Weitergehende Informationen zur Atommülllagerung finden Sie auf folgenden Seiten

Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V.
www.ag-schacht-konrad.de

ASSE-II-Koordination
www.asse2.de

Initiative gegen das Endlager Morsleben e.V.
www.morsleben-stillegung.de

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
www.bi-luechow-dannenberg.de

Gemeinsame Erklärung der Atommüll-Endlager-Standorte
www.atommuell-endlager.de

Rausholen statt schließen

Am 13. Oktober begann der Erörterungstermin für die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beantragte endgültige Schließung des Atommülllagers Morsleben. Dort lagert vor allem leicht- und mittaktiver Atommüll. Morsleben ist ein Erbe der DDR. Da im Westen die Atommüllberge unübersehbar anwuchsen, sorgte Angela Merkel als Bundesumweltministerium dafür, dass dieses Lager nach der Wiedervereinigung weiter betrieben werden konnte.

Die Erörterung des Stilllegungsplans für die Atommüllkippe Morsleben findet statt im Hotel Motorsport Arena Oschersleben GmbH, Motopark Allee 20-22, 39387 Oschersleben

Am 15. Oktober fand in Magdeburg eine Demonstration statt.

 

Live-Ticker vom Erörterungstermin

Weitere Infos: www.bi-morsleben.de

 

ROBIN WOOD lehnt die Schließung des Atommülllagers ab, bis nicht eine umfassende Prüfung der Alternativen bis hin zu Rückholung der Abfälle erfolgt ist. Mit technischen Maßnahmen die völlig fehlenden geologischen Anforderungen an die Sicherheit zu ersetzen, ist angesichts des für viele zehntausende von Jahren erforderlichen sicheren und vollständigen Abschlusses des Atommülls nicht nachvollziehbar und nicht verantwortbar. Zu befürchten ist, dass die vom BfS beantragte Schließung von Morsleben damit zur Blaupause für Gorleben werden könnte. Auch hier fehlen für die Sicherheit unerläßliche geologische Voraussetzungen, die nun durch technische Maßnahmen ersetzt werden sollen.

Bis zum Februar 1991 wurden durch die DDR ca. 14.432 Kubikmeter schwach- bzw. mittelradioaktiver Abfall und 6.227 umschlossene Strahlenquellen in Morsleben eingelagert. Nach der Wiedervereinigung übernahm das Bundesamt für Strahlenschutz das Endlager Morsleben. Bis 1998 - als das Endlager per Gerichtsbeschluss geschlossen werden musste - wurde aus deutschen Atomanlagen fast das doppelte des Atommülls aus DDR-Zeiten zusätzlich eingelagert, insgesamt rund 22.320 m³ radioaktiver Abfälle. Seit langem ist bekannt, dass Morsleben für ein Endlager grundsätzlich nicht geeignet ist: Die Möglichkeit, dass Wasser eindringt ist nicht auszuschließen.

Von 2003 bis zum Mai 2011 musste das BfS mit umfangreichen Arbeiten die Stabilität des Salzstocks verbessern. Mit Salzbeton wurden Einlagerungshallen, Gänge und Tunnel aufgefüllt.  Das BfS meint damit eine Basis für die Langzeitsicherheit für Morsleben erreicht zu haben.

Was bisher geschah?

Alle Alternativen zur Stillegung des Atommülllagers Morsleben müssen geprüft werden!

Mehr als 10.000 Einwendungen gegen die vom Bundesamt für Strahlenschutz beantragte Schließung des Atommüllagers in Morsleben sind von Anti-Atom-Initiativen und ROBIN WOOD Ende Dezember 2009 bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, dem Umweltministerium in Magdeburg übergeben worden.

ROBIN WOOD fordert in einer eigenen detaillierten Einzeleinwendung eine umfassende öffentliche und ergebnisoffene Diskussion über alle Möglichkeiten eines sicheren Umgangs mit dem derzeit in Morsleben lagernden Atommüll. Insbesondere müsse dabei auch die Rückholung des Atommülls behandelt werden. (download)

Das ehemalige Salzbergwerk in Morsleben ist für die Lagerung des Atommülls nicht geeignet. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das den Antrag auf Schließung des Lagers gestellt hat, hält es für möglich, dass die geologischen Mängel des Standorts mit technischen Maßnahmen ausgeglichen werden. Große Teile der unterirdischen Kammern und Strecken sollen mit Salzbeton verfüllt und Abdichtungsbauwerke errichtet werden. ROBIN WOOD bezweifelt, dass diese Maßnahmen ausreichen, um langfristig Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten.

"Tausende von Generationen sind von den Folgen der jetzt anstehenden Entscheidung betroffen. Erstmals wird weltweit ein solches Verfahren mit so langfristigen Folgen durchgeführt. Deshalb fordern wir eine umfassende und ergebnisoffene Diskussion über alle denkbaren Alternativen mit der interessierten Öffentlichkeit", sagt Christina Albrecht von ROBIN WOOD.

Das BfS hat zwar intern die Möglichkeit geprüft, ob die Rückholung des Atommülls machbar wäre. In welchem Umfang diese Prüfung erfolgte und welche Vorannahmen dabei getroffen wurden, ist jedoch für die Öffentlichkeit nicht nachvollziehbar. Erst im November 2009 hat das BfS auf Druck der Bürgerinitiativen endlich eine entsprechende kurze Studie des TÜV Nord aus dem Jahr 2006 veröffentlicht. Darin wird festgestellt, dass die Rückholung zwar möglich sei, aber nicht empfohlen wird bzw. unzulässig wäre. Die Entscheidung, diese Option nicht zu verfolgen, fiel behördenintern unter Ausschluss der Öffentlichkeit und soll keinen Eingang ins laufende Planfeststellungsverfahren finden.

"Allein die Vorgänge im Atommülllager Asse mahnen uns, behördliches Vorgehen zu überprüfen", so Albrecht. "Politische Interessen haben in den 90er Jahren dafür gesorgt, dass auch in Morsleben Sicherheitsbedenken wegen mangelnder Stabilität des Salzstocks vom Tisch gewischt wurden, um den bestehenden Notstand bei der Entsorgung des leicht- und mittelradioaktiven Atommülls zu verbergen."

Während die Möglichkeiten zum Umgang mit dem Atommüll in der Asse im Rahmen des Optionenvergleichs öffentlich diskutiert werden, sind in Morsleben bis heute alle Entscheidungen ausschließlich innerhalb und zwischen den beteiligten Behörden gelaufen. Die Öffentlichkeit wird erstmals jetzt gegen Ende des Verfahrens beteiligt. Während das BfS für das im Schacht Konrad vorgesehene Atommülllager freiwillig einen Zeitraum von einer Million Jahre für die Langzeitsicherheit betrachtet, sollen in Morsleben 10.000 Jahre genügen.

Infomaterial über Morsleben und die Einwendungs-Kampagne:

Einwendungsgründe (PDF)

Einwendungsleitfaden (PDF)

Die Kampagne (PDF)

Die Sammeleinwendung

Die Einzel-Einwendung von ROBIN WOOD hier als PDF zum download

 

ROBIN WOOD-Protest gegen geplantes Einbetonieren von Atommüll in Morsleben

 

10.12.2009

ROBIN WOOD fordert: Planfeststellung ablehnen - Alternativen prüfen

...weiter zur Pressemitteilung

 



ATOMMÜLLLAGER  MORSLEBEN - MIT SICHERHEIT UNSICHER!

Im "Endlager für radioaktive Abfälle Morsleben" (ERAM) nahe Helmstedt liegen in einem alten Salzbergwerk ca. 37.000 Kubikmeter Atommüll. Der Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), plant das Lager nach weiträumiger Verfüllung sang- und klanglos zu verschließen. Sicher? Für eine Million Jahre?

Wer soll das glauben angesichts von

  • unüberprüfbaren Modellrechnungen für unvorstellbar lange Zeiträume,
  • einem verbleibenden Hohlraum von einer Million Kubikmetern und
  • zumindest einer nachgewiesenen Wasserwegsamkeit zur Biosphäre?

Wir erinnern uns an die Asse, für die uns noch bis vor kurzem versprochen wurde, dass "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Radioaktivität ausdringen" könnte. Heute nennt der Bundesumweltminister Gabriel die Asse die "gefährlichste Atomanlage Europas". Morsleben hingegen sei in den Griff zu bekommen, so der zuständige Vertreter des BfS Dr. Michael Hoffmann im August 2009.

Dabei gibt es zahlreiche Parallelen zwischen Asse II und Morsleben. Beide Salzbergwerke wurden zuvor zur kommerziellen Salzgewinnung genutzt und später aus Kostengründen zum Endlager deklariert. Schon damals gab es Wasser unter Tage und es war unstrittig, dass es alten Bergwerken an Standsicherheit mangelt. Zunächst wurde "versuchsweise" Endlagerung betrieben. Eine Rückholung des damals eingebrachten Mülls war jedoch nie geplant.

Jetzt soll versucht werden, einen zugegebenermaßen ungeeigneten Standort mit technischen Mitteln zu sichern. Dabei wird sowohl die trockene Lagerung wie auch die völlige Abschirmung der Radionuklide von der Biosphäre während der nächsten 1 Million Jahre über Bord geworfen. Statt dessen setzen BfS und Bundesumweltministerium auf die Rückhaltung eines Großteils des Inventars und eine Unterschreitung von Grenzwerten.

Wir wollen das nicht einfach so hinnehmen und planen daher eine Einwendungskampagne. Denn nach Atomgesetz §9b muss vor der Schließung ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt werden. Im Rahmen dieses Verfahrens legt das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt (MLU) Sachsen-Anhalts die Planungsunterlagen 2 Monate lang aus - nach eigenen Angaben noch Ende diesen Jahres. Während dieser Zeit sind alle Bürger_innen dazu aufgerufen, mit sog. Einwendungen auf Defizite der Pläne hinzuweisen. Diese Seiten sollen Anregungen und Hilfestellungen geben, sich mit dem Thema eingehender zu beschäftigen, eigene Kritikpunkte zu formulieren und aktiv zu werden.

Mehr Informationen zur MORSLEBEN-KAMPAGNE hier!

 

Atommülllager Morsleben

Aus Zeiten der DDR stammt das Salzbergwerk Morsleben in Sachsen-Anhalt. Seit 1971 wurde es für die Lagerung noch schwach- und mittelaktivem Atommüll zunächst von der DDR, nach der Wende dann von der Bundesrepublik genutzt.

Bis zum Februar 1991 wurden durch die DDR ca. 14.432 Kubikmeter schwach- bzw. mittelradioaktiver Abfall und 6.227 umschlossene Strahlenquellen in Morsleben eingelagert.

Nach der Wiedervereinigung übernahm das Bundesamt für Strahlenschutz das Endlager Morsleben. Bis 1998 - als das Endlager per Gerichtsbeschluss geschlossen werden musste - wurden aus deutschen Atomanlage fast das doppelte des Atommülls aus DDR-Zeiten zusätzlich eingelagert, insgesamt rund 22.320 m³ radioaktiver Abfälle.

Bereits bei der Wiedervereinigung war bekannt, dass der Salzstock Morsleben große Probleme mit Wassereinbrüchen hatte. Doch die Atomwirtschaft störte das wenig, hatte sie zu diesem Zeitpunkt doch mit Morsleben das erste genehmigte Endlager für Atommüll gefunden.

Nach der Schließung des Lagers musste das Bundesamt für Strahlenschutz erhebliche Sanierungsarbeiten in Gang setzten, um den Einsturz des Salzstocks zu verhindern. Im November 2001 kam es dennoch zu einem Einbruch, als ein 4.000 Tonnen schwerer Gesteinsbrocken von der Decke abstürzte.

Mindestens zwei Milliarden Euro haben diese Maßnahmen bislang gekostet. Kosten, die durch die SteuerzahlerInnen bezahlt wurden.

 

Weitere Informationen zum Atommülllager Morsleben:

morsleben-kampagne.de

www.bi-morsleben.de
www.morsleben-stillegung.de
www.greenkids.de/morsleben/