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9.2.2010 : 10:49 : +0100

 

Logbuch

9. August - Passau

Am Morgen werden wir von schaulustigen Passanten begrüßt, die auf Steffis Gruß im Chor ein "Guten Morgen" antworten. Der Zulauf ist hier ziemlich groß, und den ganzen Tag schauen sich Interessierte das Floß an. 
Kei und Jule verlassen uns, dafür kommt Stefan mit einer Mitfahrgelegenheit, die kurze Zeit später mit dem Faltboot an uns vorbeifahren. Stefan besucht uns, ein Freund von Alex aus dem Nationalpark Bayrischer Wald. Heute ist der große Organisationstag, denn wir haben beschlossen das Floß in der Nähe von Passau auszukranen und einzulagern. Die Donau hat uns so sehr gefallen, dass wir ernsthaft in Erwägung ziehen, nächstes Jahr wieder hier zu flößen. 
Juri, Punky, Alex und Aljoscha schauen sich einen Strand in der Nähe an, und nach ihrer Rückkehr gibt es erstmal Pizza. Am Abend beschließt jemand, dass jetzt erstmal Schluss ist mit Hippie, und es wird der Haarschneider rausgeholt. Eine Stunde später hat eins unser Crewmitglieder einen Iro.
Während Stefan, Anna und Vincent im Grünenbüro schlafen und Juri, Aljoscha und Hans es sich auf dem Floß bequem machen, entscheiden Punky, Steffi, Alex und Jan, dass die Nacht noch jung ist und besuchen den örtlichen Irish Pub. Natürlich wird die Zeit dort gleich genutzt, um Bilder und Logbucheinträge zu verschicken.

8. August - Passau

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten schaffen wir es, pünktlich aus Vilshofen loszufahren. Janine musste uns heut in aller früh (06:00 Uhr) verlassen, um für ihre Diplomarbeit zu lernen. Unser heutiges Ziel und Ende der Floßtour: Passau.
Die Fahrt ist ruhig und angenehm. Nach fast 5 Wochen Floßfahren sind alle auch ziemlich erschöpft, und langsam macht sich auch Abschiedsstimmung breit. An uns vorbei treibt ein totes Tier - langsam wird die Stimmung besser.
Endlich erreichen wir die letzte Schleuse. Es sind noch Bergfahrer drin, also legen wir nochmal kurz an. Natürlich besucht uns sofort die Wasserschutzpolizei, und das erste mal auf dieser Tour werden unsere Papiere kontrolliert. Nach ein paar unbeholfenen Fragen (wir sind einfach professioneller, als wir aussehen) lassen sie uns ziehn. Kurz vor Ausfahrt aus der Schleuse klingelt das Telefon: Der Schleuser bedankt sich, wir hätten das gut gemacht. :o)
Die Einfahrt in Passau ist wahnsinnig schön, diese Stadt beeindruckt uns. Drei Flüsse teilen die Stadt, und Jan, der gebürtiger Passauer ist, bereichert unseren Floßfilm um ein paar wichtige Informationen.
Wir werden am Anleger von befreundeten UmweltschützerInnen begrüßt, es wird auf die wunderschöne Donautour angestoßen und Alex und Steffi taufen das Floß mit Sekt und Kindersekt.
Für die Presse gibt es nochmal Fotoshow und dann wird mit kochen begonnen. Unerwarteterweise ist das Gas bald alle, und so müssen Jan, Alex und Steffi nochmal eben mit dem Schlauchboot an die österreichische Grenze um einzukaufen.
Wieder zurück am Floß fangen Jule und Kei sofort an zu kochen, wobei sie von einigen Küchenbuben beim Schnippeln unterstützt werden. So ganz nebenbei wechseln wir auch noch den Anleger, um besser zugänglich zu sein.
Um 22:30 fahren wir einige hundert Meter flussaufwärts, um uns das Feuerwerk des Promenadenfestes anzuschaun. Hans und Steffi halten die Stellung, damit das Floß auch wieder zurückfindet. 
Nachdem das Floß erfolreich zurückgetrieben ist, gibt es erstmal Abendbrot mit mehreren Gängen, superlecker und sehr aufwendig zubereitet. Ein Passagierschiff legt direkt vor uns an. Ob sie denn an "unseren" Anleger möchten? Eigentlich schon, aber "na, des passt scho, i bin eh bald wieder fort". Lieben Dank an die "Deggendorf"!
Wir bauen ein gemeinsames Bettchen und fallen hinein. Anna und Vincent (die Warmduscher) nehmen das gastfreundliche Angebot an und schlafen im Büro der Grünen.

Crew: Jule, Kei, Punky, Jan, Hans, Aljoscha, Juri, Steffi, Alex, Anna, Vincent, Floßhund Kiri

7. August - Vilshofen

Es ist ein sonniger, heißer Tag. Wir haben viel zu tun, um unsere Ankunft in Passau vorzubereiten. Ein Teil der Crew zieht, gekleidet in Schutzanzügen, mit dem Atommüll-Fass und Infomaterial durch die Stadt.

Crew: Alex, Aljoscha, Anna, Hans, Janine, Juri, Kei, Punky, Steffi, Vincent

6. August - Vilshofen, Zwischenanleger: Niederalteich

Wir sind heute morgen um 9.00 abgefahren, es ist heiß und wir passieren die Flußmündung der Isar in die Donau. Dahinter ist die Strömungsgeschwindigkeit doppelt so hoch, etwa 10 km/h. Wir können uns ein Stück weit treiben lassen und sind trotzdem eine halbe Stunde zu früh in Niederalteich. Die Strömung ist hier etwa so stark wie auf dem Rhein an der Loreley, wir müssen fast mit Vollgas anlegen.

In Niederalteich machen wir einen dreistündigen Zwischenstop. Es ist ein kleiner touristischen Ort, bekannt wegen seiner barockisierten gothischen Kirche und einem Kloster. In den Seitenflügeln stehen Sarkophage, in denen mit Edelsteinen bestückte Skelette von Heiligen liegen und bequem ihre kahlen Schädel auf die knochigen Hände stützen.

In Gruppen gehen Teile der Crew in die Stadt, unser Infostand wird von einigen Interessierten besucht und das Floß bewundert. Ob wir denn wirklich strahlenden Müll in der Tonne hätten?

Bei Traudel, die eine gemütliche kleine, an ein Wohnzimmer erinnernde Kneipe nahe unserem Anleger hat, laden wir ein Laptop auf und trinken was. Janine wird fast einbehalten, weil sie und Traudel sich so gut verstehen, sie bekommt sogar eine Einladung zum Urlaub bei ihr. Man weiß aus der Zeigung schon über uns Bescheid. Janine trägt uns - inklusive Floß-Zeichnung - ins Gästebuch ein. Dann legen wir ab. Ab jetzt wird auf dem Floß hoch gekartet, denn wir haben jetzt bayrische Schafkopfkarten von der Traudel.

Auf der folgenden Strecke nach Vilshofen lassen wir uns auf der Robina Wald ein Stück weit einfach treiben und baden in der Donau. Als stärkerer Gegenwind aufkommt, reffen wir unsere Transparente und schmeißen den Motor wieder an, um nicht allzu spät anzukommen

Bei Ankunft in Vilshofen um 17.30 wartet bereits ein kleines Empfangskomitee auf uns. Kei bekommt vom Bioladen "Biotreff Vilshofen" eine Riesenkiste mit Gemüse geschenkt.

Crew: Alex, Aljoscha, Anna, Hans, Janine, Juri, Kei, Punky, Steffi, Vincent

5. August - Deggendorf

Ein sonniger Morgen begrüßt uns. Wir erwachen am Sandstrand und gehen direkt nach dem Aufstehen baden. Die Gitarre wird gleich morgens wieder ausgepackt, Kei backt ihre heiß geliebten Pancakes. Wir haben die Nacht am Strand geschlafen und starten gut gelaunt in den Tag. Mittags legen wir ab, um pünktlich um 15.00 in Deggendorf zu sein. Am Schiffsanleger angekommen, begrüßen uns das Donau TV Fernsehteam und Redakteure der Deggendorfer Zeitung und des Donau-Anzeigers.

Atomenergie ist zwischen Regensburg und Passau ein Thema, das viele interessiert. Gründe dafür gibt es viele: die Atomkraftwerke Isar und Ohu in Bayern, der Schrottreaktor Temelin in Tschechien, an dem Siemens kräftig verdient sowie die Debatte um ein mögliches atomares Endlager bei Saldenburg.

Es gibt Pläne zum Ausbau des Teilstücks der Donau, das uns in den letzten Tagen ein Stück weit die Vielseitigkeit von Flußlandschaften erahnen ließ. Ein naturnaher Fluss, der nicht als Kanal ausgebaut wurde, mit seinen Sand-, Kies-, Muschel- und Steinstränden sowie Auen ist eine selten gewordene Bereicherung unserer Umwelt. Es gibt bereits seit 20 Jahren Streit um den Donauausbau. Wir sagen: Dieses Stück Natur muss erhalten bleiben!

Abends hören wir lautes Rufen von flußaufwärts: unsere kanufahrenden Bekannten kommen in Deggendorf an. Wir fahren ein paar hundert Meter weiter und übernachten im ruhigeren Hafen.

Crew: Alex, Aljoscha, Anna, Dagmar, Hans, Janine, Juri, Kei, Punky, Stefan, Steffi, Vincent

4. August - Pfelling

Obwohl wir gerne noch in Straubing geblieben wären, legen wir planmäßig gegen Mittag ab.

In Pfelling halten wir nur kurz. Die Sonne ist angenehm warm - es ist nicht zu heiß und ein leichter Wind weht. Zwischen Straubing und Deggendorf erwartet uns das schönste Flussstück der Donau. Wir ahnen am Morgen noch nicht, wie schön es wirklich werden wird.

Skizzenbücher werden gezückt, um das Ufer zeichnerisch zu verewigen und alle sind entzückt von der Schönheit, die uns an diesem Teil unserer Route erwartet. Vorher halten wir an einer runtergekommenen Arbeitsplattform mit Kran an. Punky ist fotografisch fasziniert, Janine möchte den 680 kg - Anker am liebsten einpacken und Juri und Aljoscha klettern munter auf einem Sandhügel und dem alten Verladekran herum. Aber wir fahren weiter.

Wir beschließen, heute am Ufer zu ankern. Nach einem atemberaubenden Sonnenuntergang beenden wir diesen wunderschönen Tag mit einem kleinen Lagerfeuer, Gitarrenmusik und einem fast vollen Mond über uns. Gleich neben uns lagert eine Horde Kanufahrer, die uns später besuchen kommt. Wir genießen gemeinsam diesen Abend in der Natur am Fluß. Das erste mal auf dieser Tour schlafen wir am Strand unter freiem Himmel.

3. August - Straubing

Heute morgen sind wir frühzeitig losgefahren, weil wir eine weite Strecke vor uns haben: insgesamt 37 km. Und auch die Gegenströmung, die wir am Schluss unserer heutigen Tour in Straubing überwinden müssen, ist nicht von Pappe. Wir parken nahe dem Parkplatz Donaugasse. Als wir gegen 17.45 eintreffen, warten bereits  die Journalisten des Straubinger Tagblatt und des  Straubinger Wochenblatts zusammen mit Stefan auf uns. Sie bekommen eine Schlauchbootfahrt, um schöne Bilder vom Floß zu machen. Als wir schließlich anlegen, regnet es. Die Crew teilt sich auf, um verschiedenes zu erledigen und den Ort kennen zu lernen. Kei, Punky und Janine kochen Linsen und Brotlinge. Wir haben noch immer das leckere Brot vom Bioladen aus Regensburg und lassen unserer Kreativität nun freien Lauf. Die Brotlinge munden unserer hungrigen Crew. Heute haben wir eine neue Motorkiste eingeweiht, da die alte ziemlich in Mitleidenschaft gezogen wurde auf den letzten Reisen. Schick ist sie, Stefan und Janine räumen sie gemeinsam ein, als Alex wiederkommt übernimmt er die Verkabelung und die Kochcrew macht sich auf in die Stadt. Straubing hat die drittgrößte Kneipendichte in ganz Deutschland. Zu Ende des Abends trifft sich ein Großteil der Crew wieder in einer Kneipe, die Alex aufgespürt hat und so schließen wir den Tag mit einer gemütlichen Runde Bier, zusammen mit einem Stadtratsmitglied und Ulli, dem Journalisten vom Straubinger Tagblatt.

2. August - Bach an der Donau

Heute morgen verließen wir Regensburg. Unsere Mission ist noch immer, den Leuten klarzumachen, dass es wichtig ist, demonstrieren zu gehen am 5.9. und dass wir Atomkraft nicht brauchen um uns mit Energie zu versorgen. Gut gelaunt von unseren Regensburger Erlebnissen kommen wir in Bach am frühen Abend an. Gerade rechtzeitig, bevor ein starker Wind und Regen einsetzte. Bach ist ein sehr kleiner Ort aber bekannt dadurch, daß hier der einzige Wein in Bayern angebaut wird.

1. August - Regensburg

Regensburg, die Heimat des Papstes ist eine kleine alte Stadt mit vielen Studenten und insgesamt 150 000 meist freundliche Einwohnern mit sympathischem Oberpfälzer Dialekt. Es gibt eine wunderschöne Altstadt, viele historische Bauten, einen großen Dom (mit einer Brücke zwischen den zwei 105 m hohen Türmen, die unseren RoWo's ein glitzern in die Augen zauberte) und viele Touristen. Als Aktivist_innen fühlten wir uns von allen freundlich begrüßt und willkommen. Wir erregten doch einige Aufmerksamkeit mit unseren Aktionen in unserer RoWo Kluft und hoffen das wir in Erinnerung geblieben sind.

Der Tag begrüßte uns bereits morgens mit Sonne. Drei unserer Aktivisten fuhren dann schon mit den Fahrrädern los, um Brot einzukaufen und im Bioladen Flyer auszulegen. Man sagte uns freundlich, wir sollten noch einmal gegen Ladenschluß wiederkommen, dann würden sie uns eine Kiste zurechtmachen mit gespendetem Bioessen. Als die drei dann wieder am Floß waren, war es nicht mehr lange bis zur Anti-Atom-Demo der Greenpeace Jugend Bayern. Einige von uns sind dann los und haben fleißig mitdemonstriert, Leute aufgeklärt und geflyert.
Fünf Aktive gingen zu der Demo und zogen mit der Greenpeace Jugend durch die Regensburger Innenstadt. Dabei hatten wir Trommeln, Atommüllfässer und Transparente, sie verteilten Flyer und bekamen auch viel Zustimmung. Einige Nicht-Bayern von den Aktiven fanden es schräg, neben einem Transparent zu demonstrieren, auf dem stand: " Wer CSU wählt, wählt Atomkraft!", denn die CSU kannten sie sonst nur aus der Zeitung.

Während der Demo und auch danach kamen sehr viele nette und interessierte Leute an den Infostand und aufs Floß. Kinder, die uns am Tag vorher schon besucht hatten, haben uns auch selbstgebackene Amerikaner geschenkt. :-)
Gegen Nachmittag sind Janine und Kei zum Bioladen "Landfrucht" gefahren und haben mit funkelnden Augen zwei große Kisten Obst und Gemüse entgegengenommen, die uns gespendet wurden. Nach einem schönen Gespräch mit den Mitarbeiterinnen und der Betreiberin fiel den Beiden ein, dass das Brot fast alle war. Als sie dann welches kaufen wollten, bekamen sie auch zwei Tüten voller leckerer Brote und Brötchen geschenkt ! :-) Mit der reichen Beute sind die Beiden dann wieder zum Floß, um sie den Anderen zu präsentieren. Für die Spendierfreudigkeit aller Regensburger wollen wir uns hiermit schon mal bedanken :).
Auch die GreenpeaclerInnen brachten uns dann auch noch eine Kiste mit Gemüse und Brot die sie von ihrem Lagerfeuer im Rahmen eines Regionaltreffens übrig hatten.

Am Abend, nachdem alle Ausgeflogenen wieder zum Floß zurückgekehrt waren und wir den heißen Tag überstanden hatten, wurden Pläne für die Rewag Veranstaltung "Blaue Nacht" geschmiedet.
"TscherNObyl, Krümmel, Asse - Atomkraft ist Klasse"
Die blaue Nacht ist eine kostenlose kulturelle Veranstaltung, gesponsert u. a. von der REWAG (REWAG - Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co KG). REWAG mit 1,3 Mio. kWh Stromabsatz gehört zu 35,48% der E.ON Bayern AG und ist wiederum 100%iges Mutterunternehmen der REWAG Netz GmbH. Auf Strompreis, Strommix und somit auch der Anteil an erneuerbaren Energien und Atomenergie hat E.ON also auch Einfluss. E.ON hat je nach Region 16 - 45% Anteil von Atomenergie im Strommix. An Krümmel ist der Energieversorger zu 50% beteiligt.
Man packte unser Transpi, das gelbe Atomfass, Stromwechsel- und RoWoflyer sowie die Anti-Atomkraft-Aufkleber in den Handkarren und zog los. Jan, der in Regensburg wohnt und uns gestern schon am Floß besuchte, unterstützte die Gruppe den ganzen Abend beim Flyern und half bei der Aktion. Die Leute waren sehr offen für unsere Botschaft, die Geschäftsführung jedoch nicht. Nach ca. 25 Minuten musste der Stand abgebaut werden, da man sich auf dem Privatgelände des Kunstforums befand, das von der REWAG für diesen Abend gemietet wurde. Das Transpi wurde abgeknotet, die Tonne in den Wagen gepackt. Doch unsere Aktiven blieben trotzdem erst mal stehen, gaben Interviews für Radio SCHARIWARI und wurden von einem freien Mitarbeiter für die Regensburger Rundschau interviewt und abgelichtet.
Splitter der Gruppe packten das Transpi auch noch mal auf dem Gelände aus. Bis alle Flyer verteilt waren, blieben wir am Eingang stehen und hatten viel Spaß bei unserer Infoarbeit. Es gelang uns einige REWAG Kunden abzuwerben und überraschend viele hatten schon Ökostrom.
Monopole in der Energiewirtschaft müssen abgeschafft werden, Dezentralisierung für / ist unsere Zukunft!
 
- Dankeschön an alle Regensburger Unterstützer  -

Crew: Alex, Steffi, Stefan, Punky, Daniel, Kei, Aglaia, Dagmar, Juri, Aljoscha, Janine

31. Juli - Regensburg

Die Crew ist heute ganz schön zusammengeschrumpft. Christian, Flößer der ersten Stunde,  verabschiedet sich. Schweren Herzens lassen wir ihn aus Mitleid wegen seiner roten Körperfarbe gehen. Dann verlassen uns auch noch Simon und Benni trotz verschlossenem Tor und Sophia, deren Rucksack wir schnell noch angekettet hatten - jedoch nur unter extremstem Körpereinsatz. Unsere KFOR (Kinder force Aljoscha und Juri) verzögern ihre Abreise 20 Minuten. Ute und Luzie werden mit dem Schlauchboot zu ihrem Auto gebracht und reisen ebenso ab. Dezimiert halten wir die Stellung an unserem Infostand, der an diesem Tag viele Besucher lockt.

Der Infostand, das Atomfass und ein Aufsteller stehen gut platziert direkt am Donauufer am Anleger Willie und wir werden dort bis zum Sonntag auch verharren. Wir liegen direkt an der Werftstraße und hier gibt es zahlreiche Passanten, die spazieren gehen. Es scheint doch viele Leute zu geben, die sich für unsere Arbeit interessieren, die Regensburger scheinen dem Thema Atomausstieg offen gegenüber zu sein. Wir hatten heute auch Besuch von einem ehemaligen Mitarbeiter von E.ON, den wir mit viel Überredungskraft versuchten dazu zu bringen, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln. Unser Gast erzählte uns Geschichten von tapferen Feldherren, alleingelassenen Maiden, dem Dom, der Fürstin Gloria von Turn und Taxis. Ein Streifzug durch die Geschichte der Stadt.

Mittags kommen uns eine Horde Schulkinder mit ihrem Hausaufgaben-Betreuer besuchen. Uli übernimmt die Floßführung und erklärt, warum wir gegen Atomergie sind und warum sie so gefährlich ist. Ein Mädchen der Gruppe ist verwundert darüber und fragt sich: "Aber warum macht man das denn dann, wenn das so gefährlich ist?" Clever ist sie denken wir uns, denn genau das fragen wir uns genauso. Atomkraft - Nein Danke! Sicher ist nur das Risiko.

30. Juli - Regensburg

Morgens in Lohstadt verabschiedet sich Jule von uns, die seit Beginn der Floßtour an Bord war. Nachdem sie und ihr Gepäck durch Seile, Karabiner und Fahrradschlösser mehrmals vom Gehen abgehalten wurden, legen wir doch ohne sie ab auf dem Weg zur nächsten großen Station: Regensburg.

Unterwegs kontrolliert uns noch die WaSchPolizei und kurz vor der Schleuse in Regensburg treffen wir auf ein zweites Floß: Einige AbenteurerInnen sind damit auf dem Weg nach Rumänien und wir verabreden uns zum gemeinsamen Abendessen. Informationen zu dieser Floßtour sollen wir in den nächsten 2 Monaten unter www.treib-gut.at bekommen.

An der Schleuse versuchten wir unseren Trimaran in der Sportbootschleuse, durch Körpereinsatz und geschicktes Timing, im Rückwärtsgang unter einer Brücke, tiefer zu legen. Es gelingt und zur Belohnung gibt’s Spenden und Eis von den faszinierten PassantInnen.

Aktivist_innen der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD begrüßen das Floß am Eisernen Steg mit ein großes Transparent „Mal richtig abschalten – Atomkraft? – Nein Danke!“. Die Polizei stört diese Begrüßung netterweise nicht. Ein Team von TVA filmt aus dem Schlauchboot und berichtet später über uns.

Dann legen wir am „Willi“ an, einem alten Schiff, das nun als Anleger fungiert. Wir bekommen viel Besuch am Infostand und verrichten das übliche Tagwerk, Kei und Aglaia stoßen in einem pompösen Auftritt zu uns ;-)
Gegen Abend legt auch das Floß „Keks“, das wir am Nachmittag getroffen hatten, bei uns an. Wir essen Reis mit Currygemüse und verbringen einen netten und geselligen Abend.

Zu späterer Stunde erleidet eine Floßdelegation mit dem Schlauchboot noch Schiffsbruch: Nach dem Ablegen geht  der Motor aus und springt nicht mehr an. Daraufhin macht sich eine zweite Delegation auf den Weg zum Schlauchboot, um es zum Laufen zu bringen und zurückzufahren. Das gelingt auch und das Abenteuer „auf der Donau gegen die Strömung paddeln“ ist vorüber.

Erst spät finden wir heute in die Betten, nach einem mehr als ausgefülltem Tag.

Crew: Alex, Steffi, Stefan, Sophia, Punky, Daniel, Uli, Kei, Aglaia, Dagmar, Juri, Aljoscha, Ute, Lucie, Christian, Simon, Benni

29. Juli - Lohstadt

Daniel und Stefan fahren heute die Strecke nach Lohstadt mit dem Fahrrad. Bevor wir ablegen verabschieden wir uns von Lars und machen ein großes Gruppenphoto mit der aktuellen Besatzungsstärke von 16 (!) FlößerInnen.
Verschiedene Besorgungen werden erledigt – Diesel und Brötchen gekauft, Pfandflaschen abgegeben und Müll entsorgt und gegen 11 Uhr legen wir dann ab. Nach drei Kilometern fahren Alex, Jule und Sophia mit dem Schlauchboot in den Hafen Kelheim, um Christian, der tatsächlich gekommen ist, abzuholen. Gemeinsam fahren wir kurz darauf schon vom Kanal auf die Donau, was wir mit einem Fläschchen Sekt begießen.
Mit dem Schlauchboot und dem Atommüllfass brechen Christian, Juri, Aljoscha und Sophia zu einer spannenden Expedition auf, die aber schneller als geplant wieder endet.
Anstelle der üblichen nehmen wir heute eine Sportbootschleuse, in die wir gerade so hineinpassen und die selbst bedient werden muss.
Die Landschaft ist diesmal so unglaublich schön mit Wäldern, Burgen, Felsen usw. dass wir glatt 1 km an unserer Anlegstelle in Lohstadt vorbeifahren – obwohl Daniel und Stefan dort auf uns warten – die wir uns dann wieder stromaufwärts arbeiten müssen. Am Anleger angekommen bauen wir – wie immer – den Infostand auf und einige der zahlreichen Biergartengäste, die die zum Anleger gehörende Gaststätte besuchen, finden den Weg zu uns.
Wieder müssen wir Platz machen für ein Passagierschiff, das allerdings den Anleger komplett belegt, sodass wir an dem Schiff anlegen müssen/dürfen.
Zum Abendessen gibt es leckere Suppe und wir sitzen selbst noch ein bisschen im Gasthof zusammen.

28. Juli - Kelheim

Am Morgen bringt Annö uns die Wäsche, die sie gestern für uns gewaschen hat. Sie wird uns die ganze Fahrt bis Kelheim begleiten.
Dagmar, Juri und Aljoscha machen einen Ausflug zur Rodelbahn und kommen später mit dem Bus nach.
Wir legen pünktlich ab und fahren los durchs Altmühltal, das einen ganz anderen Landschaftsblick bei sehr schönem Wetter hergibt, als der Kanal in Erlangen.
An der Schleuse müssen wir heute gar nicht warten und so kommen wir eine halbe Stunde früher als geplant in Kelheim an. Wir bauen den Infostand auf und Ute, unsere Pressereferentin, und ihre Tochter Luzie kommen zum Floß. Mit dem Atommüllfass und Flyern ziehen einige FlößerInnen los in die Innenstadt, um Infoarbeit zu machen.
An der Touri-Info in Kelheim ist unsere neue Motorkiste per Post angekommen, die wir abholen und mit ein bisschen Gewalt und Augenmaß passend machen.
Mehrmals am Tag müssen wir das Floß vom Anleger wegtreideln, weil ein Passagierschiff anlegt – u.a. die Altmühlperle, die schon in Riedenburg neben uns gelegen hat.
Nur wenige Meter von unserem Anleger entfernt ist die älteste Weißbierbrauerei der Welt, wo der Biergarten leider schon vor Ende unserer Arbeitsbesprechung geschlossen hat.
Christian, der schon am Sonntag kommen wollte, sich aber noch „zwischen Hamburg und Regensburg“ befindet, verschiebt seine Ankunft telefonisch noch einen Tag weiter nach hinten.

27. Juli - Dietfurt - Riedenburg

Schon früh am Morgen wich der Nebel über dem Wasser einem strahlend blauen Himmel. Wir machten uns in die Stadt auf, um Wasser zu holen. An einem großen Garten bekamen wir dies auch und durften gleich noch etwas von dem selbst angebauten Gemüse mitnehmen.

Karla, Lorenz und Jan verlassen uns und wir legen halbwegs pünktlich ab. Simon und Stefan fahren wieder mit Fahrrädern voraus, an den Brücken erwarten uns diesmal allerdings keine Transparente. Die Fahrt verläuft bei strahlendem Sonnenschein ziemlich flott und auch an der Schleuse müssen wir nicht warten.
Kurz nach drei erreichen wir Riedenburg und dort erwarten uns auch schon Journalistinnen der Lokalzeitung, darunter Annö, eine Praktikantin aus dem Vogtland.

Am Infostand reagieren die Menschen ziemlich gut auf das Argument von Lars, dass alle Ökostromanbieter preiswerter sind als der Energiekonzern, der seinen Strom in der Region vertreibt. Und immer wieder hören wir, dass sich die Menschen nur noch nicht aufgerafft haben, den Stromanbieter zu wechseln. Nun: wir tragen etwas dazu bei, dass sie es dann tun.

Auch der Bioladen in Riedenburg unterstützt uns mit einigen Geschenken.
Simon, Benni, Dagmar, Juri und Aljoscha gehen ein wenig klettern und machen Rettungsübungen. Daniel und Stefan machen sich noch auf in das Riedenburger Brauhaus, wo wohl das leckerste alkoholfreie Biobier gebraut wird.

Am Abend trifft auch Uli ein und wir kochen eine leckere vegane Bolognese. Annö besucht uns wieder und wir laden sie ein, morgen mit uns zu flößen, sie überzeugt auch ihren Chef und so gehen wir morgen gemeinsam auf große Fahrt nach Kehlheim.

Crew: Dagmar, Juri, Aljoscha, Jule, Sophia, Stefan, Benni, Simon, Lars, Daniel, Uli

26. Juli - Dietfurt

Um 10 Uhr legen wir kurz ab, da unser Liegeplatz für die Führerscheinprüfung gebraucht wird. Gegen 12 Uhr geht es dann endgültig los Richtung Dietfurt an der Altmühl.
Mit uns fahren Gertrud (67) und Herbert (77), die auf Urlaub in der Region sind. Im Sommer machen sie immer Urlaub mit ihrem Tandem in diesen Gefilden, da sie seit 46 Jahren auf La Palma leben. Auch Ingolf begleitet uns noch bis Dietfurt.
Wir sind  14 Personen, 6 Fahrräder, ein Klapprad und ein Tandem. Und so fahren Stefan, Juri, Simon und Benni parallel zum Floß mit den Fahrrädern und begrüßen uns an einer Brücke mit einem Transparent „Aktiv für die Umwelt – ROBIN WOOD“. Auch einige Pflaumen „fliegen“ uns zu, die am Wegesrand standen, und werden gleich verspeist.
An der nächsten Schleuse müssen wir eine Stunde warten und treffen uns dort mit den Radfahrern. Auch ein Teddy geht über Bord und wird von Jan heldenhaft, unter vollem Einsatz, gerettet.
Gegen 3 Uhr sind wir in Dietfurt und machen dort an einem freien Steiger fest. Wir bauen den Infostand auf und nach der Hitze des Tages heißt es erst einmal baden.
Der Ort ist etwas entfernt und beinahe alle von uns brechen zum Volxfest auf, um dort noch etwas Werbung für Erneuerbare Energien zu machen. Auf dem Weg dorthin gibt es auch noch eine Sonderführung durch eine Wassermühle. Nun, in der Oberpfalz kommen selten Leute von außerhalb zum Volxfest und so dreht sich schon einmal das ganze Festzelt nach Neuankömmlingen um.
Sophia kommt an und hat eine bunte Auswahl an Mützen – von Schlafhauben bis Filzhüten dabei. Auch sie stürzt sich gleich in das erwartete Vergnügen des Volxfestes. Nun, alle essen Zuckerwatte, sonst bleibt die Oberpfälzische Kultur aber etwas ganz anderes.
Daniel und Stefan bewachen den Infostand, wo wenige, aber nette Leute vorbeischauen. Auch die Plane wird repariert. Am Abend trifft auch noch Lars von der Naturstrom AG ein und es gibt Bratkartoffeln.

Crew: Dagmar, Juri, Aljoscha, Jule, Benni, Simon, Daniel, Lorenz, Karla, Ingolf, Jan, Stefan, Sophia, Lars

25. Juli - Beilngries

Am Morgen holen wir uns die Zeitung und finden den Artikel über uns ganz gut, auch ein großes Foto ist dabei.
Wir warten, bis die Walhalla das erste Mal gegen halb zwölf abgelegt hat und fahren dann an den Steiger. Dort bauen wir unseren Infostand auf, der direkt vor dem touristischen Pavillon steht. Den Tag über legen wir noch zwei Mal jeweils für eine viertel Stunde ab und nutzen dies gleich als Rundfahrten für Interessierte. Neben uns üben dutzende Leute für ihre praktische Bootsführerscheinprüfung. Na und der Rettungsring beim „Mensch über Bord“-Manöver wurde wohl auch einige Male überfahren.
Ingolf, den wir in Bamberg kennenlernten, besucht uns und er, Benni, Simon und Daniel machen noch einen Ausflug zu einem nahe gelegenen Kloster in Plankstetten.
Das Kloster versorgt seine geistliche Kommune selbst durch Bio-Anbau. Dort gibt es unter anderem einen Bioladen, eine Schänke und eben auch eine wunderbare Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Weiter geht es dann zum Einholen nach Berching.
Mittlerweile war auch Stefan angekommen und begann sofort am Floß zu werkeln, um es noch besser, schneller und schöner zu machen.
Den Abend verbringen wir wieder im „Polizeihafen“ und blockieren die Ausfahrt des Polizeibootes. Dort kommt auch noch Jan zu uns.
Bei Gitarrenmusik genießen wir ein wunderbares Abendbrot mit Reis und veganer Bolognese.

Crew: Dagmar, Juri, Aljoscha, Jule, Benni, Simon, Daniel, Lorenz, Karla, Ingolf, Jan, Stefan, Maik

24. Juli - Berching - Beilngries

Am Morgen gehen Dagmar, Juri und Aljoscha ins Schwimmbad. Als Daniel kurz nach zwölf eintrifft, geht es los Richtung Beilngries.
Wir passierten eine Schleuse und mußten dort nicht lange warten, professionell bewältigen wir diese Hürde.
Kurz vor drei erreichen wir den Yachtclub in Beilngries. Eine Journalistin vom Donaukurier besucht uns am Floss, stellt einige Fragen und macht Fotos, morgen sollen diese im Lokalteil der Zeitung erscheinen. Auch Lorenz und Karla finden uns noch im Yachtclub.

Wir legen mit dem Floß um an den Steiger der „Walhalla“, einem Fährschiff zwischen Berching und Beilngries. Wir können dort gut sichtbar liegen, müssen allerdings drei mal am Tag weg, damit die Gäste ein- und aussteigen können. Heute fährt das Schiff allerdings nicht.
Wir übernachten im „Hafen“ der WSA. Das ist eine Mauer vor einem Bootshaus, worin das Boot der Wasserschutzpolizei liegt. Hafen, Yachtclub und Steiger sind allerdings gerade einmal 200 Meter voneinander entfernt.

Crew: Dagmar, Juri, Aljoscha, Jule, Benni, Simon, Daniel, Lorenz, Karla, Maik

23. Juli - Berching

Der heutige Morgen begann entspannt und mit viel Sonne. Nach dem Frühstück fuhren wir zum etwas zentraler liegenden Personenschiffanleger der Walhalla. Der Infostand wurde aufgebaut und los ging es mit der Infoarbeit. Kurz darauf fing unsere Crew an zu schrumpfen, denn Steffi und Floßhund Kiri mussten uns leider vorrübergehend verlassen. Maik machte sich auf den Weg zur Feuerwehr, um Seilschoner (in Form von Feuerwehrschläuchen) zu besorgen. Da die aussortierten Schläuche auswärts gelagert werden, wurde er sogar mit dem Feuerwehrauto chauffiert und hatte dabei viel Spaß. Dagmar und Aljoscha machten einen Ausflug zum Steinbruch, wo sie sogar ein Fossil gefunden haben und erst am späteren Nachmittag wieder zurückkehrten. Gegen Mittag hat uns auch Alex verlassen, der jedoch am Sonntag oder Montag bereits wiederkommt ;-) .  Anschließend leisteten alle Flößer weiter fleißig Infoarbeit und informierten die interessierte Bürger über Tücken der Atomkraft und Alternativen. Jule kümmerte sich derweil um einige organisatorische Angelegenheiten und verbrachte den Großteil des Tages an Handy und Laptop.
Gegen 17 Uhr verließen uns dann auch noch Kei und Punky, und so waren wir nur noch zu siebt.  Später kam dann das von Dagmar bereits angekündigte Gewitter mit Blitz und Donner und wir verkrochen uns unter den Planen unseres Floßes. Am Abend fuhren wir zurück in den Berchinger Yacht Club, aßen den Rest unserer Linsensuppe, verteilten die Aufgaben für den morgigen Tag und gingen außnahmsweise alle zeitig schlafen... fast alle!

Crew: Dagmar, Juri, Aljoscha, Jule, Benni, Simon und Maik

22. Juli - Berching

Früh weckt uns die Sonne und ein Schiff, dass mit Musik von der Schleuse ablegt. Ein paar "Mutige" (Verrückte?) verschaffen sich noch eben Abkühlung im Vorschleusenwasser (hmmm lecker) und dann sammeln wir die restlichen Klamotten und Leute zusammen (ein paar haben es sich in einer verlassenen Scheune gemütlich gemacht) und verabschieden den Lorenz, der mit dem Rad zurück nach Erlangen fährt. Jetzt aber los! Knapp dreißig Kilometer und einige Schleusen liegen vor uns, weswegen wir auch früher als gewohnt los müssen. Zum Glück ist das Wetter auf unserer Seite, die Sonne scheint aber macht uns auch nicht allzu träge.
Wir kommen nun auch am Scheitelpunkt des Kanals an, wo wir die nicht mehr ganz so fetten Schleusen haben, die jetzt wieder "zu Tal" gehen, wie der Flößer zu sagen pflegt. Trotzdem fühlen wir uns irgendwie wie in einem Horrorfilm, mit den ganzen knarzenden und quietschenden Geräuschen. Die Schleuser kennen kein Erbarmen- aus den Ritzen sprudelt das Wasser nur so hervor- hier ist echter Körpereinsatz gefragt. Aber  Profis wie wir sind, lassen wir uns auch dadurch nicht irritieren und nach der dritten Monsterschleuse langweilen wir uns schon fast.
Da wir an den Schleusen oft lange warten müssen, fährt Maik noch eben einkaufen, damit wir heute abend auch lecker Linsensuppe machen können. Unser Ziel ist Berching, ein niedliches kleines Städtchen, das wir trotz langer Schleusenwartezeiten mir nur einer Stunde Verspätung erreichen. Während eine Minicrew an Board bleibt, um sich um Abwasch, Kochen und Gäste zu kümmern, verbindet Alex eine Yachthafenbesichtigung (an dem wir heute abend liegen werden) mit einem Schlauchbootkurs für alle Interessierten. Nach einem leckeren Abendessen und anschließendem Pläääänum gibt es wieder eine Nachtfahrt in den Hafen, wo erstmal geduscht und sich bettfein gemacht wird. Da wir ziemlichen Platzmangel auf dem Floß haben, quartiert sich etwa die halbe Crew im Piratenspielplatzschiff ein.

Floßcrew: Alex, Aljoscha, Benni, Dagmar, Jule, Juri, Kei, Maik, Punky, Simon, Steffi, Floßhund Kiri

21. Juli - Roth

Heute haben wir eine richtig lange Fahrt vor uns. Wir schaffen es, einigermaßen früh aufzustehen, da kommt auch schon der erste Polizist. Er will unser Floß gar nicht mehr verlassen, aber als der Motor angeht, hüpft er doch wieder an Land. Er verspricht uns kleine Polizeikugelschreiber und andere gimmiks, und tatsächlich steht auf unserem Weg ein Kollege von ihm an Land, um uns eine Tüte mit Geschenkchen zu übergeben. Zwei Todesmutige fackeln nicht lange und springen ins Wasser, um das Present entgegenzunehmen.
Heute soll der erste schöne Tag werden- und er hält, was er verspricht. 30 Grad oder mehr sind es, die uns auf den Latz knallen. Die Schleusen werden immer höher und höher, die Abstände zwischen den Festmachern sind so groß, dass wir die Seile wechseln müssen. Sieht schon sehr professionell aus, was die Flößen da veranstalten. Nach einer besonders stressigen Schleuse beschließt die Crew dass Badespaß vor Hitzschlag geht und springt ins Wasser. Jetzt fühlen wir uns mal für eine halbe Stunde wie im Ferienlager, es wird geplanscht und gelacht. Durch das lange Warten an den Schleusen ("Berufsschifffahrt geht immer vor!") wird die Fahrt doch wesentlich länger als geplant, und wir kommen schon im Dunkeln an unserem Liegeplatz an- nun ja, wenn da denn ein Yachthafen wäre, wie im Buch vermerkt, und nicht erst noch einer gebaut werden müsste. Während uns eine Schwanenfamilie besucht, beraten wir ob wir weiter zu Schleuse fahren und dort übernachten. Es wird beschlossen, so zu handeln, da wir morgen auch eine sehr weite Strecke vor uns haben. Also die erste längere Nachtfahrt- Juri zeigt, was ein zukünftiger Vollfloß ist, sitzt mit Funke und Strahler am Bug und gibt den Ton an. Nach einem abenteuerlichen Anlegemanöver sind wir um 23 Uhr endlich da, ja, und nun fällt die Anstrengung des Tages von uns ab. Das während der Nachtfahrt gekochte Essen wird verspeist und wir kringeln uns vor lachen über die Ereignisse des Tages, über lustige Polizisten und abenteuerliche Schleusen. Erschöpft suchen wir uns an Land, Floß und in einer alten Scheune unsere Ruhestätten.

Floßcrew: Alex, Aljoscha, Benni, Dagmar, Jule, Juri, Kei, Lorenz, Maik, Simon, Punky, Steffi, Floßhund Kiri

20. Juli - Frauenaurach/Roth/Fürth

Früh sind wir heute Morgen kurz vor der nächsten Schleuse nahe Frauenaurach aufgestanden. Jule ist dann ziemlich schnell aufs Rad gestiegen und Brötchen für das Frühstück und die Fahrt einkaufen gefahren. Schon in der Schleuse entdecken wir sie, oben am Schleusenrand, uns zuwinkend. Bald sind wir dann auch schon in Fürth ...heute machen wir irgendwie Tempo! ...und verabschieden uns von Sophia, trotz des Versuchs, sie ans Floß anzuketten. Die restliche Fahrt ist regnerisch und windig. Alle fragen sich langsam, wo der Sommer denn geblieben ist. Und wo der Lorenz geblieben ist! Er wollte ja nach dem Fest in Erlangen zu Hause ausschlafen und mit dem Rad nachkommen. Vermutlich verhindert ihn das miese Wetter. Doch bald sehen wir schon die Glaspyramide in Nürnberg und die Sonne zeigt doch ihr Gesicht.  Maik ruft an...er wartet schon auf uns. Nach dem Anlegen in der Nähe des Passagierschiffes Neptun haben wir schon einen Termin mit dem Radiosender AFK MAX . Alex und Kei gehen mit dem Hafenmeister die Übernachtung klären und einige starten zum Einkaufen. Wir wurden außerdem sehr nett von einer Frau, die wir schon am Tag davor in Erlangen getroffen haben, mit gespendetem Essen aus dem Bioladen empfangen. Kei hat nun auch eine neue Mütze von ihr bekommen. :-) Unser Atommüllfass wird auch hier am Fahrradweg ausgepackt und Infomaterialien ausgestellt, während Lorenz fast an uns vorbeiradelt. Kurz danach ist der Christoph wieder da und fängt an, seine heißbegehrten Pommes zuzubereiten! Wir hören dann schon ein leises Pauchen und entdecken einen knuddeligen Seemann, der uns vom Wasser aus einen Besuch abstattet. Die Pommes bruzeln noch im Öl, aber der Christoph muss leider schon zum Zug los. Gegen Abend ziehen wir in den Sportboothafen um und Kei entdeckt einen Bootskater, der Jack heißt. Sie ist sehr davon begeistert und erzählt jedem_r mindestens dreimal davon. Abends treffen wir uns noch mit unserem Seemann, kriegen Besuch von Lorenz's Freundin Eva und fangen langsam an zu kochen. Danach wurde in geselliger Runde am Gartentisch mit anderen Reisenden geredet und diskutiert. Da das Wetter mittlerweile sehr schön geworden ist, entschließen sich einige von uns draußen im Freien zu schlafen ...aber misstrauisch sind wir schon ...eine Plane wurde trotzdem, sicherheitshalber, gespannt.

Crew: Kei, Sophia, Jule, Dagmar, Juri, Aljoscha, Steffi, Punky, Alex, Benni, Simon, Maik, Christoph, Lorenz

19. Juli - Erlangen

Wir wurden am Morgen schon wieder durch Regen und dunkle, boshafte Wolken geweckt. Trotzdem sind wir mit nur wenig Verspätung Richtung Erlangen losgeflösst. Bald kam aber dann doch die Sonne raus und alle haben sich unheimlich gefreut. Beine wurden ins Wasser rausgestreckt, es wurde gelacht und viele Fahrradler_innen wurden herzlich begrüßt. Ihrerseits haben uns viele Daumen in die Luft gestreckt. Bald waren wir dann auch in der Schleuse Erlangen und entdeckten Lorenz und seine Schwester uns zuwinkend am Uferrand...aber nicht bevor ein kleiner Unfall passiert ist. Punky’s Schuh fand das Wetter ebenfalls schön und beschloss sich spontan (noch in der Schleuse!) schwimmen zu gehen!! Alle waren einen Tick zu langsam, um den Schuh davon zu überzeugen, dass es nämlich verboten ist, in einer Schleuse baden zu gehen. Also ab ins Schlauchboot zur Rettung! Nun nach erfolgreicher Rettung (der Schuh war noch drinnen sogar trocken!) konnten wir alle weiterhin den vielen Leuten am Schleusenufer zuwinken. Bald danach kamen uns 5 DLRG (Deutsche Lebensrettungsgesellschaft-Wasserrettung) Boote entgegen und wer saß in einem von den Booten? Der Rolf, den wir vor einigen Tagen abgeschleppt hatten! Nach dem Anlegen kam er auch an Bord und wurde herzhaft von allen umarmt. Dann hat uns ein schwarz Vermummter mit RitterSport Schokolade beworfen...da war uns dann allen bewusst, dass es sich nur um unseren Sanitäterfreund Christoph handeln kann. Kurz danach kam uns noch mehr leckeres Essen entgegen...in Form von kleinen saftigen Äpfeln und Kirschen aus dem Garten von  unseren zahlreichen Empfänger_innen! Auch über gespendetes Wasser haben wir uns gefreut. Ziemlich schnell danach spaltete sich unser Crew in einer Stadt-Fraktion und einer Floß-Fraktion. Es gab heute nämlich ein kleines, feines alternatives Straßenfest in Erlangen und wir wollten zusammen mit Lorenz und seinen Freunden aus dem Jugendhaus Erlangen einen Infotisch machen. Also schwuppdiwupp war unser Atommüllfass und unsere Infomaterialien in dem Fahrradanhänger und Jule, Sophia, Kei, Lorenz und Carla (LoLo’s Schwester ;-) ) radelten los. Noch bevor wir fertig aufbauen konnten kamen schon Leute ans Fass. Viele waren besonders froh über den Flyer zu den vier von RobinWood empfohlenen Ökostromanbieter. Festbesucher_innen aus allen Altersgruppen haben Flyer und Aufkleber genommen und mindestens 7 Leute hatten fest vor, den Stromanbieter zu wechseln. Wir haben auch RobinWood-Mitglieder und Passanten, die schon Ökostrom beziehen, kennengelernt. Sogar ein kleiner Pirat kam uns besuchen und wir knipsten fleißig Bilder von ihm und unserer Piratin Jule ab. Eine sehr nette Frau hat sich besonders gefreut, dass wir auf dem Fest waren, weil sie das Floß schon letztes Jahr in Hamburg gesehen hat und seitdem fleißig unseren Ökostrom-Flyer austeilt. Fanden wir klasse! Kurz nach dem Gespräch kam sie wieder und hat uns sogar Essensgeld gespendet. J Irgendwann kam auch Alex zum Fest und machte mit. Der Infostand lief weiterhin sehr gut und es gab viele gute Gespräche. Viele wollten sich auch auf dem Weg zum Kanal machen, um das Floß zu besuchen. Während der Zeit gab es tatsächlich regen Besuch am Floß trotz der Entfernung zur Innenstadt. Es kamen viele Kinder mit ihren Eltern...auf dem Floß war für alle etwas zu entdecken. Gegen 22 Uhr haben wir den Infostand abgebaut, uns von Lorenz verabschiedet und Jule, Sophia und Kei sind mit dem knallgelben Fass wieder aufmerksamkeitserrengend durch die Stadt geradelt. Alex blieb vorerst zurück, um ein wenig an der Streckenplanung zu planen (offenes WLAN). Als die drei aber zum Floß zurückkamen, war der Alex auf wundersamer Weise doch schon seit einer halben Stunde da! Ob sie sich denn so übel verfahren hatten? Nun nichts wie los zum Hafen in Frauenaurach. Über die ruhige 2km lange Nachtfahrt haben sich alle gefreut und Juri und Aljoscha sind schon auf der Fahrt eingeschlafen. Nach dem Ankommen waren alle froh, sich nach dem aufregenden Tag in die Schlafsäcke zu werfen und eine Runde zu schlafen. Morgen steht uns nämlich eine lange Fahrt nach Nürnberg bevor!

Crew: Steffi, Kei, Jule, Sophia, Alex, Dagmar, Juri, Aljoscha, Benni, Simon, Christoph, Punky 

 

18. Juli - Forchheim

Total zerknautscht sind wir heut früh unter unseren Planen vorgekrochen...es hat die ganze Nacht geregnet und regnet immernoch! Nachdem wir wieder einigermaßen trocken waren, kamen auch schon die ersten Besucher aufs Floß. Nette Menschen vom Bund Naturschutz bringen uns eine Kiste voll mit leckeren Sachen und Sojamilch, welche Kei dann sofort zu leckeren Pancakes verarbeitet! Noch während des Frühstücks kümmern sich Janine und Jule um die Presse und einige Mitglieder unserer Crew ziehen mit nem dicken Knäuel los zur benachbarten Brücke. Die Grüne Jugend bringt uns selbstgepressten Apfelsaft und wir laden sie spontan auf eine kleine Floßrundfahrt ein. Jetzt hängt auch das große Banner an der Brücke und wir machen vom Schlauchboot aus schöne Fotos. Unsere Fahrt führt uns auf einen kleinen Nebensee...ganz schön eng war's unter der alten Steinbrücke!

Der Nachmittag vergeht mit viel Regen und Infoarbeit am Floß. Ausserdem ziehen Steffi und Punky mit unserem Atommüllfass und Infomaterial zum Sportfest los, welches ganz in der Nähe veranstaltet wird! Sophia, Alex und Jule gönnen sich währenddessen eine Floßauszeit und gehen Capuccino trinken. Weil die Sonne sich heut nicht hat sehen lassen und unsere Akkus leer sind gehen wir mit kompletter Büroausrüstung zum Sportboothafen duschen und lassen uns dort sehr viiiiiieeeeel Zeit....3 Stunden dauert es bis alle Mails gelesen und verschickt und alle Computer, Handys, usw. mit neuem Strom versorgt sind!

Crew: Kei, Sophia, Dagmar, Juri, Aljoscha, Jule, Janine, Alex, Punky, Simon, Benni, Steffi
 

17. Juli - Forchheim

Nach einer netten Verabschiedung von den Leuten vom Wasser- und Schifffahrtsamt, legen wir in Neuses ganz entspannt ab – bis Forchheim haben wir heute nur 5 km vor uns.

Die Fahrt verläuft reibungslos – und als wir an der Schleuse Forchheim ankommen, ist es ein ganz neues Gefühl zu wissen, mit wem wir gerade funken und welche Knopfdrücke die Person nun betätigen wird. Mit offenen Augen entdecken wir nun auch die Kameras, deren Aufnahmen wir in der Fernsteuerzentrale am Tag zuvor sehen konnten.

Heute sind wir einmal ein paar Leute weniger und es herrscht etwas mehr Ruhe und Bewegungsfreiheit auf dem Floß.

Als wir in Forchheim anlegen, werden wir von einer Delegation von der Naturstrom AG mit Kuchen und Kaffee empfangen – sehr nett und sehr lecker!

Dann brechen Jule, Kei und Sophia zum Einkaufen im Bio-Markt auf, wo wir wieder eine Gemüsespende bekommen.

Währenddessen trifft Dagmar mit ihren zwei Jungs wieder auf dem Floß ein.

Gegen Abend bekommen wir Besuch vom Bund Naturschutz in Forchheim und einigen weiteren Interessent_innen, die alle hochmotiviert sind, uns mit weiteren Lebensmitteln zu versorgen – richtig schön ist es hier.

Was auch gegen Abend kommt, ist ein ordentlicher Regen, der uns die Nacht vernässt. Unsere Dachplane ist nicht überall dicht und an den Solarmodulen läuft eifrig das Wasser auf Deck und raubt uns den Schlaf. Mitten im Regen verstärkt sich unsere Floß-Besatzung völlig durchnässt um Benni und Simon. Und dann verkriechen sich alle unter Schlafsäcken und Planen, um ein bisschen trockenen Schlaf zu finden.

Crew: Steffi, Sophia, Christof, Kei, Janine, Punky, Alex, Jule, Dagmar, Juri, Aljoscha, Benni und Simon

 

16. Juli - Neuses

Heute morgen hat es eine ganze Weile gedauert, bis wir losgekommen sind, obwohl wir alle schon gegen 9 Uhr wegen der Hitze aufgestanden sind – gegen 12.30 Uhr haben wir in Bamberg abgelegt. Steffi und Alex sind erstmal in Bamberg geblieben und erst abends in Neuses wieder zu uns gekommen.

Die nächsten fünf Stunden waren wir also die erste Etappe auf dem Main-Donau-Kanal unterwegs. Doch etwas ungewöhnlich das Lenken völlig aufzugeben (schnurgerader Kanal) und kurz nach der Abfahrt schon die Kennzeichnung der kommenden Schleuse vor uns zu sehen und ihr doch noch eine Stunde entgegenzutuckern.

Zwischenzeitlich gingen wir im Kanal baden und setzten Lorenz mitsamt Fahrrad kurz vor der Schleuse Strullendorf ab, mit dem Versprechen, uns in Erlangen wieder besuchen zu kommen. Dann sahen wir schon Hirschaid, wo wir unseren Besucher aus Bamberg mit dem Schlauchboot absetzten.

Gegen 17.30 Uhr legten wir in Neuses an und wurden von den Mitarbeitern des Wasser- und Schiffahrtsamtes Nürnberg, die uns zu Bier, Toilette, Dusche und einer Führung durch die Fernsteuerzentrale einluden, empfangen. Martin verabschiedete sich und nahm Paddy, Ballak, und Christian mit, erstere beiden auf direktem Wege zum Wendland-Camp.

Während Kei Abendessen kochte, bekamen wir Besuch von Martin und Hannes, mit denen wir die „Fernsteuerzentrale“ besichtigen gingen: Von dort aus werden die Schleusen von Bamberg bis Erlangen am Kanal bedient. Auch wie das nebengelegene Wehr funktioniert wurde uns erklärt.

Gegen 22 Uhr kamen Steffi und Alex wieder am Floß an und wurden gleich mit warmen Abendessen begrüßt.

Um 22.30 kam Janine am Bahnhof in Eggolsheim an. Jule und Punky holten sie mit dem Rad ab. Danach gabs noch eine ziemlich verspätete Geburtstagsparty für Alex und Jule mit Kindersekt und Rotkäppchen...

Mit einigem Orgakram, Photos aussuchen, Logbuch schreiben etc. ging der Abend zu Ende.

Crew: Steffi. Jule, Kei, Lorenz, Martin, Alex, Punky, Ballak, Paddy, Sophia, Christof, Christian, Janine

 

15. Juli - Bamberg

Heute um ca. 7 Uhr geht’s für den Ersten schon früh los: Daniel verlässt das Floß.

Dadurch gibt’s aber auch mehr Platz auf dem Floß, das mittlerweile nur noch mit 6 Menschen bestückt ist. Zusammen mit Alex und Steffi, die im Zelt geschlafen haben, sowie Ballak, die im Baum geschlafen hat, sinkt unsere Besatzung somit auf 9 Menschen. Doch das macht nichts, denn bald nach Kei’s und Lorenz Pfannkuchenfrühstück – richtig richtig lecker! – kommt auch schon Sophia als Verstärkung.

Aber es bleibt keine Zeit zum faulenzen, denn sofort kommt Besuch: Von Presse über „normale Passant_innen“ bis zu den Kindern ist alles dabei. Und diese wollen auch versorgt werden. So fahren Alex und Punky mit den Kindern Schlauchboot.

Nachdem sich der morgendliche Tumult gelegt hatte, geht’s los mit dem Floß! Eine Floßrundfahrt lockt neue Besucher an.

Auch unsere Freunde in Grün fehlen nicht. Doch dieses Mal ist es nicht die Polizei, sondern die Naturstrom AG.

So gab es ein fröhliches Beisammensein mit Kiwis.

Gegen Abend kommen unsere jüngsten Fans wieder: 2 Kinder aus der Gegend bringen Wasser, Muffins, Melone und Gummibären mit und schauen sich unser Floß und unsere Flößer noch einmal ganz „privat“ an. Das Ganze endet dann in einem Gurkengefecht!

Außerdem kommt auch noch Christof, somit ist unsere Crew mehr als je zuvor bereit, den Main-Donau-Kanal zu erobern. Gegen Abend veranstalten Sophia und Punky noch eine Gedichtelesung mit Kästner und Enzensberger. Jule, Ballak und Paddy beglücken den Rest auch noch mit Geyerleier und Gitarrenmusik. Außerdem kehren Alex und Steffi von einer Diskussions-Veranstaltung zum Thema Nationalpark Steigerwald zurück.

Crew: Steffi. Jule, Kei, Lorenz, Martin, Alex. Punky, Ballak, Paddy, Sophia, Christian, Christof

 

14. Juli - Bamberg

In der Nacht regnete es in Strömen, wir blieben aber eigentlich alle davon verschont. Bereits am morgen haben die Yachthafenbetreuer uns eine Zeitung mit dem Floß auf der Titelseite zurecht gelegt.
Das ist ein guter Start in den Tag und gegen 10 Uhr fahren wir los Richtung Bamberg.
Auf dem Weg dorthin überreicht uns die Wasserschutzpolizei im Käscher die Kopie eben jenes  Artikels über unsere Aktion. Wir scheinen also im doppelten Sinne in der Region angekommen zu sein.
Die Fahrt verläuft relativ ruhig, nur eine Schleuse hält uns kurzfristig auf. Einige Meter höher schippern wir dann nach Bamberg an die Löwenbrücke. Hier begrüßt uns auch schon „die Linke“ fahnenschwenkend.
Von dem versprochenen Anleger finden wir hier nicht viel, aber wir bauen uns einfach selbst einen Steg. So kann auch die Journalistin, die auf uns wartet, an Bord und alles aus nächster Nähe betrachten.
Auch Kei und Lorenz warteten schon auf uns und werden herzlich begrüßt. Wir bauen den Infostand auf und bereiten auch gleich ein Schnupperklettern vor.
Als wir Einkaufen gehen beschenkt uns der Bioladen reichlich, um uns im Streit gegen die Atomenergie zu unterstützen - Kiwis für alle und zwar umsonst – lautet das Motto.
Viele lassen es sich auch nicht nehmen, abends einen Abstecher in die Altstadt zu machen. Alles in allem ein gelungener Tag, den wir am Floß ausklingen lassen.

Crew: Steffi, Jule, Alex, Christian, Paddy, Ballak, Martin, Daniel, Kei, Lorenz, Punky

13. Juli - Zeil/Eltmann

In Zeil geben wir einem Jornalisten der lokalen Presse ein Interview. Der Journalist möchte erfahren, welche Frage er an Sigmar Gabriel im Namen von uns richten könnte, da er nächste Woche einen Interviewtermin mit dem Umweltminister hat. „Er soll doch mal erklären, was die SPD in den letzten Monaten ihrer Regierungsverantwortung tut, um zumindest die schrottigsten Reaktoren für immer abzuschalten?“, schlägt Alex vor, der gerade an Bord gekommen ist. Auf die Antwort sind wir aber mal gespannt.
Günter Liebert, ein Energieberater, kommt uns noch mit seinem Elektroauto besuchen. Wir fahren Probe und lassen uns dass Mobil zeigen – ein schönes Stück Technik – so lange es nicht von Atomstrom gespeist wird. Damit zu fahren macht Spass und ist ein Mittelding zwischen Liegefahrrad und Autoscooter.
Die Fahrt mit dem Floß führt uns am landschaftlich sehr schönen Rand des Steigerwaldes entlang uns umgeben also wunderbar bewaldete Hänge. Wir wechseln uns am Ruder ab. Das Wetter ist blendend und die Sonne lädt unsere Batterien über die Solarpanels voll.
Ein Vertreter der Wasserschutzpolizei (WaschPo) setzt zu uns, in unserem Schlauchboot, über und gibt uns noch Tipps für den Main-Donau-Kanal.
Gegen 15 Uhr erreichen wir Eltmann. Dort liegen wir direkt am Mainuferradweg und beraten viele vorbeikommende Menschen.
Abends setzen wir in den Yachtklub über, um in Ruhe zu schlafen, dort gibt es wieder leckere Linsensuppe.

Crew: Steffi, Jule, Punky, Christian, Ballak, Paddy, Alex, Daniel, Martin

12. Juli - Haßfurt

Heute sind wir früh aufgestanden, denn es gilt den Flohmarkt in Haßfurt nach einem kleinen Topf, einer Spülschüssel, einer Kanne und einer Pfanne für das Floß zu durchsuchen. Eine Pfanne gab es leider nicht, dafür aber neben diversen Kleinkram auch einen neuen Teddy für Punky.
Pünktlich um 12 Uhr geht es dann trotzdem, auch ohne Pfanne in Richtung Zeil, wo wir dann im etwas abseitigen „Industriehafen“ liegen.
Manfred Husslein von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratamtes Haßberge empfängt uns...später treffen sich Janine und Jule mit ihm im Biergarten, wo er ihnen unter anderem von dem LIFE-Natur-Projekt Maintal erzählt. Mit diesem Projekt, sollen im Rahmen von Natura2000 zahlreiche Lebensräume, Pflanzen- und Tierarten am Main erhalten bleiben.

Zwischenzeitlich besuchen uns einige Menschen (ältere Ehepaare, Eletern mit Kindern), denen wir das Floß zeigen und über Ökostrom und Atomkraftwerke diskutierten.
Martin kommt aufs Floß und löst somit Janine ab, die uns leider verlassen muss.
Außerdem gehen Paddy und Stefan noch auf das bis in Dänemark bekannte Weinfest in Sand am Main, um dort Infoarbeit zu leisten. Den Infostand dürfen sie leider nur vor dem Festplatz aufbauen, Flyer verteilen sie trotzdem jede Menge.
Zu guter Letzt gibt es abends Linseneintopf - Lecker!

Crew: Stefan, Steffi, Jule, Janine, Ballak, Paddy, Martin

11. Juli - Haßfurt

Relativ früh gehts los, weil wir bis Haßfurt noch einiges zu tun haben. In Obertheres lassen wir das geschleppte Sportboot liegen, gar nicht so einfach in dem relativ engen Yachthafen - Stefans Fahrkünste werden hoch gelobt.
Janine kommt aufs Floß und übernimmt sofort das Ruder.
In Haßfurt angekommen, kommen Ballak und Paddy an Bord, wo sie, wie die restliche Crew, von der Haßfurter Wasserschutzpolizei in Empfang genommen werden. Diese verabschiedet sich jedoch bald wieder, und wir werden vom "Linken Bündnis Haßberge" begrüßt.
Darauf verabschieden sich Rolf,  Ilse und Tobias (nochmal vielen Dank für all eure Hilfe).
Nachdem der Stand aufgebaut ist, geht Steffi einkaufen und bringt Kuchen mit!
Nach dem Plenum, dass von einem kurzen Regenschauer unterbrochen wurde, kommt auch nochmal die Städtische Polizei vorbei, und weist uns beim Abschied auf ihre Umweltschutzbemühen - also ihre Solaranlage – hin. Stefan und Ballak holen noch Wasser aus dem Naturfreunde-Haus Haßfurt. Und am Abend gibt es zum dritten mal in Folge Nudeln mit Tomatensoße.
Der Sonnenuntergang taucht den Hafen und uns in wundervolles Licht...die Gitarre wird ausgepackt und Jule singt depressive Lieder.

Floß-Crew: Ballak, Janine, Jule, Paddy, Stefan, Steffi

10. Juli - Untereuerheim

Heute solls losgehen nach Untereuerheim. Punky und Janine müssen uns verlassen, wollen aber bald wieder kommen. Wir pflücken noch ein paar Kirschen und los gehts - oder doch nicht? hmm, unsere Batterie vom Motor ist alle. Eine Weile probieren wir herum, dann zieht eine Delegation los um eine neue Batterie zu kaufen. Natürlich haben unsere Freunde der WaSchPo das Geschehen beobachtet und "eilen" uns zur Hilfe. Sogar ein Streifenwagen wird angefordert, um Starthilfe zu geben.
Jetzt aber los, schnell noch ein Polizeimützenfoto gemacht und ab geht die Post.
Unterwegs fährt ein Sportboot an uns vorbei - kommt aber nicht weit. Überraschung: Sie haben Probleme mit ihrem Motor. Sie machen an uns fest und wir schleppen sie mit.
Unsere Fahrt wird dadurch etwas verlangsamt, die nette zusätzliche Gesellschaft gleicht das aber vollkommen aus - und die Flasche Rotling, die wir als Dankeschön bekommen. Wir beschließen, gemeinsam im Oberwasser der Schleuse anzulegen, da es in Untereuerheim für unser Riesengefährt nicht die passende Anlegemöglichkeit gibt.
Alles wird zusammengeschmissen, und mit Ilse, Rolf und Tobias essen wir zu abend und fallen nach einem ereignisreichen Tag nur noch ins Bett.

Floßcrew: Daniel, Jule, Stefan, Steffi, Ilse, Rolf, Tobias, Floßhund Kiri

9. Juli 09 - Schweinfurt

Am Morgen kommen unsere Freunde von der örtlichen Polizei und bringen uns die aktuelle Schweinfurter Zeitung mit unserem Floß auf dem Titelblatt und einem Artikel über die Aktion gestern auf dem Marktplatz. Am Ende des Tages werden wir 3 von diesen Exemplaren haben.
Jule, Punky, Janine, Andreas, Jan und David machen sich mit dem Atommüllfass auf dem Weg in die Stadt, um dort einen Infostand aufzubauen. Besuch bekommen sie unter anderem vom Ordnungsamt und einem älteren Herren, der zum Abschied den Finger hebt und beschwörend ruft: "Ihr Frauen werdet immer die unterlegenen sein!" Vor Jule scheint er trotzdem irgendwie Angst zu haben...
Wieder zurück auf dem Floß versuchen wir es mal auf die lustige Tour: Jule hat sich als Clown verkleidet und zieht die Blicke der Passanten auf sich.
Andreas, Jan und David gehen von Bord - unsere Crew schrumpft.
Stefan bastelt das Windrad fertig und einen Aufsteller für die Plakate.
Am Abend richtet Punky einen Twitter für das Floß ein, auf dem ihr noch viel aktueller mitverfolgen könnt, was grad so bei uns abgeht: http://twitter.com/Flosstour2009

Die Häschen sind ganz begeistert von Jules Gitarrenspiel und haben sich im Halbkreis um uns aufgebaut, um andächtig zu lauschen...

Floßcrew: Janine, Jule, Punky, Stefan, Steffi, Floßhund Kiri

8. Juli 2009 - Grafenrheinfeld - Schweinfurt

Wie geplant fahren wir gegen 08:30 Uhr in Garstadt los.
Wie es sich gehört, werden wir vor dem AKW Grafenrheinfeld gebührend empfangen: Sage und schreibe 5 WaSchPo-Boote, mehrere Polizeiautos und -wannen, Scheinwerferwagen und sogar Taucher (hört hört!) warten auf uns. Der Polizeikameramann hat auch einen super schicken Schirm am Start...
Recht haben sie, gefährlich sind wir. Immerhin stehen zwei Aktive über dem Kühlwasserabfluss des AKWs und halten ein Banner mit der Aufschrift "Mal richtig abschalten! Atomkraft - Nein Danke" hoch, welches unserem Floßtransparenten verdächtig ähnlich sieht...
Ein willkommener Fototermin für unseren Fotografen Punky, der aus dem Schlauchboot dokumentiert. Dagmar kümmert sich um Szenen für den Floßfilm und schwingt die Videokamera. Wer jetzt noch behauptet, bei Rowo-Aktionen könnte es regnen, wird wiedermal eines besseren belehrt - nach morgentlichem Dauerniesel wird es just in diesem Moment trocken und ein frischer Wind strafft das Transparent - Sonnenschein war angesichts der AKW-Szenerie auch nicht zu erwarten. Wir bekommen noch Geleitschutz von einem Böötchen und auch auf den folgenden Brücken sind Blaulichter zu sehen. Gegen 11:00 Uhr sind alle wieder an Bord.
2 Stunden später kommen wir an der Gutermann- Promenade an, wo schon unsere persönlichen Aufpasser auf uns warten. Auch die Schweinfurter sind begeistert: "So ein Aufstand, für 4 Kinder und 7 Erwachsene!" Von nun an wird uns nämlich aus 50m Entfernung ein Zivilpolizeiteam observieren. Wir bringen ihnen Infomaterial, damit es nicht so langweilig wird - vielleicht wechselt der eine oder andere bayrische Polizist ja doch zu einem Ökostromanbieter. Übrigens: Der Hubschrauber gestern Nacht scheint tatsächlich für uns gekommen zu sein. WAAAAHNSINN!!!
Zu unserer Begrüßung gibt es auch am Marktplatz eine Störfallsimulation mit unserem Styropor- AKW und anschließend besucht uns auch die ansässige Bürgerinitiative. Wenn es mal nicht regnet verteilen wir Infomaterial an Passanten und zum Schluss stauben wir sogar noch eine gelbe Atommülltonne ab, die jetzt den Weg ziert und einen dekorativen Infotisch abgibt. Nach einem netten Schwatz mit den zivilen und den uniformierten Beamten können wir den Tag langsam ausklingen lassen. Stefan, Ute und Steffi übernachten im "Hotel" der BI in bequemen weichen Federbettchen. Alex, Dagmar und ihre Jungs Juri und Aljoscha mussten uns leider verlassen.*wink*

Floßteam: Andreas, David, Jan, Janine, Jule, Punky, Stefan, Steffi, Ute, Floßhund Kiri

7. Juli 2009 - Wipfeld

Start zur Floßtour 2009

Der große Tag ist da: Nach einem arbeitsreichen Aufbautag bereiten wir die letzten Kleinigkeiten vor, dann kann das Floß auf den Main und die Menschheit erneut losgelassen werden. Die eine oder andere Kiste wird noch sortiert, alles findet seinen Platz auf - schon haben wir in Rekordzeit (zugegeben: auch mit vielen Helferleininchens) das Floß klar gemacht. Jule ruft an - "Wartet auf mich!" - und um 16:15 Uhr startet die ROBINA WALD II in Richtung Passau mit ihrem ersten Ziel: Garstadt.
Kei, die beim Aufbau mitgeholfen hat und mit dem Versprechen zurückbleibt, zum Pancakes backen wieder zu kommen, winkt uns zum Abschied.
Stefan, Steffi und Floßhund Kiri fahren nicht mit, sondern mit dem Auto nach Schweinfurt um einiges einzukaufen.
Nach 500m fällt Christoph ein, dass eins der Floßfahrräder fehlt und fährt mit dem Schlauchboot mit Juri, Aljoscha und Jan im Schlepptau, selbiges zu holen.
Gegen 18:15 erreicht das Floß den Yachtclub Garstadt - das wunderschöne Panorama des AKWs Grafenrheinfeld berührt nicht nur uns. Herzlich und aufwendig werden wir empfangen - allein 4 WaSchPo- Boote beehren uns mit ihrer Anwesenheit. Bei einem Kurzausflug auf dem Main Richtung AKW mit dem Schlauchboot und einem rasanten Überholmanöver (alle Achtung!) schwappt eine Welle (der Empörung ?!) in das ROWO- Beiboot und durchnässt die aufrichtigen Umweltschützer.
Unser Anliegen stößt auch im Ort auf offene Ohren. Andreas stattet dem Naturlandbauernhof direkt gegenüber des AKWs einen Besuch ab - und bringt auch gleich fette Beute (6kg Kartoffeln) für´s Abendbrot mit.
Inzwischen bekommt das Floß auch Besuch von der bayrischen Landespolizei, wodurch Sophia Gelegenheit bekommt ihr "Polizeimützenfotosammlung" zu erweitern. Nochmals vielen Dank! :p
Abends finden wir uns nach einem heftigen Regeschauer (nach 3 min. ist das Floß dicht, hier zeigt sich die Erfahrung der Flößer) zur Arbeitsbesprechung und zum Abendbrot zusammen und bewundern die schön rosa beleuchteten Kühltürme.
Einige schlafen auf dem Floß, andere im Zelt, aber alle wachen nachts von dem Polizeihubschrauber auf, der über uns kreist. Ob das was mit uns zu tun hat? Vielleicht finden wir es noch heraus...

Floßcrew: Alex, Aljoscha, Andreas, Christoph, Dagmar, David, Jan, Jule, Juri, Punky, Stefan, Steffi, Sophia und Floßhund Kiri
 

6. Juli 2009 - Wipfeld

Floßaufbau in Rekordzeit

Wir hatten uns schon gestern Abend in Wipfeld eingefunden, um früh morgens gleich am Start zu sein, wenn das Floß angeliefert wird.
Morgens um 6.30 kam Peter mit dem LKW an der Fähre Wipfeld an. Es regnete in Strömen und so luden wir erst um 8.30 ab.
Alles lief glatt, wir parkten die Robina Wald II im idyllischen Sportboothafen 500m weiter und fingen gleich mit dem Aufbau an.
Mit so vielen Leuten ging es schnell: wir waren schon am Nachmittag fertig. Das gabs noch nie!

Mit dabei: Alex, Aljoscha, Andreas, Christof, Dagmar, David, Jan, Juri, Kei, Punky, Sophia, Stefan, Steffi, Hund Kiri