Energie
16. Mai 2013

Brennender Atomfrachter in Hamburg – wollte die Umweltbehörde vertuschen?

 

Am 1. Mai brannte in Hamburg der Frachter “Atlantic Cartier”. Die Hamburger Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um den Brand zu löschen. Die Ladung, so hieß es bislang in den Medien (z.B. NDR oder Hamburger Abendblatt), hätte aus Autos und Gefahrstoffen bestanden. Jetzt enthüllt eine Schriftliche Kleine Anfrage der Grünen Bürgerschaftsfraktion an den SPD-Senat, dass sich auch insgesamt 20 Tonnen radioaktiver Stoffe an Bord des Atomfrachters befanden. Darunter auch neun Tonnen des besonders gefährlichen Uranhexafluorid.  Außerdem, so die Grünen, sei auch Munition an Bord gewesen. Der Feuerwehr ist es gelungen, dass es zu keiner Katastrophe gekommen ist. (Siehe auch aktuell Abendblatt).

Zurecht stellen die Hamburger Grünen fest: “Es ist eine Ungeheuerlichkeit, dass der Senat die Öffentlichkeit nicht von sich aus über diese Beinahekatastrophe informiert hat. Hier muss man von einem Vertuschungsversuch sprechen.”

Uranhexafluorid wird in der Uranfabrik in Gronau angereichert, um später Brennstäbe für Atomkraftwerke daraus herzustellen. Der Betrieb dieser Anlage ist trotz Atomausstiegbeschluss unbefristet. Die Anlage versorgt weltweit rund jedes zehnte AKW mit Uranbrennstoff. Bei der Anreicherung entstehen je Tonne angereichertes Uran etwa fünf Tonnen abgereichertes Uran.

Siehe auch:

Atomtransporte: 117 mal radioaktive Kernbrennstoffe durch Hamburg im Jahr 2012

Uranfabrik Gronau – Unbefristete oberirdische Atommüll-Lagerung bis ins nächste Jahrhundert?!

Uranfabriken stilllegen – Anti-Atom-Camp im Münsterland

Über die Uranfabrik Gronau, die das gefährliche Uranhexafluorid verarbeitet informiert ROBIN WOOD auch hier.

 

Aktion, Blog, Verkehr
16. Mai 2013

Goldener Spaten für Peter Ramsauer

Anlässlich des nationalen Radverkehrkongresses bekam Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, CSU, unter großem Applaus den Goldenen Spaten verliehen. Der fehlte ihm letzte Woche noch beim öffentlichen Geschaufel für den knapp 500 Millionen Euro teuren, aber nur gut 3 Kilometer langen Wurmfortsatz der A 100 in Berlin. ROBIN WOOD rät: Lieber für Tempo 30 in der Stadt unterschreiben als sich mit der Stadtautobahn die eigene Grube graben.

Aktion, Energie
16. Mai 2013

Castoren für Brunsbüttel – Einlagerung ist möglich?

“Auf dem Gelände des stillgelegten Kernkraftwerks Brunsbüttel können theoretisch alle 26 Castor-Behälter zwischengelagert werden, die Deutschland in den kommenden Jahren aus den Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague und Sellafield zurücknehmen muss. “Selbst dieses Maximum dürfte kein Problem sein”, sagte der Vorsitzende der Entsorgungskommission des Bundes, Michael Sailer, gestern im Wirtschaftsausschuss des Landtags.” Das schreibt die SHZ über die gestrige Sitzung in Schleswig-Holstein. (weiterlesen …)

Aktion, Energie, Floßtour
11. Mai 2013

Erfolgreiche Elbblockade gegen Vattenfall

Mehr als 20 Schiffe beteiligten sich gestern an der Elbblockade gegen das Klimakillerkraftwerk Moorburg. Auch das ROBIN WOOD Floß war dabei: “Moorburg muss gestoppt werden!” lautete die Botschaft.

Ein erstes Bild der Elbblockade / Foto: Stefan Schneider, ROBIN WOOD

Ein erstes Bild der Elbblockade / Foto: Stefan Schneider, ROBIN WOOD

Die Boote bildeten in Höhe der Landungsbrücken eine Kette quer über die Elbe, um symbolisch die Lieferroute für Steinkohle aus Kolumbien zum Kraftwerk Moorburg zu blockieren. Zeitgleich gab es Proteste in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá.

Nach Recherchen von gegenstrom13 plant Vattenfall seinen Kohlebedarf in Kolumbien zu decken. Kolumbien zählt zu den weltweit führenden Exportländern. Enorme Staubemissionen führen bei den AnwohnerInnen – darunter viele Indigene – zu schweren Erkrankungen. Wie in den Vattenfall-Braunkohle-Gebieten in der Lausitz, werden auch dort ganze Dörfer vernichtet, die den Kohlebaggern im Weg sind.

Hier ein Film von Graswurzel.tv:

Bereits  zum Jahreswechsel 2009/2010 besetzten AktivistInnen erfolgreich Bäume im Altonaer Gählerpark gegen die so genannte Moorburg-Trasse.

ROBIN WOOD fordert alle KundInnen des Energiekonzerns auf, zu einem Öko-Stromanbieter zu wechseln und am 22. September 2013 den Volksentscheid für die vollständige Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze zu unterstützen.

Eine Bilderstrecke gibt es unter anderem auch in der Mopo Online:
http://www.mopo.de/nachrichten,5067140,22729172.html

und einen Bericht im NDR – ab Minute 9:40
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hamburg_journal/media/hamj26881.html

Weitere Informationen:

flosstour.de
gegenstrom13.de

Das Floß auf der Elbblockade von gegenstrom13 / Foto: visual-rebellion.com

Das Floß auf der Elbblockade von gegenstrom13 / Foto: visual-rebellion.com

Aktion, Berlin, Verkehr
8. Mai 2013

80 Millionen Euro für 533 Meter Autobahn

Wenn 3,2 Kilometer Autobahn von Berlin-Neukölln bis zum Treptower Park 475 Millionen Euro kosten sollen, dann kostet der Meter knapp 150.000 Euro. 80 Millionen Euro hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, CSU,  zur Belohnung der Großen Berliner Koalition aus der Handkasse – im Original “Infrastrukturbeschleunigungsprogramm II” – für die A 100 springen lassen. Das reicht immerhin für 533 Meter. Dafür hat er heute gemeinsam mit dem Berliner Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Michael Müller, SPD, Spaten gestochen. Müller ist Stellvertreter des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, SPD, der zur gleichen Zeit an einer Sitzung des Aufsichtsrats für den ähnlich haarscharf kalkulierten Berliner Großflughafen teilnahm. Dieser könnte vielleicht irgendwann Schritt für Schritt in Betrieb gehen, so gesehen sind 533 Meter Autobahn schon ein Grund zum Feiern.

FotoA100

Welt retten
30. April 2013

Alles nur “Ich-Bürger”? Leitartikel in der Süddeutschen Zeitung polemisiert gegen Protestkultur

Unter der Überschrift „Der Ich-Bürger“ beschäftigt sich die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe (30.4.2013, Printausgabe S.4) in einem Leitartikel mit der „Protestkultur“ hierzulande. Darin entwirft der Autor Jan Heidtmann ein Schreckens-Szenario. Die „Ich-Bürger“, so seine Befürchtung, sorgen bald dafür, „dass die Republik still steht“.

Wie das?

Durch die Auseinandersetzungen um Stuttgart 21, argumentiert Heidtmann, habe der Staat gelernt, dass er – bevor er handelt – an die Bürger herantreten, deren Meinung hören, sie ernst nehmen und dann vor allem sein Handeln danach ausrichten muss. „Die Politik, so scheint es im Moment zu sein, hat das begriffen; und der Bürger?“, fragt der Autor rhetorisch. Na, der hat angeblich nicht begriffen, wie Bürgerbeteiligung funktioniert. Er „leistet Widerstand mit dem Tablet-Computer und gnadenloser Expertise“, besetzt Bäume (hier kommt ROBIN WOOD ins Spiel), verhält sich als Nimby (not in my backyard), blockiert die Energiewende und die Suche nach einem atomaren Endlager.

Der „Ich-Bürger“, gut ausgebildet und technisch versiert, blockiert, wo er nur kann. Im schlimmsten Falle leistet er „Widerstand um des Widerstands willen“ und schadet der Demokratie. „Bürger-Irrsinn“ – nennt das Heidtmann. Große Worte, schwere Vorwürfe gegen Leute, die sich an den unterschiedlichsten Protesten beteiligen – und eine steile These. Belege, etwa für die angebliche Lernfähigkeit von Staat und Politik, aber fehlen.

Was hat sich denn durch den – noch längst nicht ausgestandenen – Streit um Stuttgart 21 in Sachen Bürgerbeteiligung grundlegend Neues getan? Wo sind die Lernfortschritte von Staat und Politik? Wo die Großprojekte, über deren Nutzen ergebnisoffen, transparent und mit allen Betroffenen auf Augenhöhe debattiert wird, bevor Entscheidungen fallen? S21, die Stadtautobahn A100, der Hauptstadtflughafen, die Hamburger Elbphilharmonie – alles Beispiele dafür, wie es gerade nicht laufen sollte. Und bei der Suche nach einem Endlager werden Hoffnungen geweckt, dass es nach jahrzehntelangem Tricksen und Täuschen einen echten Neubeginn geben werde. Die Belege dafür aber stehen noch aus, der Gesetz-Entwurf zur Endlagersuche lässt daran mindestens erhebliche Zweifel aufkommen – und derweil laufen die Atomanlagen weiter.

Werden Betroffene tatsächlich auf Augenhöhe und rechtzeitig beteiligt, ist ein Risiko nicht ausgeschlossen: Dass die Akzeptanz für ein Projekt auch mal ausbleibt. Das gehört zu einem ergebnisoffenen Verfahren dazu – und führt längst nicht zum „Stillstand der Republik“. Protestbewegungen haben der Gesellschaft vielmehr einiges erspart: Atommüll, verseuchte Landschaften, Klima- und Gesundheitsschäden, Dreck, Lärm, die Verschwendung von Steuergeldern und vieles mehr.

Wer von Bürgerbeteiligung spricht, sollte nicht Akzeptanzbeschaffung meinen. Und davon absehen, pauschal ganze Bevölkerungsgruppen abzustempeln.

Hamburg/Lüneburg, Robin Wood regional, Veranstaltung, Wald
30. April 2013

Streifzüge durch Wälder in und um Hamburg – Los geht’s am kommenden Sonntag

Dem Wald geht es schlechter als in den achtziger Jahren - ROBIN WOOD-Aktion vor dem Hamburger Michel , 22.2.2013 (Foto: argus, Mike Schröder)

Dem Wald geht es heute schlechter als in den achtziger Jahren – ROBIN WOOD-Aktion vor dem Hamburger Michel , 22.2.2013 (Foto: argus, Mike Schröder)

Waldsterben das ist „Achtziger“, denken viele. Lange vorbei und vergessen. Tatsächlich lebt der Wald noch. Aber wer glaubt, das Waldsterben sei überwunden, irrt. Die amtlichen Statistiken dokumentieren heute höhere Schäden im Kronendach der Wälder als Anfang der achtziger Jahre, als die Diskussion um das Sterben der Wälder Umweltthema Nr. 1 in Deutschland war.

Um die Aufmerksamkeit wieder stärker auf den Wald und seine Bedrohungen zu lenken, bietet ROBIN WOOD auch in diesem Jahr wieder Führungen durch Wälder in und um Hamburg an.

Los geht’s am kommenden Sonntag, den 5. Mai, mit einem Streifzug durch den Sachsenwald. Dabei wird der Bogen von der Geschichte des Waldes über die Nutzung durch den Menschen bis zu den aktuellen Themen Waldsterben, Klimawandel und Schutz der biologischen Vielfalt gespannt.

Heute sind es nicht mehr allein die Luftschadstoffe, die dem Wald zusetzen. Die bereits eingetretenen Folgen des Klimawandels – höhere Durchschnittstemperaturen, häufigere Stürme und längere Trockenperioden – hinterlassen ebenso ihre Spuren. Und auch die derzeit boomende Nachfrage nach Energieholz gefährdet das ökologische Gleichgewicht des Waldes. Neben diesen Bedrohungen wird bei dem Rundgang aber auch das Faszinierende am Ökosystem Wald und seinen kleinen und großen Organismen nicht zu kurz kommen.

Der Streifzug wird begleitet von Rainer Kant, Diplom-Forstwirt und Fotograf. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Die Führungen sind kostenlos.

Termine und Treffpunkte für die Waldführungen im Überblick stehen hier.

 

Aktion, Energie, Klima
29. April 2013

Leipzig: Protest gegen “Ostdeutsches Energieforum 2013″

OLYMPUS DIGITAL CAMERALeizipg – 29. April 2013: Bundeswirtschaftsminister Rösler und das Thema “Energie für die Zukunft”? Kein Wunder, wenn es da zu Protesten kommt. Kaum jemand anderes versucht wirklungsvollen Klimaschutz und den Ausbau der Erneuerbaren Energien derart zu behindern, wie Rösler. Daher demonstrierten ca. 15 KlimaschützerInnen von BUND, der BI Profen (Braunkohlekraftwerks-Standort) und ROBIN WOOD Leipzig heute anläßlich des “Ostdeutschen Energieforums 2013″. “Kohle + Uran + Solarkürzungen = Energienwende? – Durchgefallen, Herr Rösler”  war auf einem Banner der ROBIN WOOD – AktivistInnen zu lesen. (weiterlesen …)

Aktion, Energie, Floßtour, Hamburg/Lüneburg, Klima
26. April 2013

Floß ahoi! ROBINA WALD startet am 29. April in Dömitz

Floss neutral von der Seite

ROBIN WOOD-Floß auf Tour

Nächsten Montag startet die ROBIN WOOD-Floßtour 2013. Die Crew wird mit ihrem selbst gebauten Holzfloß ROBINA WALD von Dömitz nach Hamburg fahren. Ziel ist es, Menschen für eine demokratisch kontrollierte Energieversorgung ohne Kohle und Atom zu gewinnen. Unterwegs mobilisieren die ROBIN WOOD-AktivistInnen insbesondere für die symbolische Elbblockade der Kampagne gegenstrom13, die am 10. Mai im Hamburger Hafen stattfinden wird. Sie richtet sich gegen das Klimakiller-Kohlekraftwerk von Vattenfall in Hamburg-Moorburg sowie Import-Kohle aus Kolumbien. ROBIN WOOD unterstützt gegenstrom13 und wird sich mit dem Floß an der Kundgebung auf dem Wasser beteiligen.

Zuvor wollen die ROBIN WOOD-AktivistInnen an Orten entlang der Strecke Station machen und mit Menschen über die Energiewende ins Gespräch kommen. Auf dem Floß gibt es dazu aktuelle Informationen sowie Tipps zum Energiesparen und kreative Aktionsideen.

Alle Interessierten können das selbstgebaute ROBIN WOOD-Floß besichtigen. Erste Gelegenheit: am kommenden Montag (29. April) im Dömitzer Sportboothafen von 11-20 Uhr.

Am Dienstag, den 30. April, wird das Floß dann am Vormittag weiter nach Hitzacker fahren. Anschließende Stationen sind: Bleckede, Lauenburg, Geesthacht und Oortkaten. Vom 6.-11. Mai wird das Floß auf der Elbe in der Hamburger City unterwegs sein.

Aktion, Energie
24. April 2013

Immer mehr Kohlestrom von Vattenfall und Co: “Die Kohle ist blutbefleckt”

Termin vormerken: 10. Mai 2013 Elbblockade gegen Vattenfall-Kraftwerk in Hamburg

Termin vormerken: 10. Mai 2013 Elbblockade gegen Vattenfall-Kraftwerk in Hamburg

Kohlekraftwerke bringen Umweltzerstörung, Gesundheitsrisiken und Klimakatastrophe mit sich. Nicht nur in Deutschland, sondern z.B. auch dort, wo die Kohle abgebaut wird. “Die Zeit” berichtet jetzt erneut über das Beispiel Kolumbien:  “Ganze Dörfer müssen in Kolumbien dem Bergbau weichen. Menschen werden bedroht und ermordet. Der Tagebau verursacht enorme Umweltschäden. Deutsche Versorger, die kolumbianische Kohle importieren, kümmert das wenig” (hier der gesamte Text auf der Seite der Autorin Alexandra Endres).

Auf diese Probleme will auch die Aktion Gegenstrom13 aufmerksam machen. Dazu läuft eine Kampagne gegen das noch im Bau befindliche Vattenfall-Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg. Am 10. Mai findet als Höhepunkt der Kampagne eine symbolische Hafenblockade in Hamburg statt. Die Kampagne will auf die enormen Schäden aufmerksam machen, die mit der Kohleverstromung weltweit zusammen hängen. Unterstützt wird diese Aktion auch von ROBIN WOOD. Wir werden mit dem Floss ROBINA WALD an der Aktion im Hamburger Hafen dabei sein.
Siehe auch hier.