Sie sind hier: 
8.12.2016 : 12:56 : +0100

News

Pressemitteilung

30.07.2012, Kategorie: Energie

Uranfabrik Gronau - Protest gegen Atommülltransport nach Frankreich

Gemeinsame Pressemitteilung von ROBIN WOOD, ContrAtom und Aktionsbündnis gegen Atomanlagen Münsterland

Ankettaktion gegen Uranmüll-Transport von Gronau nach Frankreich, 30.7.12

Luftiger Protest gegen Uranmüll-Transport von Gronau nach Frankreich, 30.7.12

Blick von oben auf die Tranportstrecke

(Bitte beachten Sie aktuelle Meldungen auch in unserem Blog.)

Am heutigen Montag wurde um 12:15 Uhr ein Zug mit abgereichertem Uranmüll aus der Urananreicherungsanlage Gronau gestoppt. Zwei Personen haben sich am Bahnübergang K65/Welbergener Damm in Metelen (Kreis Steinfurt) mit einem Rohr an den Schienen angekettet. Diese Transporte nach Frankreich finden derzeit alle vier Wochen statt. Nach einer Kletteraktion gegen diese Transporte im Mai dieses Jahres in Münster, kommt es heute erneut zu Protesten an der Strecke.

Mit ihrer Aktion wollen die Anti-Atom-Aktivist_innen die geheimen Transporte nach Pierrelatte in Frankreich öffentlich machen und den Export von Atommüll stoppen. Die Protestaktion dauert an, daran beteiligt sind AktivistInnen von ROBIN WOOD, ContrAtom sowie von Anti-Atom-Gruppen aus dem Münsterland.

Es wissen immer noch zu wenig Menschen, dass nach wie vor - trotz angeblichen Atomausstiegs - Atomtransporte auf Straßen, Wasser und Schienenwege unterwegs sind. Für den Katastrophenfall gibt es nicht einmal ausreichende Notfallpläne. Bei einem Unfall müssten die Menschen im Umkreis von etwa fünf Kilometern evakuiert werden. Zu befürchten wären zahlreiche Tote.

"Die Bevölkerung soll eingelullt werden mit dem Hinweis, der Atomausstieg sei beschlossene Sache. Doch die Urananreicherungsanlage Gronau ist über die Jahre weiter ausgebaut worden, darum hat sich die Anzahl der gefährlichen Atomtransporte erhöht", erläutert die Aktivistin Hanna Poddig ihre Motivation. In Gronau kann Uran für bis zu 35 Reaktoren in aller Welt angereichert werden - das ist kein Atomausstieg.

Gegen die Uranfabrik in Gronau protestiert ROBIN WOOD auch mit einer Online-Aktion

Hintergrund: Bis 2009 wurde der abgereicherte Uranmüll als Wertstoff deklariert nach Russland verschifft. Nach zahlreichen Blockaden, Mahnwachen und öffentlichen Protestaktionen in Deutschland und Russland wurden diese Transporte eingestellt. Keiner weiß, wohin mit dem Müll.

Jetzt wird er nach Frankreich gebracht zur Dekonversionsanlage, dort soll das gefährliche Uranhexafluorid in das stabilere Uranoxid zum Zweck der Zwischenlagerung umgewandelt werden. Atommülltourismus quer durch Europa löst jedoch nicht das Atommüllproblem.

Kontakt vor Ort: Tel. 0175 3520033 oder 01573 7470785

Weitere Informationen:

http://www.robinwood.de/Uranfabrik-Gronau-stoppen.760.0.html

www.urantransport.de

www.contratom.de

www.sofa-ms.de

* * *

Eine Fotostrecke zur Aktion gibt es bei anti-atom-aktuell.