Der lange Weg des Urans - vom Bergwerk zum Atomkraftwerk

Uran ist ein Metall und kommt natürlich vor. Uran ist radioaktiv. Uranvorkommen gibt es in vielen Teilen der Erde. Die größten Vorkommen liegen in Australien, Kanada, der ehemaligen UDSSR und Teilen Afrikas. 70 Prozent der Uranbergwerke liegen in Gebieten mit indigener Bevölkerung.

Das größte Uran-Abbaugebiet liegt in Kanada, in der Provinz Saskatchewan, auf dem Land der Cree- und Dene-Indianer. Desweiteren gibt es große Bergwerke in den heiligen Reservaten der Aborigines in Australien (Kakadu-Nationalpark) und auf dem Land der indischen Ureinwohner Santal und Ho Adivasis.

Neben den sozialen, sind auch die ökologischen Folgen des Uranabbaus verheerend. Die Umwelt wird durch riesige Mengen radioaktiver Schlacke und verseuchtem Mülls zerstört. Regen schwämmt im Erz enthaltene Stoffe wie Blei, Quecksilber, Cadmium und Arsen in die Umwelt und verseucht so Gewässer und Böden, die Lebensgrundlagen von Mensch, Tier und Pflanzen.

In den Bergwerken wird Uran über und unter Tage abgebaut. Für die riesigen Mengen radioaktiven Abraums gibt es meist keine geeignete Lagermöglichkeit, so dass dieser oft unter freiem Himmel, gleich neben den Siedlungsstätten der Menschen "gelagert" wird. Völlig unaufgeklärt über die Risiken, laufen sie unwissend barfuss auf diesen Bergen umher oder pflanzen gerade dort ihr Gemüse an. Die häufigsten Krankheiten sind Tuberkulose, Kehlkopf-, Augen-, Knochen- und Nierenerkrankungen sowie verschiedene Krebsarten. Die Gefahr an Lungenkrebs zu erkranken ist für die Arbeiter in den Uran-Bergwerken bis zu 8-mal höher als für die Normalbevölkerung. Gearbeitet wird unter unvorstellbar schlechten Bedingungen. Meist ohne angemessene Bekleidung ausgestattet, sind die Männer stundenlang den gefährlichen Strahlungen sowie radioaktivem Staub ausgesetzt. Das beim Abbau entstehende Gas Radon-222 ist eines der radiologisch bedenklichsten Zwischenprodukte beim Abbau von Uran. Dieses breitet sich schnell in seine Umgebung aus und wird von den Menschen tagtäglich eingeatmet.

Meist noch vor Ort wird das Uranerz gemahlen und in oxidischer Form (U308) zu einem gelben Pulver ("Yellow Cake") verarbeitet. Dieses wird in Fässern verschlossen weiter transportiert. Per LKW und/oder Schiff gelangt der "Yellow Cake" in Konversionsanlagen, in denen Uranoxid in das chemisch-toxisch sehr giftige Uranhexafluorid (UF6) verwandelt wird. Von der Konversionsanlage wird das UF6 zur Urananreicherungsanlage befördert, dem nächsten Schritt auf dem Weg zum Brennelement eines Atomkraftwerks.

Die Gronauer Urananreicherungsanlage bezieht Uranhexafluorid hauptsächlich aus Konversionsanlagen in Frankreich, Großbritannien oder Russland. Per Schiff kommen die UF6-Behälter im Bremerhavener und Hamburger Hafen an und werden auf LKWs verladen und durch dicht besiedelte Gebiete und kleine Gemeinden nach Gronau transportiert.

Das in Gronau angereicherte Uranhexafluorid wird in Brennelement-Fabriken zu Brennstäben verarbeitet. Obwohl die deutsche Brennelemente-Fabrik in Lingen "gleich neben an" liegt, exportiert URENCO schon jetzt einen Großteil des angereicherten UF6 wieder ins Ausland, und versorgt damit Kernkraftwerke in 15 Ländern der Welt.