Für eine neue Energiepolitk. Sonne, Wind & Wasser statt Kohle & Atom
Die energiepolitischen Positionen und Forderungen von ROBIN WOOD
Alle Reden vom Klimaschutz und der dringenden Notwendigkeit, die CO2-Emissionen drastisch zu reduzieren. International wird um die Nachfolge des Kyoto-Protokolls gerungen. Aber schon jetzt warnt der Weltklimarat der UN, dass viele Länder nicht einmal die Einsparziele des bis 2012 geltenden Kyoto-Protokolls einhalten werden. Nicht nur die USA und Australien, sondern auch viele europäische Staaten sind weit davon entfernt, ihre Einspar-Versprechen zu erfüllen. Die Bundesregierung gibt sich in letzter Zeit gern als Muster-Klimaschützer. Doch mit der Realität hat dies wenig zu tun. Einen großen Anteil der Einsparungen bei den CO2-Emissionen hat Deutschland vor allem durch den Zusammenbruch der ostdeutschen Wirtschaft unmittelbar nach der Wiedervereinigung erreicht. Um mehr als ein Drittel sind die CO2-Emissionen in Ostdeutschland seit 1990 zurückgegangen - von etwas über 300 Mio. Tonnen CO2 im Jahr 1990 auf unter 200 Mio. Tonnen CO2 Jahr 1995. Trotz des Zusammenbruchs der ostdeutschen Wirtschaft und dem damit verbundenen Klimaschutz-Geschenk hat die Bundesrepublik die Kyoto-Ziele noch nicht erreicht: Von den zugesagten 21 Prozent Minderung gegenüber 1990 hat Deutschland bis 2005 erst 18,4 Prozent erreicht.
Kurs in die Klimakatastrophe: Energieversorger setzen voll auf Kohlekraftwerke
Inzwischen hat sich die Bundesregierung verpflichtet, bis zum Jahr 2020 eine Reduktion der CO2-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 durchzusetzen. Eine Ankündigung, die angesichts der Planungen für über 20 neue große Kohlekraftwerke mehr als abenteuerlich erscheint. Die großen Energiekonzerne Vattenfall, e.on, EnBW und RWE sind derzeit dabei, die größte Investition in die Klimakatastrophe zu forcieren. Mit weit über 20 Mrd. Euro sollen landauf landab neue Kohlekraftwerke entstehen. Wenn die Energiekonzerne sich durchsetzen, dann bleibt der Klimaschutz in Deutschland auf der Strecke und die Bundesregierung wird auch ihr neues Reduktionsziel gnadenlos verfehlen. Eine Einschätzung, die auch Yvo de Boer, Chef des UN-Klimarates, teilt. "Ich frage mich allerdings, wie das gehen soll, wenn die in Deutschland geplanten 25 Kohlekraftwerke gebaut werden", sagte de Boer der "Frankfurter Rundschau". Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, dürften eigentlich nur noch Kraftwerke auf Basis erneuerbarer Energien ans Netz genommen werden, so de Boer.
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De Boer hat Recht und ROBIN WOOD setzt sich seit Jahren für den verstärkten Ausbau und Einsatz der erneuerbaren Energien ein. Nicht nur mit unseren vielen Aktionen, sondern auch mit unser Ökostrom-Kampagne.
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Super-Gau statt Klimakatastrophe?
Doch nicht nur der Neu- und Ausbau der Kohlekraftwerke bedroht die Umwelt und das Leben. Nach wie vor setzen die großen Energieerzeuger auf die Atomenergie. Trotz des Konsens über einen schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie, den die Bundesregierung mit den Energieversorgern im Jahr 2002 vereinbart hat, setzt die Atomwirtschaft derzeit alles daran, die Laufzeiten der gefährlichen Atommeiler zu verlängern. Um die Uralt-Anlagen wie Brunsbüttel, Biblis oder Neckarwestheim am Netz halten zu können, haben die Betreiber Anträge gestellt, mit denen sie die Übertragung von Stromerzeugungsmengen von neueren AKWs auf diese Altanlagen bewilligt haben wollen. Nicht nur, dass die AKW-Betreiber die Risiken der Atomenergie verharmlosen und herunterspielen. Neuerdings versuchen sie sogar die Risiken des Super-Gaus und der bis heute ungelösten Entsorgung des für eine Million Jahre strahlenden hochradioaktiven Atommülls als Alternative gegen den Klimawandel zu verkaufen. Radioaktive Verseuchung oder Klimakatastrophe – das ist die Wahl, vor die uns die großen Energiekonzerne stellen wollen. (Mehr zu "Atomenergie dient nicht dem Klimaschutz!")
Welche Risiken die Atomenergie birgt ist gerade im letzten Jahr wieder deutlich geworden. Nach einem Brand in einem Transformator am AKW Krümmel und einem Kurzschluss am AKW Brunsbüttel kam es zu einer Serie von Pannen und Störfällen. Systematisch spielte der Betreiber Vattenfall die Ereignisse herunter und verharmloste die Auswirkungen auf die Anlagen. Nachdem die zuständige Atomaufsichtsbehörde in Schleswig-Holstein in der Folge der Pannenserie die beiden Reaktoren genauer unter die Lupe nahm, zeigten sich erheblich mehr Probleme. Zahllose Dübel, mit denen wichtige Sicherheitseinrichtungen montiert worden sind, stellten sich als fehlerhaft heraus und führten zu einer Abschaltung der beiden Atomkraftwerke, die noch bis mindestens Februar 2008 andauern wird.
Doch nicht nur gravierende sicherheitstechnische Probleme der Atommeiler sind ein permanentes Spiel mit dem atomaren Super-Gau. Im Dezember 2007 veröffentlichte das Bundesamt für Strahlenschutz eine neue Kinderkrebsstudie, die die Risiken der Atomenergie erneut unter Beweis stellt: Kinder erkranken umso mehr an Leukämie, je näher sie an einem Atomreaktor wohnen. Schon der Normalbetrieb von Atomkraftwerken stellt ein erhebliches gesundheitliches Risiko dar. Für ROBIN WOOD ist klar: Da hilft nur abschalten - sofort! (Mehr zum Thema Atomausstieg)
Bis heute ungelöst ist die Lagerung des beim Betrieb von Atomkraftwerken anfallenden Atommülls. Über eine Million Jahre und länger stellt diese atomare Hinterlassenschaft ein für Mensch und Umwelt enormes Gesundheitsrisiko dar. In Gorleben und im Schacht Konrad sollen nach den derzeitigen Planungen atomare Endlager für den in Deutschland erzeugten Strahlenmüll entstehen. Wie wenig die Probleme mit der Lagerung von Atommüll gelöst sind, lässt sich im so genannten Versuchs-Endlager Asse II bei Wolfenbüttel sehen. In den 70er und 80er Jahren sind hier leicht- und mittelaktive Atomabfälle zu „Forschungszwecken“ eingelagert worden. Seit vielen Jahren dringt nun Wasser in den Salzstock ein und droht das unterirdische Gebirge zum Einsturz zu bringen. Außerdem könnte das aggressive salzhaltige Wasser sehr schnell die Atommüllbehälter zerfressen und der radioaktive Inhalt mit den Wasserströmungen in die Umwelt geschwemmt werden. Ein Horror-Szenario, das einem Super-Gau gleichkommt. Trotzdem werden die Betreiber und Atomwirtschaft nicht müde, die Legende von der sicheren Endlagerung weiter zu propagieren und den Ausbau der Endlager Gorleben und Konrad voranzutreiben. Pläne, die auf den entschlossenen Widerstand von ROBIN WOOD treffen.
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Atommüll-Lagerung
Die Atomindustrie droht am Atommüll zu ersticken. Deswegen hat sie mit Unterstützung der damaligen rot-grünen Bundesregierung dezentrale Zwischenlager an den AKW-Standorten eingerichtet, wo die hochradioaktiven Brennelemente in CASTOR-Behältern für zunächst einmal 40 Jahre gelagert werden. In Ahaus und in Gorleben bestehen solche Lager schon länger. Während in Ahaus derzeit die Kugelbrennelemente aus dem inzwischen stillgelegten THTR-Reaktor in Hamm-Uentropp lagern, befinden sich im Zwischenlager Gorleben vor allem die in Glas gegossenen atomaren Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im französischen La Hague. Gegen den massiven Widerstand ortsansässiger BäuerInnen und BürgerInnen und der Anti-AKW-Bewegung werden einmal im Jahr insgesamt 12 Castorbehälter aus Frankreich in dieses Lager gebracht. Mit der Ansammlung von immer mehr Atommüll im Zwischenlager Gorleben versucht die Atomwirtschaft Fakten für das Endlager Gorleben zu schaffen. "Wenn der Müll erstmal vor Ort lagert, dann kann er doch auch gleich hier eingebuddelt werden" - so die klare Absicht. Doch der Widerstand gegen die Atomanlagen in Gorleben ist rege und stark. Seit Jahren sind regelmäßig mehrere tausend Polizisten und Bundesgrenzschützer im Einsatz, wenn der Castortransport von La Hague auf seine Reise nach Gorleben geht. Und genauso regelmäßig werden die Bürger- und Grundrechte und das Demonstrationsrecht außer kraft gesetzt. (Mehr zum Thema CASTOR-Transporte)
ROBIN WOOD fordert:
- Den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie
- Den Stopp aller Atommüll-Transporte
- Das Aus für die Uran- und Plutoniumverarbeitung
- Den Ausstieg aus der Kohleverstromung
- Den Ausbau der erneuerbaren Energien
- Umfassende Energiesparprogramme
- Eine effizientere Energienutzung

