Energie
Versorgungslücken ohne Atomenergie?
Wird es nicht geben! Erfahren sie mehr in diesem Kommentar (PDF) Die Lichter gehn' nicht aus!
Die Erneuerbaren Energie können mehr als die Bundesregierung anstrebt. Hier erfahren sie was möglich ist (PDF): Alles Erneuerbar
Mehr als nur Kraftwerke...
Vor allem zwei Ziele werden im allgemeinen mit Blick auf die Energieversorgung in einen Zusammenhang gestellt: Sie soll sicher und preisgünstig sein. Mindestens ebenso wichtig ist aber die Effizienz sowohl bei der Erzeugung als auch beim Verbrauch.
Erzeugung und Verteilung
Die Stromerzeugung ist unmittelbar mit der Stromverteilung verbunden. Beide Seiten sind nicht unabhängig von einander. Je nachdem, wie der jeweilige Kraftwerkspark strukturiert ist, stellen sich andere Anforderungen an die Verteilung des Stroms über die Stromnetze.
Ein Kraftwerkspark, in dem es vor allem große zentrale Kraftwerke gibt, erfordert eine andere Netz-Struktur, als ein System mit vielen dezentralen Anlagen (z.B. Windenergie). Die Sicherheit der Stromversorgung hängt also dann einerseits von der ausreichenden Bereitstellung von Kraftwerksleistung sowie der Art der Erzeugung (wenige große - viele kleine Kraftwerke) und der jeweiligen Netzstruktur andererseits ab.

Angesichts der Klimaentwicklung geht der Ausbau der Erneuerbaren Energien voran. Heute liegt ihr Anteil bei rund 17 Prozent und bis zum Jahr 2020 soll dieser Anteil mindestens auf 30 Prozent steigen. Unter Klimagesichtspunkten ist ein höherer Anteil unbedingt notwendig und auch wirtschaftlich möglich. Diese dezentralen Erzeugungsanlagen führen auch zu neuen Anforderungen an das bestehende Stromnetz. Es muß dringend umgebaut werden, um den Strom aus den vielen kleinen Anlagen sinnvoll aufzunehmen und weiter zu leiten. Eine Aufgabe, der die bisherigen Eigentümer, die großen Stromkonzerne E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW, im besten Fall mangelhaft nachkommen. Diese Konzerne, die vor allem große Kraftwerke betreiben, sind zwar per Gesetz verpflichtet, ihre Netze für die Aufnahme der Erneuerbaren Energien bereit zu stellen und also entsprechend auch auszubauen. Doch das ist nicht geschehen. Mehr Informationen hier.
Ausreichende Stromerzeugung
Ein zweiter Aspekt der Stromversorgung ist die ausreichende Erzeugung, um den Strombedarf sicherstellen zu können. Dem jeweiligen "Verbrauch" muß eine entsprechende Leistung erzeugtem Stroms gegenüber stehen.
Da die Investitionen vor allem in größere Kraftwerke extrem hoch sind, ist eine sichere Prognose über den künftigen Stromverbrauch von Bedeutung. (Auch hier bieten kleine kostengünstige Technologien entscheidende Vorteile.) Um die Verlängerung der Restlaufzeiten ihrer Atommeiler und den Neubau von über 20 neuen Kohlekraftwerken zu rechtfertigen, werden die großen Stromkonzerne derzeit nicht müde, das Risiko einer Versorgungslücke an die Wand zu malen. Ein Risiko, das selbst das Umweltbundesamt für nicht gegeben ansieht. Mehr dazu hier.
Energie-Effizienz bei Erzeugung ...
Von großer Bedeutung sind aber auch weitere Aspekte, die sich auch auf die Preise auswirken: Die Effizienz der Stromerzeugung (Wirkungsgrad) ebenso wie die Effizienz der Anwendung (Energiesparen).
Große Kohle- und Atomkraftwerke erreichen heute lediglich Wirkungsgrade zwischen 35 und ca. 55 Prozent. Das ist der Anteil, der zu Strom umgewandelt wird. Der "Rest" ist Wärme, die meist ungenutzt über Kühltürme an die Atmossphäre oder mit dem Kühlwasser direkt in die Flüsse geleitet wird. Diese sogenannten Kondensationskraftwerke (Kohle oder Atom) stellen also eine enorme Ressourcenverschwendung dar. Eine wesentlich bessere Bilanz würde sich ergeben, wenn die Kraftwerke in sogenannter Kraft-Wärme-Kopplung betrieben würden. D.h. Wärme und Strom werden gleichzeitig erzeugt und genutzt. So lassen sich Wirkungsgrade von über 80 Prozent erreichen.
Dies ist aber nur machbar, wenn es in der Nähe des Kraftwerks auch Abnehmer für die Wärme gibt. Über Fern- oder Nahwärmeleitungsnetze kann dann die Wärme zum Beispiel für Heizungen bereit gestellt werden. Dafür müssten diese Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) aber möglichst dicht an z.B. Wohnsiedlungen oder auch kleineren Gewerbegebieten gebaut werden. Je größer aber die Kraftwerke geplant werden, desto schwieriger wird das. In der nähe von großen Atom- oder Kohlekraftwerken wohnt meist niemand.
Eine ressourcenschonende und sichere Energieversorgung über Kraft-Wärme-Kopplung ist ökologisch mehr als sinnvoll. Doch die großen Stromkonzerne blockieren aus wirtschaftlichen Interessen diese Technologie. Für diese Konzerne läßt sich durch die getrennte Erzeugung von Wärme und Strom einfach besser verdienen.
... und Anwendung
Auf der Seite der Energieeinsparung ist es nicht nur die Energie-Sparlampe, die deutlich macht, dass es nicht nur darum gehen kann, soviel Strom wie möglich zu erzeugen. Es geht darum, die Energieeffizienz möglichst zu optimieren. Energiesparende Haushaltsgeräte oder die Abschaffung der Stand-By-Schaltungen würden zu einer deutlichen Senkung des Stromverbrauchs führen - und umso weniger Atom- oder Kohlekraftwerke wären nötig. Ebenso in der Industrie und im Gewerbe. Der Einsatz energiesparender Produktionstechniken und -maschinen würde dazu führen, dass der Bedarf an installierter Kraftwerksleistung sinken könnte - eine Wohltat für das Klima.

