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News

Pressemitteilung

15.01.2013, Kategorie: Verkehr

Baumbesetzung gegen A100 in Berlin hat Protest gestärkt

Neue Aktionen angekündigt

Berlin-Neukölln, 15.1.2013, Klare Botschaft gegen die A100 (Foto: Rene© Zieger)

Aktivist im Interview (Foto: Rene© Zieger)

Auf dem Walkway (Foto: ROBIN WOD / U. Bertrand)

Junger Besuch bei den BaumbesetzerInnen

Die BaumbesetzerInnen gegen die geplante Verlängerung der Berliner Stadtautobahn A100 ziehen heute eine positive Zwischenbilanz ihrer bisherigen Aktivitäten und liefern einen Ausblick auf die kommenden Wochen. Dafür treffen sie sich heute Mittag um 12 Uhr gemeinsam mit UnterstützerInnen am Fuße der Protest-Pappel. Der Baum steht unweit der Kreuzung Grenzallee/Neuköllnische Allee, nahe dem S-Bahnhof Köllnische Heide.

In der Nacht zum 3. Januar hatten unabhängige Aktive gemeinsam mit AktivistInnen von ROBIN WOOD den Baum auf der geplanten A100-Trasse von Neukölln nach Treptow besetzt - aus Protest gegen das überflüssige Projekt und eine autofixierte, klimaschädliche Verkehrspolitik. Sie fordern auch angesichts der sozialen Probleme in der Stadt keine öffentlichen Gelder für den Autobahnbau zu verschwenden, sondern in die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs zu investieren.

Der private Eigentümer des Grundstücks duldete die Besetzung. Am Boden entstand eine Mahnwache mit Zelten, Feuertonne und einem Infotisch. Viele Menschen kamen vorbei, informierten sich und diskutierten über das Projekt. "Es ist uns gelungen, einen neuen sozialen Ort für den Widerstand gegen die A100 zu schaffen", sagt Alex Gerschner von ROBIN WOOD. "In vielen Gesprächen unter dem besetzten Baum haben uns BerlinerInnen ihre Ablehnung der A100 deutlich gemacht. Die Autobahn gehört - ebenso wie der Schönefelder Flughafen - in eine Reihe von Groß-Projekten, die an der Bevölkerung vorbei geplant wurden und für die Milliarden Steuergelder in den Sand gesetzt werden. Es ist Zeit für etwas ganz anderes. Wir werden daher 2013 an verschiedenen Orten mit verschiedenen Mitteln gegen die A100 und für eine sozial-ökologische Verkehrs- und Stadtpolitik demonstrieren."

Peter Schwarz, ein an der Aktion beteiligter unabhängiger stadtpolitischer Aktivist, ergänzt: "Als wir die Pappel besetzten, waren wir alarmiert, weil sie Rodungsmarkierungen trägt. Heute wissen wir, dass die vom Senat beauftragte Firma sich unbefugt Zugang zu dem Grundstück verschafft hatte, um den Baum zu markieren. Wir denken, dass sie sich nicht trauen werden, den Baum widerrechtlich zu fällen, nachdem wir das Thema in die Öffentlichkeit gebracht haben. Auch die weiteren bedrohten Straßenbäume werden wir mit Argusaugen beobachten. Wir wollen verhindern, dass das Stadtgrün den Profiten von Bau- und Verkehrswirtschaft geopfert wird!"

Die AktivistInnen laden für die nächsten Wochenenden alle Interessierten jeweils sonntags um 15 Uhr zu Kaffee und Kuchen am Fuße der Protest-Pappel ein, um sich über den Stand des A100-Protestes auszutauschen und Pläne zu schmieden. Der Baum wird ab jetzt nicht mehr durchgehend besetzt gehalten, die hölzerne Plattform und das Transparent mit der Aufschrift "Gutes Klima - Soziale Stadt - Stop A100" werden aber im Baum verbleiben. Nach fast zwei Wochen Baumbesetzung wollen die AktivistInnen Spielraum für andere Aktionsformen schaffen. Anlässe und Orte für Proteste bieten sich: Im Frühjahr ist der erste Spatenstich für den 16. Abschnitt der A100 geplant, und am Ostkreuz laufen bereits Vorbereitungsarbeiten für eine Untertunnelung.

Kontakt:
vor Ort: Tel. 0171 / 848 16 99

ROBIN WOOD-Pressestelle, Ute Bertrand, Tel. 040 / 380 892 22, presse@robinwood.de
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Weitere Infos unter: www.robinwood.de und www.A100stoppen.de