Rettet Brandenburgs Alleen
Geschafft! Am 12. August konnten wir der Vizepräsidentin des Brandenburger Landtags 25.700 Unterschriften überreichen. Damit ist die Volksinitiative "Rettet Brandenburgs Alleen" ein Erfolg!

Alleeeuropa!
Wir möchten einen internationalen Alleen-Workshop organisieren. Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich bei uns: info(at)robinwood.de

Alleen sind unersetzlich
ROBIN WOOD setzt sich für den Schutz und den Erhalt der Alleen ein. Vor allem im Nordosten Deutschland prägen Alleen das Landschaftsbild. Und sie motivieren die Mehrzahl aller AutofahrerInnen auf eine angenehme Weise dazu, ruhiger zu fahren.
Alleen sind in Mitteleuropa seit mindestens fünf Jahrhunderten ein wertvolles Kultur- und Naturgut in der Landschaft, in Städten und Gärten. Sie zeugen von der Landesgeschichte und sind zu einem wichtigen Faktor des Tourismus geworden. Gerade in ausgeräumten Agrarlandschaften vernetzen Alleen und Baumreihen Biotope und sind Lebensraum seltener Pflanzen- und Tierarten. Darüber hinaus sind sie ökologisch bedeutsam als Staub- und Abgasfilter oder als Sauerstoffproduzent.
Aber die Alleen sind in Gefahr: Ausbau von Verkehrswegen, Abgase, unsachgemäße Baumpflege und Streusalz im Winter fügen ihnen schwere Schäden zu.
Alleen ins Gesetzbuch

Zwischen 1949 und 1990 wurden in der alten Bundesrepublik 50.000 Alleen-Kilometer gefällt
- Deutschland: heute ca. 23000 Kilometer Alleen
- Brandenburg: 8000 Kilometer Alleen
- Mecklenburg-Vorpommern: 4374
- Nordrhein-Westfalen: 2650
Nur in diesen Ländern und in Schleswig-Holstein sind die Alleen gesetzlich geschützt.
Bäume stehen mit rasender Geschwindigkeit am Straßenrand

Die Zunahme von Unfällen in Alleen ist auf unangepasste Fahrweise, überhöhte Geschwindigkeit und Alkohol am Steuer zurückzuführen.
Deshalb ist es wichtig: Unfallschwerpunkte zu ermitteln, Höchstgeschwindigkeit festzusetzen, Leitplanken an besonders gefährlichen Stellen anzubringen, über Gefahren aufzuklären und ein besonderes Training in Fahrschulen anzubieten,
In Deutschland sind durch diese Maßnahmen die Unfälle in Alleen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen
Rettet Brandenburgs Alleen!

17. August 2009: Mitten in Potsdam am Brandenburger Tor heult eine Motorsäge. Mehr als 20 Alleebäume sind bedroht. Doch diese Allee bleibt am Leben, denn die Bäume werden von Menschen mit grünen Schirmen dargestellt, die gegen die baumfeindliche Politik des Landes Brandenburg protestieren.
Die Aktion in Potsdam war Auftakt der Volksinitiative „Rettet Brandenburgs Alleen", die von der Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen ins Leben gerufen wurde. Mehr als 25.000 Brandenburger haben bis August 2010 mit ihrer Unterschrift dokumentiert, dass sie mit der Alleenkonzeption des Verkehrsministeriums nicht einverstanden sind.
Das Brandenburger Verkehrministerium hat den Alleenerlass aus dem Jahr 2000 außer Kraft gesetzt, der vorschrieb, dass für jeden gefällten Alleebaum ein neuer gepflanzt werden musste. Jetzt sollen pro Jahr nur noch 30 Alleenkilometer nachgepflanzt werden, das entspricht etwa 5000 Bäumen. Bei den geplanten Fällungen von mehr als 9000 Alleebäumen jährlich wird bis 2025 ein Drittel der Alleen aus Brandenburg verschwunden sein. Erst 2060 wird nach den Plänen des Verkehrsministeriums die heutige Zahl der Alleebäumen in Brandenburg wieder erreicht sein.
Alleen schützen

Gemeinsam mit anderen Umweltverbänden hat ROBIN WOOD im Jahr 2000 die Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen ins Leben gerufen. Sie wird für den Schutz der Alleen aktiv, informiert die Öffentlichkeit und pocht in Gesprächen mit den zuständigen Ministerien und Behörden auf einen wirksamen Schutz der Alleen. Die Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen setzt sich für einen Alleenfonds ein, damit in Zeiten knapper Kassen nicht bei den Nachpflanzungen gespart wird und engagiert sich für den Verzicht auf Streusalz im Winter, das die Alleen nachhaltig schädigt.
ROBIN WOOD engagiert sich auch in der bundesweiten Alleenschutzgemeinschaft ASG, die im Mai 2001 gegründet wurde, und unterstützt die Forschungsgesellschaft Landesentwicklung, Landschaftsbau e.V. (FLL) bei ihrer Kampagne zum Erhalt von Alleen und Straßenbäumen.
ROBIN WOOD fordert
gesetzlicher Schutz aller Alleen bundesweit
Erhalt der Alleen durch Neu- und Nachpflanzen sowie durch fachgerechte Pflege
Für jeden gefällten Baum muss mindestens ein neuer gepflanzt werden
Tempolimit von 70 km/h auf allen alleebestandenen Straßen
Einrichtung von Alleenfonds (Ausgleichszahlungen bei Fällungen von Alleebäumen, um Nachpflanzungen finanziell sicherzustellen) nach dem Vorbild von Mecklenburg-Vorpommern
- Unbedingter Verzicht auf Streusalz
Kein Salz auf die Alleen!

Jedes Jahr werden Millionen Tonnen Streusalz auf deutschen Straßen verteilt. Über das Schmelz- und Spritzwasser gelangt das ausgebrachte Salz in den angrenzenden Grünstreifen und wird in Abhängigkeit von den Standortverhältnissen im Boden angereichert oder ins Grundwasser ausgewaschen.
Wer sich für das Streuen von Salz entscheidet, nimmt Straßen ohne Bäume in Kauf. Besonders gefährdet sind die Alleebäume an Land- und Bundesstraßen, da sie im Gegensatz zu innerörtlichen Alleen nicht durch eine Gosse und einen Kantstein vor einem Teil der Salzfracht bewahrt werden. So steigt zum Beispiel an Autobahnen im Winter der Gehalt von Salz im Grundwasser von 20 mg/l auf 300 mg/l.
Aber nicht nur den Bäumen, auch unserer Gesundheit und Autos, Gebäuden, Brücken und Böden kommt das Streuen von Salz im Winter teuer zu stehen.
Alleenschutz europaweit

Ende Februar schlugen tschechische UmweltschützerInnen Alarm: Bis Ende März sollten 9000 Alleebäume gefällt werden. Bäume an der Straße seien für die Autofahrer zu gefährlich, war die offizielle Begründung und so wurde begonnen, überall in Tschechien gesunde, alte Alleen zu fällen. Die Regierung hatte aber offensichtlich nicht mit der großen Resonanz in den Medien und mit starken Protesten von BürgerInnen und der Umweltschutzorganisation Arnika gerechnet. Auch ROBIN WOOD unterstützte Arnika bei ihrem Protest und so konnte das radikale Abholzen von Straßenbäume gestoppt werden. Jetzt stehen die Alleebäume unter Schutz und dürfen nur noch mit Genehmigung von Naturschutzbehörden gefällt werden. Eine Pflicht zum Nachpflanzen an Ort und Stelle besteht allerdings nicht: es reicht den Behörden, wenn für einen gefällten Alleebaum im Wald oder einem Park ein Baum gepflanzt werden. Hier besteht also noch dringender Handlungsbedarf!
