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News

Pressemitteilung

10.07.2009, Kategorie: Energie

Atomunfall-Szenario für das AKW Krümmel

Rund eine Million Menschen müssten nach Reaktorunfall allein aus Hamburg evakuiert werden

Angesichts der jüngsten Störfallserie im AKW Krümmel und den Schlampereien beim Betreiber Vattenfall weist ROBIN WOOD auf die katastrophalen Folgen hin, die ein Reaktorunfall in Krümmel hätte. Bei einem Unfall mit massiver Freisetzung von Radioaktivität im AKW Krümmel müssten 1.183.000 Menschen allein aus Hamburg evakuiert werden. Bis zu hunderttausend Menschen würden an den langfristigen Folgen des Unfalls sterben. Weite Teile der Hansestadt blieben über Jahrzehnte unbewohnbar. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie, die das Öko-Institut Darmstadt im Auftrag der Hamburger Umweltbehörde bereits 1992 erstellt hat und die noch immer aktuell ist. ROBIN WOOD hält dieses Risiko für unzumutbar und fordert die Atomaufsicht auf, das AKW Krümmel für immer stillzulegen.

Bei einem Unfall mit so genannter Kernschmelze, also dem Versagen der Kühlung des Reaktorkerns, könnten erst der Reaktor und anschließend der Sicherheitsbehälter platzen. Die extrem hohe Radioaktivität würde dann ungebremst freigesetzt.

Die WissenschaftlerInnen des Öko-Instituts untersuchten, welche Folgen ein Unfall mit Kernschmelze für die Hamburger Bevölkerung hätte. Würde der Wind aus Osten Richtung Hamburg wehen, würden schon nach rund 15 Minuten die östlichen Teile der Stadt von radioaktiven Edelgasen verstrahlt, nach einer Stunde wäre das Hamburger Stadtzentrum betroffen. Weitere zwei Stunden später würden leicht- und mittelflüchtige Radionuklide die Innenstadt erreichen.

Etwa 44.600 bis 106.700 Menschen würden voraussichtlich an den Spätfolgen des Unfalls sterben. Darüber hinaus wären weite Teile der evakuierten Flächen in Hamburg über Jahrzehnte unbewohnbar.

„Bei Vattenfall trifft veraltete Technik auf ein katastrophales Sicherheitsmanagement“, kritisiert Dirk Seifert, Energiereferent bei ROBIN WOOD. „Angesichts der enormen Auswirkungen eines jederzeit möglichen schweren Reaktorunfalls in Krümmel ist die in den letzten Jahren zutage getretene Unzuverlässigkeit von Vattenfall nicht hinnehmbar. ROBIN WOOD fordert daher die Atomaufsicht auf, Vattenfall die Betriebserlaubnis für Atommeiler zu entziehen.“

Kontakt und weitere Informationen:
Dirk Seifert, Energiereferent, Tel. 040 / 3808 92 21, energie(at)robinwood.de

 

Das Gutachten des Öko-Instituts Darmstadt ist im April 1992 fertig gestellt, aber erst im Februar 1995 veröffentlich worden. Sein Titel: „Folgen schwerer Unfälle im AKW Krümmel für das Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg und Auswirkungen von Katastrophenschutzmaßnahmen.“ Öko-Institut Darmstadt, im Auftrag der Umweltbehörde Hamburg, Darmstadt, April 1992, in der Fassung vom 23. Februar 1995.

Mitautor der Studie ist Christian Küppers, der inzwischen der Strahlenschutzkommission, einem Beraterstab des Bundesumweltministers, angehört.

Auszüge aus dem Gutachten finden Sie online unter: http://www.robinwood.de/Katastrophe.216.0.html