Castor 2011

Der Castor 2011 wird am 24. November aus dem französischen La Hague in Richtung Atommüllzwischenlager Gorleben starten. Es wird der 13. Atomtransport dieser Art sein.

Um die Castortransporte in diesem Jahr hat es in den letzten Monaten erneut heftige Kontroversen gegeben. Die für die Radioaktivitätsüberwachung zuständigen Behörden in Niedersachsen hatten festgestellt, dass die Strahlenwerte am Zwischenlager höher als bislang gedacht waren und beinahe die zulässige Jahresdosis schon überschritten wäre. Vor diesem Hintergrund wäre eine weiterer Atommülltransport nach Gorleben nicht mehr zulässig gewesen. Vom Umweltministerium Niedersachsen in Auftrag gegebene weitere Untersuchungen kommen nun aber zu dem überraschenden Ergebnis, dass die zulässigen Grenzwerte auch nach dem Castor 2011 nicht überschritten würden. Die Diskussion über diese Messungen hält bis heute an.

Weitere aktuelle Informationen zum Castor hier.

Im Zusammenhang mit dem Castor 2011 ist auch die Debatte um das so genannte Endlager im Salzstock Gorleben bedeutsam. Siehe dazu Gorleben.

CASTOR 2010

Am 5. November 2010 starten im französischen La Hague 11 Behälter mit hochradioaktiven Glaskokillen mit dem Ziel Transport-Behälter-Lager Gorleben (TBL-G). Es handelt sich um den 12. und vorletzten derartigen Transport aus Frankreich. Ab 2014 sollen aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield in England weitere Castor-Transporte per Schiff, Bahn und Straße stattfinden und drei Jahre später abgeschlossen sein.

 

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat im Mai diesen Atommülltransport aus der französisc hen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in das Zwischenlager Gorleben genehmigt. Die Genehmigung ist bis zum 31. Dezember diesen Jahres befristet. Das Transportunternehmen ist die »Nuclear Cargo + Service». Transportiert werden dürfen der Genehmigung nach elf Castor-Behälter der Typen HAW 28M (10 Behälter) und TN85 (ein Behälter), die mit in Glaskokillen eingeschmolzenem hochradioaktivem Müll beladen sind. Mehr über die Behälter!

Neben dem deutschen Transport- und Lagerbehälter vom Typ HAW 20/28, kam im November 2008 erstmals der Behältertyp TN 85 der französischen Firma TN International zum Einsatz. Der TN 85 wurde erforderlich, weil die jetzt angelieferten HAW-Kokillen aufgrund des stärkeren Abbrands der Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken, aus deren Atommüll die Glaskokillen gefertigt wurden, heißer als die bisher ins Zwischenlager Gorleben angelieferten Abfälle sind. 

Strahlengefahren

Neben der Gamma-Strahlung ist vor allem die Neutronenstrahlung von großer Bedeutung, da diese beiden Strahlenarten nur sehr schwer abzuschirmen sind. Noch in einer Entfernung von 100 Metern schlagen die Messinstrumente aus! Neutronen- und Gammastrahlung durchdringen selbst den dicken Schutzmantel der Castoren. Je näher man dem Castor kommt, desto höher ist die Strahlung.

 

Während der Castortransporte tragen viele der Polizisten, die während des Einsatzes in der Nähe der Atommüllbehälter sind, Dosimeter, um ihre Strahlenbelastung zu überwachen.  Als kritische Zone gilt dabei eine Entfernung von fünf Meter Abstand zum Castor.

 

In der Wissenschaft schwer umstritten ist die Wirkung der Neutronenstrahlung. Um die biologische Wirkung dieser Strahlung zu ermitteln, werden so genannte Wichtungsfaktoren ermittelt. Sie sagen etwas darüber aus, wie „hart“ bzw. gefährlich die Strahlung für den menschlichen Organismus ist. Je höher dieser Faktor, desto niedriger müssen die Meßwerte bzw. Grenzwerte sein. Offiziell wird die gemessene Neutronenstrahlung mit dem Faktor 20 gewichtet. Kritische WissenschaftlerInnen halten diesen Faktor für viel zu klein und fordern mindestens den Faktor 40-60, einige sogar 600-1000.

 

In einem Castor befindet sich eine Radioaktivität von ca. 350 x 10 hoch 15 Becquerel bis zu 3,5 x 10 hoch 17 Becquerel. Zum Vergleich: Nach offiziellen Angaben soll die Strahlung im Atommülllager ASSE II ca. 3,1 x 10 hoch 15 Becquerel betragen. Damit wäre nur ein einziger Castor um das 110-fache Radioaktiver als der gesamte Atommüll in der ASSE.

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1983 genehmigt, wurden erstmals 1995 Castorbehälter in Gorleben eingelagert.

Im oberirdischen Zwischenlager in Gorleben, einer ca. 180 Meter langen Halle, lagern bereits 91 Castoren. Sie entwickeln große Hitze und Strahlung. In den Behälter befinden sich durchschnittlich 28 Kokillen aus Glas, in denen der ehemals flüssige Atommüll eingebundn ist. An der Oberfläche sind die Behälter trotz der enorm dicken Abschirmung etwa 60 Grad heiß.

Derzeit dürfen in Gorleben bis zu maximal 3.800 tSM (Tonnen Schwermetall) eingelagert werden, die auf maximal 420 Stellplätze verteilt werden können.

Die Atomtransporte in das Zwischenlager in Gorleben führen dazu, dass der Druck auf die Einrichtung eines Endlagers für hochradioaktiven Atommüll im maroden Salzstock von Gorleben weiter erhöht wird. Je mehr Atommüll hier oberirdisch lagert, desto mehr sollen diese "Fakten" dafür sprechen, das unterirdische Atommülllager trotzt zahlreicher Sicherheitsmängel in Betrieb zu nehmen.

Siehe auch: