Sie sind hier: 
27.8.2016 : 8:21 : +0200

News

Pressemitteilung

24.05.2013, Kategorie: Energie

Keine Beteiligung am 'Bürgerforum': Endlagersuchgesetz im Blitzverfahren kann keinen gesellschaftlichen Konsens erreichen

+ + + Gemeinsame Pressemitteilung von AG Schacht Konrad, Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und ROBIN WOOD + + +


ROBIN WOOD, die AG Schacht Konrad und der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau werden sich - ebenso wie andere Anti-Atom-Initiativen und große Umweltverbände - nicht an dem sogenannten "Bürgerforum" zum geplanten Endlagersuchgesetz beteiligen, das am 31. Mai in Berlin beginnt. Die Organisationen fordern, dass auf Basis eines vollständigen Atomausstiegs zunächst die Anforderungen an die Endlagersuche in einem breiten gesellschaftlichen Dialog und öffentlichen Beteiligungsverfahren geklärt werden. Erst danach kann ein Gesetz gemacht werden. Ein Neuanfang bei der Endlagersuche erfordert zudem die Feststellung, dass Gorleben nicht länger als Standort in Frage kommt.

Da fortlaufend neuer Atommüll produziert wird, ist außerdem unklar, wie viel und welcher Atommüll dauerhaft sicher gelagert werden muss. So entstehen allein in der Uranfabrik der Urenco in Gronau viele zehntausend Tonnen abgereichertes Uran.

"Es ist die nächste Entsorgungslüge, wenn jetzt im Rahmen der Debatte um das Endlagersuch­gesetz suggeriert wird, dass 'nur' noch das Problem der hochradioaktiven Atomabfälle geklärt werden müsse und damit viele 100.000 Kubikmeter Strahlenabfälle einfach ausgeblendet werden", sagt Dirk Seifert, Energiereferent bei ROBIN WOOD. "Große Mengen Atom-Müll, die in Gronau ohne Ende weiter produziert werden, werden einfach nicht betrachtet, ebenso wenig der Atommüll aus Jülich oder der, der bei der Räumung von Asse II anfallen würde."

"Die Urananreicherungsanlage in Gronau produziert täglich weiteren Uranmüll. Tag für Tag wird zudem angereichertes Uran aus Gronau in Reaktoren in aller Welt in hochradioaktiven Atommüll umgewandelt. Das muss gestoppt werden. Die Anlage muss sofort und dauerhaft stillgelegt werden", fordert Udo Buchholz vom AKU Gronau.

"Überall im Land liegt Atommüll und als erstes müssen mal Fakten auf den Tisch, um wie viel und welchen Atommüll es eigentlich geht", fordert Peter Dickel für die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD. "In einem zweiten Schritt muss man sich dann Gedanken über die Anforderungen an den langfristigen Verbleib machen und den Betroffenen die Möglichkeit geben, ihre Interessen zu formulieren."

Das vom Bundesumweltminister und den beteiligten Parteien jetzt angebotene "Bürgerforum" hat mit einer seriösen Bürgerbeteiligung nichts zu tun. "Wir werden uns daran nicht beteiligen, sondern weiter daran arbeiten, dass die Gefahren und Probleme im Umgang mit dem Atommüll sichtbar werden", so die Atomkraftgegner.

Über das Endlagersuchgesetz ist seit Monaten hinter verschlossenen Türen von den Spitzen aus Parteien, Bund und Ländern verhandelt worden. Im Eiltempo soll es jetzt noch vor der Sommerpause durchgezogen werden.

Für Rückfragen:
ROBIN WOOD, Dirk Seifert, Tel. 040 / 380 892 21, energie(at)robinwood.de und Ute Bertrand, 040 / 380 892-22, presse(at)robinwood.de
AKU Gronau, Udo Buchholz, Tel. 02562 / 231 25, uaanee(at)web.de
AG Schacht KONRAD, Peter Dickel, Tel. 0531 / 89 56 01, dickel(at)ag-schacht-konrad.de

* * *
mehr im Blog: Entsorgungslüge geht weiter: Immer mehr und "neuer" Atommüll
www.robinwood.de/atomenergie
http://www.ag-schacht-konrad.de/