Aktion, Tropenwald
27. Januar 2012

„Das ganze nennen wir den Pro-Planet-Prozess!“

Konferenz “Nachhaltigkeitsstandards für Agrarrohstoffe” in Berlin

Rohstoffe wie Soja, Palmöl oder Baumwolle werden oftmals unter menschenverachtenden Bedingungen produziert oder es werden ganze Landschaften dafür platt gemacht. Das hat sich – auch Dank Organisationen wie ROBIN WOOD – schon bei vielen Verbrauchern und Verbraucherinnen herum gesprochen. Die fragen vermehrt im Laden nach unter welchen Bedingungen eigentlich die Rohstoffe für alle die schönen Produkte produziert worden sind.  Der Handel und die großen Konsumgüter-Konzerne haben auf diesen Trend mit unzähligen grünen Siegeln, Öko-Eigenmarken oder Umweltversprechen auf Ihren Internetseiten reagiert.

In Berlin kam es jetzt auf einer Konferenz zu so einer Art Gipfeltreffen der Öko-Label-Gemeinde. Unilever, Nestlé und Co. waren auf Einladung des WWF nach Berlin gekommen, um sich selbst für Ihre grüne Taten zu feiern. „Das ganze nennen wir den Pro-Planet-Prozess“, verkündet der Manager eines Handelsriesen stolz. Für ROBIN WOOD dienen die meisten dieser angeblichen Nachhaltigkeitssiegel lediglich dazu, die fatalen Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft grün zu waschen. Für die Palmölopfer in Indonesien sind die grünen Märchen von Konzernen wie Unilever ein Schlag ins Gesicht.

ROBIN WOOD und Rettet den Regenwald begrüßten die Konzerne vor dem schicken Tagungsort mit einer kleinen Demo: In grüne Mäntelchen gekleidet demonstrierten die Aktivistinnen gegen das Greenwashing der Konzerne, es wurde dabei geschrubbt und viel Schaum geschlagen. Außerdem bekamen die Konferenz-Teilnehmerinnen Informationen über Unilevers unverantwortlichen Palmöleinkauf in die Hand gedrückt.

 

Tropenwald
24. Mai 2011

Hoffentlich nicht Allianz versichert

ROBIN WOOD startet Online-Protest gegen schmierige Palmöl-Geschäfte

DWS – die Fondgesellschaft der Deutschen Bank – reagierte prompt auf den Protest von ROBIN WOOD und verzichtete auf den Handel mit Aktien des Raubbaukonzerns Wilmar. Auch Deka – die Fondgesellschaft der Sparkassen – hatte auf Nachfrage von ROBIN WOOD, den Handel mit Wilmar-Papieren schon vor Monaten beendet. Nur die Allianz will weiter mit Wilmar-Aktien ein gutes Geschäft machen.

Worum geht es genau? Für Palmöl aus Indonesien werden Regenwälder zerstört und Menschenrechte mit Füßen getreten. Wilmar ist der größte Palmölhändler weltweit und betreibt in Malaysia und Indonesien riesige Plantagen. Wilmar ist in der Vergangenheit bei illegalen Brandrodungen erwischt worden, betreibt indonesischen UmweltschützerInnen zufolge einige seiner Plantagen illegal und ist in zahlreiche Landrechtskonflikte mit der lokalen Bevölkerung verstrickt.

Die Allianz muss Wimar den Geldhahn zu drehen. Deshalb brauchen wir Eure Unterstützung. Bitte macht mit bei unserem Online-Protest.

 

Blog, Papier, Tropenwald, Wald, Welt retten
14. Januar 2011

Oh, du schönes Jahr der Wälder

Was haben Ozeane, Berge, Delfine und Naturfasern gemeinsam? Alle wurden schon mal mit einem „internationalen Jahr“ der Vereinten Nationen geehrt. Jetzt sind die Bäume dran: Wir begehen 2011 demzufolge das UN-Jahr der Wälder. Ich habe keine großen Erwartungen, dass Bundesregierung und Co. jetzt zu WaldschützerInnen konvertieren. Aber vielleicht gibt uns das Waldjahr in den einen oder anderen Dingen etwas mehr Rückenwind.

Den können wir gut gebrauchen, um was gegen den extrem hohen Ressourcenverbrauch der Industrieländer zu unternehmen – z.B. bei Papier. Der jährliche pro Kopf ist in der Bundesrepublik auf mehr als 250kg stark angestiegen. Die Bäume für dieses Papier wachsen in erster Linie im Ausland: In Nordeuropa, Portugal, Brasilien oder Indonesien. Die Folgen unseres exzessiven Konsums können daher in Schweden besichtigt werden, wo Papiermultis wie SCA (Zewa, Tempo) eine rücksichtslose Kahlschlagwirtschaft praktizieren. In Portugal und Brasilien haben sich Eukalyptusmonokulturen in die Waldgebiete und Naturräume hineingefressen während dessen asiatische Papierkonzerne den letzen Regenwald platt machen. Gerade erst hat ROBIN WOOD Aldi-Nord beim verramschen von Bücher erwischt, die auch aus Tropenwaldholz hergestellt waren. Immerhin; Aldis Bücherlieferant hat jetzt Besserung gelobt.Ökosiegel – für angeblich grünes Papier  – helfen uns beim Papiersparen nicht weiter. Mehr als 50 europäische Umweltorganisationen haben sich deshalb zum Netzwerk EEPN zusammen geschlossen, um den Papierverbrauch in Europa um 50% zu reduzieren.

Nationen wie Polen machen deutlich, dass weniger Papier kein Problem ist. Hier verbraucht jede Person nur 110 kg im Jahr und Papiermangel gibt es auch keinen. Wie es gehen könnte, zeigen unsere französischen Nachbarn. Die dortige Regierung hat sich verpflichtet, den Papierverbrauch in der eigenen Verwaltung um 50% zu reduzieren. Chapeau!

Klima, Tropenwald, Verkehr
2. Dezember 2010

Kranich im Blindflug

Lufthansa klopft sich für Agro-Sprit-Pläne selbst auf die Schulter und täuscht damit die Öffentlichkeit

Die Lufthansa will ab 2011 ein Agro-Spritmix versuchsweise als Flugzeugtreibstoff einsetzen. Dafür feiert sich das Unternehmen als Klimaschützer. In der sechsmonatigen Versuchsphase sollen dadurch rund 1.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden, teilte das Unternehmen mit. Um etwaige Ökobedenken gegen den Pflanzensaft gleich im Keim zu ersticken, setzte Lufhansa Vorstand Mayrhuber noch einen drauf: „Unser Treibstoff ist nachhaltig. Fest steht, dass für Lufthansa-Biotreibstoff kein Regenwald gerodet wird.“

Das ist natürlich Quatsch mit Soße, denn die Geschichte vom klimaschonenden und umweltfreundlichen Agro-Sprit ist längst als Ökomärchen entlarvt. Fliegen mit Pflanzen – Robin Wood Magazin 1/2010 Dabei ist es unerheblich, woher der Rohstoff für die angeblich grüne Fliegerei auch stammen mag. Sei es Raps aus Europa, Palmöl aus Indonesien, oder Jatropha aus Afrika – die Nachfrage von Konzernen wie Lufthansa führt am Ende dazu, dass sich weitere Agrarflächen in die vorhandenen Naturräume dieser Erde hineinfressen. Fachleute nennen diesen Effekt indirekte Landnutzungsänderungen. Dabei können riesige Mengen des Klimagases Kohlenstoffdioxid in die Luft gepustet werden.

In keinem guten Licht steht auch Nesteoil da – der Brennstoff-Lieferant für Lufthansas Agro-Abenteuer. Bei unseren Kollegen von Greenpeace Finnland steht der Konzern wegen Regenwaldzerstörung bereits am Pranger.

Das für diesen Unsinn auch noch Steuergelder aus dem Fenster geworfen werden, ist ein weiterer Skandal. Das Bundesforschungsministerium subventioniert Lufthansa bei diesem Projekt mit zweieinhalb Millionen Euro. Ausgerechnet der notorische Klimakiller Lufthansa bekommt so mit öffentlichem Geld ein grünes Mäntelchen umgehängt.

Tropenwald, Wald
7. September 2010

ROBIN WOOD auf der Gartenmöbelmesse Spoga in Köln

„Mr., if you order more than one container, I can give you this folding chair for a very competitive price. Oh, I see, you need a certificate? No problem! What kind of certificate do you need?“ Der Verkäufer aus Indonesien hält mich für einen ernsthaften Kaufinteressenten. Ich hab mich als Inhaber eines Möbelgeschäfts ausgegeben. Seine Gartenmöbel – die er hier auf der internationalen Gartenmöbelmesse Spoga in Köln ausgestellt hat – sind aus dem Regenwaldholz Shorea gemacht. Woher es stammt, weiß er nicht und es scheint ihn auch nicht besonders zu interessieren. Aber er kann mir ein schönes Umwelt-Zertifikat dafür besorgen. Damit könnte ich dann die Öko-Bedenken meiner potentiellen Kunden zerstreuen.
Die traurige Wahrheit ist leider, dass die Hölzer der Gattung Shorea nur im Regenwald wachsen und dass für die angebotenen Klappstühle Tropenwälder geplündert wurden. Ein paar Stunden zuvor war ich noch in offizieller Mission – als ROBIN WOOD Aktivist – gemeinsam mit einem Kamerateam des NDR unterwegs. Vor der Kamera waren die Händler natürlich nicht so gesprächig. Von Schuldbewusstsein – die letzten Naturwälder Asiens zu Klappstühlchen gesägt zu haben – war aber auch hier keine Spur.

Jetzt muss ROBIN WOOD gemeinsam mit anderen Umweltverbänden daran arbeiten, dass die von der EU beschlossenen Importverbote für illegales Holz möglichst konsequent umgesetzt werden. Das Verbot tritt aber erst 2013 in Kraft und EU-einheitliche Strafen bei Zuwiderhandlung sind auch nicht geplant. Es bleibt also noch viel zu tun.

Tropenwald
28. Mai 2010

Indonesiens Abholzungsstopp – nur heiße Luft?

Aktuell in Indonesien: Wilmar, der Palmöllieferant von Rama-Hersteller Unilever zerstört Tropenwälder für neue Plantagen (Foto: Nordin / ROBIN WOOD)

Indonesiens Ministerpräsident Yudhoyono machte ordentlich tam tam mit seiner Ankündigung, einen Abholzungsstopp für Indonesiens Wälder in Kraft treten zu lassen. Norwegens Ministerpäsident Stoltenberg stand ihm dabei zu Seite, denn das nordeuropäische Land will Indonesien dafür eine Milliarde Dollar überweisen. Das Medienecho war gewaltig, von „Durchbruch für den Waldschutz“ war sogar die Rede.

Ich bin da wesentlich skeptischer. Zum einen ist unklar, wie Indonesien Zentralregierung eine solche Regelung umsetzen will und kann. Schon jetzt wird geltendes Umweltrecht häufig mit Füssen getreten. Zum anderen soll der Abholzungsstopp nicht geltende Verträge berühren und erst mal nur für 2 Jahre bei neuen Projekten angewendet werden. Es ist deshalb zu erwarten, dass Holzfällerbanden und Palmöl-Mafiosis auf Ihrem Vernichtungsfeldzug gegen Indonesiens Wälder erst mal nicht gestoppt werden. Eine gute Analyse in englischer Sprache findet Ihr dazu auf REDD-Monitor.

Tropenwald
18. Dezember 2009

Unilever wird seiner Verantwortung bislang nicht gerecht

Obwohl Unilever von ROBIN WOOD auf die skandalösen Zustände bei seinem Palmöl-Lieferanten Wilmar hingewiesen wurde, ist die Reaktion des Konsumgüter-Konzerns bislang enttäuschend.

Wilmar ist einer der größten Palmölkonzerne der Welt und verfolgt in Indonesien einen aggressiven Expansionskurs – auf Kosten der Naturflächen in Indonesien. Dies ist ein Desaster für das Weltklima und die Menschen in Indonesien.

Bislang hat Unilever Wilmar nicht erkennbar in seinen Expansionsplänen gestoppt. Konkret geht es um mehr als 130 000 ha Naturflächen, die Wilmar bald zur Palmöl-Wüste umwandeln will. Unilever (Knorr, Rama, Langnese) muss Wilmar bei seinen Expansionsplänen in die Schranken weisen.

Die Öffentlichkeit erwartet von Unilever, dass sich das Unternehmen durch Taten seiner Verantwortung für den Klimaschutz und die Menschenrechte stellt. Unilever muss endlich selbst eine aktive Rolle bei der Lösung der – durch seine Nachfrage verursachten – Probleme übernehmen. ROBIN WOOD wird gemeinsam mit seinen indonesischen Partner-NGOs die weitere Entwicklung genau beobachten und die Öffentlichkeit durch geeignete Aktivitäten informieren.