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News

Pressemitteilung

31.12.2011, Kategorie: Energie

Protest am Schacht ASSE gegen Verzögerungstaktik bei der Rückholung durch das BMU und NMU

Mit einer Silvester-Demonstration haben Umweltschützer und Bürger heute auf Einladung der "Bürgeraktion Sichere Asse" ihrer Forderung nach Rückholung der radioaktiven Abfälle aus dem maroden Atommülllager ASSE Nachdruck verliehen. Am Rande der Kundgebung am Bergwerk kam es zu einer Besteigung des Förderturms durch ROBIN WOOD. Ein großer Teil des Förderturms wurde mit einem ca. 50 qm großen Transparent "Auslaufmodell ASSE / Rückholung sofort / Raus kommt es - so oder so." verdeckt.

Hintergrund ist die sehr schleppende und immer wieder durch zahlreiche Auflagen verzögerte Vorbereitung der unstrittig einzig sicheren Schließungsmöglichkeit: der Rückholung des eingelagerten Atommülls. Sowohl das Bundesumweltministerium mit Minister Röttgen an der Spitze als auch das niedersächsische Umweltministerium unter Herrn Sander hintertreiben die Rückholung nach Ansicht der Umweltorganisation.

Unter dem Vorwand der Gründlichkeit und Sicherheit werden immer neue Auflagen erteilt und der Prozess im bürokratischen Schneckentempo betrieben. Es entsteht der Eindruck das einige hoffen, dass die Asse rechtzeitig vor einer Rückholung des Atommülls absäuft und sich das Problem so "erledigt".

"Wer will, findet Wege, wer nicht will findet Gründe", so Udo Sorgatz von ROBIN WOOD. Es ist unfassbar, dass überall dort, wo es politisch gewünscht ist, Umweltschutz im Eiltempo bei Seite gewischt wird, sich an der Asse aber beispielsweise der Bau eines notwendigen zweiten Förderturms immer weiter verzögert, weil dieser in einem Umweltschutzgebiet gebaut werden müsste. Auch scheint es im Hochtechnologieland Deutschland nicht möglich zu sein, kurzfristig eine Stickstoff-Feuerlöschanlage für den Fall eines Brandes beim Anbohren der Lagerkammern zu installieren.

"Die Minister tun so, als ob jede Art von Handeln mit Risiken verbunden, Nichtstun aber risikofrei wäre. Tatsache ist, dass es eventuell vom Neubau eines zweiten Schachtes betroffenen Tieren und Pflanzen wenig nützt, wenn sie samt eines großen Gebietes in einigen Jahrzehnten atomar verseucht werden, weil die ASSE abgesoffen ist und die atomar verseuchte Salzlauge ausgepresst wird", so Sorgatz.

"Das ist so, als ob sich der Kapitän eines Bergungsschleppers weigert, einen auf die Küste zutreibenden Tanker an den Haken zu nehmen, weil der „TÜV“ der Bergungswinde abgelaufen ist", so Sorgatz.

ROBIN WOOD fordert von Minister Röttgen, der es bis heute nicht für nötig befand sich vor Ort kundig zu machen: Machen Sie die Rückholung sofort zur Chefsache und nutzen Sie die Möglichkeiten der Gefahrenabwehr, um den Atommüll schnellst-möglich aus der ASSE zu holen. Es wurde genug Zeit vertan - es reicht, Herr Röttgen.

Kontakt vor Ort:
Udo Sorgatz, Tel.: 0163/7674289

 

Foto: ROBIN WOOD

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