Gegen Kohlekraftwerk Moorburg und Fernwärmetrasse - ROBIN WOOD AktivistInnen besetzten Bäume

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Kein Kohlekraftwerk Moorburg - Proteste auf der Elbe

Floß ahoi in Hamburg! Mit der "Robina Wald" beteiligt sich ROBIN WOOD am 10. Mai an einer symbolischen Hafenblockade von GEGENSTROM 13. Mit dieser Aktion soll auf die umweltzerstörerischen Folgen des im Bau befindlichen Vattenfall-Kohlekraftwerk in Moorburg aufmerksam gemacht werden. Nicht nur in Hamburg ist das Kraftwerk schlecht für Menschen und Umwelt, sondern auch dort, wo die Kohle abgebaut wird, z.B. in Kolumbien. Dort werden Menschen nicht nur krank und die Umwelt zerstört. Dort werden auch Menschenrechte missachtet. (siehe dazu auch unten mehr)

Wir wollen verhindern, dass das Moorburg-Kraftwerk 2014 in Betrieb geht. 

Deshalb haben wir uns gemeinsam mit zahlreichen anderen Initiativen im Bündnis GEGENSTROM13 zusammen getan.

Höhepunkt der Kampagne über die schädlichen Folgen des Kohlekraftwerks Moorburg ist am 10. Mai eine symbolische Hafenblockade. An diesem Tag feiert Hamburg seinen Hafengeburtstag. 

Keine Kohle aus Kolumbien nach Moorburg - stopp Vattenfall!

Schiffsdemo / symbolische Elbblockade,  Fr.10.05.13, ab 15:30 Uhr

Mehr Informationen auf der Seite von GEGENSTROM 13.

Hier ist der Aufruf zur Aktion als PDF.

Vattenfall-Kohlekraftwerk Moorburg - Schädlich und überflüssig

Es sollte längst in Betrieb sein, dass 1.600 MW Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg. Doch bis heute gibt es Proteste und Prozesse gegen dieses Vattenfall-Kraftwerk, dessen Emissionen gesundheitliche Risiken zur Folge haben, die Umwelt belasten und die Klimakatastrophe anheizen.

Gemeinsam mit anderen Umweltschützern haben wir erreicht, dass die Fernwärme  nicht aus der klimaschädlichen Kohleverbrennung erzeugt wird.

Zur Verhinderung der so genannten Moorburg-Trasse siehe hier: Moorburgtrasse gestoppt!

Vor Gericht wurde inzwischen erreicht, dass das Kraftwerk nicht hemmungslos die Elbe zur Kühlung nutzen und weiter aufheizen darf. Vattenfall muss künftig einen Kühlturm einsetzen, damit die ohnehin schon schwer belastete Elbe geschont wird.

Doch Umweltschutz ist nicht Sache von Vattenfall. Der Konzern klagt gegen zum wiederholten Mal gegen diese Auflagen. Skandalös ist: Die Hamburger Umweltbehörde, zuständig für den Schutz der Elbe, unterstützt Vattenfall bei dieser Klage. (Hier mehr Informationen.)

Mit zwei Jahren Verspätung soll Moorburg 2014 ans Netz gehen. Dabei ist klar: Der Strom aus Moorburg ist nicht nur schädlich, sondern auch überflüssig. Die Stromkonzerne klagen, dass es zuviel Strom gibt. Die Folge: An der Strombörse sinken die Preise durch das Überangebot immer weiter.(Siehe hier)

Vattenfall versucht sich als Klimaschützer darzustellen, gehört aber europaweit zu den schlimmsten Klimasündern. Über 80 Prozent der Stromerzeugung von Vattenfall erfolgen über die Verbrennung der besonders klimaschädlichen Braunkohle. (Siehe hier) Das Steinkohlekraftwerk Moorburg würde jährlich weitere 8,5 Millionen Tonnen des klimaschädlichen CO2 emittieren. Dies entspricht der doppelten Menge an Emissionen, die der gesamte Verkehr in Hamburg verursacht.  

Kohleabbau: Ohne Menschenrechte

Schädlich ist auch der Abbau der Kohle. Zu den weltweit führenden Exportländern gehört z.B. Kolumbien. Dort wird die Steinkohle teilweise im Tagebau gefördert. Enorme Staubemissionen führen bei den Anwohnern - oft Indigene - zu schweren Erkrankungen. Wie in den Vattenfall-Braunkohle-Gebieten in der ostdeutschen Lausitz, werden auch dort ganze Dörfer vernichtet, wenn sie den Kohlebaggern im Weg sind.

Von schweren Menschenrechtsverletzungen wird berichtet: Gewerkschafter, die sich für die Rechte und Gesundheit der ArbeiterInnen einsetzen, werden bedroht oder von so genannten "Todesschwadronnen" umgebracht.

Weiter Informationen siehe auch hier:Kolumbiens Kohlearbeiter wehren sich: Streik bei Vattenfalls Kohle-Lieferant El Cerrejón

Die Zeit berichtet zum Thema unter der Überschrift: Blutige Kohle für deutschen Strom.

Auch Vattenfall hat Kohle aus Kolumbien eingesetzt und auf der Baustelle von Moorburg wird den BesucherInnen erzählt, dass das Kraftwerk künftig auch mit Kohle aus Kolumbien befeuert werden soll.

Weitere Informationen bei Gegenstrom13.

Das Kohlekraftwerk Moorburg muss gestoppt werden! Zeigen Sie Vattenfall die Rote Karte.

Wechseln Sie zu einem Öko-Stromanbieterund unterstützen Sie am 22. September 2013 den Volksentscheid für die vollständige Rekommunalisierung der Energienetze!

 

Vattenfall baut Klimamonster in MoorburgEnergiebilanz Kohlekraftwerk Moorburg. Energieeinsatz: 25 Mio kWh pro Jahr; 25,2% Strom; 6,4% Heizwärme; 48,4% Verlust

Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran. Der Menschheit bleiben nur noch etwa 15 Jahre zum Gegensteuern, um den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Das belegt der jüngste Bericht des Internationalen Wissenschaftsrats zum Klimawandel (IPCC). Eine unmittelbare Wende in der Energieversorgung ist demnach zwingend erforderlich!

Trotzdem baut der Energiekonzern Vattenfall ein extrem klimaschädliches 1600 MW - Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg. Das Großkraftwerk ist für den Strom- und Fernwärmebedarf Hamburgs stark überdimensioniert und würde etwa die Hälfte der eingesetzten Energie ungenutzt an die Elbe abgeben. Mit dem Kraftwerksprojekt verbunden sind schädliche Luftemissionen, insbesondere hohe Feinstaubbelastungen. Strömungsveränderungen und die Abgabe großer Mengen warmen Kühlwassers schädigen die Tier- und Pflanzenwelt der Elbe.

Pro Jahr würde das Kraftwerk mehr als acht Millionen Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Das entspricht den jährlichen Abgasen von mehr als 1,4 Millionen PKW - mehr als das Doppelte des gesamten Straßenverkehrs in Hamburg. Das von Bürgermeister Ole von Beust angekündigte Ziel, Hamburg als Klimaschutzhauptstadt zu positionieren, ist mit den Plänen von Vattenfall nicht vereinbar!

Vergleich jährlicher CO2-Ausstoß: Verkehr in Hamburg 4,3 Mio t, Kohlekraftwerk Moorburg 8,5 Mio t, Gesamtausstoß Hamburg 11,6 Mio t

Denn trotz angeblich moderner Technik stoßen auch neue Kohlekraftwerke unwesentlich weniger Kohlendioxid aus als ihre jahrzehntealten Vorgänger. Mit solchen CO2-Schleudern mit einer Laufzeit von durchschnittlich 40 Jahren ist der Klimaschutz in Deutschland zum Scheitern verurteilt!

An dieser Tatsache ändern auch die von den Energiekonzernen propagierten angeblich "CO2-freien Kraftwerke" nichts. Dahinter verbirgt sich die so genannte Abscheidung und Lagerung von Kohlendioxid - eine in Entwicklung befindliche Technologie, die frühestens 2020 zu Verfügung stehen wird und mit einer Vielzahl von Problemen und Risiken verbunden ist. Für die heute gebauten Kraftwerke wird sie wegen zu hohem Nachrüstungsaufwand keine ernstzunehmende Option darstellen.

 

 

Klimaschützer Vattenfall?

Vattenfall führt zur Zeit eine großangelegte PR-Kampagne, um sich als "führendes Unternehmen in Sachen Umwelt- und Klimaschutz" darzustellen. Tatsächlich aber gehört der Konzern zu den größten Klimakillern in Europa und betreibt allein drei der zehn klimaschädlichsten Kraftwerke Deutschlands. Es mutet wie Hohn an, dass Vattenfall-Chef Lars Josefsson zum Klimaschutz-Berater der Bundesregierung berufen wurde.

Der Schwindel vom CO2-freien Kohlekraftwerk

Das Problem der hohen klimaschädlichen Emissionen wollen die Stromkonzerne durch die sogenannte CO2-Abtrennung in den Griff bekommen. Carbon Dioxide Capture and Storage, kurz CCS heißt diese Technologie. Doch ob dieses Verfahren in Zukunft tatsächlich funktionieren wird, ist bis heute noch unklar, denn noch gibt es lediglich Forschungsprojekte. Vor dem Jahr 2020 - und damit für die derzeit im Bau befindlichen Kohlekraftwerke zu spät - könnte diese Technik überhaupt industriell zur Verfügung stehen. Schon deshalb macht diese Strategie keinen Sinn.

Doch selbst wenn diese Technologie irgendwann zur Verfügung steht und funktionieren sollte: Um die CO2-Abtrennung durchzuführen ist ein hoher Einsatz von Energie erforderlich. Das aber hat zur Folge, dass der ohnehin schlechte Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke noch weiter abgesenkt wird. So würde nicht nur die Ressourcenverschwendung größer, auch die Strompreise würden weiter ansteigen.

Außerdem muss das abgetrennte CO2 dauerhaft so gelagert werden, dass es nicht später in die Umwelt gelangt. Das soll nach den Plänen der Energiekonzerne und der Bundesregierung unterirdisch erfolgen: Das CO2-Gas soll über weite Strecken vom Kraftwerk per Pipelines transportiert und in tiefe Gesteinsformationen verpresst werden. Ob das funktioniert und diese unterirdischen Lager dauerhaft dicht bleiben, ist heute noch ungeklärt.

Hintergründe:
[ ROBIN WOOD zu Braunkohle ]
[ Positionspapier CO2-freies Kraftwerk (CCS) ]

Gesundheitsrisiken:

Auch über die gesundheitlichen Risiken durch die "modernen" Kohlekraftwerke schweigen die Konzerne. Beispielsweise werden die neuen Kohlekraftwerke die gesundheitsschädlichen Feinstaub-Emissionen weiter erhöhen. Vermehrte Atemwegs- und Herzkreislauferkrankungen sind die Folge. Immer mehr Ärzte warnen inzwischen vor dem  massiven Neubau von Kohlekraftwerken, weil die Feinstaub-Belastung in der Bundesrepublik schon jetzt viel zu hoch ist. Statt neuer Kohlekraftwerke fordern sie eine deutliche Reduzierung der bislang zulässigen Grenzwerte für Feinstaub.

Steckbrief - Geplantes Kraftwerk Moorburg

Betreiber

Vattenfall

Elektrische Nennleistung (brutto)

1640 Megawatt
(2 Blöcke à 820 MW)

Thermische Nennleistung

450 Megawatt

Brennstoff

Steinkohle

Stromabgabe

11,3 TWh pro Jahr

Fernwärme-Abgabe

1,6 TWh pro Jahr

Baubeginn (vorläufige Genehmigung)

Sommer 2007

Geplante Inbetriebnahme

2012

Geplante Betriebsdauer

mindestens 40 Jahre

CO2-Ausstoß

8,5 Mio Tonnen pro Jahr

spezifischer CO2-Ausstoß

720 Gramm pro kWh

Energieverlust (Jahresmittel)

ca. 48%

Baukosten

ca. 1,8 Mrd €

Quellen: Angaben von Vattenfall bzw. eigene Berechnung auf Basis von Vattenfall-Angaben. Spezifischer CO2-Ausstoß mit Berücksichtigung von 230 g/kWh vermiedener Heizemissionen durch Kraft-Wärme-Kopplung.