 Jahren, sondern die Emissionen der Schwellenländer.
  • Die letzten Entscheidungen treffen die Regierungschefs, weil das Thema Klimawandel immer mehr auch als Wirtschafts- und Sicherheitpolitik verstanden wird
  • Der Technologietransfer in den globalen Süden wird fast nur noch als Exportmöglichkeit verstanden

Die Sprecherinnen und Sprecher des Aktionsbündnisses CJA bleiben weiterhin in Haft. Obwohl die Aktionen des Bündnisses offiziell beendet sind, argumentierte der Richter, dass von diesen weiterhin eine Gefahr ausginge — scheinbar die Gefahr des zivilen Ungehorsams. Dies ist auch eine unbekannte Qualität -gerade die Spokespersons des Bündnisses wurden verhaftet. Es gibt nun eine Petition, diese politisch Inhaftierten freizulassen.

Insgesamt gibt es noch 13 Inhaftierte, nach mehr als 2.000 Ingewahrsamnahmen.

Ach ja, nicht wundern, in den Medien wird heute abend von den Politikern sicher alles was herauskommt als Erfolg gefeiert. Eine genaue Einschätzung der Ergebnisse kann es aber erst in den nächsten Tagen geben. Morgen gibt es dazu hier noch einmal ein Treffen von CJN.

Energie
17. Dezember 2009

Gegen Klimakiller, für Recht auf Stadt

In Hamburg wird von Vattenfall gerade das Klimakiller-Kohlekraftwerk Moorburg gebaut. Hierfür sollen Fernwärmetrassen verlegt werden, für die hunderte Bäume in verschiedenen Parks gefällt werden.

Bereits seit dem 4. Dezember besetzten ein Anwohner und eine Anwohnerin einen Baum im Gählerpark in Hamburg-Altona, um die geplante Moorburgtrasse zu stoppen.

Die ROBIN WOOD Regionalgruppe Hamburg-Lüneburg unterstützt die Demonstration “Recht auf Stadt am Freitag, den 18.12. in Hamburg und ruft zur Teilnahme auf.

Gegen Klimakiller-Kohlekraftwerke, gegen die “Marke Hamburg”, für erneuerbare Energien – Moorburgtrasse stoppen.

Wald
17. Dezember 2009

Ein Kessel Bäume

Schön, dass auch BILD auf unsere Informationen zum umweltverträglichen Weihnachtsbaumkauf hinweist. In unseren Tipps findet sich der schöne wie sinnvolle Satz

Wer glaubt, es sei ökologisch besonders verantwortungsvoll, statt eines geschlagenen Weihnachtsbaums einen mit Wurzeln und Topf zu erstehen, der irrt gewaltig. Der größte Teil dieser Bäume überlebt das Weihnachtsfest nur wenige Wochen oder Monate

Und was empfiehlt das ökologische Gewissen der kleinen Leute namens BILD zum Thema ökologischer Weihnachtsbaum?

Noch länger hat man die Freude an frischen Nadeln allerdings, wenn der Baum samt Ballen ausgegraben und wieder eingepflanzt wird. Gärtnereien könnten auf dieser Basis sogar Bäume vermieten. Doppelter Umweltschutz, denn so entfallen auch die Belastungen einer Entsorgung.

Klima
16. Dezember 2009

Klimawandel in Kopenhagen

Heute Abend waren wir auf dem Treffen des Climate Justice Now! Netzwerkes (CJN), wo die heutigen Ereignisse besprochen wurden und so kann ich diese aus erster Hand weitergeben. Nach dem, was heute alles passierte, und dem was zum Beispiel die Tagesschau berichtet, erscheint dies auch bitter nötig.

Die Delegation von Friends of the Earth (bei uns der BUND) wurde bereits im Vorfeld der heutigen Aktionen komplett vom Klimagipfel ausgeschlossen und durften das Bella-Center nicht mehr betreten.

Climate Justice Action

Der Climate-Justice-Action(CJA) – Sprecher Josie war heute heiser vom Schreien im Bella Center: Mehr als 200 Vertreter von NGOs marschierten aus dem Bella-Center und wollten sich mit den Demonstrierenden treffen, die Polizei versprach sie durchzulassen. Kaum aber waren sie draußen angekommen, wurde dieses Versprechen wieder zurückgenommen.

In einem Beratungszirkel wurde abgesprochen, dass die Vertreter der NGOs und kleinerer Länder zivilen Widerstand leisten, dies aber so geschieht, dass sich von Ausweisung bedrohte zurückhalten. Sie drückten gewaltfrei gegen die Absperrungen und es kam zu einem Knüppeleinsatz der Polizei. Das symbolisches Treffen durch den Sichtkontakt mit der Demonstration war für sie aber ermutigend.

CJN and CJA sehen die Demonstration heute als wichtige Aktion und Symbol des zivilen Widerstands. Dieser wurde zum Teil brutal gestoppt. Es gab keinen gewalttätigen Teil der Demonstartion, wie z.B. in der Tagesschau berichtet, der gesamte Sturm auf das Bella-Center erfolgte gewaltfrei – von Seiten der Demonstrierenden. Der große Erfolg bestand darin, dass alle Regierungsvertreter im Bella-Center fühlten, dass etwas nicht stimmt, dass auf diesem Klimagipfel etwas schief läuft.

Im Bella-Center selbst stürmten zwei Umweltaktivisten die Bühne und forderten Klimagerechtigkeit. Viele Delegationen, besonders des globalen Südens, applaudierten.

Die Nachrichten vom Klimagipfel sind erschreckend. So sollen monokulturelle Baumplantagen als CO2-Senken anerkannt werden, was dazu führen wird, dass noch mehr Regenwald in Plantagen (z.B. für Palmöl) umgewandelt werden wird.

Die Industriestaaten bieten, wenn überhaupt, nur Geld gegen den Klimawandel und wollen selbst keinerlei Strukturen ändern. Business as usual.

Aber wie geht es denn nun weiter? Der Gipfel ist noch nicht zu Ende – die Ergebnisse werden erschreckend sein.

Schon jetzt muss der Prozess beginnen, die Energie aus Kopenhagen wieder in unsere Gruppen und Länder zu tragen. Wir müssen nun, unabhängig vom Ausgang des Klimagifpels, noch stärker für das Klima streiten.

Der nächste Klimagipfel wird übrigens in Bonn stattfinden, also fast zu Hause.

Energie, Klima
16. Dezember 2009

Kurz aus Kopenhagen

"Leave it in the ground" - Keine neuen Tagebaue! ist unsere konkrete Forderung, fossile Rohstoffe im Boden zu lassen. In der Lausitz möchte Vattenfall 3 neue Tagebaue eröffnen.  (Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD)

"Leave it in the ground" - Keine neuen Tagebaue! ist unsere konkrete Forderung, fossile Rohstoffe im Boden zu lassen. In der Lausitz möchte Vattenfall 3 neue Tagebaue eröffnen. (Foto: Daniel Häfner, ROBIN WOOD)

Auch wir haben an der Demonstration teilgenommen, die in einer “Konferenz der Menschen” am Bella-Center enden sollte.

Mehrere kleinere Demonstrationen näherten sich dem Bella-Center aus verschiedenen Richtungen. Unsere Demonstration mit mehr als 1.500 Menschen kam ohne größere Probleme zum Bella-Center durch, während andere schon frühzeitig von der Polizei aufgehalten wurden (hier gab es scheinbar 200 Verhaftungen).

Angekommen am Bella-Center kam es zu extremen Szenen. Die Polizei drängte und schubste die friedlich Demonstrierenden, während diese wiederum versuchten, in das Bella-Center zu kommen. Mehr als 200 Vertreter_innen von NGOs und verschiedenen Staaten versuchten den Menschen außen entgegenzukommen – und wurden von der Polizei gestoppt.

Draußen setzte die Polizei Schlagstöcke und Tränengas gegen die Demonstration ein – keine gute Idee, wenn eine dichte Menschenmenge weder vor noch zurück kann.

Die Demonstration geht noch weiter, deshalb später mehr.