Hintergrundpapier - Bei Rama ist nichts in Butter

Robin Wood Recherche: Palmöl aus Indonesien

+++Aktuell+++

Bei Rama ist nichts in Butter

Lebensmittel-Riese Unilever ist mitverantwortlich für Naturzerstörung, Vertreibung  und Klimawandel. Der Konzern ist weltweit einer der größten Verbraucher von Palmöl - u.a. für Margarine und Fertigprodukte wie Tütensuppen. Ein wichtiger Lieferant von Unilever ist der Palmölgigant Wilmar International. Dadurch ist Unilever mitverantwortlich für skandalösen Zustände bei Wilmar. Dieser Konzern tritt die Landrechte der lokalen Bevölkerung mit Füßen, wurde von Umweltorganisationen bei der Brandrodung erwischt und verfolgt in Indonesien einen aggressiven Expansionskurs auf Kosten der verbliebenen Naturflächen und Wälder.

Wie Unilevers Palmöllieferant für den Rückgang der Orang Utans verantwortlich ist

Der Wilmar-Konzern beliefert Unilever mit Palmöl. Daraus stellt Unilever dann  bekannte Markenprodukte wie Rama-Margarine her. Neuerdings feiert sich Wilmar selbst als Konzern, der sich für den Schutz der Orang Utans in Indonesien engagiert.

Die indonesische Organisation Greenomics hat jetzt mit einer Studie die Fakten in diesem Fall zusammengetragen und entlarvt Wilmars Orang Utan-Schutz als Ökomärchen. Die Studie finden Sie hier oder auf der Website von greenomics

ROBIN WOOD-Aktionen bei Unilever-Hauptversammlungen 2010


Rotterdam, 11.5.2010
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Hamburg, 11.5.2010
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London, 12.5.2010
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Palmöl: Anbau, Aufbereitung und Nutzung Ölpalm-Anbau

Die Ölpalme (Elaeis Guineensis) stammt ursprünglich aus Westafrika und ist weltweit eine der ertragreichsten Ölpflanzen. Im Alter von 24 bis 39 Monaten kann in der Krone der Palme aus jeder Blattachselknospe ein Blütenstand entstehen. Eine einzelne Palme produziert jährlich je nach Alter durchschnittlich 8-14 Blütenstände, die sich zu 15- 25 kg schweren Fruchtständen weiterentwickeln. Sie gedeiht am besten auf tiefgründigen und gut drainierten  Böden und hat dann  einen Ertrag von 5 bis zu 7 t Öl pro Hektar. Wichtig ist dabei ebenfalls die klimatischen Bedingungen, die Ölpalme benötigt eine mittlere Jahrestemperatur von 24-28 Grad, mit möglichst geringen jährlichen wie täglichen Schwankungen sowie einen mittleren Jahresniederschlag von 1500-3000 mm. Daher ist ihr Vorkommen im Wesentlichen auch auf die Zone des immergrünen  tropischen Regenwaldes beiderseits des Äquators beschränkt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird die Pflanze großflächig und kommerziell in Plantagen angebaut.

Aufbereitung der Ölfrüchte

Die Ölpalme liefert als Hauptprodukt Ölfrüchte, die ganzjährig geerntet werden. Die einzelnen Früchte, je nach Größe des Fruchtstandes 800 bis 4000 Stück, sind 3-5cm groß, orangefarben bis weinrot. Ihre Reifezeit beträgt 5-6 Monate. Die Früchte müssen nach der Ernte innerhalb von 24 Stunden weiterverarbeitet werden, da sonst der Gehalt an freien Fettsäuren und so die Qualität des Öls erheblich gemindert wird. Aus den zwetschgengroßen Früchten erhält man zwei unterschiedliche Öle: aus dem Fruchtfleisch (Mesokarp) wird das Palmöl gewonnen, aus dem Kernsamen (Endosperm) das hochwertigerer Palmkernöl. Daneben bleibt nach dem Pressen des Palmkernöls ein proteinreicher Presskuchen (15-16% Roheiweiß), der als Tierfutter verwendet werden kann.

Palmöl-Nutzung

Aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung sind Palmöl und Palmkernöl vielfältig verwendbar. Gut 80% des Öls werden für die Herstellung von Nahrungsmitteln verwendet. 20% gehen in die Produktion von Wasch- und Putzmitteln, Kosmetika, Industrieölen und Fetten.

Während Palmkernöl überwiegend aus gesättigten Fettsäuren (80%) besteht , weist Palmöl ein relativ ausgewogenes Verhältnis an gesättigten zu ungesättigten Fettsäuren auf. Im Vergleich zu anderen Pflanzenölen ist der Anteil an gesättigten Fettsäuren bei Palmöl dennoch relativ hoch. Aus diesem Grund hat Palmöl unter Ölen einen der höchsten Schmelzpunkte und weist bei Raumtemperatur (20Grad) einen hohen Anteil fester Bestandteile (20-22%) auf, der die Produktion von Produkten mit großer plastischer Konsistenz, beispielsweise Margarine ermöglicht.

Die Lebensmittelindustrie ist der größte Abnehmer von Palmöl ist. Sie verarbeitet Palmöl in Margarine, Chips, Schokoriegeln, Fertiggerichten und noch vielen anderen Produkten. Auch in Waschmitteln und Kosmetika ist Palmöl zu finden. Viele Betreiber von Blockheizkraftwerken haben von regional angebautem Rapsöl auf Palmöl umgestellt. Palmöl ist zurzeit günstiger als Rapsöl und wird wie Rapsöl durch das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) subventioniert. Unabhängig von der Herkunft des verwendeten Palmöls bekamen die Betreiber 2007 mindestens 200 Millionen Euro aus der im Strompreis enthaltenen EEG-Umlage vergütet. So wurden alleine 2007 ca. 1,3 Milliarden Kilowattstunden (kWh) mittels Palmöl in deutschen Blockheizkraftwerken erzeugt. Das entspricht der gesamten Stromerzeugung aus Solarenergie des Jahres 2005.