Uranfabrik Gronau stilllegen

In einem Infor-mationsflyer hat ROBIN WOOD die wichtigsten Argumente für die sofortige Stilllegung der Urananrei-cherungsanlage in Gronau zusam-mengestellt. Diesen Flyer können Sie hier downloaden (PDF) oder über info(at)robinwood.de bestellen.

Uranabbau - Ächten!

Infos hier

IPPNW fordert:
Ächtung des Uranabbau

Mehr Informationen zur UAA


DLF berichtet über Atommüll und die UAA Gronau.

UranAnreicherungsAnlage (UAA) Gronau

Im nordrhein-westfälischen Gronau (30.000 Einwohner), nahe der holländischen Grenze, steht die einzige deutsche Urananreicherungsanlage (UAA). Sie wird von der Gruppe URENCO mit Sitz in London seit 1985 betrieben. In der UAA Gronau wird Uranhexafluorid für die Weiterverarbeitung zu Brennelementen für Atomkraftwerke angereichert. Mit ihrer Produktion deckte sie im Jahr 2010 sieben Prozent des Weltmarktes ab, in voll ausgebautem Zustand sollen es bis zu zehn Prozent sein. Weltweit existieren 14 Urananreicherungsanlagen, die zusammen 442 Atomreaktoren mit Brennstoff versorgen.

Was geschieht in der UAA?

In der Gronauer Uranfabrik wird die Technik der Anreicherung entwickelt, gebaut und angewendet. Im Zentrifugenverfahren wird der prozentuale Anteil des spaltbaren Isotops Uran-235 von ca. 0,7 auf 3 bis 5 Prozent erhöht. Das sogenannte "Natur-Uran" wird als hochgiftiges und stark ätzendes Uranhexafluorid angeliefert. Es hat die Eigenschaft, bei 56° Celsius den flüssigen Aggregatzustand zu überspringen und sofort gasförmig zu werden. In der Zentrifuge werden die unterschiedlich schweren Isotope des Natur-Urans getrennt. Dadurch kann das Uranhexafluorid auf einen 3 bis 5 prozentigen U-235- Isotopanteil angereichert werden. 

Welcher Müll entsteht dabei?

Pro angereicherter Tonne des hochgiftigen Uranhexafluorids fallen ca. 5,5 Tonnen abgereichertes Uran (Depleted Uranium - DU) an. Dabei gilt DU nach dem Atomgesetz nicht als Müll, sondern als Wertstoff und muss deswegen nicht ein- oder endgelagert werden. Für atomare Wertstoffe gelten auch viel laschere Sicherheitsbestimmungen als für radioaktiven Müll. Sie werden auf dem Gronauer Betriebsgelände in Fässern unter freiem Himmel gelagert. Faktisch aber ist das abgereicherte Uranhexafluorid radioaktiver und hochttoxischer Müll. Endlagerung: ungewiss!

Verwendung für abgereichertes Uran hat allein das Militär.  Es baut daraus  die verheimlichten Massenvernichtungswaffen - strahlende Uranmunition -, welche seit dem Irakkrieg 1991 in jedem Krieg von den westlichen Alliierten, insbesondere den USA und England eingesetzt wurden. (siehe unten)

Wie sieht es aktuell an der UAA aus?

URENCO hat seit 2005 am Standort Gronau eine zweite Anlage (UTA-2) errichtet, die bis Ende des Jahres 2012 ihre volle Leistung von 2.700 Tonnen Urantrennungsarbeit pro Jahr (UTA) erreichen soll (in 2011: 1.400t/Jahr). Die erste Anlage (UTA-1) hatte ein Trennleistung von 1.800 Tonnen pro Jahr. Insgesamt ist in 2011 am Standort Gronau eine Leistung von 3.200 Tonnen UTA  verfügbar. Das reicht für die Versogung von  35 Atomkraftwerken.

Zudem beabsichtigt  URENCO in 2011 ein Zwischenlager für 60.000 Tonnen abgereichertes Uran am Standort zu errichten. Genehmigt ist ein Lager mit einer Kapazität von  97.062 Tonnen. Da es weltweit kein sicheres Endlager für Uranmüll gibt, droht das Zwischenlager  zu einem ungenehmigten Endlager zu werden.

Wie wird das Uranhexafluorid transportiert?

Die Behälter, in denen Uranhexafluorid (UF6) durch Deutschland transportiert wird, entsprechen lediglich dem Sicherheits-Typ A, der nur den "während des Transports auftretenden betrieblichen Belastungen standhalten" muss. Bei einem Unfall mit anschließendem Brand können die Behälter explodieren. Eine Freisetzung von UF6 führt bei 50 Prozent der Menschen zum Tode, die sich  (auch nur für kurze Zeit) im Umkreis von 100 Metern um den Unfallort aufhalten. Evakuiert werden müssten binnen kürzester Zeit alle Menschen in einem Umkreis von fünf Kilometer Entfernung zum Unfallort. Dies ist kaum machbar, da die Transporte zu Hauptverkehrszeiten auch durch dicht besiedelte Stadtgebiete führen. Notfall- und Evakuierungspläne sind nicht bekannt!

Was fordert ROBIN WOOD?

ROBIN WOOD fordert die UAA Gronau und das dortige Zwischenlager sofort zu schließen.

Die UAA versorgt weltweit die hochgefährliche Auslauftechnologie Atomkraft. Uran ist der Rohstoff für die Atomindustrie. Ohne Uran gibt es keine Brennelemente,

Die UAA liefert den Rohstoff für die Massenvernichtungswaffe Uranmunition.

Die UAA ist in der Uranwirtschaft für die Versorgung der Atommeiler mit Brennstoff von zentraler Bedeutung. Wird die Anlage nicht stillgelegt, ist dies ein deutliches Zeichen für ein Festhalten der Bundesregierung an dem Auslaufmodell Atomkraft und die Herstellung von Massenvernichtungswaffen.

Alle Atomanlagen stilllegen - weltweit!