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Uranfabrik Gronau stilllegen!

- Foto: Grodotzki/visual-rebellion.com
Bei einer Infotour vom 15. bis 20. Oktober 2012 durch insgesamt sieben Städte hat ROBIN WOOD auf die Gefahren der Uranfabrik in Gronau aufmerksam gemacht. Jedes zehnte Atomkraftwerk auf der Welt wird von Gronau mit angereichertem Uranbrennstoff versorgt. Einzigartig bei der Uranfabrik Gronau ist: Die Bundesrepublik verpflichtet sich bis heute mit dem internationalen „Vertrag von Almelo“, der zwischen der Bundesrepublik, den Niederlanden und Großbritannien geschlossen wurde, zur kommerziellen Förderung der Urananreicherung. Von dem Atomausstiegsbeschluss nach der Katastrophe von Fukushima ist die Uranfabrik in Gronau nicht betroffen. Sie darf völlig unbefristet weiterhin atomare Risiken erzeugen und exportieren. Das gilt auch für die Brennelementefabrik in Lingen.
Mehr als 10.000 Menschen unterstützen bereits per Unterschrift die Forderung von ROBIN WOOD die Uranfabrik Gronau stillzulegen. Mit Infoständen, Schnupperklettern, Filmen und Vorträgen sowie der (Online-)Unterschriftenaktion informierte ROBIN WOOD bei der Tour Medien und Öffentlichkeit über diese „vergessene“ Uranfabrik. Die Stationen der Infotour waren: Münster, Köln, Cottbus, Leipzig, Lüneburg, Bremen und Hamburg.
Proteste erfolgreich! Geheimdienst wird keine Steuerbescheide ausstellen

- Foto: ROBIN WOOD/Häffner
Oktober 2012: Nach vielstimmigen Protesten von über 180 NGOs sowie einem von ROBIN WOOD und ATTAC Deutschland initiierten offenem Brief gab die Bundesregierung nach und nahm einen Gesetzesentwurf zurück, laut dem der Verfassungsschutz allein über die Gemeinnützigkeit von Organisationen entscheiden dürfte. Die von der Bundesregierung ursprünglich geplante Gesetzesänderung sah das zwingende Ende des Gemeinnützigkeitsstatus für Organisationen vor, die in einem der Verfassungsschutzberichte von Bund oder Ländern als „extremistisch“ bezeichnet werden – ohne Anhörung der Betroffenen und ohne Spielräume der lokalen Finanzämter. Laut Nachrichtenagenturen soll die entsprechende Änderung im Entwurf für das Jahressteuergesetz 2013 zurückgenommen worden sein.
Wilmar: Kein Palmöl aus Raubbau!

- Foto: Grodotzki/Neugebauer/visual-rebellion.com
Brake, 17. September 2012: Quer über die Zufahrt zum Werk der Palmöl-Raffinerie von Wilmar spannten ROBIN WOOD-AktivistInnen ein Banner mit der Aufschrift: „Wilmar - Raffinierte Zerstörung und Vertreibung – Kein Palmöl aus Raubbau!“ Außerdem kletterten AktivistInnen in die Spitze von mehreren dort postierten Dreibeinen aus sechs Meter langen Gerüststangen. Sie forderten von Wilmar kein Palmöl aus Raubbau einzusetzen, die Expansion von Palmöl-Plantagen zu stoppen und Landkonflikte zugunsten der lokalen Bevölkerung zu lösen.
Das kürzlich erweiterte Werk in Brake versorgt vor allem Lebensmittelhersteller mit Industriefetten. Wichtigster Rohstoff ist Palmöl. Der Einsatz von Palmöl in der Lebensmittelbranche boomt. Das Fett gilt als billiger Rohstoff und findet sich heute in fast jedem zweiten Supermarkt-Produkt, von Margarine über Tütensuppe bis hin zu Eiscreme. Die Folgen sind verheerend: Kahlschlag von Tropenwäldern, Landraub, Vertreibung, Klimaschäden.
Einer der ganz großen Profiteure dieses schmutzigen Geschäfts ist Wilmar. Die börsennotierte Wilmar-Gruppe mit Sitz in Singapur ist der größte Palmöl-Händler der Welt. Wilmar betreibt große Palmöl-Monokulturen. Allein in Indonesien bewirtschaftet der Konzern 180.000 Hektar Plantagen, auf denen größtenteils zuvor Regenwald stand. Wilmar ist in zahlreiche Landkonflikte mit der lokalen Bevölkerung verwickelt.
Bisher reagiert der Konzern offenbar nur auf massive öffentliche Kritik. ROBIN WOOD hatte gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen den gewaltsamen Überfall von Wilmar-Sicherheitskräften auf das Dorf Sungai Beruang auf Sumatra im August 2011 bekannt gemacht. Erst nach mehreren öffentlichkeitswirksamen Aktionen – auch beim Wilmar-Kunden Unilever – und etlichen Gesprächen bewegte sich Wilmar. Vor Ort läuft nun ein Mediationsverfahren und die Betroffenen hoffen auf eine gute Lösung.
Wilmar setzt sein Zerstörungswerk andernorts fort – nicht nur in Südostasien, auch in Afrika. Friends of the Earth dokumentierte 2012 großflächigen Landraub in Uganda von Wilmar für Palmöl (http://www.foei.org/en/media/land-grab). Dort hat sich der Konzern – gemeinsam mit dem afrikanischen Investor BIDICO – 10.000 Hektar angeeignet.
Im Laufe des Tages reagierte Wilmar auf die Protestaktion mit einem Gesprächsangebot an ROBIN WOOD. Der Chef von Wilmar Europa, Remond van Dorland, erklärte per E-Mail, Wilmar sei innerhalb der nächsten Wochen zu einem konstruktiven Dialog bereit. ROBIN WOOD ist ebenfalls daran interessiert und wird nun zeitnah einen Gesprächstermin mit den Wilmar-Entscheidern vereinbaren.
Schiffsreise von Atommüll gestoppt

Wenn ein Schiff auf große Fahrt geht und dabei Atommüll an Bord hat, kann dies nicht ohne Proteste von ROBIN WOOD geschehen, schon gar nicht, wenn dieser Transport einmal quer durch die ganze Bundesrepublik erfolgt. Das AKW Obrigheim wurde glücklicherweise schon vor einigen Jahren stillgelegt. Doch wohin mit den radioaktiv belasteten Einzelteilen des abzubauenden Atomkraftwerkes, wenn die Zwischenlager alle überfüllt sind und kein Endlager vorhanden? Man verfrachtet den Müll dorthin, wo noch etwas Platz ist und transportiert die radioaktive Fracht zur Abwechslung mal nicht über die Straße sondern über den Fluss: von Südwestdeutschland durchs Münsterland, vorbei an Hannover, Braunschweig, Magdeburg, Berlin über Polen nach Lubmin. Das 1999 in Betrieb genommene Atommülllager Lubmin war ehemals dafür vorgesehen, ausschließlich Atommüll aus Ostdeutschland aufzunehmen. Aufgrund des Entsorgungsnotstandes wird jedoch inzwischen immer mehr bundesweiter Atommüll in die Nähe des Ostseebades transportiert.
ROBIN WOOD protestierte gemeinsam mit anderen Initiativen an mehreren Orten entlang der Strecke. Pfingstmontag 2012 konnte in Münster die Fahrt des Atommüllfrachters „Edo“ für mehrere Stunden aufgehalten werden. Rund um Münster finden zahlreiche Atomtransporte statt. Das hängt auch mit der Uranfabrik in Gronau zusammen. In der Uranfabrik Gronau wird trotz des vermeintlichen Atomausstiegs der Brennstoff für jedes zehnte Atomkraftwerk in der Welt hergestellt. Der Betrieb der Uranfabrik ist bis heute – anders als bei den Atomkraftwerken – nicht befristet! ROBIN WOOD hat deshalb einen Online-Protest für die Abschaltung der Anlage in Gronau gestartet: www.robinwood.de/uran.
In Braunschweig protestierte Robin WOOD gemeinsam mit der AG Schacht Konrad gegen den Atomtransport auf dem Wasser. „Atommüll wird hin und her gekarrt, von einem Zwischenlager zum nächsten. Ein Konzept für eine auf Dauer sichere Beseitigung von Atommüll gibt es bis heute nicht. Die Bundesregierung spricht von einem Neustart in der Endlagersuche und einer ‚weißen Landkarte’, in Wirklichkeit ist die Karte mit radioaktiven Atommüll-Flecken übersät.
Rund um Braunschweig ist die Bevölkerung mit massiven Problemen der Atommülllagerung konfrontiert: In den Schacht Asse II, in dem über 120.000 Fässer mit leicht- und mittelradioaktiven Atommüll lagern, laufen schon jetzt 12.000 Liter Lauge pro Tag und die Wassereintritte drohen weiter zuzunehmen. Dadurch steigt die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung des Grundwassers. Selbst der Einsturz des Salzstocks kann nicht ausgeschlossen werden. Nicht weit davon entfernt wird derzeit der Schacht Konrad zum atomaren Endlager ausgebaut, obwohl es massive Zweifel an seiner Langzeitsicherheit gibt. Im Braunschweiger Stadtteil Thune will die Nuklear-Firma Eckart und Ziegler ihren am Rande eines Wohngebietes gelegenen Betrieb erweitern, um dort Atommüll für die Endlagerung zu verpacken. Erst massive Proteste aus der Bevölkerung und von ROBIN WOOD haben dazu geführt, dass diese Pläne vorerst auf Eis gelegt wurden.
Mit den Protesten will ROBIN WOOD ein Zeichen gegen diesen gefährlichen Atommülltourismus setzen. Dass Atomkraftwerke zurückgebaut werden, ist natürlich grundsätzlich richtig. Wie in diesem Zusammenhang aber mit dem Müll umgegangen wird, ist fahrlässig und kriminell. Mit dem Transport wird suggeriert, dass es eine Lösung für den Umgang mit radioaktiven Müll gäbe – dem ist aber nicht so. Und das muss sich schleunigst ändern.
Protest bei RWE Hauptversammlung

- Foto: ROBIN WOOD
Essen, 19. April 2012: Am Tag der Jahreshauptversammlung demonstrierten etwa 150 AktivistInnen, darunter auch AktivistInnen von ROBIN WOOD, lautstark vor der Grugahalle, um unter dem Motto „RWE unplugged“ gegen die Atom- und Kohlepolitik des Konzerns zu protestieren. Einige Menschen versuchten zum Eingang der Veranstaltung zu gelangen, um sich dort den AktionärInnen in den Weg zu setzen. Die Polizei verhinderte diese Aktion rabiat. Auch der Versuch von einigen AktivistInnen, sich vor dem Eingang anzuketten, wurde vereitelt. Die Aktionäre mussten sich deshalb von Polizei und Sicherheitsdienst in die Halle geleiten lassen. Die Sambatrommeln der Protestbewegung hörte man zeitweise bis in die Halle hinein.
In diesem Jahr nahmen auch zwei Mitglieder von ROBIN WOOD an der Aktionärsversammlung teil. Sie stimmten gegen die Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates. Die Aktionäre reagierten teilweise irritiert auf die Teilnehmer von einer Umweltschutzorganisation.
Rama-Mädchen erschießt Affen und Menschen

- Foto: ROBIN WOOD
17. April 2012: ROBIN WOOD-Aktive protestierten in Bremen gegen Landraub und Umweltzerstörung. Aufgerufen hatte ein buntes Bündnis um das transnationale Netzwerk Afrique-Europe-Interact, das auch 24 Stunden die Deutsche Bank besetzte. Grund für die Besetzung ist die weltweite Beteiligung und Finanzierung des Unternehmens an skrupellosen Landspekulationen, die zur Verdrängung der ansässigen lokalen Bevölkerung und einem weltweiten Anstieg der Lebensmittelpreise führt.
Nicht nur die inakzeptablen Finanzierungs- und Kreditgeschäfte der Deutschen Bank, sondern auch die verantwortungslose Einkaufspolitik multinationaler Lebensmittelkonzerne wie Unilever fördert das Leid und Elend der Menschen im globalen Süden! Unilever ist mit führenden Marken wie Rama, Langnese und Lipton weltweit einer der größten Palmölabnehmer. Für die Expansion von Palmölplantagen werden Urwaldflächen zerstört, wodurch der Klimawandel angeheizt wird und zahlreiche Tiere ihren Lebensraum verlieren. Auch Menschen werden unter Anwendung von Gewalt vertrieben und ganze Dörfer müssen den Palmölplantagen weichen.
Bewaffnet mit einer Gewehrattrappe zog daher unser „Rama-Mädchen“ mit goldener Haarpracht über den Domshof, um symbolisch Platz für weitere Palmölplantagen zu schaffen. Etliche Tiere und Menschen, die versuchten sich ihr in den Weg zu stellen, fielen dem Rama-Mädchen zum „Opfer“.
Keine Pipeline im kanadischen Küstenregenwald!

- Foto: ROBIN WOOD/Weitzel
22. März 2012: Ein herrlich sonniger Frühlingstag in Berlin. Höchste Zeit für die berühmten Berliner Bären, aus dem Winterschlaf zu erwachen. Zwei besonders aufgeweckte Exemplare fanden sich um 12.00 Uhr mittags vor der kanadischen Botschaft in der Nähe des Potsdamer Platzes ein, um für den Schutz und Erhalt des Great Bear Rainforest zu demonstrieren. Das weltweit größte, intakte Regenwaldgebiet außerhalb der Tropen, das bisher lediglich zur Hälfte unter Schutz steht, ist gegenwärtig durch Aktivitäten der Ölindustrie massiv bedroht. 4.580 Protestschreiben wollten die Bären dem kanadischen Botschafter übergeben, damit der einzigartige Lebensraum ihrer kanadischen Artgenossen in British Columbia erhalten wird und eine dort geplante, 1200 Kilometer lange Öl-Pipeline nicht gebaut wird. Und die Bären kamen nicht allein. Sie wurden von ROBIN WOOD-AktivistInnen begleitet, die vor der Botschaft die Auswirkungen einer undichten Pipeline – ölverschmierte Wälder und vergiftete Bären – anschaulich machten.
Der Botschafter jedoch kniff. Ihm fehlte wohl der Mut, sich den Forderungen der Bären und ROBIN WOOD-AktivistInnen zu stellen. Nur unter Polizeischutz durfte einzig und allein der ungefährlich wirkende ROBIN WOOD-Waldreferent Rudolf Fenner die Botschaft betreten und die Protestschreiben abgeben. Derweil drückten sich die MitarbeiterInnen der Botschaft in den oberen Etagen die Nasen am Fenster platt. Um ihren Informationshunger zu stillen wurden beide Transparente noch einmal neu ausgerichtet. So hat der Great Bear Rainforest heute sicherlich viele neue UnterstützerInnen bekommen.
Stuttgarter Schlossgarten geräumt

- Foto: Grodotzki/Neugebauer/visual-rebellion.com
Stuttgart, 15. Februar: Seit Herbst 2010 hielten Aktive der Parkschützer und AktivistInnen von ROBIN WOOD auf Plattformen und in Baumhäusern einige alte Bäume im Stuttgarter Schlossgarten besetzt. In der Nacht zum 15. Februar wurde – oft angekündigt und immer wieder diskutiert – der mittlere Schlossgarten geräumt, um den Park für die Bauarbeiten von Stuttgart 21 zu roden. Nach den Fällungen rund um den Schlossgarten einige Tage zuvor, wie zum Beispiel dem Areal vor der Konzertbühne und Disco „Röhre“, war klar, dass der Großeinsatz im Park kurz bevorstand.
Als es dann in dieser Nacht soweit war, waren die Aktiven auf und unter den Bäumen darauf vorbereitet, sich der Räumung in den Weg zu stellen, zu hängen und zu legen, um gegen dieses sinnlose Prestigeprojekt zu protestieren. Innerhalb kürzester Zeit wurde ein Großaufgebot der Polizei mit Bussen der Stuttgarter Verkehrsbetriebe rund um den Schlossgarten abgeladen, die als erstes begann den Bodenbereich zu räumen. Einige engagierte BesetzerInnen, DemonstrantInnen, Parkschützer bremsten das schnelle Durchkämmen des Parks durch die Polizei einige Zeit aus. Ins Stocken geriet die Polizeiaktion allerdings erst, als sie auf zwei Aktive der Parkschützer und ROBIN WOOD trafen, die irgendwie mit ihren Armen im Boden feststeckten.
Für die Räumung der Bäume fuhren nach Anbruch des Tages mehrere Hubwagen mit Spezialkräften der Polizei in den Park ein und fingen mit der Räumung der KletterInnen an. Sie kamen allerdings auch hier nicht so schnell voran wie sie es sich vielleicht erhofft hatten, da die Höhe und die Kletterfertigkeit der KletterInnen ihnen Schwierigkeiten machten und auch in einem der Bäume plötzlich eine Kletterin eine innige Verbindung mit dem Bau einging, wie zuvor die AktivistInnen mit dem Boden, die zu dem Zeitpunkt immer noch dort unten feststeckten – inzwischen einige Stunden. Es hämmerte und sägte, der Maschinenlärm war so laut wie auf einer Baustelle, bis die AktivistInnen am Boden aus ihrer Verankerung geholt wurden und mittags um 14 Uhr dann die letzte Kletterin aus ihrem Baum herausgesägt war. Alle mussten mit zur Feststellung der Identität. Dass außen um den Park herum der „normale“ Alltag und Straßenverkehr lief, ließ die ganze Räumung sehr surreal wirken. Doch leider war das alles sehr real. Die Polizei begann nach der Räumung eifrig damit das Gelände einzuzäunen und rasch kamen die ersten Arbeiter, um mit der Kennzeichnung und dann der Fällung der großen alten Bäume zu beginnen. Die AktivistInnen trafen sich danach an einem privaten Ort, um nach diesen anstrengenden Tagen, die kalt, nervenaufreibend, aber auch herzlich und Mut machend gewesen waren, erstmal Kraft zu tanken. Wir werden sicher den Prozess um Stuttgart 21 weiter kritisch verfolgen und uns unser Recht auf Demonstration und freie Meinungsäußerung nicht nehmen lassen, auch wenn das mit Kriminalisierung und Einschüchterung immer wieder versucht wird.
Weltweiter Protest gegen das Abholzen tasmanischer Urwälder

- Melinda Gibson lebt auf einem der bedrohten Urwaldriesen
Über 30 Jahren tobten die Auseinandersetzungen um die noch aus dem Urkontinent Gondwana stammenden Urwälder in Tasmanien, Australien. Generationen von UmweltschützerInnen stellten sich der abstrusen Logik des Abholzens von einzigartigen Regenwäldern für Toilettenpapier und Parkett-Fußboden entgegen. Vor zwei Jahren schien ein Ende der Konflikte greifbar. Am runden Tisch wurde verhandelt und dann – im August letzten Jahres – einigten sich die Kontrahenten darauf, dass 430.000 Hektar Wald und damit fast alle noch ungeschützten Urwaldgebiete unter Schutz gestellt werden sollten. Doch die Regierung hat diese Entscheidung bislang nicht umgesetzt. So geht die Waldzerstörung auf Tasmanien weiter. Und auch die Konflikte flammen wieder auf.
Ein weltweiter Aktionstag Mitte Februar 2012, initiiert von Melinda Gibson, einer Aktivistin, die bereits seit dem 14. Dezember auf einer Plattform in 60 m Höhe auf einem der bedrohten Urwaldriesen lebt, lenkte den Blick auf das fortdauernde Drama in den tasmanischen Wäldern. Hunderte von Menschen organisierten mehr als 70 Aktionen in 15 Ländern. Aktive von ROBIN WOOD zeigten ihre Solidarität mit Aktionen in Cottbus und Stuttgart.
Auslaufmodell ASSE!

Mit einer Silvester-Demonstration hatte die „Bürgeraktion Sichere Asse“ ihrer Forderung nach Rückholung der radioaktiven Abfälle aus dem maroden Atommülllager ASSE Nachdruck verliehen. Am Rande der Kundgebung am Bergwerk bestiegen Aktive von ROBIN WOOD den Förderturm. Ein großer Teil des Turms wurde mit einem 50 Quadratmeter großen Transparent verdeckt: „Auslaufmodell ASSE! Rückholung sofort – Raus kommt es, so oder so“
Occupy Unilever
Am 14.12.2011 besetzen mehrere indonesische Umweltschützer_innen und Menschenrechtler_innen gemeinsam mit Aktiven von ROBIN WOOD, Rettet den Regenwald und Watch Indonesia den Platz vor der Deutschland-Zentrale von Unilever in Hamburg. Mehr lesen
Gronau: Uranwirtschaft sofort abschalten

- Foto: aaa-West
Die Proteste gegen die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau reißen nicht ab. Am 6. Juli 2011 stellten ROBIN WOOD-AktivistInnen mehrere Dreibeine aus Gerüststangen in die Zufahrt zur Atomanlage. Sie kletterten auf etwa 4 Meter Höhe in die Spitze der Tripods und spannten zwischen sich ein Banner mit der Aufschrift: „Atomtod made in Germany – Uranwirtschaft jetzt abschalten!“ Sie forderten, die UAA sofort zu schließen. Bereits am Sonntag hatten mehrere Hundert Menschen in Gronau für die sofortige Stilllegung der UAA demonstriert. Zeitgleich gab es eine Kundgebung im sibirischen Angarsk, wo unter katastrophalen Bedingungen auch Uranmüll aus Gronau lagert. Am Montagmorgen dieser Woche blockierten AtomkraftgegnerInnen für etwa zwei Stunden die UAA.
Köln: Mobil ohne Auto

- Foto: Georg Kleinmann
Am 19.06.11 schwangen sich trotz sehr des wechselhaften Wetters und kräftigen Böen ca. 700 Radler zu einer Sternfahrt in Köln aufs Fahrrad. Die "Tour de Protest" wie eine Zeitung es sie nannte, ging von zehn Startpunkten sternförmig zum Rudolfplatz und von dort auf einer Rundtour durch die Innenstadt. Bei der Abschlusskundgebung am Neumarkt gab es live-Musik, Reden mit den Forderungen des Aktionsbündnisses und eine kabarettistische Einlage von Wilfried Schmickler. Die TeilnehmerInnen waren begeistert und wollen auch im nächsten Jahr für eine alternative Verkehrspolitik demonstrieren, wenn es am 17.06.2012 wieder heißt: Mobil ohne Auto !
Für einen sofortigen Atomausstieg und gegen ein Endlager in Gorleben
Juni 2011: Aus Protest gegen die Pläne der Bundesregierung, den Atomausstieg noch rund ein Jahrzehnt hinauszuzögern und in Gorleben ein atomares Endlager einzurichten, hat die Anti-AKW-Bewegung für eine Woche zu vielfältigen Aktionen am AKW Brokdorf und im Wendland aufgerufen. Auch ROBIN WOOD zählte zu den Aufrufern für die Kundgebung und die Menschenkette rund ums AKW Brokdorf am 18. Juni. Denn ohne den unnachgiebigen Protest der letzten Jahre hätte die schwarz-gelbe Bundesregierung auch nach dem dreifachen GAU in Fukushima weiterhin auf Atomkraft gesetzt. Dass jetzt acht AKWs endgültig stillgelegt werden sollen, ist ein Erfolg für die ganze Anti-Atom-Bewegung. Der Protest lohnt sich und muss mit Hochdruck weitergehen, denn alle AKWs müssen jetzt vom Netz. Die Macht der vier marktbeherrschenden Energiekonzerne muss gebrochen werden, weil es mit ihnen keine Wende hin zu einer dezentralen, sicheren und umweltverträglichen Energieversorgung geben kann. Auch das AKW Brokdorf soll nach den Plänen von Schwarz-Gelb – trotz des unbestreitbaren Restrisikos – noch bis ins Jahr 2021 am Netz bleiben.
Selbst wenn alle Atommeiler in Deutschland stillgelegt sind, werden der verbleibende Müll und seine Lagerung noch Generationen beschäftigen. Ein sicheres Endlager gibt es nicht und kann es in Gorleben auch nicht geben. Ab dem 10. Juni gab es deshalb rund um die Endlagerbaustelle in Gorleben Aktionen für die sofortige Einstellung aller Bauarbeiten im Salzstock. Unter dem Motto „Gorleben versalzen“ startete ein Sonntagsspaziergang, an dem sich auch ROBIN WOOD-AktivistInnen beteiligten.
Commerzbank ist radioaktiv - Protest vor Kasseler Atombank

- Foto: Klaus Schotte
Seit der Katastrophe von Fukushima gibt es eine starke, sichtbare Anti-Atom-Bewegung in Kassel. Jeden Montag wird seither demonstriert und ROBIN WOOD ist mit dabei. So auch am 6. Juni 2011. Trotz des Regenwetters kamen ca. 150 Menschen und zogen mit Transparenten unter Musikbegleitung vom Rathaus durch die Innenstadt. Vor der Filiale der Commerzbank konnte Regina Möller von der ROBIN WOOD Regionalgruppe Kassel in ihrem Redebeitrag deutlich machen, wie stark die Commerzbank die Atomkonzerne finanziert. Es reiche nicht zu einem Ökostromanbieter zu wechseln, auch die Frage: „Wie radioaktiv ist meine Bank?“ sei von den KundInnen in den Blick zu nehmen. Mit dem Appell: “Atombank - Nein Danke!“ wurde die Kundgebung an diesem Tag beendet.
Blockade auf der Brücke

- Foto: Tim Thissen
28.5.2011: Bei der Demo in Bonn zogen laut Veranstalter bei schönem Wetter und live-Musik vom LKW so an die 10.000 TeilnehmerInnen vom Kaiserplatz ging es zur Kennedybrücke, wo eine symbolische Sitzblockade stattfand. Unter dem Motto "Wir blockieren Eure Brückentechnologie" versammelten sich Tausende auf der Brücke. Von dort ging es zurück in die Innenstadt, wo auf dem Münsterplatz die Abschlusskundgebung stattfand. Auch ein Redner aus Japan war gekommen, der den Demonstranten japanische Schlachtrufe beibrachte. Die Kundgebung wurde per Videobotschaft auch nach Japan übertragen.
Anti-Atom-Infos in Kassel

Kassel, 17.4.2011: „Haben Sie das T-Shirt auch in einer anderen Größe?“ - diese Frage hörten die fünf ROBIN WOOD-Aktiven beim Anti-Atom-Infostand sehr oft. Das begehrte T-Shirt zeigt auf der Rückseite alle AKW in Deutschland und bietet die Möglichkeit, abgeschaltete Kraftwerke selber durchzustreichen. Der thematische Infostand fand beim „Tag der Erde“ in Kassel statt. Seit 1990 gibt es diesen Tag, für den eine Hauptverkehrsstraße bunt und lebendig „umgenutzt“ wird. Fast 30.000 BesucherInnen haben sich über verschiedenste Themen rund um den Umweltschutz informiert.
Neben der Mobilisierung für die bundesweiten Demonstrationen wurden Unterschriften für eine regionale Energiewende gesammelt. Die Stadt Kassel wurde aufgefordert mehr Einfluss auf die Stadtwerke zu nehmen, um die Atomstromanteile auf Null zu reduzieren. Zudem gibt es für den Landkreis Kassel die Chance, aus den Verträgen mit dem Netzbetreiber E.on auszusteigen, da diese Vereinbarungen Ende 2011 auslaufen. Mit über 300 Unterschriften allein am ROBIN WOOD - Stand wurde diesen beiden Forderungen deutlich Nachdruck verliehen.
25 Jahre Tschernobyl

- Foto: Malte Dörge/PubliXviewing
Vor dem Hintergrund der Atomkatastrophe von Fukusihima mobilisierte ROBIN WOOD gemeinsam mit vielen Organisationen und Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet zu den Anti-Atom-Aktionen und Kundgebungen am 25. April 2011. Mehr als 120.000 Menschen demonstrierten am Ostermontag an zwölf Atomstandorten eindrucksvoll gegen die weitere Nutzung der Atomkraft. Vor 25 Jahren wurden beim Super-GAU von Tschernobyl große Teile Europas verstrahlt. Hundertausende Menschen sind in Folge der Katastrophe gestorben oder erkrankt.
Weiter Druck gegen Vattenfall

21.04.2011: Drei AktivistInnen seilten sich vom Dach des Vattenfall-Kundenzentrums in der Hamburger City ab und hängten ein Banner auf mit dem Slogan: „GAU-Roulette: Tschernobyl - Fukushima - Krümmel?“ Die AktivistInnen forderten den sofortigen Atomausstieg und gezielt an die Adresse von Vattenfall den kompletten Rückzug des Konzerns aus dem Atomgeschäft. Gleichzeitig riefen sie alle HamburgerInnen dazu auf, sich am kommenden Ostermontag an den Anti-Atom-Protesten anlässlich des Jahrestages der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl zu beteiligen. An zwölf Atomstandorten im ganzen Bundesgebiet wurde demonstriert - auch an den Schrottreaktoren von Vattenfall in Brunsbüttel und Krümmel.
Augen auf Herr Ramsauer!

- Foto: Grodotzki
20.04.2011: Spektakulärer Protest von ROBIN WOOD und den Parkschützern. Die Aktiven machten mit einem riesigen Transparent am Bibliotheksneubau in Sichtweite des Stuttgarter Bahnhofs darauf aufmerksam, dass es sich bei S 21 schon immer um ein Immobilien- und kein verkehrspolitisch sinnvolles Bahnprojekt gehandelt hat.
Literatur gegen Atomkonzern und Klimakiller

- Foto: Makrus Scholz
05.04.2011: In Hamburg gab es aus Protest gegen die Vattenfall-Lesetage Literatur vom Feinsten. Mit dabei waren Günther Grass, Feridum Zaimoglu, Nina Hagen, Jutta Ditfurth, Günter Zint, Harry Rowohlt und viele, viele andere. Die Initiative „Moorburgtrasse stoppen“ hatte mit zahlreichen UnterstützerInnen ein vielfältiges Literatur-Programm gegen das Greenwashing des Atomkonzerns und Klimakillers Vattenfall auf die Beine gestellt. Unter dem Motto: „Lesetage selber machen – Vattenfall Tschüss sagen“ fanden vom 6. bis 15. April über 50 Veranstaltungen in der ganzen Stadt statt. Außerdem hatte die Initiative „Hamburger Unternehmen gegen Atomkraft“ zur Literaturreihe „Lesen ohne Atomstrom“ eingeladen. Beide Veranstaltungsreihen wurden von ROBIN WOOD mit organisiert.
In Zukunft ohne Atomstrom

31.03.2011: In Bremen besetzten zehn AktivistInnen das Beratungscenter des regionalen Energieversorgers SWB. Die AktivistInnen spannten ein Banner vor der Zentrale der SWB. Darauf forderten sie, dass die swb den Atomstromanteil aus ihrem Strommix ausschließt und den Anteil regenerativer Energien erhöht.
Trommeln gegen die A44

- Foto: Kiewert
22.03.2011: ROBIN WOOD-AktivistInnen forderten im hessischen Ort Waldkappel beim Spatenstich für den Bau eines weiteren Teilstücks der A44 den Verzicht auf diese überflüssige und teure neue Autobahn. Dabei wurden sie mit Samba-Rhythmen von der Trommelgruppe „Witzenhausen Action Samba“ unterstützt. Im Beisein von Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) entrollten sie ein Transparent mit dem Slogan „Wald statt Asphalt“.
Die A44 soll von Kassel-Ost bis Wommen bei Eisenach führen, rund 1,4 Milliarden Euro kosten und sieben europäische Naturschutzgebiete sowie große Waldgebiete zerschneiden. Prognostiziert wird für die A44 ein Verkehrsaufkommen von 14.700 Kfz pro Tag. Das liegt weit unter dem Durchschnitt bundesdeutscher Autobahnen mit 47.600 Kfz pro Tag. Ein Bedarf ist also nicht gegeben.
AKW-Havarie im Regierungsviertel

- Foto: Frank Bartsch
22.03.2011: Mit der qualmenden Attrappe eines Atomkraftwerks, einem Banner und vielen Flyern demonstrierten ROBIN WOOD-AktivistInnen in Sichtweite des Kanzleramts in Berlin für die sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke – die einzige mögliche Konsequenz aus der Reaktor-Havarie in Fukushima.
Stoppt den strahlenden Müll ins Ostseebad Lubmin!

- Foto: Grodotzki
16.12.2010: Nur fünf Wochen nach dem Castor-Transport nach Gorleben rollte im Dezember bereits wieder Atommüll durchs Land: vier Castor-Behälter mit Atommüll aus vom südfranzösischen Cadarache nach Lubmin bei Greifswald. Die vier Castoren enthielten Brennstäbe aus der inzwischen geschlossenen Forschungsanlage für Schnelle Brüter in Karlsruhe sowie von dem atomgetriebenen Versuchsfrachter „Otto Hahn“.
Bei eisiger Kälte gelang es zwei ROBIN WOOD-AktivistInnen, einem Mann und einer Frau, sich auf der Castor-Strecke in Höhe der Ortschaft Friedrichshagen im Gleisbett festzuketten. Die ROBIN WOOD-AktivistInnen forderten die Bundesregierung auf, die verantwortungslose Verschieberei hochradioaktiven Mülls quer durch Europa zu stoppen und sofort aus der Atomkraft auszusteigen. Bei einer weitere Anti-Atom-Aktion von ROBIN WOOD hingen KletterInnen bei Stilow in den Bäumen, die nach einigen Stunden von der Polizei beendet wurde. Die AktivistInnen im Gleis konnten den Zug mit dem strahlenden Müll für 10 Stunden stoppen.
Der Müll hatte einen weiten Weg hinter sich. Er wurde zunächst von Geesthacht und Karlsruhe nach Cadarache in Südfrankreich gebracht. Dort hätten die Brennstäbe aus Karlsruhe eigentlich wiederaufgearbeitet werden sollen. Die Franzosen hielten das jedoch für unmöglich und verlangten die Rücknahme. Daraufhin sollte der Müll nach Ahaus oder Gorleben, obwohl es auch dort nur provisorische Zwischenlager gibt. Die Betreiber der Lager lehnten ab, so dass der Müll ins Seebad Lubmin verschoben wurde. Auch das ist keine Lösung – und obendrein ein Wortbruch, weil zugesagt war, in das dortige, bundeseigene Zwischenlager Nord käme ausschließlich Müll aus den stillgelegten ostdeutschen AKW Lubmin und Rheinsberg. Der Transport nach Lubmin geschah gegen den entschiedenen Protest von AtomkraftgegnerInnen und auch gegen den ausdrücklichen Willen der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns.
November 2010: Proteste verzögern Castor-Transporte

- Foto: Grodotzki, rechts: Lutter
Anfang November 2011 protestierten 50.000 Menschen im Wendland gegen den Castortransport aus Frankreich. Die Proteste waren breit, bunt, bundesweit – und so stark wie nie zuvor. Noch nie hat es so lange gedauert, bis die Castoren das Zwischenlager in Gorleben erreichten
Fliegende VW-Manager

- ROBIN WOOD protestiert am Braunschweiger Rathaus gegen das Abholzen des Querumer Forsts für eine verlängerte Landebahn
Der Querumer Forst liegt nördlich von Braunschweig. Großflächige Eichenbestände, Hain- und Rotbuchen prägen das Bild des beliebten Naherholungsgebiets. Doch nun frisst sich eine kilometerlange Schneise in den Wald. Die Start-und Landebahn des unmittelbar angrenzenden Regionalflughafens Braunschweig-Wolfsburg wird von 1788 auf 2300 Meter verlängert. Trotz der rund 800 Einwendungen besorgter BürgerInnen wurde der Ausbau im Jahr 2007 genehmigt. Klagen von BUND und Bürgerinitiative wurden abgeschmettert. Ca. 70 Hektar des Querumer Forsts gehen durch Rodung und Baumkürzungen unwiederbringlich verloren. Die Flächen sind Bestandteil eines EU-Vogelschutzgebiets und Lebensräume für streng geschützte Arten.
Wegen der starken Beeinträchtigungen des Schutzgebietes war die Genehmigung des Ausbaus nur über ein Ausnahmeverfahren möglich. So gaben DLR und die Firma AERODATA an, der Ausbau sei unverzichtbar, um ihre Forschungs- und Entwicklungsaufgaben wahrnehmen zu können: Der Begriff des ‚Forschungsflughafen‘ prägte das Genehmigungsverfahren. Doch mittlerweile kommen Zweifel an dieser Darstellung auf. Hinter den Kulissen ist die Volkswagen AG einer der Hauptdrahtzieher für den Ausbau. 50 Prozent der Flüge gehen auf ihr Konto. Die Langstreckenflugzeuge der VW-Manager können bislang nicht vollgetankt starten und müssen in Hannover zwischenlanden. Mit vollem Tank wären die Maschinen zu schwer, um in Braunschweig abheben zu können - ein Umstand, der sich nach Verlängerung der Bahn ändern wird.
Um die Glaubwürdigkeit als Forschungsflughafen wiederherzustellen und um in den Genuss von EU-Fördergeldern zu kommen, verkaufte VW kürzlich seine Besitzanteile – nachdem das Unternehmen diese gerade erst vor einem halben Jahr auf 35,6 Prozent verdoppelt hatte. Noch jemand profitiert von dem Ausbau: Wolfsburgs Bürgermeister Rolf Schnellecke. Seit Jahren eng verflochten mit VW setzt seine Speditionsfirma Millionenbeträge um. Mit dem Ausbau und den neu gewonnenen Flächen lässt sich ein Logistik-Flug-Drehkreuz schaffen, von dem Schnellecke und VW verstärkt wirtschaftlich profitieren können.
Während die Zerstörung des Querumer Forsts voranschreitet, hält der Widerstand an. Unermüdlich werden Waldspaziergänge, Kundgebungen und Straßentheater organisiert. Letzten Winter wurde die Rodung durch zahlreiche Blockaden verzögert. ROBIN WOOD Braunschweig unterstützt und begleitet die BürgerInnen im Kampf gegen den Flughafen.
Unerwartete Unterstützung brachte der Eremit. Drei überraschende Fundorte des seltenen Käfers bringen die Verantwortlichen des Ausbaus in die Bredouille: Als besonders geschützte Art darf sein Lebensraum nicht ohne weiteres zerstört werden. Zur Zeit prüft die EU den Verstoß gegen geltendes Umweltrecht. Höhere Kompensationsmaßnahmen, Bußgelder wie auch ein Baustopp werden als Konsequenz in Betracht gezogen.
Aglaia Abel, Hamburg
Oben bleiben!

- ROBIN WOOD: Grodotzki
Stuttgart, September - Oktober 2010: Hiermit möchten wir, die ROBIN WOOD Aktivengruppe Stuttgart, uns für die andauernde Unterstützung während des Widerstandes gegen Stuttgart 21 bedanken. Vor allem unsere gemeinsamen Baumbesetzungen mit den Parkschützern Anfang September haben unglaubliche Unterstützung erfahren. Viele Leute waren von der Polizeigewalt bei der Räumung des Baumhauses in der Nacht zum 7. September sehr überrascht. Es kamen mindestens dreißig Polizeiwagen, das vermummte Sondereinsatzkommando (SEK) und die Kriminalpolizei. Sie holten bis zum Morgengrauen alle vier Aktivist_innen und das Baumhaus vom Baum herunter und zwar unter dem Vorwand, dass laut Polizeigesetz das Schlafen in Bäumen verboten sei. Anschließend waren wir für kurze Zeit aus dem Blickfeld von S21-Befürwortern und der Polizei verschwunden und konnten uns neu organisieren, um im September erneut Bäume im Schlossgarten zu besetzen. Durch unsere Hartnäckigkeit und die großräumige Unterstützung waren wir aber nun viel schwieriger zu räumen. Die polizeilichen Räumungsversuche ebbten ab. Doch dann verdichteten sich die Gerüchte um kommende, große Polizeieinsätze.
Am 30.09. standen wir mit der Jugendoffensive gegen Stuttgart 21 in Kontakt. Die Gerüchte über einen Polizeigroßeinsatz an diesem Tag verdichteten sich, die Schüler_innen und Student_innen machten sich um ihren Park Sorgen. Etwa gleichzeitig mit ihnen kamen hunderte Polizist_innen in den Park und begannen, Menschen wahllos in verschiedene Richtungen zu schubsen. Demonstrant_innen wagten es derweil, die herbeigeschafften Wasserwerfer und Polizeiwagen friedlich zu besetzen. Und sie waren erfolgreich! Die Blockade wurde immer größer, besorgte Stuttgarter_innen strömten in den Park und fanden sich zu einer Sitzblockade zusammen. Wir nutzten diese Gelegenheit, um den ältesten Baum des Parks, eine über 200 Jahre alte Platane, mit zwei Kletter_innen zu besetzen, um sie vor den Fällarbeiten zu schützen.
Was im Laufe des Tages noch passiert ist, weiß mittlerweile sicher ganz Deutschland, die Bilder gingen durch alle Medien: Hunderte durch Pfefferspray verletzte Demonstrant_innen, darunter auch Kinder und Senior_innen, Prellungen und Verletzungen durch Wasserwerfer sowie Schlagstöcke, mindestens ein erblindeter Mensch... Der Polizeieinsatz war augenscheinlich gewalttätig, die Demonstrant_innen dagegen friedlich. Man hatte den Eindruck, dass die Polizei den Befehl hatte, gezielt zu provozieren, damit der S21-Protest endlich jene Gewalt an den Tag legen würde, die Stefan Mappus den Protestierenden mit seinen Äußerungen über „Berufsdemonstranten“ nachgesagt hatte. Doch das gelang nicht. Der Widerstand ist gewaltfrei geblieben, was von uns allen angesichts der massiven Gewalt durch die Polizei sicher viel Selbstbeherrschung erfordert hat.
Seit über einem Monat halten wir nun die Stellung im Stuttgarter Schlossgarten und die Unterstützung, die wir durch den restlichen Widerstand erhalten, ist ungebrochen. Wir möchten uns hierfür erneut bedanken. Wir schätzen insbesondere die Vielfalt des Widerstandes. Jed_er kann sich einbringen und alle auch noch so kleine Tätigkeit ist ungeheuer wichtig. Gemeinsam verhindern wir Stuttgart 21! Oben bleiben!
A. Kei Andrews für die ROBIN WOOD Aktivengruppe Stuttgart
Laster vom Pflaster

ROBIN WOOD-AktivistInnen forderten am 24.09.2010, beim ersten Spatenstich für den Bau eines weiteren Teilstücks der A 44, den Stopp dieses überflüssigen und teuren Verkehrsprojektes. Sie entrollten bei der Inszenierung des Baubeginns in Hessisch Lichtenau-Küchen im Beisein von Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP) ein Transparent mit dem Slogan „Wald statt Asphalt - Laster vom Pflaster“.
Die A 44 soll von Kassel-Ost bis Wommen bei Eisenach führen. Sie wird mindestens 1,4 Milliarden Euro kosten und sieben europäische Naturschutzgebiete sowie große Waldgebiete zerschneiden. Die Strecke verläuft also durch einen ökologisch und geografisch besonders schwierigen Planungsraum und ihr wirklicher Nutzen ist ebenfalls fragwürdig. Bis zum Ende des Jahres wird das Bundesministerium für Verkehr den Bedarf neu bewerten und den Investitionsrahmenplan überarbeiten. Dabei könnte wegen der angespannten Haushaltslage und dem zweifelhaften Bedarf auch das Budget für die A 44 zusammengestrichen werden. Prognostiziert wird für die A 44 ein Verkehrsaufkommen von 14.700 Kfz pro Tag. Das ist weniger als ein Drittel des durchschnittlichen Verkehrsaufkommens auf deutschen Autobahnen.
3. Kölner Fahrrad-Sternfahrt

Köln, 19.09.2010: Bei schönstem Herbstwetter starteten von neun verschiedenen Startpunkten Hunderte RadfahrerInnen zur 3. Kölner Fahrrad-Sternfahrt ins Zentrum. Die Radler eroberten im Rahmen der europaweiten autofreien Woche die großen Strassen für die Zweiräder zurück, unter ihnen auch viele Kinder.
Bei der Abschlusskundgebung am Neumarkt versammelten sich dann um die 600 Radfahrer und zeigten mit Tandems, Liege- und Transporträdern ein buntes Bild. Sie forderten unter anderem mehr Platz für Radfahrer (auf Radwegen oder Schutzstreifen), die Beseitigung von Gefahrenstellen und mehr sichere Abstellplätze für Fahrräder. Ein breites Bündnis von Verkehrsinitiativen, Umweltverbänden und Parteien hatte auch dieses Mal die Sternfahrt organisiert. Mehr Informationen und Fotos unter: www.koelner-fahrrad-sternfahrt.de
Feinstaub kann tödlich sein

Bremen, 05.09.2010: Der zweite autofreie Sonntag in Bremen lud viele Bürger- und Bürgerinnen dazu ein, den sonnigen Tag ohne Autolärm zu genießen. Große Teile der Innenstadt waren deshalb für Autos gesperrt. Außerdem gab es eine Fahrraddemo über die A 281, an der mehrere tausend Menschen teilnahmen. Auch ROBIN WOOD war mit einem Informations- und Aktionsstand dabei, zusammen mit vielen weiteren Organisationen und Verbänden, die über die Folgen des Autofahrens für Klima und Umwelt informierten.
Die AktivistInnen der Regionalgruppe Bremen hatten sich dabei besonders etwas für Kinder ausgedacht. Mit Farbe und verschiedenen selbstgebastelten Stempeln ( z.B. Fahrräder, Fußgänger oder ein durchgestrichenes Auto) verschönerten sie ein großes ROBIN-WOOD-Transparent mit der Aufschrift „Feinstaub kann tödlich sein“. Die Aktion stieß auf großes Interesse, sodass ein farbenprächtiges Transparent entstand, das für weitere Demos eingesetzt werden wird. Viele nutzten auch die Möglichkeit, sich über die Arbeit von ROBIN WOOD und die Gefahren von Feinstaub zu informieren.
Baustopp - Climate justice now

Mannheim, 03.08.2010: Klar zum Entern! - Klimaschutz selber machen! Getreu diesem Motto hatten an diesem Tag rund ein Dutzend ROBIN WOOD-AktivistInnen die Baustelle für den geplanten neuen Block 9 des Kohlekraftwerks Mannheim der GKM AG geentert und einen Kran besetzt. In ca. 50 Meter Höhe entrollten die AktivistInnen ein großes Banner mit dem Slogan „Baustopp – Climate justice now“ (Klimagerechtigkeit jetzt). Obwohl noch einiges von einer Klage vor dem Verwaltungsgerichtshof Mannheim gegen die Genehmigung des neuen Blocks anhängig ist, hat die GKM AG im Juni dieses Jahres damit begonnen, den neuen 911-Megawatt-Block zu bauen. Ende 2013 soll Block 9 die Stromproduktion aufnehmen. Geht die 1,2 Milliarden Euro teure Dreckschleuder wie geplant ans Netz, wird sie pro Jahr rund drei Millionen Tonnen CO2 in die Luft pusten, die die Umgebung belasten und den weltweiten Klimawandel beschleunigen. Auch die Feinstaub- und Schwefelbelastung in der Region um Mannheim wird um mehrere 100 Tonnen pro Jahr zunehmen. Trotzdem wirbt die GKM AG für den Block 9 damit, die modernsten und effizientesten Steinkohleblöcke der Welt zu bauen und eine besonders umwelt- und klimaschonende Strom- und Fernwärmeerzeugung zu errichten.
ROBIN WOOD setzt daher auch darauf, der GKM AG die Stromabnehmer abspenstig zu machen. Ein Großer unter ihnen ist die Deutsche Bahn. Auch alle übrigen KundInnen der GKM AG fordert ROBIN WOOD auf, zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.
Floßtour 2010: Klimaschutz selber machen

- Foto: ROBIN WOOD/Grodotzki
Am 20. Juli in Stuttgart hieß es für die ROBINA WALD, "Leinen Los!" Die AktivistInnen waren mit dem Holz-Floß rund vier Wochen lang auf Neckar, Rhein und Main bis nach Frankfurt unterwegs.
Nachdem die Klimakonferenz in Kopenhagen Ende 2009 gescheitert war, ist nun erst recht jeder Einzelne gefragt, das Klima zu schützen. Die Flößer-Crew wollte neue Bewegung in die Klimadebatte bringen und sich mit Menschen entlang der Strecke darüber austauschen, wie man sich gemeinsam gegen unsinnige und klimaschädliche Bauvorhaben wehren kann. Davon gibt es auf dem Weg nach Frankfurt eine Menge: vom Kellerbahnhof Stuttgart 21 über den neuen Block fürs Kohlekraftwerk in Mannheim bis zur Erweiterung des Frankfurter Flughafens.
Atomkraftgegner entern Sparrenburg

- Foto: ROBIN WOOD/Bäsener
Am 25.06.10 demonstrierten ROBIN WOOD-AktivistInnen der Regionalgruppe Bielefeld für den Ausstieg der Bielefelder Stadtwerke aus dem niedersächsischen Atomkraftwerk Grohnde. Drei AktivistInnen erkletterten den 40 Meter hohen Turm, der im Zentrum Bielefelds gelegenen Sparrenburg, hissten eine Anti-Atom-Flagge und entrollten ein 50 Quadratmeter großes Transparent: „Bielefeld steigt aus – Stadtwerke raus aus Grohnde“.
Die Stadtwerke Bielefeld besitzen 16,7 Prozent der Anteile am AKW Grohnde. Die übrigen 83,3 Prozent gehören dem Atomkonzern E.ON. Das AKW Grohnde zählt mit einer Nettoleistung von 1.360 Megawatt zu den größten AKWs weltweit. Der Strommix der Stadtwerke Bielefeld besteht noch zu über 50 Prozent aus Atomstrom. Über 200 meldepflichtige Ereignisse im AKW Grohnde seit 1985 zeigen, dass der Betrieb auch dieses Atomkraftwerks zu riskant ist. Die Stadtwerke Bielefeld versuchen die Risiken klein zu reden und ihren Atomstrom mit dem Werbeargument zu verkaufen, er sei klimafreundlich. Tatsächlich aber verstopft der in Grundlastkraftwerken erzeugte Atom- und Kohlestrom die Netze für klimafreundliche, erneuerbare Energien.
ROBIN WOOD forderte die Stadtwerke Bielefeld auf, aus dem AKW Grohnde auszusteigen und stattdessen eine sichere, regionale und regenerative Energieversorgung anzubieten. Solange die Stadtwerke ihren Strommix nicht atomstromfrei gestalten, kann allen BürgerInnen der Region nur empfohlen werden, dort zu kündigen und zu einem Anbieter zu wechseln, der ausschließlich mit Ökostrom handelt. Über empfehlenswerte Ökostromanbieter können sich alle Stromkunden auf der ROBIN WOOD-Internetseite informieren. ROBIN WOOD ruft alle BürgerInnen und Initiativen der Region auf, unter www.robinwood.de/Bielefeld-steigt-aus/ auch online gegen die Atompolitik der Bielefelder Stadtwerke zu protestieren.
Rettet das Klima – Stopp Flughafenausbau

- Foto: Philip Eichler
In Frankfurt, am 3. Juni 2010, machten ROBIN WOOD-AktivistInnen mit einer Kletteraktion deutlich, was Klimaschutz für sie bedeutet. „Save the Climate – Stop Airport Expansion“. Ein rund 130 Quadratmeter großes Transparent mit dieser Forderung hängten vier ROBIN WOOD-AktivistInnen auf einen Baukran an einer Baustelle des Frankfurter Flughafens. Die Baustelle ist Teil der Flughafenerweiterung. Allein am Rhein-Main-Airport starten und landen derzeit eine halbe Million Flugzeuge pro Jahr. Durch den Bau der neuen Landebahn, die Ende 2011 in Betrieb gehen soll, ist eine Steigerung auf bis zu eine Million Maschinen möglich. Um Platz für die neue Piste zu schaffen, ließ Fraport im vergangenen Jahr rund 250 Hektar Mischwald roden – gegen den erbitterten Widerstand von örtlichen Bürgerinitiativen und ROBIN WOOD-AktivistInnen.
Keine A44 - Wald statt Asphalt

- Foto: ROBIN WOOD/Schotte
Helsa, 25.05.2010: Beim ersten Spatenstich für den Bau eines weiteren Teilstücks der A44 forderten Aktive von ROBIN WOOD den Verzicht auf diese überflüssige und teure neue Autobahn. Die A44 soll von Kassel-Ost bis Wommen bei Eisenach führen, rund 1,4 Milliarden Euro kosten und sieben europäische Naturschutzgebiete sowie große Waldgebiete zerschneiden.
Prognostiziert wird für die A44 ein Verkehrsaufkommen von 14.700 Kfz pro Tag. Das liegt weit unter dem Schnitt bundesdeutscher Autobahnen mit täglich 47.600 Kfz. Der Bedarf ist also ebenso fragwürdig wie bei der Verlängerung der A4 ins Sauerland – und der hatte der hessische Verkehrsminister Posch Anfang Mai wegen zu geringer Verkehrsmengen und zu hoher Kosten eine klare Absage erteilt: Man könne nicht alles machen, was wünschenswert sei, sondern müsse mit den Steuergeldern vernünftig umgehen. Deshalb forderten die ROBIN WOOD-AktivistInnen Konsequenz von Herrn Posch: „Was für die A4 gilt, kann für die A44 nicht falsch sein. Stoppen Sie diese milliardenschwere Fehlinvestition!“ Noch könnte der Bau der A44 abgebrochen werden. Die 64 Kilometer lange Strecke ist in elf Abschnitte unterteilt. Erst einer davon, die Ortsumgehung Walburg, ist fertig, bei anderen ist noch nicht einmal die Planung offen gelegt.
Am 13. Juni lud ROBIN WOOD dort, wo die A44 gebaut werden soll, zu einem Waldaktionstag mit Waldbegehung, Schnupperklettern, Kuchenstand, Chor-Konzert und Infos zur geplanten Autobahn ein. Beim gemeinsamen Spaziergang wurde der Wald gezeigt, der für die A44 platt gemacht werden soll. Der Widerstand vor Ort gegen das unsinnige Autobahnprojekt ist ungebrochen - mehr als 200 Menschen folgten der Einladung von ROBIN WOOD.
KETTENreAKTION beginnt

24. April 2010: Mit einer 120 Kilometer langen Aktions- und Menschenkette vom Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein quer durch Hamburg bis zum AKW Brunsbüttel demonstrieren über 120.000 Atomkraftgegner gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke: ROBIN WOOD begrüßte mit einer Kletter-Aktion in Geesthacht die TeilnehmerInnen der Menschenkette und des Anti-Atom-Treck 2010 von Gorleben nach Krümmel
Stuttgart verscherztes sich - Zug um Zug

Stuttgart, 02.02.10: Mit der Anhebung eines Prellbocks wollte die Deutsche Bahn ein Startsignal für ihr Prestigeprojekt Stuttgart 21 geben und zugleich den Widerstand um seine Hoffnung berauben, er könne das Wahnsinnsprojekt noch stoppen. Doch mehr als 2000 Gegner sammelten sich lautstark im Bahnhofsgebäude, um die Feiergäste der Bahn, darunter befürwortende Politiker und Prominente, vom Gegenteil zu überzeugen: Der Bahnhof muss oben bleiben! Die ROBIN WOOD-Gruppe Stuttgart war natürlich auch dabei - und zwar oben. An einem Gerüst im Bahnhofsgebäude entrollten sie ein Transparent mit der Botschaft „Stuttgart verscherzt es sich - Zug um Zug“ und verkündeten damit, dass es sich OB Schuster und Co. endgültig mit den Stuttgartern verscherzen, wenn sie versuchen das Projekt weiterhin gegen den Willen der Mehrheit durchzusetzen. Der Kopfbahnhof soll in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof mit nur acht statt seinen jetzigen 16 Gleisen verwandelt werden. Für durchschnittliche Zeiteinsparungen von zwei Minuten soll ein großer Teil des Schlossparks, der mit seinen teilweise bis zu 280 Jahre alten Bäumen als grüne Lunge der Stadt dient, abgeholzt werden.
Stuttgart, 24.04.10: Schon am frühen Morgen waren ROBIN WOOD-AktivistInnen angerückt und hatten drei alte Platanen direkt am Kundgebungsplatz, dem Stuttgarter Schlosspark, erklettert und Seilbrücken, Hängematten und einen Infostand aufgebaut. Während die über 10.000 Stuttgart 21-GegnerInnen im Park den verschiedenen RednerInnen, Kunst- und Musik-Acts lauschten, eröffneten die KletterInnen einen Schnupperkletter-Parcours zwischen den Bäumen, der großen Anklang, besonders bei den jüngeren Besuchern, fand.
Lächeln statt Strahlen

Neckarwestheim, 21.03.10: Einen Tag vor dem Anti-Atom-Frühlingsfestes hatte die EnBW einen blauen Kubus mit Pro-Atomkraft-Sprüchen provokativ mitten auf der angemeldeten Kundgebungsfläche vor dem Atomkraftwerk Neckarwestheim aufstellen lassen. Mit riesigen Transparenten bespannt, verkündete der Atom-Werbewürfel, dass erneuerbare Energien zwar gewollt seien, ohne Atomenergie jedoch die Stromversorgung zusammenbrechen würde. Entgegen dieser Behauptung standen im Sommer 2007 jedoch zeitweise 7 der 17 deutschen Reaktoren reparaturbedingt still – und nirgendwo ging deshalb das Licht aus...
Während der Auftakt-Reden des „Endlich Abschalten“-Frühlingsfestes erklommen zwei Aktive der Stuttgarter ROBIN WOOD-Gruppe den Propaganda-Würfel und spannten ein Transparent über die EnBW-Werbebeschriftung. Der Spruch „Lächeln statt Strahlen“, verziert mit Radioaktivitäts-Warnsymbolen, erntete breites Gelächter und zustimmenden Jubel aus den Reihen der knapp 5000 DemonstrantInnen.
Aktionsquartett: Atomkraftwerke abwracken

16. April 2010: Mit zeitgleichen Aktionen an den Atomkraftwerken Neckarwestheim, Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel demonstrierten AktivistInnen von ROBIN WOOD und ContrAtom für den sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie.
Neckarwestheim: Mit zwanzig AktivistInnen und zwei dreibeinigen Kletter-Türmen, Tripods, blockieren die ROBIN WOODlerInnen für mehrere Stunden die Liefereinfahrt des AKW Neckarwestheim. Mit einem Transparent, mit der Aufschrift „AUS JETZT!“ fordern die Aktiven die sofortige Abschaltung des AKW Neckarwestheim, das allein durch Tricksereien des Betreiberkonzerns EnBW noch am Netz ist. Die EnBW lässt das Uralt-AKW Neckarwestheim I nicht mit voller Leistung laufen, um die ihnen laut Atomgesetz zustehenden Reststrommengen zu strecken – in der Hoffnung, dass Schwarz-Gelb eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten durchsetzt.
Brunsbüttel: Vier AktivistInnen von ROBIN WOOD und ContrAtom erklettern die Türme des Gaskraftwerkes am AKW Brunsbüttel um dazwischen ein Transparent mit der Aufschrift: „Mit Sicherheit unsicher - Es Reicht - Abschalten Sofort!“ zu spannen. Auf Grund des Windes und iMitarbeiter, die plötzlich auf dem Dach des Gaskraftwerkes auftauchen, kann jedoch nur das kleinere an einem der Türme entrollt werden. „Stopp Atomkraftwerk“ ist darauf zu lesen. Die ganze Aktion ist sehr entspannt und nachdem alle wieder auf festem Boden stehen und ihre Personalien aufgenommen werden, geht es fix weiter nach Brockdorf, um das schöne Panorama mit Tripod und der Kuppel zu bestaunen. Als Fotomotiv sind AKWs eben doch zu gebrauchen.
Brokdorf: Mit zwei Tripods blockieren wir die Einfahrt zum Atomkraftwerk und spannen zwischen ihnen ein Transparent. Dies ist meine erste Kletteraktion bei ROBIN WOOD und obwohl alles wunderbar sonnig und entspannt ist, stehe ich anfangs unter enormen Stress. Ich habe das Gefühl, alles übers Klettern vergessen zu haben. Letztendlich läuft aber alles sehr gut und dank einer großartigen Aktionsgruppe wie am Schnürchen. Nachdem ich dann auch endlich in unerreichbarer Höhe (also in vier bis fünf Metern) bin, kann ich die Situation von oben überblicken und erst hier fällt mir auf, wie friedlich alles ist.
Krümmel: Ein Kastenwagen fährt vor. Ein halbes Dutzend ROBIN WOOD-AktivistInnen springen hinaus und legen Leitern an den Zaun. Blitzschnell sind sie auf dem Gelände des AKW Krümmel. Dort wollen sie mit einem Banner dafür demonstrieren, dass der wegen einer Pannenserie abgeschaltete Schrottreaktor nie wieder ans Netz geht. Bauarbeiter aber vereiteln das. Sie halten vier der AktivistInnen fest, bis auch der Werkschutz eintrifft. Obwohl die Situation ruhig ist, zerrt ein Polizist einen Aktivisten von hinten zu Boden. Ein weiterer Aktivist, der schlichtend dazwischen gehen will, wird gewaltsam zur Seite gestoßen. Als die Vier schließlich nach Feststellung ihrer Personalien durch die Polizei wieder gehen können, nutzen sie die Gelegenheit und entrollen vor dem Haupteingang zum Gelände ein Transparent mit der Aufschrift: „Für Ökostrom – Vattenfall abschalten!“ Die Nachricht macht die Runde, dass die Aktionen an den anderen drei AKW-Standorten Brokdorf, Brunsbüttel und Neckarwestheim stehen.
Schützt die Tasmanischen Urwälder!

Berlin, 18.02.2010: Karneval war geradezu Ende gegangen, als in Berlin-Mitte zwischen Schnee- und Eisbergen ein verspäteter ROBIN WOOD-Karnevalstrupp vor die australische Botschaft zog, um gegen die Zerstörung der tasmanischen Urwälder zu demonstrieren. Zwischen Kunststoff-Palmfarnen und Webpelz-Kängurus spannten sie ein Banner mit dem Slogan “Protect Tasmania’s unique Forests!“ auf. Ein kleineres Transparent verkündete „Protect climate and biodiversity!“.
Mit dieser Aktion unterstützt ROBIN WOOD die jahrelangen Proteste in Tasmanien zum Schutz der dortigen Urwälder mit ihren zahlreichen, nur hier vorkommenden Pflanzen- und Tierarten. ROBIN WOOD hatte in den vorangegangenen Monaten Unterschriften unter einen Protestbrief an den australischen Premierminister Kevin Rudd gesammelt. Der Regierungschef wird darin aufgefordert, die weltweite Bedeutung dieser einzigartigen Urwälder anzuerkennen und sie unter umfassenden Schutz zu stellen.
Die beiden Kängurus – beladen mit den Protestbriefen (schön praktisch übrigens, solch australische Beuteltiere!) – übergaben den gesammelten Protest an den australischen Botschafter Peter Tesch. Beeindruckend viele, nämlich rund 6500 Unterschriften waren innerhalb von zweieinhalb Monaten zusammengekommen. Überreicht wurde gleich auch noch ein weiterer, an den Premieminister adressierten Brief, in dem zehn deutsche Umweltorganisationen, darunter der BUND, der NABU und Pro Regenwald, die Forderung nach sofortigem Schutz für Tasmaniens Urwälder unterstrichen. Der Botschafter versicherte, all diese Briefe umgehend an den Premierminister nach Australien weiterzuleiten.
Baumbesetzung gegen Klimakiller Vattenfall

Hamburg-Altona, seit 18.12.2009: ROBIN WOOD-KletterInnen und unabhängige AktivistInnen besetzten am Tag als der Klimagipfel in Kopenhagen zu Ende ging auf unbestimmt Zeit zwei Bäume im Gählerpark. So protestieren sie gegen den Bau des klimaschädlichen Kohlekraftwerks Moorburg und die geplante Fernwärmetrasse. Sie unterstützen damit das Bündnis „Moorburgtrasse stoppen“, zu dem sich AnwohnerInnen und Stadtteilinitiativen zusammen-geschlossen haben. Die beiden AnwohnerInnen, die bereits seit dem 3. Dezember einen Baum im Gählerpark besetzt halten, hatten damit Nachbarn bekommen.
Der Energiekonzern Vattenfall will eine rund 12 Kilometer lange Fernwärmetrasse bauen, die vom neuen Kohlekraftwerk Moorburg quer durchs Hafengebiet und Altona bis nach Diebsteich führen soll. ROBIN WOOD fordert einen Verzicht auf die Trasse, einen Baustopp für das Kohlekraftwerk sowie einen grundlegenden Wechsel in der Energiepolitik der Stadt: weg von extrem klimaschädlichen Großkraftwerken hin zu dezentralen Strukturen auf Basis Erneuerbarer Energien. Für die Trasse soll eine neun Meter breite Schneise durch den Grünzug Altona geschlagen werden, insgesamt sollen rund 400 Bäume gefällt werden.
Gesucht: VW - Umweltzerstörer mit zwei Buchstaben

Braunschweig, Querumer Forst, 08.01.2009: In Braunschweig soll die Startbahn eines weitgehend unbedeutenden Regionalflughafens von 1680 m auf 2300 m verlängert werden. Als Grund werden fünf (!) Flüge der DLR pro Jahr genannt. Deren neuer Airbus A320 bräuchte diese Länge für spezielle „Hochauftriebs-Flugversuche“. Diese Flüge könnten problemlos auf anderen Flugplätzen durchgeführt werden.
Fragt man weiter, wird eine nebulöse Ansiedlung nie konkret benannter Firmen und eine allgemeine Standortstärkung genannt und auf zahlreiche Arbeitsplätze verwiesen, die ganz bestimmt irgendwie entstehen würden. Bisher hat sich jedoch noch keine Firma gefunden, die eine verlängerte Startbahn benötigt oder sich deshalb ansiedeln will. Was steckt dann dahinter? Schließlich soll hier ein wertvolles FFH- und EU-Vogelschutzgebiet mit teils über 200 Jahre alten Eichen und Hainbuchen zerstört werden. Es geht um insgesamt 90 Hektar (ca. 120 Fußballfelder) mit rund 60.000 betroffenen Bäumen. Volkswagen, mit gut 35 Prozent am Flughafen beteiligt, möchte mit seinem am nahen Flughafen Hannover stationierten Airbus A319 ab Braunschweig auch zu Non-Stop-Interkontinentalflügen starten. Schließlich ist Braunschweig von der Wolfsburger Konzernzentrale aus ca. 40 Minuten schneller zu erreichen.
Seit dem 8. Januar wird nun gefällt. Doch es regt sich massiver Widerstand der Bürger vor Ort, nach Kräften unterstützt durch ROBIN WOOD. Zuletzt luden wir am 24. Januar zu einer symbolischen Wiederaufforstung. Über 100 AnwohnerInnen zogen mit Spaten und kleinen Bäumchen auf die gefällte Fläche und wurden dort mit einem Transparent begrüßt. Noch sind die ökologisch wertvollsten Waldteile nicht zerstört. VW könnte den Wald retten, beschränkt sich jedoch bisher darauf, mit Spritspartipps und Hochglanzbroschüren an einem grünen Mäntelchen zu stricken.




