unser aktueller Flyer:

Und täglich grüßt der Super-GAU - Atom- anlagen abschalten sofort!

Als PDF oder bestellen im online-Shop oder per Email: info(at)robinwood.de

Uranfabrik Gronau - Atomenergie unbefristet!

Das Fachportal atommuellreport.de leistet einerseits einen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinander-setzung um einen verantwortbaren Umgang mit Atommüll. Andererseits soll es als langfristige Ressource das Wissen über den Atommüll über viele Jahrzehnte erhalten.

Atomkraft ...

... noch immer eine Katastrophe

2016 jährt sich der Super-GAU von Fukushima zum fünften Mal, die Katastrophe von Tschernobyl ist 30 Jahre her. Noch immer sind zahlreiche Atomkraftwerke in Betrieb, finden täglich gefährliche Transporte statt!

ROBIN WOOD sagt:

  • Nein zu Atomenergie!
  • Alle Atomanlagen stilllegen - jetzt!
  • Stopp der Atomtransporte!

Atomausstieg? Und alles strahlt weiter

Alle reden vom Atomausstieg. Aber ist das wirklich so? Und wie wollen wir Aussteigen, wenn die Atommüllberge weiter wachsen und für jahrtausende Strahlen. Aussteigen aus dem Desaster Atomenergie und Strahlenmüll geht nicht.

Nationales Entsorgungsprogramm (NaPro)

Einwendungskampagne zum NaPro

Was ist das NaPro?

Alle Mitgliedstaaten der EU sind gemäß einer Richtlinie (2011/70/Euratom) dazu verpflichtet bis zum 23. August 2015 ein Nationales Entsorgungsprogramm (kurz NaPro) vorzulegen. Einen entsprechenden Entwurf hat das Bundesumweltministerium im Januar 2015 unter dem Titel „Nationales Programm für eine verantwortungsvolle und sichere Entsorgung bestrahlter Brennelemente und radioaktiver Abfälle“ veröffentlicht. Während in der „Endlagerkommission“ in Berlin noch über den Umgang mit radioaktiven Abfällen diskutiert, schafft das NaPro Fakten und entscheidet über die Atompolitik der Bundesregierung. Gerade auch deshalb ist es notwendig sich kritisch mit den Inhalten des Programms zu befassen.

Kritik am NaPro-Entwurf des BMUB
Der Entwurf für ein „Nationales Entsorgungsprogramm“ des Bundesumweltministeriums blendet bestehende Probleme und ungelöste Fragen im Umgang mit den radioaktiven Abfällen weitgehend aus. Alternative Konzepte für den Umgang mit den Abfällen werden nicht abgewogen, die zeitliche Prognosen für die Errichtung eines Abfalllagers ist unrealistisch und erforderliche Teilschritte und zu überwindende Hürden werden nicht problematisiert.

Mit dem NaPro will die Bundesregierung Schacht Konrad als Atommülllager in Betrieb nehmen. Mit dem NaPro würde Schacht Konrad insofern erweitert werden, da die Bundesregierung hier deutlich mehr und anderen Atommüll einlagern will, als bislang beantragt und genehmigt.

Verfahren zur Öffentlichkeitsbeteiligung
Anfang April hat die Bundesregierung zum NaPro ein Verfahren zur Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung (gemäß UVP-Gesetz) begonnen. Bis Ende Mai können alle Bürgerinnen und Bürger sowie Verbände und Behörden Stellungnahmen abgeben. Während formell alle drei Jahre ein Fortschrittsbericht bzgl. der Umsetzung des NaPros bei der EU-Kommission eingereicht werden muss, ist eine Öffentlichkeitsbeteiligung zukünftig nicht zwingend.

Jetzt Stellungnahmen einreichen!
Bis zum 31.5.2015
bestand Gelegenheit zum Entwurf des NaPro Stellung zu nehmen.

  • Bundesweite Stellungnahme zum NaPro von mehreren Umweltverbänden, dem BUND, dem Nabu und Robin Wood, sowie der Arbeitgemeinschaft Schacht KONRAD und der BI Lüchow-Dannenberg, der Ärzteorganisation IPPNW, der Gesellschaft für Strahlenschutz, dem Strahlentelex und der Deutschen Umweltstiftung.
    • Unterschriftenliste zum Ausdrucken (Download)
  • Einwendungskampagne speziell zu NaPro und Schacht Konrad - "Konrad stoppen statt erweitern!", initiiert von AG Schacht KONRAD zusammen mit der Stadt Salzgitter, der IG Metall Salzgitter-Peine und dem niedersächsischen Landvolk Braunschweiger Land.
  • Eigene Stellungnahmen auf dem Postweg an BMUB, Referat RS III 2, Postfach 120629, 53048 Bonn oder Mail an napro(at)bmub.bund.de

Weitere Informationen zum NaPro:

ROBIN WOOD unterstützt Manifest für

Kündigung des EURATOM-Vertrages

Trotz Beschluss eines deutschen Atomausstiegs finanziert die Bundesrepublik aktuell in hohem Umfang Atomforschung. Institutioneller Rahmen hierfür ist die Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM), die eine eigene internationale Organisation neben der EU darstellt. Als EU-Grundlagenvertrag unterstützt der EURATOM-Vertrag wesentlich den Versuch der Kernindustrie die nukleare Stromerzeugung am Leben zu erhalten bzw. ihr zur einer Renaissance zu verhelfen. Initiiert von Österreichs “Plattform gegen Atomgefahren” (PLAGE) setzen sich gegenwärtig zahlreiche Einzelpersonen, Bürgerinitiativen und Nichtregierungsorganisationen mit einem Manifest dafür ein, dass Staaten den Vertrag kündigen. darunter auch ROBIN WOOD.

Der EURATOM-Vertrag muss als Atomfördervertrag verstanden werden. Als oberstes Ziel legt die Präambel des Vertrages den "Aufbau einer mächtigen Kernindustrie in Europa" fest. Anhand von EU-Sekundärrecht (Verordnungen, Richtlinen, Kooperationsvertäge, etc.) ist der EURATOM-Vertrag für die Atomindustrie hochwirksam. Gestützt auf den Vertrag finden auch aktuell noch milliardenschwere Subventionierung von Atomkraft in Europa statt (Beispiel "AKW Hinkley Point" in Großbritannien).

Auch Deutschland ist trotz beschlossenem Atomausstieg über den Vertrag mit jährlich dreistelligen Millionenbeträgen am EURATOM-Forschungsprogramm beteiligt. Die Bundesregierung hält dabei am Vertrag fest, auch wenn immer wieder deutliche Kritik daran geäußert wurde. Sogar die von Kanzlerin Merkel eingesetzte "Ethik-Kommission" für den Atomausstieg bezeichnete 2011 in ihrem Abschlussdokument die Kündigung des Vertrages als logische Folge des Atomausstiegs in Deutschland.

Eine Kündigung von EURATOM ist jedem Mitgliedsstaat möglich. Gegenüber einer Revision oder gänzlichen Abschaffung des Vertrags, die beide die Zustimmung aller anderen Mitgliedsstaaten erfordert, erscheint die Kündigungsoption gegenwärtig am besten umsetzbar.

ROBIN WOOD fordert im Sinne des Manifests:
Keine deutsche Förderung mehr für die atomare Option in Europa!
Kündigung  des  EURATOM-Vertrags, wenn nicht binnen angemessener Zeit eine Revisionskonferenz einberufen und eine echte EURATOM-Reformagenda erstellt wird.

Atom, Müll und ein paar Probleme - "Irgendwo muss das Zeugs einfach hin."

Kurz vor dem dritten Jahrestag der mehrfachen Fukushima-Atomkatastrophe. Noch immer sind die Reaktoren nicht unter Kontrolle, gibt es kein Wissen, was im inneren geschieht und kann eine erneute Kernschmelze nicht ausgeschlossen werden. Auf die USA rollt eine große radioaktive Wasserblase zu, weiterhin fließt radioaktives Wasser unter den Reaktoren ins Meer und tausende von hochradioaktiven Brennelementen werden derzeit aus einem einsturzgefährdeten offenen Lagerbecken geborgen. Eine Rückkehr der vielen zigtausend evakuierten Menschen in das Unglücksgebiet wird auf viele Jahrzehnte nicht möglich sein.

Derweil in Deutschland? RWE gibt nur unter großem Druck seine Pläne auf, die Leistung der beiden AKW-Blöcke in Gundremmingen zu erhöhen und damit die ohnehin geringen Sicherheitsreserven noch mehr zu verkleinern. Reaktoren, die vom gleichen Bautyp wie die in Fukushima sind. In Jülich schaffen es die Verantwortlichen nicht, ein atomrechtlich vorgeschriebenes Verfahren für die Lagerung von insgesamt 15X Castorbehältern mit hochradioaktiven Kugel-Brennelementen auf den Weg zu bringen: Die rot-grüne Landesregierung verfügt trotz amtlich festgestellter Sicherheitsmängel eine weitere Lagerung per Notverordnung.

Weil die Betreiber im stillgelegten AKW Obrigheim vor Ort kein Zwischenlager haben und aus Kostengründen keines Bauen wollen, sollen die hochradioaktiven Brennelemente nach Neckarwestheim verfrachtet werden. 15 Castortransporte sind dafür erforderlich. Und wenn schon Castor. Weil man für den Kompromiss der „Großkopferten“ zur Endlagersuche noch einen Parkplatz für Atommüll aus Frankreich und England braucht, der nicht nach Gorleben soll, soll dieser ins ebenfalls baden-württembergische AKW Philippsburg. Der dortige Bürgermeister ist sauer und kündigt schon mal Blockaden an. Sein grüner Ministerpräsident Kretschmann erklärt: „Irgendwo muss das Zeugs einfach hin.  Ich mein, so einfach ist die Welt.“

Das sieht auch der grüne Energieminister Habeck in Schleswig-Holstein so. Zwar hat gerade das Oberverwaltungsgericht Schleswig die Genehmigung für das Castor-Lager am AKW Brunsbüttel aufgehoben, weil zahlreiche Sicherheitsnachweise nicht erbracht worden sind. Kein wirkliches Problem. Wird das Urteil rechtskräftig, erteilt das grün geführte Ministerium halt wie in NRW eine Ausnahmegenehmigung. Damit nicht genug: Habeck erklärt trotzdem, dass er weiterhin für den Kompromiss bei der Endlagersuche bereit ist, Atommüll aus England und Frankreich am AKW Brunsbüttel aufzunehmen.

Nicht ganz so toll läuft es auch im geplanten Endlager für leicht- und mittelradioaktive Atomabfälle im Schacht Konrad. Das sollte längst in Betrieb sein, aber immer wieder kommt was dazwischen: Das Erzbergwerk ist irgendwie nicht so stabil, wie es die Bauherren gern hätten. Immer aufwändiger müssen Risse, Spalten und Fugen versiegelt werden, dass kostet Geld und Zeit. Noch vor wenigen Wochen sprach man von einer möglichen Inbetriebnahme 2019. Dann munkelte man etwas von 2021 und jetzt soll das Bundesumweltministerium einen Zeitraum von 2021 – 2025 im Auge haben. Nebenan droht das Atommülllager ASSE weiter abzusaufen und oder einzustürzen. Ob man den gefährlichen Atommüll bergen kann, steht in den Sternen. Gelingt das, was dringend zu hoffen ist, stellt sich schon die nächste dumme Fragen: Und wohin jetzt damit?

Eine Frage, die sich auch für den Uranmüll in Gronau stellt. Die Anreicherungsanlage darf wie die Brennelementefabrik in Lingen völlig unbefristet weiterproduzieren. 100.000 Kubikmeter Uranmüll, davon gehen die Fachleute aus, werden irgendwann in ein Endlager müssen. Weil es das nicht gibt, hilft man sich mit einem Trick: Das Uran wird zum Wertstoff deklariert, dann ist es einfach kein Müll.

Inzwischen bekommen immer mehr Bürgermeister und KommunalpolitikerInnen an den AKW Standorten richtig gute Laune. Weil selbst die vermeintliche Entsorgung der leicht- und mittelradioaktiven Abfälle nicht funktioniert, werden nun neue Atomülllager an den stillzulegenden Atommeilern entstehen. Für wie lange? Unklar. Aber: Irgendwo muss das Zeug ja hin.

Von all dem will die große Politik aber eigentlich gar nichts wissen. Die hat endlich den „Neustart“ in der Endlagersuche für hochradioaktive Brennelemente auf den Weg gebracht – sicherheitshalber unter Ausschluss der Umweltverbände. Die wollten doch partout nicht so recht verstehen, wieso nach jahrzehntelangen Lügen und längst erkannten Sicherheitsmängeln Gorleben weiterhin im Topf ist, warum man sie im Verfahren ausgeschlossen hat, neue Behörden festlegte und all die anderen Probleme mit diesem verdammten Atommüll lieber ausklammert …

Neustart? Unbedingt! Es geht um unser aller Sicherheit. Aber ohne Lügen, Tricks und Ignoranz! Das ganze Problem mit den Atommüllbergen muss auf den Tisch und an dem müssen von Anfang an alle Platz nehmen dürfen!

Dirk Seifert, Energiereferent ROBIN WOOD.

Informationen: Infoflyer „Desaster Atommüll“ bestellen, lesen, verbreiten und „Atommüll – eine Bestandsaufnahme – Sorgenbericht der Atommüllkonferenz. Beides über www.robinwood.de/shop

Die Risiken der Atomenergienutzung sind unverantwortbar

Lesen Sie hier über die aktuellen Auseinandersetzungen zur Atomenergie.

Warum ROBIN WOOD gegen die Atomenergie aktiv ist:

Die Risiken durch den Betrieb von Atomkraftwerken, durch den anfallenden Atommüll und auch für die Weiterverbreitung von atomwaffenfähigem Material sind nicht zu verantworten! Die gesamte Atomspirale - angefangen vom Uranabbau über die Urananreicherung, die Brennelemte-Fertigung, dem Betrieb von Atommeilern bis hin zur Lagerung der dabei entstehenden radioaktiven Abfälle sowie die jeweiligen Atomtransporte zwischen diesen Stationen - birgt riesige und unverantwortbare Gefahren für die Umwelt. Die Atomkatastrophe von Fukushima zeigt, dass kein noch so technisiertes Land diese Gefahren kontrollieren kann.

Aufgrund dieser enormen Risiken für die Umwelt fordert ROBIN WOOD den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergienutzung.

Stand der Dinge

Mit einer Nettoleistung von insgesamt ca 20.303 Megawatt waren bislang noch 17 Atomkraftwerke in Deutschland zur Stromerzeugung am Netz. Damit trug die Atomenergie zu knapp 22 Prozent an der gesamten deutschen Stromerzeugung bei. Nach Fukushima hat die Regierung die endgültige Stilllegung von insgesamt acht Atomkraftwerken beschlossen: Brunsbüttel, Krümmel, Isar 1, Philippsburg 1, Bibilis A und B, Unterweser und Neckarwestheim 1 gehen endgültig vom Netz. Neun weitere Reaktoren bleiben noch in Betrieb. Sechs davon bis 2021/22. 

Liste aller Atommeiler und Beschreibung / Störfälle... 

Stilllegungsfahrplan der Bundesregierung (Juni 2011)

Atomarer Klimaschutz?

Immer wieder wird behauptet, dass Atomkraftwerke zum Klimaschutz beitragen. Hier finden Sie in einer Broschüre die Argumente, warum das nicht stimmt: Warum AKWs zum Klimaschutz nichts taugen (pdf)

Die Risiken der Atomenergienutzung sind unverantwortbar

Vor allem drei zentrale Risiken sind es, warum sich ROBIN WOOD für die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen einsetzt. Jedes einzelne Risiko ist derart bedeutsam, dass nur die sofortige Abschaltung eine verantwortbare Handlung ist:

Risiko 1 - Betrieb der Atomkraftwerke
Risiko 2 - Radioaktive Abfallberge für die Ewigkeit
Risiko 3 - Atombomben für die Welt

 

Risiko 1 - Betrieb der Atomkraftwerke

Die Nutzung der Atomenergie ist die wohl gefährlichste Form der Stromerzeugung. Die enorme Radioaktivität, die während des Betriebs der Atomkraftwerke im Reaktordruckbehälter durch die künstliche Spaltung von Uranisotopen entsteht, erfordert extrem hohe Sicherheitsstandards. Da die Auswirkungen einer Freisetzung von Radioaktivität katastrophale Auswirkungen für alle Lebewesen hätten, darf es bei dieser Sicherheit keinen noch so kleinen Mangel geben - sie muss in jeder Situation 100 Prozent zuverlässig sein. Eine Anforderung, die weder Mensch noch Technik erfüllen können.

Viele hunderttausend Todesopfer wären die langfristige Folge einer atomaren Katastrophe. Zahlreiche Gutachten haben diese Gefahren beschrieben und auch für die in Deutschland betriebenen Atomkraftwerke nachgewiesen, dass ein schwerer Störfall jederzeit eintreten kann. Unter bestimmten Bedingungen kann es dazu kommen, dass ein Großteil der Radioaktivität im Reaktorkern an die Umwelt gelangt. Das wäre der Super-Gau (Gau = Größter anzunehmender Unfall), also der Unfall, für den die Atomkraftwerke sicherheitstechnisch nicht ausgelegt sind und der nicht mehr zu kontrollieren ist.

Daher ist ROBIN WOOD der Überzeugung: Atomkraftwerke sind nicht zu verantworten und gehören angesichts der enormen Risiken sofort stillgelegt.

Beispiel 1 - Super-Gau Tschernobyl 1986 (mehr...)
Beispiel 2 - Harrisburg 1978 - Glück im Unglück (mehr...)
Beispiel 3 - Windscale / Sellafield (mehr...)
Beispiel 4 - Biblis - Forsmark - Brunsbüttel (mehr...)

 

Risiko 2 - Radioaktive Abfallberge für die Ewigkeit

Schon die Gefahren, die durch den direkten Betrieb von Atomkraftwerken entstehen, sind unverantwortbar und fordern die sofortige Stilllegung. Ein zweites Argument für die Stilllegung ist die bis heute weltweit völlig ungelöste Frage der sicheren Aufbewahrung des anfallenden radioaktiven Mülls. Teile des Atommülls, der durch den Reaktorbetrieb anfällt, werden noch in über einer Million Jahre derart gefährlich sein, dass der ungeschützte Kontakt tödlich verlaufen würde. Ein unvorstellbarer Zeitraum und ein unvorstellbares Risiko.

Für diesen extrem langen Zeitraum muss der Atommüll aus den AKWs in einer Weise verpackt werden, die sicher und zweifelsfrei einen direkten Kontakt mit der Umwelt und den Menschen verhindert. Dabei ist einerseits die Radioaktivität von großer Bedeutung. Zu beachten ist aber auch, dass sich während der Lagerung des Atommülls chemische Prozesse abspielen, deren Auswirkungen zusätzliche Gefahren mit sich bringen.

Der Atommüll wird heute unterschieden in die Bereiche wärmeentwickelnde und nicht-wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle. Diese Unterscheidung sagt nicht unbedingt etwas über die Gefährlichkeit oder über die Halbwertzeiten der radioaktiven Stoffe aus. Wärmeentwickelnd sind vor allem die sogenannten hochradioaktiven Materialien, sowie einige mittel-aktive Stoffe. Zu den nicht-wärmeentwickelnden Abfälle gehören einige der mittel-aktiven Stoffe und die so genannten schwach- oder leichtaktiven Abfälle. (s.a. de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfall)

Weltweit kein Endlager

Weltweit gibt es bis heute kein einziges Endlager für die hochradioaktiven Abfälle. Für den schwach- und mittelaktiven Atommüll gibt es in einigen Ländern seit einigen Jahren zwar Genehmigungen, aber auch viele Probleme.

In Deutschland sind für den anfallenden Atommüll bislang der Salzstock in Gorleben (Erkundung, derzeit ausgesetzt) und das ehemalige Eisenbergwerk im Schacht Konrad (Salzgitter, genehmigt) vorgesehen. In Morsleben befindet sich ein inzwischen stillgelegtes Endlager aus der ehemaligen DDR. Auch westdeutscher Atommüll ist in den Jahren nach der Wende dort eingelagert worden. Und im ehemaligen Salz-Bergwerk ASSE II bei Wolfenbüttel befindet sich ein Atommüll-Lager, in dem jahrzehntelang die Einlagerung von Atommüll erforscht wurde. Faktisch ist aus dem vermeintlichen Forschungsvorhaben inzwischen ein Endlager geworden - ohne das die rechtlichen Vorschriften und Sicherheitsanforderungen dabei berücksichtig worden sind.

Allein Morsleben und Asse machen klar, wie groß die Probleme bei der Endlagerung von Atommüll sind. Denn beide Standorte sind vom Einsturz bedroht und in Gefahr, dass die dort eingelagerten radioaktiven Abfälle über kurz oder lang mit Wasser in Berührung kommen können. Dieser Wasserkontakt mit dem Atommüll wäre der Super-GAU bei der Endlagerung.

Und genau dieses Horror-Szenario droht derzeit in der Asse. Neben dem jahrzehntelangen ständigen Wasserszutritt im angeblich "dichten" und sicheren Salzstock (rd. 12 Kubikmeter/Tag = 12.000 Liter pro Tag), könnte laut Betreiberangaben der Salzstock, in dem sich der Atommüll befindet, schon im nächsten Jahrzehnt zusammenbrechen. Dann wären sogar zusätzliche erhebliche Wassereinbrüche nicht mehr auszuschließen und es wäre nur noch eine Frage der Zeit, wann es zu einer radioaktiven Verseuchung an der Oberfläche kommt.

(mehr zu Asse II...)

Statt Endlager - dezentrale Scheinlösungen

Außerdem vereinbarten Bundesregierung und Atom-Unternehmen, dass an den AKW-Standorten so genannte dezentrale Zwischenlager für die hochradioaktiven Brennelemente gebaut und in Betrieb genommen werden sollten. Diese neuen Zwischenlager sind für den weiteren Betrieb der Atomkraftwerke von entscheidender Bedeutung. Da das Atomgesetz einerseits den Nachweis einer "sicheren Entsorgung der radioaktiven Abfälle" fordert, andererseits aber Endlager bis heute nicht vorhanden sind, hat sich die Atomwirtschaft mit immer neuen Zwischen-/Schein-Lösungen Auswege gesucht.

Liste der Standort-Zwischenlager... (externe Seite)

Bis zum Jahr 2005 war dies die so genannte Wiederaufarbeitung der hochradioaktiven Brennelemente. Seit 2006 sind es nun die dezentralen Zwischenlager.

Alle drei bis vier Jahre müssen die Brennelemente im Reaktor ersetzt werden, da der spaltbare Uran-Anteil sich für einen weiteren Einsatz im Reaktor zu stark verrringert hat. Dieser Austausch geschieht jährlich während der so genannten Revision. Etwa ein drittel bis ein viertel der Brennelemente werden zunächst in das Abklingbecken umgelagert. In diesem mit Wasser gefüllten Becken lagern die Brennelemente für drei bis fünf Jahre innerhalb des Reaktors. In dieser Zeit sinkt die durch die Radioaktivität verursachte Temperatur und einige radioaktive Isotope sind dann abgeschwächt.

Erst nach dieser Übergangszeit können die Brennelemente in die Stahlbehälter - landläufig als Castorbehälter bezeichnet - verpackt und ins dezentrale Zwischenlager verschoben werden. Diese Zwischenlager sind im Grunde lediglich schlichte Betonhallen, die mit einer Radioaktivitätsüberwachung ausgestattet sind. Einen Schutz gegen Eingriffe von außen, also z.B. Terrorangriffen oder Flugzeugabstürzen bieten diese Hallen in keiner Weise.

Ein fauler Kompromiss, den die Bundesregierung einging. Denn mit Entsorgung hat die dezentrale Zwischenlagerung nichts zu tun. Bis heute gibt es weltweit kein Endlager für atomare Abfälle. Kein Wunder eigentlich, denn die Aufgaben, die sich angesichts der enormen Risiken - die von den hochradioaktiven Abfällen ausgehen - ergeben, sind schier unlösbar: Für mindestens 1 Million Jahre müssen sie absolut abgeschirmt von der Umwelt gelagert werden.

 

Risiko 3 - Atombomben für die Welt

Die Geschichte der Atomenergienutzung ist vor allem die Geschichte der Atombombe. Ohne die militärischen Interessen an der Atombombe wäre es möglicherweise nie zur Entwicklung der so genannten "zivilen Nutzung der Kernenergie" gekommen. Denn bis heute ist die Atomenergie ohne massive staatliche politische und finanzielle Unterstützung nicht denkbar. Ein Zusammenhang, der der Atomwirtschaft in Deutschland bis heute unangenehm ist. So legt diese Branche bis heute Wert darauf, dass sie KERNkraftwerke betreibt, nicht aber ATOMkraftwerke. Schon in der Wortgebung soll der Zusammenhang zwischen der Atombombe und den Atomkraftwerken verwischt werden.

Grundsätzlich ist für den Betrieb von AKWs die gleiche Technik erforderlich, die auch zum Bau von Atombomben verfügbar sein muss. Zentrale Bedeutung haben dabei die Anlagen zur so genannten Urananreicherung. Die Bundesrepublik verfügt mit den Anlagen in Gronau, die von der Urenco betrieben werden, über derartige Technik. Da die spaltbaren Anteile des Uran (235) in der Natur meist zu gering sind, muss das Uranerz entsprechend angereichert werden. Für die Verwendung in einem Atomreaktor muss dieser spaltbare Anteil von Uran (235) auf rund 5 Prozent gebracht werden. Dies geschieht in den Anreicherungsanlagen, in denen technisch sehr aufwendige Zentrifugen betrieben werden - also z.B. in Gronau. Technisch betrachtet ist es kaum ein Unterschied, ob das Uran auf fünf oder aber auf 95 Prozent spaltbarer Anteile angereichert wird. Bei einer solch hohen Anreicherung wäre das Uran dann für Atomwaffen geeignet (dies ist z.B. der technische Hintergrund für die Auseinandersetzungen über das Atomprogramm im Iran).

Eine weitere Verbindung zwischen AKWs und der Atombombe ist die Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente, die Deutschland bis zum Jahr 2005 angewendet hat. Bei der Wiederaufarbeitung werden die spaltbaren Anteile von Uran und das während der Zeit im Atomrektor neu entstandene Plutonium abgetrennt. Für bundesdeutsche Reaktoren wird dieses Plutonium zu so genannten Mischoxid-Brennelementen (MOX) verarbeitet, die dann wieder im AKW eingesetzt werden. Grundsätzlich aber ist es auch möglich, dieses Plutonium für den Bau von Atomwaffen einzusetzen.

Aus diesen Gründen unterliegt der Betrieb von Atomkraftwerken und aller dafür erforderlichen Anlagen in der Ver- und Entsorgung der Überwachung durch die Internationale Atomenergie Behörde, der IAEO. Sie untersteht der UNO und soll die "friedliche Nutzung der Atomenergie" und die Anwendung radioaktiver Stoffe, sowie die internationale Zusammenarbeit hierbei, fördern (!!) und gleichzeitig die militärische Nutzung dieser Technologie (z. B. Weiterverbreitung von Atomwaffen) durch Überwachungsmaßnahmen - so genannte Safeguards - verhindern.

Zur Gründung der IAEO waren die USA, die damalige Sowjetunion, Frankreich und England so genannte Atommächte, also Staaten, die über Atomwaffen verfügten. Mit dem Atomwaffensperrvertrag von 1968 sollte die Weiterverbreitung von Atomwaffen verhindert werden. Heute sind Staaten wie China, Nord-Korea, Israel, Indien und Pakistan ebenfalls in der Lage, Atombomben zu bauen.

Das Risiko, dass atomwaffentaugliches spaltbares Material weiter verbreitet werden kann, ist groß. Denn z.B. die Überwachung der Stoffkreisläufe, u.a. in den Anlagen zur Wiederaufarbeitung wie in Frankreich (La Hague) und England (Sellafield) ist allein technisch enorm schwierig und eine lückenlose Bilanzierung der Mengen von spaltbarem Material nicht machbar. Mehr zum Thema gibt es bei den Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkriegs, der IPPNW.

Deswegen ist für ROBIN WOOD klar: Die AKWs und Atomanlagen müssen sofort abgeschaltet werden - weltweit!