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Pressemitteilung
Unilevers Nachhaltigkeitsbilanz: Eine grüne Märchenstunde
ROBIN WOOD kritisiert Informationspolitik des Konzerns und fordert Verzicht auf Raubbau-Palmöl
Die Umweltorganisation ROBIN WOOD kritisiert, dass Unilever mit seiner
jetzt vorgelegten Bilanz seines „Nachhaltigkeitsprogramms“ seinen
KundInnen Öko-Märchen auftischt. Darin erweckt der Konzern den Eindruck,
er mache große Fortschritte bei der Beschaffung von nachhaltigem Palmöl.
Tatsächlich aber verwendet Unilever weiterhin in großem Stil Palmöl aus
Raubbau für seine Produkte wie Rama, Becel und Sanella. ROBIN WOOD
fordert Unilever auf, seine KundInnen umfassend und glaubhaft über die
Herkunft seiner Rohstoffe zu informieren und auf den Bezug von Palmöl
aus Raubbau zu verzichten.
Ein wichtiger Lieferant von Unilever ist der Palmöl-Konzern Wilmar.
Wilmar betreibt in Indonesien auf Hunderttausenden Hektar
Palmöl-Monokulturen. Wilmar schreckt auch vor Brandrodungen und dem
Einsatz von Gewalt gegen die lokale Bevölkerung nicht zurück, die sich
gegen den Landraub wehrt.
Weil in Indonesien bereits großflächig der artenreiche Regenwald
kahlgeschlagen wurde und die Flächen verteilt sind, setzt Wilmar seinen
Zerstörungsfeldzug inzwischen in Afrika fort. Eine von Friends of the
Earth International jetzt veröffentlichte Studie belegt, dass Wilmar
auch in Uganda in Landraub verwickelt ist. („Land, life and justice“)
Diese Fakten verschweigt Unilever in seinem sogenannten
Nachhaltigkeitsprogramm. Stattdessen spart der Konzern nicht mit
Eigenlob für seine Strategie. Die weist nach Ansicht von ROBIN WOOD
jedoch entscheidende Fehler auf:
1. Unilever setzt auf das industrie-dominierte Zertifizierungssystem des
RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil). Der RSPO erlaubt Kahlschläge
von Wäldern und den Einsatz hochgiftiger Totalherbizide. Auch
Raubbau-Konzerne wie Wilmar sind Mitglieder beim RSPO. Unilever selbst
führt den Vorsitz. Der RSPO bietet aus Sicht von indonesischen
UmweltschützerInnen und ROBIN WOOD keinerlei Garantie für Nachhaltigkeit.
2. Unilever verspricht viel – und ändert seine Versprechen nach Bedarf
dann auch wieder. Bislang lautete die Selbstverpflichtung, 100 Prozent
des weltweit verwendeten Palmöls würden bis 2015 zertifiziert sein.
Dieses Datum hat der Konzern jetzt kassiert und die Frist bis ins Jahr
2020 verlängert.
3. Unilever möchte weiter wachsen. Damit ist der Konzern nicht Teil der
Lösung, sondern Teil des Problems. Durch die gesteigerte Nachfrage
werden sich die Palmölplantagen weiter in Naturräume fressen und
Kleinbauern verdrängen.
„Unilever muss sich von seinem Lieferanten Wilmar trennen, um einen
ersten glaubwürdigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit zu machen“,
fordert Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent bei ROBIN WOOD.
Kontakt:
Peter Gerhardt, Tropenwaldreferent, Tel. 01577 / 78 28 825,
peter.gerhardt(at)robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22,
Ute.Bertrand(at)robinwood.de
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Weitere Infos und Bildmaterial zum Thema unter: www.robinwood.de/palmoel/
