Atommüll in Schweden: Was tropft denn da?
In Schweden sollen die angefallenen radioaktiven Abfälle in Granitformationen dauerhaft gelagert werden. Gilt Schweden doch geologisch als vergleichsweise stabil.
Als potentielle Endlagerstandorte für hochradioaktiven Müll hat die SKB, eine Tochtergesellschaft der schwedischen Elektrizitätsversorgungsunternehmen, die für die Endlagerung des schwedischen Atommülls zuständig ist, Oskarshamn und Östhammar ins Visier genommen.
Nahe des Ortes Östhammar befindet sich auch das in Betrieb befindliche „Endlager“ für leicht und mittelaktive Atomabfälle - in direkter Nachbarschaft zum AKW Forsmark.
Doch wie in Deutschland, hat man auch in Schweden Probleme mit dem Wasser. Aus den 50 Meter tiefen Stollen, in denen der Atommüll eingelagert ist, werden täglich mehrere hundert Liter Wasser gepumpt.
Dass das Endlager schon nach 20 Betriebsjahren leck geschlagen ist und durch einen nicht identifizierbaren, undichten Atommüllbehälter kontaminiert wurde, spricht nicht für die schwedische Endlagerphilosophie. Müssten in diesem Endlager eigentlich doch „nur“ kurzlebige Radionuklide (Halbwertszeiten von höchstens 500 Jahren) sicher gelagert werden.
Ob diese Probleme lösbar sind, ist zumindest fragwürdig. Denn so geologisch ruhig, wie angenommen, ist der Untergrund in Schweden möglicherweise gar nicht. Der Paleogeophysiker Nils-Axel Mörner weist darauf hin, dass es Risse im Granit gibt, die jünger als 10.000 Jahre sind. Spuren im Untergrund deuten darauf hin, dass es in jüngerer Zeit mindestens 58 Erdbeben (bis zur Stärke 8) im schwedischen Untergrund gegeben hat. Und schließlich verweisen Experten auf die Gefahren von Methangasexplosionen. Aber alternative Konzepte für die Lagerung des Atommülls werden auch in Schweden bis heute nicht betrachtet.
Aufkommende Sicherheitsbedenken versucht die schwedische Atomwirtschaft mit dem Hinweis auf die eingesetzten Behälter zu zerstreuen. Die eingesetzten Kupferbehälter, in denen der radioaktive Müll verpackt wird, sollen auch dem Druck einer auf dem Endlager liegenden kilometerdicken Eisschicht standhalten können.
Doch gibt es begründete Zweifel. Die Stockholmer Wissenschaftler der "Königlich Technischen Hochschule", Peter Szakálos und Gunnar Hultquist, gehen davon aus, dass diese Kupferbehälter bereits nach nur wenigen 100 Jahren durch in das Lager eindringendes Wasser durchgerostet sein werden und dann auch diese Barriere nicht mehr vorhanden ist. LINK
Schon jetzt drückt das Wasser an zahlreichen Stellen in den 3,5 km langen Versuchsstollen, der auf der Insel Äspö 420 Meter in die Tiefe führt. "Ein Fels ohne Wasser lässt sich nicht finden", kommentiert eine Sprecherin der SKB.

