ROBIN WOOD-Magazin 2010
Schöne bunte Plastikwelt
Stellen Sie sich einmal vor, dass mit einem Mal alle Dinge in ihrem Haushalt, die aus Plastik sind, verschwinden würden! Das wäre eine erstaunlich riesige Menge und es wären einige Sachen dabei, auf die Sie ungern verzichten möchten. Für den Film Plastic Planet des österreichischen Regisseurs Werner Boote haben Menschen in verschiedenen Ländern der Welt alle Plastikdinge vor der Haustür aufgebaut – ein beeindruckendes Bild! Im Titel dieser Ausgabe lesen Sie, warum es dringende Gründe gibt, diese Plastikberge zu reduzieren – für die Umwelt und für unsere Gesundheit. Der Film Plastic Planet läuft Ende Februar 2010 in den deutschen Kinos an. Unbedingt ansehen!
Weniger wäre auch im Verkehrssektor manchmal mehr. So plant ein Investor neben der traumhaft schönen Stadt Siena in der Toskana einen Regionalflughafen gigantisch auszubauen. Dagegen laufen AnwohnerInnen Sturm, die ein finanzielles und ökologisches Desaster fürchten. Stattdessen fordern sie den Ausbau von guten Bus- und Bahnverbindungen für Siena. Mehr dazu lesen Sie im Schwerpunkt dieser Ausgabe. Die internationale Fluglobby setzt für die Zukunft auf Treibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Auch Palmöl soll in den Tanks der Flugzeuge landen: Ein Wahnsinn fürs Klima, den Tropenwald und die Menschen vor Ort, die darunter leiden, dass immer größere Flächen in Palmöl-Plantagen umgewandelt werden und sie dadurch ihr Land und ihre Lebensgrundlagen verlieren. Auf besonders aggressivem Expansionskurs in Indonesien ist das Skandalunternehmen Wilmar, das ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt Naturflächen vernichtet.
Wichtiger Abnehmer des Palmöls von Wilmar ist der Konzern Unilever, der damit Chips, Margarine, Eiscreme und vieles mehr produziert. Jetzt möchte ROBIN WOOD die Organisation Save our Borneo in Indonesien dabei unterstützen, 130.000 Hektar Tropenwald vor dem Raubbau-Konzern Wilmar zu retten. Dafür haben wir im November 2009 Druck bei Unilever gemacht. An fünf Produktionsstandorten bundesweit sind die AktivistInnen dem Konsumgüter-Konzern aufs Dach gestiegen. Jetzt müssen wir dran bleiben, um Wilmars und Unilevers Raubbau-Geschäfte zu stoppen.
Umwelt im Web 2.0
Sind Sie bereits regelmäßig in der Blogosphäre unterwegs und twittern täglich mit FreundInnen und KollegInnen? Welche Chancen das Web 2.0 Umweltbewegten zur Vernetzung und zum Aktiv werden bietet, diskutieren die AutorInnen des Titels dieser Ausgabe.
Unüberhörbar war der Protest gegen Atomkraft am 24. April in Deutschland. Mehr als 150.000 Menschen umzingelten an diesem Tag Atomkraftwerke oder beteiligten sich an der Menschenkette zwischen den AKW Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel. Ein eindrucksvolles Signal gegen die atomfreundliche Politik der schwarz-gelben Regierungskoalition.
Dass es dringend eine Wende in der weltweiten Energiepolitik geben muss, ist in diesen Tagen wieder einmal sehr deutlich geworden. Im Golf von Mexiko strömt ungehindert Öl aus der Leitung einer zerstörten Bohrinsel und bedroht in ungeahntem Ausmaß Mensch und Umwelt an der amerikanischen Küste.
In Deutschland säuft das Atommüllager ASSE II ab und droht, die Biosphäre radioaktiv zu verseuchen. Und die politisch Verantwortlichen haben keinen Plan, wie sie diese Bedrohung begegnen können. Bisher gibt es weltweit kein einziges sicheres Endlager für Atommüll. Deshalb ist klar, dass wir weg müssen von Öl, Atom und Kohle und hin zu regenerativen Energieträgern. Mehr dazu lesen Sie im Energie-Schwerpunkt dieser Ausgabe.
In Tasmanien gibt es Hoffnung für die einmaligen Wälder. Der internationale Protest, dass diese Urwälder als Hackschnitzel in Papier enden, hat offensichtlich Wirkung gezeigt und den Konzern Gunns unter Druck gesetzt. Mehr über die aktuelle Situation in Tasmanien lesen Sie in dieser Ausgabe.
Kapital anlegen: nachhaltig und sozial
Wir brauchen Ihre Unterstützung, wenn es darum, geht den Raubbau am Tropenwald für Palmöl zu stoppen. Der Wilmar-Konzern will auf Borneo weitere 130.000 Hektar Tropen für neue Palmöl-Plantagen plattmachen. ROBIN WOOD hat die Spur des Palmöls bis nach Europa verfolgt und entdeckt, dass der multinationale Konzern Unilever mit dem Palmöl von Wilmar so bekannte Markenprodukte herstellt wie zum Beispiel Rama-Margarine. Wir verlangen von Unilever, Wilmars Raubbau-Praktiken nicht weiter zu unterstützen. Dafür haben wir Aufkleber entwickelt, die Sie in der ROBIN WOOD-Geschäftsstelle anfordern können, Postfach 102122, 28021 Bremen, info@robinwood.de. Bitte machen Sie mit bei „Unilever eine Kleben“!
Seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise hat alles, was mit Geldanlagen und Kaptialvermehrung zu tun hat, einen zweifelhaften Ruf. Die AutorInnen des Titels haben sich auf die Suche nach ökologischen, sozialen und nachhaltigen Geldanlagen gemacht. Denn wer sein Geld zu normalen Banken trägt, unterstützt damit häufig die Finanzierung von Atomkonzernen oder Rüstungsfirmen, wie Barbara Happe von urgewald am Beispiel Deutsche Bank deutlich macht.
Außerdem erfahren Sie in dieser Ausgabe unter anderem, warum die Stadtwerke back in Town sind und ob die ROBIN WOOD-AktivistInnen neue HeldInnen sind.
Warum biologische Vielfalt so wichtig ist
Täglich schrumpft die biologische Vielfalt auf unserem Planeten. Und daran hat auch die Ausrufung des Jahres 2010 als Internationales Jahr der Biologischen Vielfalt oder die UN-Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt im japanischen Nagoya im Oktober 2010 nichts geändert. Die EU hatte sich auf dem Weltgipfel 1992 in Rio dazu verpflichtet, das Artensterben in ihren Breiten bis 2010 zu stoppen. Dieses Ziel wurde ebenfalls klar verfehlt: Das Sterben von Tieren und Pflanzen, das Zerstören von Ökosystemen und das Schwinden von genetischer Information geht ungebremst weiter. Welche Gefahren uns drohen, wenn wir es nicht schaffen, die biologische Vielfalt zu schützen und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, erfahren Sie im Titel dieser Ausgabe.
In Schweden sind die letzten ursprünglichen Waldgebiete in Gefahr. Bis zu 1800 Tier- und Pflanzenarten, die im Wald leben, sind vom Aussterben bedroht. Gerade weil die Forstindustrie auch die letzten Urwaldinseln abrasiert, steht es schlecht um die Vielfalt in Schwedens Wäldern. Helfen Sie mit und unterstützen Sie unsere Kampagne für eine ökologische Waldnutzung in Schweden. Sammeln Sie Unterschriften unter dem Protestbrief an den Zellstoff- und Papierkonzern SCA.
120.000 Menschen protestierten Ende April bei der Kettenreaktion zwischen den AKWs Krümmel und Brunsbüttel gegen den Atomkurs der schwarz-gelben Regierung. Die Laufzeitverlängerung für die AKWs und der Schmusekurs von Merkel und Co. mit der Atomindustrie brachten zur Demo in Berlin am 18. September 100.000 Menschen und Anfang Oktober in München 50.000 Menschen auf die Straße. Auch die Proteste gegen den Castor-Transport Anfang November ins Wendland waren so stark wie nie zuvor. Dass die Proteste weitergehen werden und warum Gorleben als Endlager untauglich ist, erfahren Sie in dieser Ausgabe des ROBIN WOOD-Magazins.





