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News

Pressemitteilung

03.05.2014, Kategorie: Energie

„Atomtransporte brandgefährlich“ - Ein Jahr nach dem Großfeuer: Protest mit Barkasse und Transparent gegen Atomfrachter „Atlantic Cartier“ im Hamburger Hafen

Aktion am Atomfrachter "Atlantic Cartier" (Foto: Dirk Seifert / ROBIN WOOD)

Erneut hat der vor fast genau einem Jahr von einem Großfeuer betroffene Atomfrachter "Atlantic Cartier" im Hamburger Hafen fest gemacht. Das Schiff befördert in vielen Fällen radioaktives Uran für die Ver- und Entsorgung von Atomanlagen. AtomkraftgegnerInnen, darunter Aktive von ROBIN WOOD, dem Anti-Atom-Plenum und der Gruppe SAND, fordern ein Verbot der Atomtransporte im Hamburger Hafen. Unser Ziel ist die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen. Von einer Barkasse aus wurde ein großes Transparent mit Magneten an der Schiffswand der "Atlantic Cartier" angebracht: „Atomtransporte brandgefährlich“ war darauf zu lesen.  Die "Atlantic Cartier" hat heute morgen am Uni-Kai gegen 8 Uhr fest gemacht.

Zum Blog-Bericht von der AKTION MIT FOTOS!

Über Hamburg werden rund jeden zweiten Tag radioaktive Frachten für Atomkraftwerke und  andere Atomanlagen in aller Welt abgewickelt. Oftmals sind die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen und die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau (Münsterland) Ziel oder Absender der radioaktiven Uran-Materialien. Beide Uran-Fabriken unterliegen nicht dem sogenannten Atomausstieg, sondern verfügen über völlig unbefristete Betriebsgenehmigungen. Sie beliefern Atomanlagen weltweit.

Während des Großfeuers hatte die Atlantic Cartier vor einem Jahr neben Munition und Ethanol auch radioaktive Brennelemente und Uranhexafluorid-Behälter an Bord. Bis heute ist die Brandursache nicht aufgeklärt. Das Schiff gehört der Reederei ACL (Atlantic Container Line). Die ACL transportiert regelmäßig radioaktive Stoffe zum Betrieb von Atomanlagen.

Der letzte bekannt gewordene Unfall eines Schiffes der ACL, der Atlantic Companion, ereignete sich am 13.3.14 in Halifax/Kanada. Da hatten sich vier Fässer mit angereichertem Uran aus ihrer Halterung gelöst und stürzten beim Entladen aus sechs Meter Höhe auf das Schiffsdeck. Obwohl zunächst ein Anstieg der Radioaktivität auf das 3-4fache gemessen und der Hafenbereich evakuiert wurde, konnten später keine Undichtigkeiten der Behälter festgestellt werden. Dass die Behälter einen Sturz auch aus neun Metern Höhe überstanden hätten, wie der Hersteller angibt, beruhigt dabei wenig: Containerbrücken sind meist um die 15 Meter hoch. Auch die Atlantic Companion ist regelmäßig als Atomtransport auch in Hamburg „zu Gast“: Voraussichtlich wieder am 6. Mai 2014.

Das radioaktive Uranhexafluorid (UF6) ist hoch aggressiv und extrem toxisch: Bei Freisetzung nach einem Unfall bilden sich bereits durch die Luftfeuchtigkeit Flusssäure und andere giftige Fluorverbindungen. Diese verursachen schwere Verletzungen der Atemwege. Je nach Witterungsbedingungen können bis in ca. 600 m Entfernung vom Unfallort tödliche Konzentrationen auftreten.

Für die sofortige Sperrung des Hamburger Hafens für Atomtransporte! Für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen – weltweit!

Weitere Informationen zum Brand auf der Atlantic Cartier und über Atomtransporte gibt es unter: http://aabhh.noblogs.org/post/2013/06/26/aaa-343-brand-im-hafen/, http://www.nadir.org/sand und http://www.robinwood.de/wordpress/index.php?s=atomtransporte

Anti Atom Plenum, Robin Wood, SAND (Systemoppositionelle Atomkraft Nein Danke Gruppe Hamburg)

Kontakt und weitere Informationen: 0151-23995333 und 0175-9767027; Dirk Seifert, ROBIN WOOD: 040-380892-21