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News

Pressemitteilung

15.08.2012, Kategorie: Energie

Uranfabriken stilllegen statt verkaufen

Der Urankonzern Urenco steht zum Verkauf / ROBIN WOOD fordert den sofortigen Ausstieg aus der Urananreicherung

Unternehmen, die erwägen Anteile an dem zum Verkauf stehenden
Unternehmen Urenco zu erwerben, müssen sich auf anhaltende Proteste
gegen die Urananreicherung gefasst machen. Das stellte ROBIN WOOD
angesichts von öffentlichen Spekulationen fest, das kanadische
Unternehmen Cameco könne bei Urenco einsteigen. ROBIN WOOD fordert zudem
die Bundesregierung auf, an einem Anteilsverkauf nicht mitzuwirken,
sondern umgehend für die Stilllegung der von Urenco betriebenen
Uranfabrik im westfälischen Gronau zu sorgen.

Urenco sitzt wie die Spinne im Netz der Atomindustrie. Rund ein Drittel
des weltweit verbrauchten Brennstoffs von Atomkraftwerken stammt aus dem
Hause Urenco. Das Unternehmen betreibt vier Urananreicherungsanlagen,
darunter die Uranfabrik in Gronau. Urenco gehört bislang zu je einem
Drittel der britischen und der niederländischen Regierung. Das weitere
Drittel besitzen die deutschen Atomkonzerne RWE und E.on. Nach der
Fukushima-Katastrophe haben RWE und E.on angekündigt, ihre Anteile
verkaufen zu wollen. Auch die britische und die niederländische
Regierung wollen bei Urenco aussteigen. Jetzt berichtete die Financial
Post
, der us-amerikanische Finanzdienstleister BMO Capital Markets
empfehle dem kanadischen Energiekonzern Cameco in Urenco zu investieren.

Der Betrieb der Urananreicherungsanlagen von Urenco - also auch der
Fabrik in Gronau - ist von der britischen, der niederländischen und der
deutschen Regierung mit dem "Staatsvertrag von Almelo" beschlossen
worden. Grund dafür ist, dass diese Anlagen auch militärisch nutzbar
wären. Daher ist der Verkauf von Anteilen nicht nur eine Sache auf
Unternehmensebene, sondern müsste auch von den beteiligten Staaten
erneut mit einem Staatsvertrag besiegelt werden.

"Die Anreicherung von Uran ist ein durch und durch dreckiges und
verantwortungsloses Geschäft - vom Abbau des Urans über die Verbrennung
in AKWs bis zur nicht auszuschließenden Waffenproduktion", sagt ROBIN
WOOD-Energiereferent Dirk Seifert. "Die Bundesregierung schreibt sich
den Atomausstieg auf die Fahnen. Atomausstieg heißt, die Anreicherung
von Uran sofort zu stoppen. Jeder, der sich bei Urenco einkaufen will,
muss wissen, dass dieses tödliche Geschäft keine Zukunft mehr hat."

Kontakt:

Dirk Seifert, Energiereferent, Tel. 040 / 380 892 21, energie(at)robinwood.de
Ute Bertrand, Pressesprecherin, Tel. 040 / 380 892 22, presse(at)robinwood.de

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Mehr Hintergrund-Infos und eine Online-Aktion für die Stilllegung der
Uranfabrik Gronau finden Sie unter: www.robinwood.de/uran