Aktueller Flyer: Desaster Atommüll-"Entsorgung" (PDF)

Mehr Infos

Der Deutschlandfunk hat eine Reihe von Beiträgen zu den unterschiedlichen Atommüllerzeugern ausgestrahlt. Hier finden Sie die Texte:

Teil 1 - Zentrale Zwischenlager

Teil 2 - Zwischenlager an Kernkraftwerken

Teil 3 - Zwischenlager für Rückbauabfälle

Teil 4 - Zwischenlager durch Urananreicherung

Teil 5 - Zwischenlager für sonstige strahlende Abfälle

ASSE II: Alles noch schlimmer

Das Atommüllläger ASSE II ist nicht nur einsturzgefährdet. Die radioaktiven Tritiumwerte sind deutlich höher, als angesichts der offiziellen Angaben über den eingelagerten Atommüll zu erwarten wäre. Und: Forschung hat es in dem angeblichen Forschungsbergwerk nie gegeben. Mehr dazu in einem Bericht des NDR, den Sie hier sehen können.

Endlagerung weltweit nicht gelöst.

Einen Überblick über die Probleme mit der Endlagerung von Atommüll gibt dieser Artikel (PDF). Die sind doch nicht ganz dicht! Atommülllagerung scheitert weltweit

Atommüll-Desaster ASSE II

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat eine Liste von über 200 Störfällen veröffentlicht, die sich im absaufenden und einsturzgefährdeten Atommülllager ASSE II ereigneten. Meist mit Freisetzung von Radioaktivität. Einige, zum Teil schwere Störfälle sind in dieser Liste allerdings noch nicht enthalten. Die Liste als PDF.

 

 

Weitergehende Informationen zur Atommülllagerung finden Sie auf folgenden Seiten

Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V.
www.ag-schacht-konrad.de

ASSE-II-Koordination
www.asse2.de

Initiative gegen das Endlager Morsleben e.V.
www.morsleben-stillegung.de

Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.
www.bi-luechow-dannenberg.de

Gemeinsame Erklärung der Atommüll-Endlager-Standorte
www.atommuell-endlager.de

Castor-Lager am AKW Brunsbüttel: Sicherheit nicht nachgewiesen.

Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Schleswig aus dem Sommer 2013, in dem die Genehmigung für das Castor-Lager am AKW Brunsbüttel aufgehoben wurde, ist vom Bundesverwaltungsgericht Leipzig im Januar 2015 bestätigt worden. Das Castor-Lager in Brunsbüttel steht nun ohne Genehmigung da.

“Mit der Klage gegen das CASTOR-Zwischenlager am AKW Brunsbüttel ist ein historischer Erfolg erzielt worden: In einem bundesweit viel beachteten Urteil hat das OVG Schleswig die Genehmigung für das atomare Zwischenlager aufgehoben. Das Gericht beanstandete Defizite der Genehmigung in Bezug auf Störmaßnahmen und Einwirkungen Dritter (terroristische Angriffe). Erhebliche Sicherheitsnachweise, z.B. bezüglich des Absturzes eines Flugzeuges vom Typ Airbus A-380 und des Beschusses von Behältern mit panzerbrechenden Waffen, seien nicht geführt oder falsch erbracht worden. Die Ergebnisse dieses Urteils sind wegweisend für andere Klageverfahren. Eine Revision hat das Gericht nicht zugelassen.

 

Atommüll-Lager

Radioaktive Abfallberge für die Ewigkeit

Schon die Gefahren, die durch den direkten Betrieb von Atomkraftwerken entstehen, sind unverantwortbar und fordern die sofortige Stilllegung. Ein zweites Argument für die Stilllegung ist die bis heute weltweit völlig ungelöste Frage der sicheren Aufbewahrung des anfallenden radioaktiven Mülls. Teile des Atommülls, der durch den Reaktorbetrieb anfällt, werden noch in über einer Million Jahre derart gefährlich sein, dass der ungeschützte Kontakt tödlich verlaufen würde. Ein unvorstellbarer Zeitraum und ein unvorstellbares Risiko.

Für diesen extrem langen Zeitraum muss der Atommüll aus den AKWs in einer Weise verpackt werden, die sicher und zweifelsfrei einen direkten Kontakt mit der Umwelt und den Menschen verhindert. Dabei ist einerseits die Radioaktivität von großer Bedeutung. Zu beachten ist aber auch, dass sich während der Lagerung des Atommülls chemische Prozesse abspielen, deren Auswirkungen zusätzliche Gefahren mit sich bringen.

Der Atommüll wird heute unterschieden in die Bereiche wärmeentwickelnde und nicht-wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle. Diese Unterscheidung sagt nicht unbedingt etwas über die Gefährlichkeit oder über die Halbwertzeiten der radioaktiven Stoffe aus. Wärmeentwickelnd sind vor allem die sogenannten hochradioaktiven Materialien, sowie einige mittel-aktive Stoffe. Zu den nicht-wärmeentwickelnden Abfälle gehören einige der mittel-aktiven Stoffe und die so genannten schwach- oder leichtaktiven Abfälle. (s.a. de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfall)

Weltweit kein Endlager

Weltweit gibt es bis heute kein einziges Endlager für die hochradioaktiven Abfälle. Für den schwach- und mittelaktiven Atommüll gibt es in einigen Ländern seit einigen Jahren zwar Genehmigungen, aber auch viele Probleme.

In Deutschland sind für den anfallenden Atommüll bislang der Salzstock in Gorleben (nach 10-jährigem Moratorium seit 2010 wieder in der sog. Erkundung) und das ehemalige Eisenerzbergwerk im Schacht Konrad (Salzgitter, genehmigt) vorgesehen. In Morsleben befindet sich ein inzwischen stillgelegtes Endlager aus der ehemaligen DDR. Auch westdeutscher Atommüll ist in den Jahren nach der Wende dort eingelagert worden. Und im ehemaligen Salz-Bergwerk ASSE II bei Wolfenbüttel befindet sich ein Atommüll-Lager, in dem jahrzehntelang die Einlagerung von Atommüll erforscht wurde. Faktisch ist aus dem vermeintlichen Forschungsvorhaben inzwischen ein Endlager geworden - ohne das die rechtlichen Vorschriften und Sicherheitsanforderungen dabei berücksichtig worden sind.

Allein Morsleben und Asse machen klar, wie groß die Probleme bei der Endlagerung von Atommüll sind. Denn beide Standorte sind vom Einsturz bedroht und in Gefahr, dass die dort eingelagerten radioaktiven Abfälle über kurz oder lang mit Wasser in Berührung kommen können. Dieser Wasserkontakt mit dem Atommüll wäre der Super-GAU bei der Endlagerung.

Und genau dieses Horror-Szenario droht derzeit in der Asse. Neben dem jahrzehntelangen ständigen Wasserszutritt im angeblich "dichten" und sicheren Salzstock (rd. 12 Kubikmeter/Tag = 12.000 Liter pro Tag), könnte laut Betreiberangaben der Salzstock, in dem sich der Atommüll befindet, schon im nächsten Jahrzehnt zusammenbrechen. Dann wären sogar zusätzliche erhebliche Wassereinbrüche nicht mehr auszuschließen und es wäre nur noch eine Frage der Zeit, wann es zu einer radioaktiven Verseuchung an der Oberfläche kommt.

(mehr zu Asse II...)

Statt Endlager - dezentrale Scheinlösungen

Außerdem vereinbarten Bundesregierung und Atom-Unternehmen, dass an den AKW-Standorten so genannte dezentrale Zwischenlager für die hochradioaktiven Brennelemente gebaut und in Betrieb genommen werden sollten. Diese neuen Zwischenlager sind für den weiteren Betrieb der Atomkraftwerke von entscheidender Bedeutung. Da das Atomgesetz einerseits den Nachweis einer "sicheren Entsorgung der radioaktiven Abfälle" fordert, andererseits aber Endlager bis heute nicht vorhanden sind, hat sich die Atomwirtschaft mit immer neuen Zwischen-/Schein-Lösungen Auswege gesucht.

Liste der Standort-Zwischenlager... (externe Seite)

Bis zum Jahr 2005 war dies die so genannte Wiederaufarbeitung der hochradioaktiven Brennelemente. Seit 2006 sind es nun die dezentralen Zwischenlager.

Alle drei bis vier Jahre müssen die Brennelemente im Reaktor ersetzt werden, da der spaltbare Uran-Anteil sich für einen weiteren Einsatz im Reaktor zu stark verrringert hat. Dieser Austausch geschieht jährlich während der so genannten Revision. Etwa ein drittel bis ein viertel der Brennelemente werden zunächst in das Abklingbecken umgelagert. In diesem mit Wasser gefüllten Becken lagern die Brennelemente für drei bis fünf Jahre innerhalb des Reaktors. In dieser Zeit sinkt die durch die Radioaktivität verursachte Temperatur und einige radioaktive Isotope sind dann abgeschwächt.

Erst nach dieser Übergangszeit können die Brennelemente in die Stahlbehälter - landläufig als Castorbehälter bezeichnet - verpackt und ins dezentrale Zwischenlager verschoben werden. Diese Zwischenlager sind im Grunde lediglich schlichte Betonhallen, die mit einer Radioaktivitätsüberwachung ausgestattet sind. Einen Schutz gegen Eingriffe von außen, also z.B. Terrorangriffen oder Flugzeugabstürzen bieten diese Hallen in keiner Weise.

Ein fauler Kompromiss, den die Bundesregierung einging. Denn mit Entsorgung hat die dezentrale Zwischenlagerung nichts zu tun. Bis heute gibt es weltweit kein Endlager für atomare Abfälle. Kein Wunder eigentlich, denn die Aufgaben, die sich angesichts der enormen Risiken - die von den hochradioaktiven Abfällen ausgehen - ergeben, sind schier unlösbar: Für mindestens 1 Million Jahre müssen sie absolut abgeschirmt von der Umwelt gelagert werden.